Romantik/Intimität - Joker
Jul. 13th, 2019 10:18 pmTeam: Schwarz (Eisberg)
Challenge: Romantik/Intimität - Joker: etwas teilen (aus der Sommerchallenge 2018) (fürs Team)
Fandom: Nocturne Whispers (Harepocalypse Now-AU, Masterpost)
Charaktere: Chikara, Chloe, ein OC
Recht direkte Fortsetzung hiervon
Es war schwer zu glauben, wie normal das Leben in der Zentrale der Wächter noch ablief. Wenn man davon absah, dass sie in den oberen Stockwerken von Wolkenkratzern lebten, die ganz sicher erst nachträglich in der zehnten Etage miteinander verbunden worden waren. Sie konnte sich aber auch irren, die architektonischen Ausuferungen von New York hatten sie nie besonders interessiert. Wichtig war, dass es hier verhältnismäßig sicher war und sie auch mal wieder die Sonne sah. Was in Dr. Turners Labor eher selten gewesen war. Zwar war sie manchmal rausgekommen, aber einfach auf einer Dachterasse stehen und sich die Sonne ins Gesicht scheinen lassen, war dort natürlich nicht möglich gewesen.
An diesem Tag war das Wetter zwar nicht besonders gut, aber die Luft war angenehm und hin und wieder schaute etwas blauer Himmel zwischen den Wolken hervor.
“Ich finds krass, wie frisch die Luft hier ist, seit es keine Blechlawinen mehr gibt.”Die Stimme kam nicht unerwartet, Kryszina war fast jeden Tag damit beschäftigt, hier oben Wäsche aufzuhängen. Luxus wie Trockner konnten sie sich hier nicht erlauben. Die Energie, die die Solarpanele hier lieferten, wurde anderweitig gebraucht. Zumal die Ausbeute sehr stark vom Wetter abhängig war und sie sich nur bei strahlendem Sonnenschein etwas Luxus gönnen konnten. Der dann eher darin bestand, die Waschmaschinen anzuwerfen, wie Kryszina schon vor vier Tagen, als Chikara hier angekommen war, erzählt hatte.
“Stimmt”, murmelte Chikara etwas verspätet, fügte dann aber noch hinzu: “Ich vermisse den Verkehr trotzdem.” Es sollte in New York nicht so still sein. Das passte einfach nicht zu dieser Stadt, die eigentlich niemals schlafen sollte. Okay, das tat sie jetzt immer noch nicht, aber alles war in den Untergrund verschwunden. Teils im wörtliche, teils im übertragenen Sinne.
“Ja, ich auch. Manchmal wache ich immer noch nachts auf, weil alles so still ist.” Kryszina klemmte eine Jeans an die Leine, die für Chikara ein kleines bisschen zu hoch war. Zwar kam sie noch dran, aber bequem war anders. Insgeheim war sie ja froh darüber, dass sie das für den Wäschedienst disqualifizierte. Mrs. Levinas war erstmal aber ohnehin mehr daran interessiert, sie darüber zu löchern, was Dr. Turner alles in seinem Labor trieb. Und an welche Werte sie sich noch erinnerte. Was gar nicht mal so einfach war, zwar war Chikaras Gedächtnis ziemlich gut, aber das bedeutete nicht, dass sie besonders viel hatte merken können. Zahlen lagen ihr nicht besonders, wenn sie sie nicht mit irgendetwas in Bezug setzen konnte.
“Hast du schon von der Sirene gehört?”, fragte Kryszina so unvermittelt in die Stille, die zwischen ihnen entstanden war, dass Chikara sie nur verblüfft ansah.
“Sirene?”
“Naja, man nennt sie so. Also nach diesen Frauen, die Männer in den Wahnsinn singen. Oder so. Keine Ahnung.”
“Aus der Odyssee”, murmelte Chikara. “Eine Mischung aus Frau und Vogel, die Seefahrer mit ihrem Gesang in den Tod locken.”
Kryszina winkte desinteressiert ab. “Was auch immer. Auf der Straße singt jedenfalls immer wieder jemand. Und es heißt, wer ihr folgt, stirbt. Passt also.”
Und es klang dermaßen unglaubwürdig, dass Chikara nur seufzte. “Anscheinend braucht es neue urbane Legenden, wo Vampire und Werwölfe plötzlich wahr sind.”
