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[personal profile] luinaldawen posting in [community profile] 120_minuten
Team: Schwarz (Eisberg)
Challenge: Charakterschwächen - weinerlich/immer am Jammern
Fandom: Nocturne Whispers - Harepokalype Now-AU (Masterpost)
Charaktere: Chikara, Cory, Michael, Leo

Lose Fortsetzung hiervon

Chikara musterte das Kaninchen, das sich in seinem Terrarium in einer Ecke zusammengerollt hatte und schlief. Jetzt sah es ganz harmlos aus, das war vor einer halben Stunde aber noch ganz anders gewesen. Etwas nervös sah sie zu den verbogenen Gittern der ersten Käfige. Die hatten den Nagern nicht sehr lange standgehalten und Dr. Turner (der seinen Doktortitel hoffentlich nicht in Medizin hatte…) hatte nicht mit der Wimper gezuckt, als er die Ausbrecher einfach vergast hatte. Dass das letzte Kaninchen noch am Leben war, lag allein daran, dass er es gerade in seinem Labor gehabt hatte.
“Ehrlich, es ist nicht schade um die Biester… aber warum müssen sie so verdammt niedlich sein?”, murrte Cory, die gerade das Gehirn eines der toten Tiere untersuchte. Chikara hatte einmal den Fehler gemacht, hinzusehen und das sehr schnell bereut. Man sollte eigentlich meinen, wenn das Ende der Welt durch niedliche Nager angebrochen war, wurde man weniger zimperlich, aber bei Gehirn hörte es bei Chikara eindeutig auf. “Und wieso muss ich sie eigentlich auseinandernehmen?”, fuhr Cory fort, eindeutig keine Antwort erwartend. Dann diktierte sie Chikara… irgendetwas. Vermutlich würde sie es ihr in einer freien Minuten wohl auch erklären, aber so sehr interessierte es Chikara dann doch nicht. Es waren die Werte von irgendwelchen… Dingern. Und sie ging davon aus, dass Cory auch nur die Hälfte von dem Kram verstand. Der Vampir, der in diesem Hochsicherheitslabor das Sagen hatte, bestand aber darauf, dass sie jedes noch so kleine Detail notierten. Und zwar handschriftlich. Was Sinn ergab, wenn man bedachte, wie wackelig die Stromversorgung auch hier manchmal war. Computer konnten den Geist aufgeben. Papier nicht. Naja, solange es nicht zwischen Nagerzähne geriet.
“Wenn wir Glück haben, haben wir es bald überstanden.” Leo kam rein, ein wenig humpelnder als sonst. Die neue Prothese hatte deutlichen Verbesserungsbedarf, aber es gab hier niemanden, der sich mit so etwas auskannte. Also musste es irgendwie so gehen. “Chloe und ihre Gruppe haben wohl ein paar Kaninchen aus der 0-Zone gefangen. Jetzt müssen sie nur noch lebend zurückkommen.”
“Kling dabei bloß nicht zu optimistisch.” Cory diktierte Chikara noch ein paar Zahlen und wandte sich dann von der Hirnmasse des Kaninchens ab. “Aber wenn du schon hier bist, kannst du Dr. Frankenstein diese Zahlen geben.” Leiser fügte sie hinzu: “Je weniger ich mit dem zu tun habe, desto besser.”
“Es wird wirklich Zeit, dass du mal wieder rauskommst. Deine Laune wird jeden Tag schlechtert.”
“Ach, wundert dich das? Wir sitzen hier in diesem Gruselkabinett fest, während du dich immer wieder zum Rudel verpisst.”
Chikara sah unbehaglich zur Seite. Sie hatte hier gerade wirklich nichts verloren. Es war nicht das erste Mal, dass Cory und Leo diese Diskusson führten und auch wenn niemand es ihr gegenüber laut aussprach, hatte sie doch den Verdacht, dass sie ein Grund dafür war. Schließlich war das Rudel wegen ihrer unfreiwilligen Rolle in dem Drama um Touya nicht gerade ein Fan von ihr. Dass es Chikara lieber gewesen wäre, sich einfach rauszuhalten, wollte irgendwie nicht bei denen ankommen. Außerdem… hier waren sie wohl recht sicher. Sie hatte keine Ahnung, was Dr. Turner sonst so in seinem Labor festhielt (und war auch nicht interessiert, besten Dank), aber er wusste, wie man mit gefährlichen Lebewesen umging.
“Eure Kläfferei verschwendet meine Zeit”, meldete sich besagter Doktor, der unbemerkt reingekommen war. Was dafür sprach, wie fertig Cory und Leo waren, bisher hatte er sich nie an sie anschleichen können. Chikara wich instinktiv erst einen, dann zwei Schritte zurück. Dr. Turner war im Grunde die untot gewordene Definition von “gruselig”. Alle ihre Instinkte schrien, dass sie sich davonmachen sollte. Weg von diesem Raubtier, gegen das sie chancenlos wäre, sobald es beschloss, dass sie keinen Wert mehr hatte. Falls sie in seinen Augen jemals so etwas besessen hatte. Lucas war kuschelig im Vergleich zu ihm und das wollte einiges heißen.
Schon stand Cory vor ihr und knurrte leise. Als sie dann aber das Wort ergriff, klang ihre Stimme erstaunlich ruhig: “Dann kommen Sie zum Punkt.”
Dr. Turners Lächeln war dünn und nicht im Geringsten überzeugend. “Ich brauche die Ergebnisse und eine neue Analyse.” Er warf Cory einen Aktenkoffer zu, den diese auffing und dann einfach auf dem nächsten Tisch ablegte, bevor sie Chikara das Klemmbrett mit den Werten abnahm und einfach dazuwarf. “Da sind Ihre Daten. Und wir haben jetzt Feierabend. Nicht nur Blutsauger brauchen mal eine Mütze Schlaf.”
“Vergiss nicht, dass die Zeit drängt. Und Menschen sind im Schlaf so unachtsam…” Das sagte er so beiläufig, dass es Chikara eiskalt den Rücken hinunterlief.
“Wenn du sie auch nur falsch ansiehst, wars das mit unserer Zusammenarbeit.” Jetzt lag das Tier deutlich in Corys Stimme. Und es wollte angreifen. Chikara fragte sich einmal mehr, wie die Freundin es schaffte, die Wölfin hier an der Leine zu halten. Oder wie sie es überhaupt schaffte, sich hier im Griff zu behalten.
Aber vielleicht hatten sie jetzt ja eine Chance darauf, dass ihr Leben weder normal wurde? Irgendwie? So normal es jedenfalls ging, wenn inzwischen alle Welt wusste, was scih hier noch herumtrieb. Das war aber wohl eine Hoffnung, die sie besser wieder begrub, bevor sie sich wirklich manifestierte.

Date: 2019-07-23 10:08 am (UTC)
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From: [personal profile] servena
Gott, ich mag Werwölfe, und besonders weibliche. Aber dieser Vampir ist echt ganz schon creepy...und die Kaninchen tun mir auch Leid, aber nur ein klitzekleines bisschen.

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