h/c - seltene Nebenwirkungen
Jul. 26th, 2019 11:51 pmTeam: Schwarz (Eisberg)
Challenge: h/c - seltene Nebenwirkungen (für mich)
Fandom: Original
Warnungen: Menschenversuche
Sie hatten ihn wieder allein gelassen. Das bedeutete aber nicht, dass er unbeobachtet war, das hatten sie nie. Früher hatte er rebelliert, gegen die weiße Wand geschlagen, bis er blutete. Wenn er genau hinsah, waren die Narben immer noch da. Aber die Zeiten waren vorbei. Die Wissenschaftler hatten Mittel und Wege, ungehorsame Objekte zu brechen. Solange man sie nicht für irgendwelche Verhaltensstudien brauchte, natürlich. Früher hatte er mit den anderen Jungen getuschelt, was mit denen passierte, die plötzlich verschwanden. Jetzt wusste er es.
Nadeln, die irgendetwas injizierten. Nadeln die Blut abnahmen. Tests. Unzählige medinische Tests. Schmerzen. Übelkeit. Angst. Schlaflosigkeit. Unendliche Müdigkeit. Hochgefühle, die alles andere als normal waren, gerade für ihn. Und die ganze Zeit diese furchtbare Hilflosigkeit. Dabei war er sein ganzes Leben lang… hier. Er wusste nicht, wo ‘hier’ war. Er hatte nie etwas anderes kennengelernt als diesen Komplex. Und davon auch nur einen kleinen Teil. Es gab immer Türen, die ihm verschlossen blieben. Vielleicht lebten da die Wissenschaftler. Früher hatte er viel darüber nachgedacht. Genau wie darüber, was ihn von ihnen unterschied. Äußerlich gab es nicht besonders viel. Trotzdem war er kein Mensch. Was auch immer das bedeuten mochte. Dafür wusste er umso besser, was es bedeutete, ein “Objekt” zu sein.
Unzählige Tests. Nadeln. Eine Seriennummer anstatt eines… Namens. Noch etwas, was er kaum fassen konnte. Anscheinend war dieser Name auch eine Art Seriennummer.
Unruhig stand er auf und ging die paar Schritte bis zur Wand. Seine Hände zitterten, als er sie dagegenlegte. War sie schon immer so kalt gewesen? Oder hatte er wieder Fieber? Wer wusste schon, was sie ihm diesmal gegeben hatten. Er verstand nicht, warum man das mit ihm machte. Warum sie ihn und die anderen so studierten. Aber er musste es auch nicht verstehen. Er wusste es inzwischen besser, als Fragen zu stellen. Alles was er tun konnte, war abzuwarten. Sehen, was der nächste Tag brachte, bis er seinen Wert für die Wissenschaftler verloren hatte.
Die Wand begann sich zu bewegen. Wurde irgendwie nachgiebig. Neugierig strich er darüber, aber sie wurde schon wieder fest. Spielte sein Kopf ihm wieder einen Streich? Er folgte einer kleinen Unebenheit, echt oder eingebildet… er war sich nicht sicher. Als er das Gleichgewicht verlor, wusste er nicht einmal, warum. Gerade eben war der Boden doch noch fest gewesen. Seine Stirn pochte unangenehm. Hatte er sich gestoßen? Er konnte sich nicht erinnern. Verwirrt sah er sich um. Wo war sein Bett? Gerade eben war es doch noch dagewesen. Und so groß war sein Zimmer nicht, dass es einfach verloren gehen könnte. Aber er sah es nicht. Erst jetzt wurde ihm klar, dass er gar nichts mehr sehen konnte. Hatte man das Licht ausgemacht? Das hatten sie einmal gemacht, um ihn zu bestrafen. Ein leerer, dunkler, stiller Raum. Er war dort so lange eingeschlossen gewesen, dass er Bilder gesehen hatte. Welche, die nicht wirklich dagewesen waren. Bis er geschrien hatte, nur um irgendetwas zu hören. Es hatte lange gebraucht, bis er sich davon erholt hatte. Wurde ihm das wieder angetan? Warum? Er hatte doch gehorcht. Er hatte…
Verschwommen, wie von weit weg hörte er, dass die Tür geöffnet wurde. Eine kalte Hand legte sich auf seine Stirn. “So hat noch niemand reagiert. Er hat Fieber, ist unfokussiert.”
