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[identity profile] lenija.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Fandom: Torchwood, Doctor Who
Challenge: #5 Rückweg/Heimweg/Umweg + ein Pairing, das ich noch nie geschrieben habe.
Charaktere: Toshiko Sato/Martha Jones
Wörter: 860
Rating, Warnungen: R, Andeutungen von Sex, angst und fluff (ja, all das.)
Anmerkung: Spoiler für Last of the Timelords und ein bißchen für The Last Man. Irgendwann werde ich mal was schreiben, das nicht nett ist. Ehrlich wahr. Irgendwann.



Martha nimmt denselben Weg wie Tosh nachhause, auch wenn sie, denkt Tosh, vielleicht gar nicht in der Nähe wohnt, und sie geht ganz ruhig neben Tosh her, entspanntes, freundschaftliches Schweigen, so daß Tosh, obwohl sie beunruhigt sein müßte, sich wohl fühlt in ihrer ungewohnten Gesellschaft.
Am Parkplatz läßt sie die Lichter ihres Wagens aufleuchten. "Na dann, Martha, wir sehen uns Montag."
"Möchtest du noch was mit mir trinken gehen?"
"Ich weiß nicht... bist du nicht müde?"
"Nein, nicht wirklich."
Tosh kann nicht widerstehen.

Marthas Lippen sind feucht über dem Colaglas, ihre Augen glänzen fast fiebrig. Je mehr sie von der Klinik redet, desto klarer wird es, daß sie über andere Dinge sprechen will, daß diese Geschichten weit hinter ihr liegen und nicht mehr von Bedeutung sind.
"Was ist danach passiert?" fragt Tosh. "Du hast den Doctor getroffen und bist mit ihm gereist, aber du sprichst gar nicht davon."
Martha schlägt die Augen nieder, ein Ausdruck, der nicht zu ihr zu passen scheint. "Es ist nicht sehr interessant, wenn man nicht dabei war."
"Also für mich hört sich Zeitreisen sehr interessant an", sagt Tosh freundlich und bremst alle Erinnerungen, die sie selber mit Zeitreisen verbindet.
"Das ist alles eine Weile her", sagt Martha, schlägt sich die Hand vor den Mund und nuschelt, "davon wollte ich nun gar nicht reden."
Tosh kann ihre Betroffenheit nicht gut verbergen. Durch Nettigkeit versucht sie, es auszugleichen. "Schon gut, ich wollte mich in nichts einmischen. Reden wir einfach über etwas anderes."
Martha schluckt. "So einfach ist das nicht."

In ihrem Kopf dreht sich alles im Kreis, sie denkt und denkt und versucht das Rätsel zu lösen. Ein Jahr, das verschwunden sein soll, natürlich kann es das geben, es ist nichts anderes als die Vergangenheit zu ändern, damit die Gegenwart sich anders entwickelt, lediglich ein weiteres Zeitparadox. Nur hört es sich viel größer an, viel weniger bewältigbar als all die Unglaublichkeiten bisher.
"Wo waren wir während dieser Zeit? Was habe ich getan?"
"Ich habe gehört... der Master sagte, er habe euch auf eine Reise in den Himalaya geschickt."
"Da waren wir auch. Als wir zurückkamen, war Jack noch immer verschwunden, und Wochen später-"
"Wochen später hat es das Jahr nicht mehr gegeben, ihr wußtet nichts mehr davon."
"Und du?"
"Ich bin um die Welt gereist. Sei froh, Tosh, daß du nichts mehr davon weißt, wie alles ausgesehen hat." In Marthas Zügen zeichnen sich nagende Erinnerungen ab, bis sie aufsieht, Toshs Blick bemerkt. Da reißt sie sich sichtlich zusammen und beschwört ein Lächeln in ihr Gesicht, das beinah ehrlich wirkt. "Schon gut, das ist alles nicht mehr. Als ob wir es nur geträumt hätten, der Doctor, Jack, meine Familie, der Master und ich. Und ich bin froh, daß niemand sonst es weiß. Daß einfach die Sonne scheint und die Welt so wie vorher ist, und allen geht es gut." Sie lacht. "Jedenfalls so gut wie möglich."

Tosh nimmt Martha mit nachhause.
Kein Analysieren von Dingen, die nicht stattgefunden haben (vorerst), keine Versuche, es sich schwerer zu machen, als es sein müßte. Stattdessen Marthas Lippen, die noch feucht sind, Toshs auch, und Marthas weiche dunkle Haut auf ihrer, und ihr Stöhnen heiß in Toshs Nacken, ihre Brüste in Toshs Hand.

