[identity profile] thots-tochter.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Titel: Hau ab, Mensch
Team: Weiß (Titanic)
Challenge: Hurt/Comfort: Nachsitzen – Für mich
Fandom: SK Kölsch
Rating: PG-13
Genre: Gen, Frienship, h/c, Background slash
Warnungen: None
Zusammenfassung: Wenn Jupp einfach mal den Mund aufmachen würde...
Wörter: ~750
Anmerkungen: Ich betreibe gerade so ein bisschen Headcanon-Erforschung für meine Serie "Eine kölsche Liebesgeschichte" und die Interaktion von Jupp mit seinem neuen Partner Falk (der auch schwul ist) und später auch der neuen Chefin bezüglich seiber Beziehung mit Klaus nimmt dabei einen recht zentralen Platz ein. Ich habe keine Ahnung, ob man das außerhalb meines Headcanons versteht, aber ganz basal ist es established Jupp/Klaus, wobei Klaus inzwischen nicht mehr in Köln arbeitet und Jupp sich bei den Kollegen nur sehr ausgewählten Menschen gegenüber geoutet hat und die neue Chefin gehört nicht dazu.


Hau ab, Mensch

„Ich hasse sie!“

Die Bürotür flog krachend ins Schloss. Jupp stampfte fluchend zu seinem Schreibtisch und warf schwungvoll einen großen Stapel Akten darauf. Zu Schwungvoll. Der Stapel kam in Rutschen, segelte quer über den Schreibtisch und an der anderen Seite wieder herunter, riss dabei noch einen gute Teil des Chaos’ auf Jupps Schreibtisch mit sich. Akten, Berichte, Notizen, Stifte, Büroklammern und jede Menge Krimskrams verteilten sich auf dem Fußboden.

„So eine verfluchte Scheiße!“

Jupp trat mit voller Kraft vor den Schreibtisch. Es schepperte, der Tisch rutschte ein ganzes Stück zur Seite. Die Kaffeetasse, die sich nach der Aktenlawine noch so gerade eben auf der Tischkante gehalten hatte, kippe zu Seite und zerschellte auf dem Boden. Immerhin war sie leer gewesen. Trotzdem, Scherben zwischen dem ganzen übrigen Chaos machten es nicht besser. Jupp verpasste dem Schreibtisch gleich noch einen Tritt. Der Monitor wankte gefährlich, blieb aber stehen.

„Sag mal, spinnst du?“

Fassungslos starrte Falk seinen Partner an und dann das Chaos auf dem Fußboden. Was sollte das jetzt wieder. Jupp war schon die ganze Woche wirklich beschissen drauf. Er war noch reizbarer als sonst, maulte alles und jeden nur an, geriet permanent mit der Westphal aneinander und kam quasi jeden Morgen zu spät. Bisher hatte Falk das toleriert. Er kannte Jupp inzwischen gut genug, um zu wissen, dass ihn normalerweise irgendwas extrem beschäftigte, wenn er so drauf war, aber was genug war, war genug.

„Ach, lass mich doch in Ruhe, Mann!“, knurrte Jupp nur.

„Mach mich nicht so an. Ich kann nichts dafür, wenn du deine Berichte nicht schreibst.“

„Ja, ja. Leck mich doch am Arsch!“

Jupp ging vor seinem Schreibtisch in die Hocke und begann die Scherben einzusammeln. Falk beobachtete ihn eine ganze Weile. Das Chaos wurde kaum weniger. Er griff wahllos irgendwelche Sachen, schob sie von rechts nach links und wieder zurück, legte zwischendurch ein paar vereinzelte Teile oben auf die Schreibtischkante, stapelte Akten und Berichte in wirrer Reihenfolge auf drei verschiedene Stapel. Seine Bewegungen waren fahrig und ungenau und es war offensichtlich, dass er im Kopf überhaupt nicht bei der Sache war. Als er das dritte Mal eine Scherbe hoch auf der Schreibtisch legte, anstatt sie in den Mülleimer zu werfen, erhob Falk sich aus seinem Stuhl und hockte sich neben Jupp.