“Möglich.”Kryszina, die selbst zur pelztragenden Fraktion gehörte, grinste. “Kannst du mir die Sachen anreichen? Dann bin ich schneller fertig.”
Also doch Wäsche… “Warum hängst du eigentlich immer alles alleine auf?”
“Weil ich die einzige aus der Waschtruppe bin, die in die Sonne gehen kann. In einer Woche bin ich den Job wieder los, mal sehen was dann kommt.”
Chikara fragte sich, was sie hier an Beschäftigung erwartete. Ihre Kampfsportkenntnisse waren immerhin interessant für Mrs. Levinas gewesen. Als die Welt noch in Ordnung gewesen war, hatte sie in einem Museum gearbeitet, aber dafür hatte man in dieser neuen Welt natürlich keine Verwendung. Vielleicht würde sie ebenso in den alltäglichen Aufgaben rotieren müssen, wie die anderen, die zu sehr Fachidiot waren, um etwas anderes zu tun.
Sie waren gerade dabei, den zweiten Wäschekorb zu leeren, als jemand aufs Dach kam. “Hier steckst du. Komm, ich will eh raus, da können wir auch bei deiner Wohnung vorbeischauen und retten, was zu retten ist.”
Chloe war hier kaum wiederzuerkennen. So angespannt sie bei und nach dem Besuch bei Dr. Turner gewesen war, so gelöst wirkte sie jetzt. Es war klar, dass sie hier daheim war. Unter ihresgleichen und Leuten, die respektierten.
“Aber… ich will dir keine Umstände machen…” Ein Mensch war da draußen eher ein Klotz am Bein.
“Blödsinn. Ich muss ohnehin mit Rick sprechen. Und ein zweites Ohrenpaar das ihn noch nicht so gut kennt, kann da nie schaden. Zu deiner Wohnung ist es da nur ein kleiner Umweg.”
Da hatte Chikara zwar ihre Zweifel, aber die Aussicht, ihren Kleiderschrank plündern zu können war einfach zu gut. Vielleicht war auch ihr Matcha-Pulver noch genießbar… guter Tee war schwer zu bekommen heutzutage.
Challenge: Romantik/Intimität - Joker: etwas teilen (aus der Sommerchallenge 2018) (fürs Team)
Fandom: Nocturne Whispers (Harepocalypse Now-AU, Masterpost)
Charaktere: Chikara, Chloe, ein OC
Recht direkte Fortsetzung hiervon
Es war schwer zu glauben, wie normal das Leben in der Zentrale der Wächter noch ablief. Wenn man davon absah, dass sie in den oberen Stockwerken von Wolkenkratzern lebten, die ganz sicher erst nachträglich in der zehnten Etage miteinander verbunden worden waren. Sie konnte sich aber auch irren, die architektonischen Ausuferungen von New York hatten sie nie besonders interessiert. Wichtig war, dass es hier verhältnismäßig sicher war und sie auch mal wieder die Sonne sah. Was in Dr. Turners Labor eher selten gewesen war. Zwar war sie manchmal rausgekommen, aber einfach auf einer Dachterasse stehen und sich die Sonne ins Gesicht scheinen lassen, war dort natürlich nicht möglich gewesen.
An diesem Tag war das Wetter zwar nicht besonders gut, aber die Luft war angenehm und hin und wieder schaute etwas blauer Himmel zwischen den Wolken hervor.
“Ich finds krass, wie frisch die Luft hier ist, seit es keine Blechlawinen mehr gibt.”Die Stimme kam nicht unerwartet, Kryszina war fast jeden Tag damit beschäftigt, hier oben Wäsche aufzuhängen. Luxus wie Trockner konnten sie sich hier nicht erlauben. Die Energie, die die Solarpanele hier lieferten, wurde anderweitig gebraucht. Zumal die Ausbeute sehr stark vom Wetter abhängig war und sie sich nur bei strahlendem Sonnenschein etwas Luxus gönnen konnten. Der dann eher darin bestand, die Waschmaschinen anzuwerfen, wie Kryszina schon vor vier Tagen, als Chikara hier angekommen war, erzählt hatte.
