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Team: Schwarz
Challenge: Romantik/Intimität - “Wenn es sonst nichts ist…” (für mich)
Fandom: Sailor Moon
Charaktere: Michiru, Haruka
Anmerkung: Maddle und ich haben etwas rumgeplottet und der Grundgedanke kam dabei raus. Also hab ichs geschrieben.
Warnung: Manchmal braucht Haruka etwas… mehr als Michiru ihr geben kann. Also führen sie eine offene Beziehung. Irgendwie... You’ve been warned.



Vermutlich dachte der Mann, dass sie ihn nicht bemerkten. Oder wenigstens nicht die Blicke, die er ihnen zuwarf. Dabei war nicht ganz sicher, wem sie galten. Michiru beachtete ihn nicht weiter, er hatte sowieso nicht, was sie interessierte. Selbst aus ästhetischer Sicht war er… belanglos. Sie jedenfalls verstand nicht, warum die jungen Frauen am Nachbartisch immer wieder verhalten kichernd in seine Richtung sahen. Aber die Jugend von heute hatte einen merkwürdigen Geschmack.
Dann, als Haruka für einen Moment draußen war, trafen ihre Blick sich doch und Michiru hob kurz die Augenbrauen. Der Mann schien regelrecht zu gefrieren, was Michiru ein zufriedenen Lächeln entlockte. Wenn so ein Schönling dachte, er hätte ernsthaft eine Chance bei ihr, dann belehrte man ihn lieber direkt einen besseren. Als Haruka sich ein paar Minuten später wieder zu ihr setzte und sie mit einem zärtlichen Kuss begrüßte, hatte der Typ schon das Weite gesucht. “Hast du ihn etwa vertrieben?”
“Stört es dich?”Wenn der ihrer Freundin gefallen hatte, dann müssten sie ein ernstes Gespräch über guten Geschmack führen. Aber Haruka lächelte nur. “Auf keinen Fall. Und dass so jemand dich nur ansieht, ist inakzeptabel.”
“Aha? Und warum musste ich ihn dann selbst loswerden?” Also war er doch vor allem an ihr interessiert gewesen.
“Weil du es so viel besser kannst, als ich.”
“Hm… ich bin mir noch nicht sicher, ob ich dir das durchgehen lasse…” Sie wusste, dass ihr Lächeln jedem anderen als Haruka nervös machen würde. Ihre Freundin nahm aber nur ihr Gesicht zwischen die Hände und küsste sie wieder. Diesmal deutlich besitzergreifender als noch gerade eben. So war es schon besser. Es gab Momente, da wollte Michiru einfach die Gewissheit haben, dass ihr Harukas Herz gehörte. Sie musste es nicht nur einfach wissen. Das tat sie. Keine Sekunde lang würde sie daran zweifeln. Aber sie wollte es auch spüren.
“Krass, echte Lesben”, meldete sich jemand ungefragt zu Wort und hätte damit wohl den Moment ruiniert, hätte eine von ihnen auch nur den Hauch von Interesse an der Meinung anderer. Daher dauerte es noch ein paar (vielleicht etwas demonstrative) Sekunden, bis Haruka den Kuss löste und den jungen Mann ansah. Michiru schätzte ihn schon fast als Oberschüler ein. Noch nicht trocken hinter den Ohren. Ein anderer packte ihn am Kragen und zog ihn ein paar Meter weiter weg, bevor er ihn auf einen Barhocker schob und zu ihnen zurückkam. “Sorry. Mein Cousin ist ein Vollidiot.”
“Wäre mir nicht aufgefallen”, meinte Haruka, die den Mann interessiert musterte. Auch Michiru war bereit zuzugeben, dass er gut aussah. Auf einem Bild würde er sich gut machen. Und weil Haruka von sich aus niemals den ersten Schritt machen würde, fragte sie: “Willst du dich zu uns setzen?”
