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Titel: Of seeking and finding
Challenge: AU - New Earth (Für mich)
Fandom: Uraboku, angesiedelt im Universum von Horizon: Zero Dawn
Charaktere: Hotsuma, Shuusei
Wörter: knapp 1000
Anm: Gilt die Welt von Horizon als New Earth? Ich interpretier das jetzt mal so.

Hotsuma sah sich um. Es war das erste Mal, dass er das Sonnenreich verließ. Und das alleine. Natürlich hatte er - wie alle jungen Männer - gelernt, sich in der Wildnis zu behaupten und die Anomalie war verschwunden, sodass die Zahl der aggressiven Maschinen zurückgegangen war. Er war gut durch die Wildnis durchgekommen und nun befand er sich in Noragebiet. Damit war das größte Stück seiner Reise geschafft. Nur die Leute beäugten ihn skeptisch. Natürlich. Carja waren immer noch nicht der Nora liebste Gäste. Wen wunderte es, bei dem was sein Volk ihnen bei den Roten Raubzügen angetan hatte? Eine Zeit, die er zum Glück nicht mehr erlebt hatte. Dennoch, das Misstrauen saß tief. Hotsuma straffte die Schultern. Er war allein und er trug eine Norakette um den Hals. Wahrscheinlich ließ man ihn deshalb weitgehend unbehelligt. Nur bei der Grenzkontrolle hatte man ihn deswegen ausgefragt, ehe man ihn hatte passieren lassen. Jetzt musste er es nur noch schaffen, den Nora zu finden, der ihm die Kette geschenkt hatte, damals, vor zehn Jahren. Seine Eltern gehörten zu den ersten Nora, die das Heilige Land verlassen hatten, um die Welt hinter den Grenzen zu erkunden, nachdem Aloy die Bedrohung durch Hades abgewendet hatte. Dabei waren sie auch nach Meridian gekommen, wo sich die Wege der beiden Jungs das erste Mal gekreuzt hatten. Sie waren ein halbes Jahr geblieben und Hotsuma und Shuusei waren richtig gute Freunde geworden. Umso trauriger waren beide gewesen, als Shuuseis Eltern weitergezogen waren und zum Abschied hatte er Shuuseis Halskette und einen Brief bekommen mit dem Versprechen, dass sie sich wiedersehen würden. Und jetzt war es soweit. Hotsuma wusste, dass Shuusei aus Mutterherz stammte. Und dort würde er seine Suche beginnen. Irgendjemand musste die Familie noch kennen und würde ihm sicher sagen können, ob sie wieder zurück von ihrer Reise waren.

Es war ein seltsames Land und auch die Menschen waren seltsam - aber vielleicht lag es nur daran, dass er hier nicht hergehörte. Er hatte es sich angewöhnt, eher nachts zu reisen. In der Steppe des Sonnenreichs, war das aufgrund der Temperaturen vorteilhaft gewesen und auch jetzt noch hatte er die Maschinen im Dunklen besser im Blick. Alleine konnte selbst ein Läufer gefährlich werden, dem man krumm kam.
Wie es dann trotz aller Vorsicht passierte, dass er in seiner dritten Nacht im Heiligen Land in diese Situation kam, würde er sich nie erklären können. Er ging nichtsahnend auf einer großen Straße, von der ihm gesagt worden war, dass sie direkt zum Haupttor des Beckens führte. Er hatte auch gerade ein Lagerfeuer unweit alter Ruinen passiert und nichts deutete darauf hin dass eine Maschine in der Nähe war. Doch plötzlich hörte er Rufe und ein Sägezahn mit roter Leuchte sprang direkt vor ihm auf den Weg.
Scheiße! Wo kam der denn her? Er wich zurück, aber das Ding hatte ihn schon entdeckt.
Er zog seinen Speer, doch natürlich war ihm klar, dass er damit gegen eine solche Maschine nichts würde ausrichten können.
Der Sägezahn wirkte gehetzt. Irgendetwas... irgendwer? hatte ihn aufgescheucht. Und ihm war egal, wen er dafür zerstörte. Er zögerte nur kurz, ehe er auf Hotsuma zustürmte.
Scheiße. Er hob seinen Speer. Er wollte nicht kampflos aufgeben. Vielleicht schaffte er es ja, ihm die vitalen Teile zu zerstören! Seine einzige Chance! Er stieß zu. Der Sägezahn schüttelte sich und der Speer flog aus seiner Hand. Das war es wohl! Hotsuma schloss die Augen. Er hätte Shuusei so gern wiedergesehen!

Doch bald riss er sie wieder auf. Er hörte Menschen. Und Pfeile, die durch die Luft sirrten und roch Feuer - Die Schwäche von Sägezähnen. Er war wohl in eine Jagdgemeinschaft geraten.

Immerhin lenkte der plötzliche Angriff die Aufmerksamkeit der Maschine ab und er konnte weiter ausweichen. Und am besten seinen Speer wiederfinden! Für so etwas war die Dunkelheit natürlich suboptimal.

Irgendwann verstummte der Kampflärm. Die Maschine war tot. Jetzt hörte er Stimmen, die jauchzten und jubelten, während sie näher kamen, einem von ihnen gratulierten. Und bald erkannte er die Silhouette von Menschen, die auf ihn zukamen.
"Bist du okay?", fragte die Fackelträgerin, die ihm am nächsten war.

Er nickte. "Ja. Ich denke schon" Er stand auf. "Tut mir leid, ich wollte eure Jagd nicht stören."

"Ja, das war... dumm von dir", sagte die Frau und hielt die Fackel näher. "Du... bist ein Carja!?"

Hotsuma nickte.

"Wo hast du die Kette her?", fragte ein anderer Nora-Krieger, der jetzt nah genug war.

"Ich hab sie geschenkt bekommen."

"Wer sagt uns, dass du sie nicht geraubt hast? Dass an deinen Händen kein Blut klebt?" fragte ein zweiter und hob seinen Bogen.

"Ich sage das.", mischte sich das letzte Mitglied der Jagdgesellschaft ein, ein Mann in Hotsumas Alter. Ein ... wunderschöner Mann!

"Du?"

Der junge Mann kam näher und betrachtete die Kette genauer. Ein Lächeln umspielte seine Lippen.

"Ich wusste, du würdest irgendwann kommen."

Auch Hotsuma begann zu grinsen. "Shuusei! Du..."

"Ich müsste dir böse sein! Du hättest mir fast meinen großen Kill ruiniert!" Shuusei sah ihn streng an.

"Ich konnte doch nicht wissen, dass du hier jagst! ... Tut mir leid" Der Blick war unheimlich. Hotsuma fand ihn schon damals sehr gruselig. Zum Glück hielt er nicht lange vor und Shuusei grinste wieder und warf sich ihm um den Hals. "Wow, es ist so schön, dich zu sehen!"

Dem konnte Hotsuma nur zustimmen. "Komm, wir gehe zum Lagerfeuer da hinten, teilen unser Essen und dann erzählst du mir, was du in den letzten zehn Jahren getrieben hast."

"Und du erzählst mir von deinen Reisen! Und wieso du hier irgendwo im Nirgendwo Sägezähne jagst!", verlangte Hotsuma.

Auf dem Weg zum Lagerfeuer nahm Shuusei seine Hand und erklärte seinen Gefährten wer der Carja hier war und dass die Kette einst ihm gehört hatte. Hotsuma grinste. Er hätte nicht gedacht, dass seine Suche so schnell vorbei war.

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