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Team: Schwarz (Eisberg)
Challenge: h/c - Sonnenbrand (für mich)
Fandom: Sailor Moon
Charaktere: Minako, Ami


Beim Sonnenbad einzuschlafen war selten eine gute Idee. Wenn man dann aber nicht nur eine halbe Stunde wegnickte, sondern mindestens drei Stunden tief und fest schlief und nicht einen Sonnencreme mit mindestens Lichtschutzfaktor 100 oder so hatte, war es vor allem eines: schmerzhaft. Da half es auch nur bedingt, dass Ami (natürlich) ein Gel dabei hatte, dass wunderbar kühlte, aber eben auch nur begrenzt half.
Also musste Minako jetzt im Schatten bleiben und hatte sich eine hauchdünne Tunika über den Bikini gezogen, damit der Sonnenbrand nicht so auffällig war. Sie hatte schließlich auch ihren Stolz. Ami hätte es ja lieber gesehen, wenn sie wenigstens heute drinnen geblieben wäre, aber dafür waren sie nicht in den Urlaub gefahren. Und aus dem Schatten hatte Minako noch einen guten Blick auf das Geschehen am Pool, was in ihrem Fall aber nur bedeutete, dass sie genau sehen konnte, was sie verpasste. Niemand beachtete das Mädchen, das abseits im Schatten lag. So war das nicht geplant gewesen. Sie war hier, um Spaß zu haben! Um Jungs kennenzulernen! Und um mit Reis Hilfe Ami zu verkuppeln. Das jedenfalls war der Plan gewesen. Nur hatte Rei das Ziel anscheinend schon längst vergessen, sie schäkerte jedenfalls fleißig mit einem Typen, dem das Label ‘Surferboy’ praktisch auf die Stirn getackert war. Für einen Flirt wäre er genau Minakos Typ gewesen. Mehr kam für sie ja ohnehin nicht in Frage.
Sie lehnte den Kopf zurück und schob sich den Strohhut ins Gesicht, den sie aus Jux gekauft hatte. Die knallrote Blume darauf hatte ihr gefallen, als Ersatz für die Schleife, die im Wasser nicht gerade angebracht war, taugte sie ganz gut. Jetzt war der Hut eher dazu geeignet, ihr Gesicht zu verstecken. Sie hatte einfach kein Pokerface. Ihre Gefühe trug sie offen nach außen. Im Positiven, wie im Negativen. Gerade drohte es eher ins Negative abzudriften. Sie war nicht hier, um zu grübeln! Sie wollte sich amüsieren, verflucht nochmal! Und jetzt war ihr das von einem blöden Sonnenbrand kaputtgemacht worden.
Murrend schob sie den Hut wieder zurück und nahm ihr Handy aus der Tasche, die sie unter die Liege geschoben hatte. Zusammen mit den Wertsachen ihrer Freundinnen, weil sie ja eh nicht hier wegkonnte. Solange sie sich nicht in ihr Zimmer zurückzog, was sie nach wie vor nicht vorhatte. Das wäre ja noch schöner!
Eher desinteressiert scrollte sie sich erstmal durch Instagramm, dann Facebook (Usagi hatte von Mamoru einen Anhänger geschenkt bekommen) und schließlich Twitter. Alles war irgendwie langweilig. Darum spielte sie irgendwann einfach Candy Crush, weil Rennspiele auf dem Handy einfach nur dämlich waren. Als ihre Leben aufgebraucht waren, legte sie das Handy zur Seite und sah sich wieder um. Ehrlich, dieser Tag gehörte aus dem Kalender gestrichen. Vielleicht sollte sie mit Usagi darüber reden, dass man Urlaubstage, die keinen Spaß gemacht hatten, einfach nachholen konnte. Eine Art Zufriedenheitsgarantie für die Ferien. Vielleicht konnte sie so etwas ja einführen, wenn sie irgendwann Königin war.
Irgendwann… in drei Jahren, wenn sie alle richtig informiert worden waren. Wie Usagi wohl damit umging, dass ihr Leben so vorherbestimmt war? Wenn es sie störte, ließ sie es sich nicht anmerken, im Gegenteil. Eine gemeinsame Zukunft mit ihrem Mamoru schien für sie das Größte zu sein. Dass sie eine enorme Verantwortung tragen würde, schien sie ganz ausgeblendet zu haben. Dass ihre Freundinnen alle Zukunftsträume aufgeben mussten, um ihr Schicksal zu erfüllen.
Im Grunde störte es Minako nicht. Sie war die Anführerin von Serenitys Leibgarde. Das war für sie vollkommen in Ordnung. Meistens. Aber im Gegensatz zu den anderen hatte sie keine wirklich umsetzbaren Zukunftsträume. Ami wäre aber eine hervorragende Ärztin. Und Makoto würde in einem Blumenladen oder einem eigenen Café eine gute Figur machen. Aber das war alles hinfällig, weil sie sich um Crystal Tokyo und dessen Königin kümmern mussten.
“Minako?” Ami klang zu besorgt. Verdammt, sie hatte vergessen, den Hut wieder in Position zu bringen.
“Was denkst du über die Zukunft?”, fragte sie darum, weil Leugnen ohnehin zwecklos wäre. Dabei musterte sie aber lieber den hellbraunen Sonnenschirm, der verhinderte, dass ihre Haut noch weiter verbrannte.
Ein leises Knarzen verriet, dass Ami sich hinsetzte, dann herrschte kurz Stille. “Ich denke, wir sollten uns nicht zu sehr den Kopf darüber zerbrechen. Aber… manchmal frage ich mich schon, ob ich wirklich das Medizinstudium beginnen sollte.” Ihre Stimme war leise, nachdenklich. Erst jetzt wurde Minako klar, dass sie noch nie wirklich darüber gesprochen hatten. Dann wurde wurde es wieder für einen Moment still. “Aber dann widerrum… wir wissen nicht viel darüber, was uns in der Zukunft erwartet. Also uns persönlich. Usagi und Mamoru ist ja klar. Aber widmen wir wirklich unser ganzes Leben der königlichen Familie? Wir leben nicht mehr im Silvermillenium, wo wir keine andere Wahl hatten und auch nichts anderes kannten. Vielleicht kann ich ja doch Ärztin werden.”
“Zur Not wirst du Usagis Leibärztin, wenn sie so tollpatschig bleibt, dann wirst du mehr als genug zu tun haben.”
Der Witz war so schlecht, dass selbst Minako es merkte, aber Ami lächelte. “Das stimmt. Und du findest sicher auch deinen Weg. Einen, mit dem du glücklich werden kannst. Außerdem… ich meine mich zu erinnern, dass du ziemlichen Spaß dabei hattest, die Palastwache umherzuscheuchen.”
Minako verdrehte die Augen. “Was kann ich dafür, wenn die keine Disziplin kannten? Die Königin war zu nachsichtig.” Aber wollte sie wieder die Rolle als Anführerin übernehmen? Sie wusste es nicht. Aber Ami hatte wohl Recht. Sie konnten es nur auf sich zukommen lassen. Und vielleicht… ließ sich ja auch die Garde des Prinzen mal wieder blicken.
“Komm, lass mich nochmal deinen Sonnenbrand sehen. Ich habe Aloe-Vera-Gel besorgt, das soll besonders gut helfen. Außerdem…” Ami verstummte und Minako sah sie an. Gerade rechzeitig um zu sehen, dass die Freundin etwas rot um die Nase wurde. Roter. “Kannst du mir dann helfen, meinen Rücken damit einzucremen?”

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