Damit hatte er offenbar nicht gerechnet, aber nach der ersten Schrecksekunde nahm er doch auf dem freien Stuhl Platz. “Und um Missverständnissen vorzubeugen”, Michiru strich sich einige verirrte Locken über die Schulter zurück, “auch wenn ich kein tiefergehendes Interesse an Männern habe… meine Freundin ist da etwas offener.”
“Willst du mich etwa verkuppeln?”, fragte Haruka pikiert.
“Vielleicht? Dann kann ich vielleicht für einen Abend in Ruhe malen, ohne dass du mich dabei störst.” Das stimmte nicht und sie wussten es beide. Aber Fakt war, dass es gewisse Dinge gab, die in ihrer Beziehung nicht… normal waren. Abgesehen vom offensichtlichen mal-eben-die-Welt-retten. Und allem anderen. Eine normalere Anormalität.
“Okay, bevor meine Freundin dich mit ihren Andeutungen wieder vertreibt… ich bin bi. Und brauche hin und wieder mal etwas anderes. Und zwar nur ich. Wenn du Michiru auch nur falsch ansiehst, kannst du was erleben.” Dabei sah sie kurz zu Michiru, wie um zu fragen ‘Besser?’ Michiru lächelte nur.
Der Mann brauchte ein paar Sekunden, um das zu verarbeiten, dann zuckte er mit den Schultern. “Okay. Und du bist cool damit?”
“Hätte ich dich eingeladen, dich zu uns zu setzen, wäre ich es nicht?”
“Keine Ahnung. Frauen tun komische Sachen, um eine Beziehung am Laufen zu halten.”
Das war natürlich ein gutes Argument. Aber eines, das in ihrem Fall nicht griff. “Es ist nur Sex. Da ist Haruka etwas… hungriger als ich. Und ich weiß, dass ihr Herz mir gehört.”
“Also suchst du die Typen aus?”
“Wenn sie zu schüchtern ist… ja.” Dabei wusste Michiru, warum Haruka zögerte. Sie hatte Angst, sie zu verletzen. Egal wie oft sie darüber reden würden, das war etwas, was wohl nie restlos verschwinden würde. Genau wie der kleine Stich von Eifersucht, wenn sie daran dachte, dass jemand anderes ihre Freundin anfasste.
Haruka schnaubte. “Ich bin nicht schüchtern.”
“Ach nein?” Wieder musste eine Strähne wieder an ihren Platz verwiesen werden, diesmal traf Michirus Hand auf Harukas. Eine kleine Berührung, endlos und flüchtig. Zu gezielt um zufällig zu sein. “Beweis es.”
“Wenn es sonst nichts ist…” Haruka sah zu ihrem neuen Bekannten und fragte: “Sag mal, wie heißt du eigentlich?”
“Satoshi. Und ihr seid… Haruka und Michiru? Ich glaub, ich kenn dich.” Dabei sah er Haruka an. “Du fährst du Motocross-Rennen, oder?”
“Früher mal. Jetzt fahre ich nur noch zum Spaß. Eins aber noch. Dein Bruder… er ist zwar eindeutig ein Idiot, aber kannst du ihn einfach sich selbst überlassen?”
Michiru lächelte. Das war Haruka. Sie würde es niemals zugeben, aber war doch immer um andere besorgt. Eine Fähigkeit, die ihr selbst manchmal fehlte. Die Antwort interessierte sie jetzt aber auch, erst dann würde sie entscheiden, ob sie heimfahren konnte.
“Jup. Er ist öfter hier. Trifft sich mit ein paar Freunden. Ich bin nur gut genug dafür, dass er hier reingelassen wird.”
“Gut.”
Michiru stand auf und strich mit den Fingerspitzen über Harukas Schulter. “Ich geh dann mal. Und… Satoshi, wenn du mal Lust hast, mir Modell zu stehen, schreib mir eine E-Mail.” Sie reichte ihm ihre Visitenkarte, die er verdattert annahm. Dann verließ sie die Bar.

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