[identity profile] tsutsumi.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
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Fandom: Hana(zakari no) Kimi(tachi e)
Challenge: #10 (das Regenbild) feat. eine Sterbeszene
Warnung: Könnte traurig werden. ._.
Personen: Nakatsu, Mizuki und Kayashima, dessen Vornamen ich vergessen habe >.<
Disclaimer: Nix meins, alles von Hisaya Nakajo.
Kommentar: Ich wünschte, Nakatsu würde mir gehören, der süße, geile Knödel. Danke hierbei an [livejournal.com profile] maddle, die mich wieder auf ihn gebracht hat.^^


Die Tropfen fallen dick wie Weintrauben und dicht wie ein Vorhang. Aus den Gullys dampft warme Luft hoch, es riecht nach feuchter Erde und nach der schweren Kühle, die dicht über dem Boden lastet. Wenn die Regentropfen auf den Boden aufkommen, zerspritzen sie in hundert kleine Tröpfchen und haben diese Form von kleinen Krönchen. Und sehen hübsch aus.

Nakatsu kommt aus dem Schulgarten herbeigeeilt und direkt auf Mizuki zu, die mit Sanos riesengroßem grünen Schirm vor Yujriôs Hütte steht und zu dem Hund hineinschaut. Sie hat ihm ein paar Leckerlis gegen die Langweile mitgebracht und krault sein klammes, helles Fell.

Shuichi Nakatsu hat einen winzigen Vogel in den Händen.
Seine Schuhe sind aufgeweicht, sie machen matschige Geräusche bei jedem hektischen Schritt. Der ganze Junge ist völlig verdreck und verschlammt. Er hat aufgerissene Knie.
Von der Ferne nähert sich Kayashima mit wissenden Augen.

„Wir müssen was tun!“, sagt Nakatsu mit leiser Stimme. Wenn er ganz verzweifelt ist, ist er am leisesten, weiß Mizuki.
Der kleine Vogel, um den ihr Klassenkamerad beiden Hände schützend gelegt hat, hat Blut am Schnabel kleben, er ist nass und dünn und schwach. Der kleine Bauch bläht sich nur noch ganz schwach, der Atem versiegt.

Mizuki hat das Gefühl, der Regen fällt woanders. Die dicken Tropfen klatschen in ihren Ohren weit entfernt auf den Asphalt, trommeln auf Yujirôs Hundehütte.
„Aber hier ist kein Tierarzt.“, sagt sie ratlos und schaut Nakatsu an, schaut sein verkrampftes Gesicht an. Seine Haare fließen, nass wie sie sind, über seine Augen. Er blinzelt, er hat keine Hand frei, sich die hellen Strähnen aus der Stirn zu schieben.

„Umeda!“, poltert er hektisch und schaut immer wieder zwischen Mizuki und seinem Mitbewohner, der nun neben ihm steht, hin und her.
„Doktor Umeda muss doch was tun können!“

Mizuki hat keine Ahnung, was mit dem Vogel ist. Flaumreste hängen an seinem winzigen Köpfchen, er muss also noch ganz jung sein. Vielleicht hat er sich verletzt, vielleicht ist er aus dem Nest gefallen oder eine Katze hat ihn gejagt. Seine Äuglein sind winzigklein und starr.
„Da kann keiner mehr etwas tun.“, sagt Kayashima leise.
„Schau doch.“

Hinter der donnernden Regenwand und Nakatsus beinahe geschlossenen Händen kann Mizuki nicht sehen was er sieht. Nämlich ein Leben, welches in diesem Augenblick aufhört zu sein. Der Moment, in dem ein Wesen zu bloßem Körper wird, übergeht in Materie wie Erde oder Steine, und steif und unwahr wird.
Sie kann es an Nakatsus Augen ablesen.

„Ruhe in Frieden.“, sagt Kayashima leise, fasst Shuichis zitternde Hände und schließt sie, sodass kein Regen mehr auf den toten Vogel fallen kann.
Dann beginnt er, unverständlich Sutren zu murmeln. Er sieht hoch in den Himmel, als könne er der entwichenen Seele hinterherblicken. Mizuki fragt sich, ob Seelen bei solch einem Wetter entkommen können.

Nakatsu steht eine Weile unbeweglich wie eine Statue da und starrt auf seine Hände.
„Ich werd ihn begraben.“, murmelt er gegen den Regen an.
„An der Turnhalle stand vorhin ein Spaten.“

Vielleicht ist ihm vom Regen so kalt, dass er stocksteif aussieht als er sich umdreht und weggeht. Einen kleinen Moment lang möchte Mizuki ihm folgen, doch sie weiß, dass sie es ihm womöglich noch schwerer machen wird. Er ist in manchen Dingen unheimlich sensibel.
Vielleicht wird er weinen. Vielleicht bleibt er stumm.

Der Regen fällt und fällt und sieht beim Berühren des Bodens aus wie tausend kleine Krönchen.

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