“Einer von 50 hier. Fragen Sie nach, was die anderen Tests ergeben haben.”
Er sah immer noch nichts. So sehr er es auch versuchte, sich umsah… alles blieb dunkel.
“Siehst du meinen Finger?”, wurde er gefragt, die Stimme etwas sanfter als die der anderen. Er schüttelte den Kopf.
“Wie fühlst du dich?”
“Komisch… die Wand hat sich bewegt…” Er versuchte, sich zu konzentrieren. Sie wollten immer alles wissen. “Ich weiß nicht, warum ich hingefallen bin… der Boden fühlte sich komisch an. Ich kann nichts sehen… und meine Ohren…” Er war sich nicht sicher, wie er es erklären sollte. “Alles ist so weit weg…” Seine Stimme drohte zu brechen. Er hatte Angst. Bisher hatte er so etwas noch nie erlebt. Glaubte er. Da waren einige Erinnerungslücken…
Er wurde hochgehoben und auf etwas weichem abgelegt. “Du kommst wieder in Ordnung.” Jemand strich ihm durch die Haare. Dann verschwand die sanfte Hand wieder und in der Ferne murmelten Stimmen. Irgendwann musste er eingeschlafen sein. Oder das Bewusstsein verloren haben, er wusste es nicht. Es spielte auch keine Rolle.
Als er die Augen öffnen wollte, stellte er fest, dass es nicht ging. Bevor er in Panik geraten konnte, legte sich eine Hand auf seine. “Es ist alles in Ordnung. Etwas in dem Mittel hat deine Augen angegriffen. Wir wissen noch nicht warum. Aber es wird heilen, ich habe sie dir verbunden, damit sie sich erholen können.”
“Wirklich?” Er wäre wertlos, wenn er nichts mehr sehen konnte.
“Ja. Schlaf noch etwas. Ich bleib hier.”
Challenge: h/c - seltene Nebenwirkungen (für mich)
Fandom: Original
Warnungen: Menschenversuche
Sie hatten ihn wieder allein gelassen. Das bedeutete aber nicht, dass er unbeobachtet war, das hatten sie nie. Früher hatte er rebelliert, gegen die weiße Wand geschlagen, bis er blutete. Wenn er genau hinsah, waren die Narben immer noch da. Aber die Zeiten waren vorbei. Die Wissenschaftler hatten Mittel und Wege, ungehorsame Objekte zu brechen. Solange man sie nicht für irgendwelche Verhaltensstudien brauchte, natürlich. Früher hatte er mit den anderen Jungen getuschelt, was mit denen passierte, die plötzlich verschwanden. Jetzt wusste er es.
Nadeln, die irgendetwas injizierten. Nadeln die Blut abnahmen. Tests. Unzählige medinische Tests. Schmerzen. Übelkeit. Angst. Schlaflosigkeit. Unendliche Müdigkeit. Hochgefühle, die alles andere als normal waren, gerade für ihn. Und die ganze Zeit diese furchtbare Hilflosigkeit. Dabei war er sein ganzes Leben lang… hier. Er wusste nicht, wo ‘hier’ war. Er hatte nie etwas anderes kennengelernt als diesen Komplex. Und davon auch nur einen kleinen Teil. Es gab immer Türen, die ihm verschlossen blieben. Vielleicht lebten da die Wissenschaftler. Früher hatte er viel darüber nachgedacht. Genau wie darüber, was ihn von ihnen unterschied. Äußerlich gab es nicht besonders viel. Trotzdem war er kein Mensch. Was auch immer das bedeuten mochte. Dafür wusste er umso besser, was es bedeutete, ein “Objekt” zu sein.
Unzählige Tests. Nadeln. Eine Seriennummer anstatt eines… Namens. Noch etwas, was er kaum fassen konnte. Anscheinend war dieser Name auch eine Art Seriennummer.