“Stimmt”, murmelte Chikara etwas verspätet, fügte dann aber noch hinzu: “Ich vermisse den Verkehr trotzdem.” Es sollte in New York nicht so still sein. Das passte einfach nicht zu dieser Stadt, die eigentlich niemals schlafen sollte. Okay, das tat sie jetzt immer noch nicht, aber alles war in den Untergrund verschwunden. Teils im wörtliche, teils im übertragenen Sinne.
“Ja, ich auch. Manchmal wache ich immer noch nachts auf, weil alles so still ist.” Kryszina klemmte eine Jeans an die Leine, die für Chikara ein kleines bisschen zu hoch war. Zwar kam sie noch dran, aber bequem war anders. Insgeheim war sie ja froh darüber, dass sie das für den Wäschedienst disqualifizierte. Mrs. Levinas war erstmal aber ohnehin mehr daran interessiert, sie darüber zu löchern, was Dr. Turner alles in seinem Labor trieb. Und an welche Werte sie sich noch erinnerte. Was gar nicht mal so einfach war, zwar war Chikaras Gedächtnis ziemlich gut, aber das bedeutete nicht, dass sie besonders viel hatte merken können. Zahlen lagen ihr nicht besonders, wenn sie sie nicht mit irgendetwas in Bezug setzen konnte.
“Hast du schon von der Sirene gehört?”, fragte Kryszina so unvermittelt in die Stille, die zwischen ihnen entstanden war, dass Chikara sie nur verblüfft ansah.
“Sirene?”
“Naja, man nennt sie so. Also nach diesen Frauen, die Männer in den Wahnsinn singen. Oder so. Keine Ahnung.”
“Aus der Odyssee”, murmelte Chikara. “Eine Mischung aus Frau und Vogel, die Seefahrer mit ihrem Gesang in den Tod locken.”
Kryszina winkte desinteressiert ab. “Was auch immer. Auf der Straße singt jedenfalls immer wieder jemand. Und es heißt, wer ihr folgt, stirbt. Passt also.”
Und es klang dermaßen unglaubwürdig, dass Chikara nur seufzte. “Anscheinend braucht es neue urbane Legenden, wo Vampire und Werwölfe plötzlich wahr sind.”
“Möglich.”Kryszina, die selbst zur pelztragenden Fraktion gehörte, grinste. “Kannst du mir die Sachen anreichen? Dann bin ich schneller fertig.”
Also doch Wäsche… “Warum hängst du eigentlich immer alles alleine auf?”
“Weil ich die einzige aus der Waschtruppe bin, die in die Sonne gehen kann. In einer Woche bin ich den Job wieder los, mal sehen was dann kommt.”
Chikara fragte sich, was sie hier an Beschäftigung erwartete. Ihre Kampfsportkenntnisse waren immerhin interessant für Mrs. Levinas gewesen. Als die Welt noch in Ordnung gewesen war, hatte sie in einem Museum gearbeitet, aber dafür hatte man in dieser neuen Welt natürlich keine Verwendung. Vielleicht würde sie ebenso in den alltäglichen Aufgaben rotieren müssen, wie die anderen, die zu sehr Fachidiot waren, um etwas anderes zu tun.
Sie waren gerade dabei, den zweiten Wäschekorb zu leeren, als jemand aufs Dach kam. “Hier steckst du. Komm, ich will eh raus, da können wir auch bei deiner Wohnung vorbeischauen und retten, was zu retten ist.”
Chloe war hier kaum wiederzuerkennen. So angespannt sie bei und nach dem Besuch bei Dr. Turner gewesen war, so gelöst wirkte sie jetzt. Es war klar, dass sie hier daheim war. Unter ihresgleichen und Leuten, die respektierten.
“Aber… ich will dir keine Umstände machen…” Ein Mensch war da draußen eher ein Klotz am Bein.
“Blödsinn. Ich muss ohnehin mit Rick sprechen. Und ein zweites Ohrenpaar das ihn noch nicht so gut kennt, kann da nie schaden. Zu deiner Wohnung ist es da nur ein kleiner Umweg.”
Da hatte Chikara zwar ihre Zweifel, aber die Aussicht, ihren Kleiderschrank plündern zu können war einfach zu gut. Vielleicht war auch ihr Matcha-Pulver noch genießbar… guter Tee war schwer zu bekommen heutzutage.
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Date: 2019-07-23 11:44 am (UTC)