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Titel: Beweisführung
Team: Weiß (Titanic)
Challenge: Romantik/Intimität: Signifikante Größenunterschiede – Für mich
Fandom: Tatort Berlin
Rating: PG-13
Genre: Slash, Fluff,
Warnungen: None
Zusammenfassung: Till stellt eine Behauptung auf. Felix beweist ihm das Gegenteil.
Wörter: ~700
Anmerkungen: Ich hatte vor urzeiten mal eiben kleinen Minidialog zwischen Till und Felix zu einer Fanart von schokoobananaa geschrieben. Jetzt fielen mur Bild und Dialog wieder in die Hände und es reizte mich, etwas mehr daraus zu machen.


Beweisführung

Es ist schon spät geworden. Fast halb drei. Die Laternen sind längst erloschen, nur der Mond stahlt hell. Voll und Rund hängt er am Himmel, taucht alles in ein silbriges Licht. Siegelt dich in der stillen Oberfläche der Spree. Felix kann nicht mehr sagen, warum sie ausgerechnet diesen Weg gewählt haben. Es ist ein Umweg für sie beide. Oder warum sie überhaupt laufen und nicht einfach ein Taxi genommen haben.

Es könnte damit zutun haben, dass sie beide schon ein bisschen beduselt sind. Also, nicht betrunken, wirklich nicht, sie gehen beide noch sehr gut gerade aus, aber nüchtern sicher auch nicht mehr. Da ist dieses Kribbeln im Bauch und so ein leichtes Gefühl im Kopf. Es könnte natürlich auch daran liegen, dass Till so dicht neben ihm geht, dass sich ihre Arme immer wieder berühren. Also, eigentlich streift Tills Ellbogen nur immer wieder Felix’ Oberarm, Till ist halt dreiundzwanzig Zentimeter größer, aber das zählt trotzdem. Irgendwie jedenfalls. Till geht dann immer ein bisschen auf Abstand, aber es dauert kein drei Schritte, dann ist er wieder in seine ursprüngliche Position gedriftet.

Felix sagt nichts dazu. Er geht einfach neben Till her und genießt es, dass er sie einmal nicht beeilen muss, um mit seinem Partner Schritt zu halten. Till hat die Hände in den Hosentaschen vergraben, schlendert gemütlich den Spreeuferweg entlang und sinniert über Beziehungen, Familie, Gott und die Welt. Felix kapiert nicht mal mehr die Hälfte davon. Vielleicht haben die doch beide ein Gläschen Sekt zu viel gehabt. Till redet wirr und er denkt zu langsam. Es fällt ihm trotzdem noch auf, dass es merkwürdigt klingt, wenn ausgerechnet Dauersingle Till plötzlich von Beziehung und Familie redet.

„Sag mal, warum bist du eigentlich immer noch solo?“

Till hält mit seinem Monolog inne, schaut ihn merkwürdig von der Seite an. Oder vielleicht sind es auch nur die Schatten. Seine Antwort klingt in jedem Fall todernst.

„Na, ich hab’ eben gewisse Ansprüche.“

„Was denn für Ansprüche?“

Felix muss grinsen. Till und Ansprüche. Da muss er aber erst mal die Cowboystiefel ausziehen, bevor er irgendwelche Ansprüche stellen kann.

„An die Größe.“

„Welche Größe?“

Felix lacht. Till stellt Ansprüche an die Größe? Vielleicht sind sie doch mehr als nur ein bisschen beduselt. Drei Lachshäppchen sind doch keine gut Grundlage für vier Gläser Sekt. Oder waren es doch fünf? Tills Erklärung jedenfalls ist immer noch vollkommen ernsthaft.

„Mindestens eins fünfundsiebzig. Drunter kann man ja nicht ordentlich knutschen.“

„So, kann man nicht?“

Jetzt ist Felix sich vollkommen sicher, dass er betrunken ist. Warum sonst sollte er Till beim Unterarm packen und zu sich herumziehen, bis sie fast Brust an Brust stehen? Till folgt der Bewegung, schüttelt aber vehement den Kopf.

„Nee, kann man nicht.“

„Soll ich’s dir beweisen?“

Er stellt sich auf die Zehenspitzen, packt Till beim Kragen, zieht ihn zu sich herunter. Ihr Lippen treffen sich und Felix streicht mit der Zungenspitze über Tills Oberlippe. Till schließt die Augen, öffnet den Mund. Zwei Arme schlingen sich um seinen Oberkörper, pressen ihn gegen eine warme, breite Brust. Seine Zunge trifft Tills. Er schmeckt Sekt und einen Hauch von Lachs. Das Kribbeln in seinem Bauch wird stärker, breitet sich aus und die Leichtigkeit in seinem Kopf lässt ihn fast schweben.

Luftmangel unterbricht den Kuss schließlich und dann stehen sie einfach nur da, Brust an Brust, und atmen viel zu heftig. Till lehnt die Stirn gegen Felix’. Es ist ein wenig unbeholfen – er hat die Finger noch immer in Tills Kragen gekrallt und Till muss ein bisschen in die Knie gehen – aber irgendwie ist es auch perfekt.

„Und warum bist du jetzt wirklich noch solo?“

Till zuckt mit den Schultern, legt den Kopf ein wenig schief, schaut Felix direkt in die Augen.

„Bin ich das denn immer noch?“

Felix schluckt trocken. Im ersten Moment glaubt er seinen Ohren nicht zu trauen. Das Kribbeln in seinem Bauch wird schier übermächtig. Er will, er muss etwas sagte, doch seine Kehle ist völlig ausgedörrt. Nur ein heiseres Krächzen kommt heraus. Er improvisiert, legt Till die Hände an die Wangen, küsst ihn zum zweiten mal, sanfter und liebevoller dieses Mal. Das ist Antwort genug und jetzt ist Felix sich wirklich sicher, das er betrunken ist. Betrunken vor Glück.

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