„Komm, ich helfe dir.“

Falk zog den Mülleimer heran und fing an, die Scherben hineinzuwerfen. Jupp nickte nur leicht. Eine Weile hockten sie so schweigend nebeneinander. Falk entsorgte die Scherben und sortierte die Akten und sonstigen Papiere auf zwei ordentliche Stapel, während Jupp Stifte, Büroklammern und sonstigen Krimskrams zusammenklaubte – und tatsächlich ungefähr die Hälfte davon entsorgte. Es dauerte nicht lange, bis die Spuren von Jupps Wutausbruch so gut wie beseitigt waren.

„Danke“, murmelte Jupp leise.

„Keine Ursache“, erwiderte Falk. „Was ist eigentlich los?“

„Die Westphal spinnt, das ist los“, grummelte Jupp. „Sie will die Berichte morgen früh auf ihrem Schreibtisch haben.“

Jupp deutet auf die Akten, die Falk gerade wieder ordentlich aufgestapelt hatte. Falk pfiff durch die Zähne. Die Chefin war sauer, soviel war mal klar. Selbst er hätte kaum eine Chance, das bis zu, Feierabend zu schaffen, und er konnte Zehnfingersystem. Für Jupp mit seinem Adlersuchsystem bedeutete das Überstunden, wenn nicht gar eine Nachtschicht.

„Naja komm, du kommst die ganze Woche zu spät, hast noch keinen einzigen Bericht geschrieben und bist nur gereizt. Da ist es kaum verwunderlich, dass die Chefin irgendwann mal sauer wird.“

„Du hättest auch andere Sachen im Kopf, als diese Scheißberichte, wenn dein Freund im Koma läge.“

„Was?!?“

Klaus lag im Koma? Kein Wunder, dass Jupp so reizbar und mit den Gedanken ständig woanders war. Warum hatte er denn nichts gesagt? Wenigstens ihm. Dann hätte er doch diese beschissenen Berichte längst erledigt.

„Dienstunfall. Lungendurchschuss. Es gab Komplikationen bei der OP.“

Jupps Stimme war heiser, belegt. Er knetete seine Finger und sein Blick war ganz glasig. Tränen sammelten sich in seinen Augen. Falk legte ihm die Hand auf die Schulter, drückte sie leicht. Jupp lehnte sich in die Geste, schloss die Augen. Ein paar Tränen rannen ihm die Wangen hinab. Mit dem Handrücken wischte er sie weg.

„Dann hau ab, Mensch. Ich kümmere mich um die Berichte. Und komm bloß nicht wieder bevor es Klaus besser geht.“

„Die Westphal…“

„Das kläre ich schon. Sieh zu, dass du ins Krankenhaus kommst.“

Jupp zögerte einen Moment, dann nickte er. Er drückte Falks Hand, erhob sich, schnappte seine Jacke und war schneller aus der Tür, als Falk ihm noch einen Abschiedsgruß zurufen konnte. Er schaute ihm einen Moment hinterher. Dieser verdammte Idiot. Warum hatte er nicht einfach mal den Mund aufgemacht?

Date: 2019-07-08 08:03 am (UTC)
From: [identity profile] rei17.livejournal.com
Oh Gott...
Also, Falk wirkt echt super nett (schön, dass es als Klaus Nachfolger wieder einen schwulen Kommissar gab! Find ich gut!) und ich verstehe auch nicht wieso Jupp nichts sagt... ist seine Chefin echt so schlimm? :(
Ich finde den Gedanken ganz schrecklich, dass Menschen, die nicht geoutet sind oder sich nicht outen können, sich immer gar nichts anmerken lassen dürfen, wenn mit ihren Partnern was nicht stimmt ... ugh. Ich könnte das nicht ...
Also yay für Falk & Jupp-Freundschaft und falls die mir unbekannte Westphal nicht ganz so grässlich ist, bitte Jupp, sag doch was!!

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