Unruhig stand er auf und ging die paar Schritte bis zur Wand. Seine Hände zitterten, als er sie dagegenlegte. War sie schon immer so kalt gewesen? Oder hatte er wieder Fieber? Wer wusste schon, was sie ihm diesmal gegeben hatten. Er verstand nicht, warum man das mit ihm machte. Warum sie ihn und die anderen so studierten. Aber er musste es auch nicht verstehen. Er wusste es inzwischen besser, als Fragen zu stellen. Alles was er tun konnte, war abzuwarten. Sehen, was der nächste Tag brachte, bis er seinen Wert für die Wissenschaftler verloren hatte.
Die Wand begann sich zu bewegen. Wurde irgendwie nachgiebig. Neugierig strich er darüber, aber sie wurde schon wieder fest. Spielte sein Kopf ihm wieder einen Streich? Er folgte einer kleinen Unebenheit, echt oder eingebildet… er war sich nicht sicher. Als er das Gleichgewicht verlor, wusste er nicht einmal, warum. Gerade eben war der Boden doch noch fest gewesen. Seine Stirn pochte unangenehm. Hatte er sich gestoßen? Er konnte sich nicht erinnern. Verwirrt sah er sich um. Wo war sein Bett? Gerade eben war es doch noch dagewesen. Und so groß war sein Zimmer nicht, dass es einfach verloren gehen könnte. Aber er sah es nicht. Erst jetzt wurde ihm klar, dass er gar nichts mehr sehen konnte. Hatte man das Licht ausgemacht? Das hatten sie einmal gemacht, um ihn zu bestrafen. Ein leerer, dunkler, stiller Raum. Er war dort so lange eingeschlossen gewesen, dass er Bilder gesehen hatte. Welche, die nicht wirklich dagewesen waren. Bis er geschrien hatte, nur um irgendetwas zu hören. Es hatte lange gebraucht, bis er sich davon erholt hatte. Wurde ihm das wieder angetan? Warum? Er hatte doch gehorcht. Er hatte…
Verschwommen, wie von weit weg hörte er, dass die Tür geöffnet wurde. Eine kalte Hand legte sich auf seine Stirn. “So hat noch niemand reagiert. Er hat Fieber, ist unfokussiert.”
“Einer von 50 hier. Fragen Sie nach, was die anderen Tests ergeben haben.”
Er sah immer noch nichts. So sehr er es auch versuchte, sich umsah… alles blieb dunkel.
“Siehst du meinen Finger?”, wurde er gefragt, die Stimme etwas sanfter als die der anderen. Er schüttelte den Kopf.
“Wie fühlst du dich?”
“Komisch… die Wand hat sich bewegt…” Er versuchte, sich zu konzentrieren. Sie wollten immer alles wissen. “Ich weiß nicht, warum ich hingefallen bin… der Boden fühlte sich komisch an. Ich kann nichts sehen… und meine Ohren…” Er war sich nicht sicher, wie er es erklären sollte. “Alles ist so weit weg…” Seine Stimme drohte zu brechen. Er hatte Angst. Bisher hatte er so etwas noch nie erlebt. Glaubte er. Da waren einige Erinnerungslücken…
Er wurde hochgehoben und auf etwas weichem abgelegt. “Du kommst wieder in Ordnung.” Jemand strich ihm durch die Haare. Dann verschwand die sanfte Hand wieder und in der Ferne murmelten Stimmen. Irgendwann musste er eingeschlafen sein. Oder das Bewusstsein verloren haben, er wusste es nicht. Es spielte auch keine Rolle.
Als er die Augen öffnen wollte, stellte er fest, dass es nicht ging. Bevor er in Panik geraten konnte, legte sich eine Hand auf seine. “Es ist alles in Ordnung. Etwas in dem Mittel hat deine Augen angegriffen. Wir wissen noch nicht warum. Aber es wird heilen, ich habe sie dir verbunden, damit sie sich erholen können.”
“Wirklich?” Er wäre wertlos, wenn er nichts mehr sehen konnte.
“Ja. Schlaf noch etwas. Ich bleib hier.”