Es kann nicht so unkompliziert sein, denkt Tosh, wie der Morgen sich anfühlt.
Sie küßt Marthas Augenlider, um sie zu wecken, und spielt mit den Fingern in ihrem flusigen Haar. Martha lächelt verschlafen, verträumt, tastet nach Toshs Busen und besteht darauf, den Kaffee später zu trinken.

In Toshs Kopf, zwischen Bildern von Marthas Hüften und ihrem Lachen, mischen sich neue alte schwierige Bedenken ein. Sie weiß schon, daß Martha kein Alien ist, sie wird auch nicht verschwinden, um in einer anderen Zeit zu sterben, doch sie ist Teil all dieses Wahnsinns, der vergessene Jahre kennt und in dem immer wieder diese Dinge passieren, die Tosh wegnehmen, was sie haben will, und nicht nur ihr.
Sie mustert Martha verstohlen über die Kaffetasse hinweg, wie sie auf der anderen Tischseite im Bademantel sitzt, der lose gebunden nur wenige Details ihres Körpers verhüllt, und die Tageszeitung studiert, den Kulturteil.
Versprich mir, daß du nicht zu einer Akte in Torchwoods Archiven wirst, will sie bitten.
Und daß ich meiner Wahrnehmung trauen kann und nicht mehr fürchten muß, daß sich im Bruchteil eines Augenblicks alles ändert und die Realität nicht mehr dieselbe ist.
"Ich glaube, ich habe mir den falschen Beruf ausgesucht", murmelt sie, denn das faßt es ganz gut zusammen.
Martha blinzelt, legt die Zeitung beiseite und gießt neuen Kaffee in ihre Tasse. Im Zurücklehnen lächelt sie Tosh breit an, es ist eins dieser Lächeln, die von Dichtern besungen werden. "Warum? Mußt du heute arbeiten gehen, obwohl Samstag ist?"
Tosh wird angesteckt und grinst. "Das auch."
"Und?"
"Und – viel zu viel für dieses schöne Frühstück", weicht Tosh aus, klammert sich an ihrem Lächeln fest, sonst, womöglich, beschwört sie genau das herauf, was sie fürchtet, womöglich ist überhaupt sie es, an der es hängt.
"Erzähl einfach", sagt Martha. "Ich kann viel verkraften."
Das festgehaltene Lächeln rutscht Tosh aus dem Gesicht. Mit fahrigen Fingern greift sie nach dem Handy und schreibt eine Nachricht an Jack. Martha wartet. Tosh zittert.
Dann fängt sie an.

Date: 2008-02-03 12:03 pm (UTC)
From: [identity profile] nebel-kraehe.livejournal.com
Sehr schöne fic <3
Auch wenn ich Torchwood kaum kenne, hat mir die Chemie zwischen Martha und Tosh sehr gut gefallen. Und ich mag, dass die story im Präsens geschrieben ist, was ja nicht allzu häufig vorkommt.
Irgendwann werde ich mal was schreiben, das nicht nett ist.
Also ich persönlich bin äußerst pro-fluff :)

Date: 2008-02-05 01:39 am (UTC)
From: [identity profile] tanrien.livejournal.com
Du musst mir das doch sagen, wnen du Martha/Tosh schreibst...! ;)

Sehr schöne Darstellung, einmal von Martha, mit ihren Narben aus der Zeit mit dme Doctor, und dann von Tosh und ihren Verlustängsten. Das ende ist ein wenig schwammig, trotzdem. Als Leser fragt man sich: "Mit was soll sie anfangen?" und erst über Umwege wird klar, dass es das frühstück war. Um den letzten Satz in seiner Doppel/Mehrfachdeutigkeit zu behalten, könntest du es vorher nochmal in Marthas Aufforderung reinschreiben, dass es ums essen geht. Genauso der Aspekt mit dem arbeiten: "Mußt du arbeiten gehen, obwohl heute Samstag ist?", sonst erklärt das auch nicht, warum Tosh Jack eine SMS schreibt. (Dass sie später kommt? Dass sie heute gar nicht kommt? Dass Martha bei ihr ist? - auch etwas zu offen.)

Also, du kannst das Pairing gerne öfters shcreiben und auch ruhig weiter (so) nette Sachen erschaffen - ich denke, da hat niemand ein Problem mit. :D

Date: 2008-02-05 10:13 am (UTC)
From: [identity profile] tanrien.livejournal.com
Viel besser, auf jeden Fall. :)

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