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Team: Schwarz (Eisberg)
Challenge: AUs - Callcenter (fürs Team)
Fandom: The Mortal Instruments
Charaktere: Alec Lightwood, Clary Fairchild, Jace Herondale, Tessa Gray





“Da steht FAQ. Meinen Sie das?”
“Nein. Schauen Sie ungefähr zwei Zentimeter höher. Da ist ein Eingabefeld und rechts davon eine Lupe.” Der Stift bohrte sich gefährlich tief in das Papier seines Notizbuches, wo durchgestrichene Namen, Stichworte und Kritzeleien sich eine Seite teilten. Neben ihm ließ Clary sich mit einem Gesicht das Bände sprach zurücksinken und die Lehne des Stuhls knackte ein wenig. Was verdächtig war, wenn man bedachte, wie winzig sie war. Aber die Möbel wurden hier erst ausgetauscht, wenn sie wirklich auseinanderfielen. Geizhälse.
“Da soll ich reinschreiben?”, fragte die Frau, deren Datensatz verriet, dass sie gerade einmal 23 war. Nur ein Jahr älter als Alec. Er bezeichnete sich auch nicht als Computerexperten und manchmal war er vielleicht etwas blind, aber die Kundin am anderen Ende der Leitung war schon grenzdämlich.
“Ja.” Hoffentlich hörte die Qualitätssicherung sich das Gespräch nicht hinterher an… er verstieß er gegen einige Standards, die von den Callcenter-Agenten erwartet wurden. Aber bei so jemandem musste man mal zu deutlicheren Worten greifen. Manchmal fragte er sich, ob das Studium diesen Job wirklich wert war.
“Und jetzt?”, tönte es durch das Headset und Alec sah zu Clary, die gerade mühsam beherrscht erklärte, dass sie nicht auf den Philippinen saß, sondern in New York und sehr wohl Englisch verstand. Mühsam beherrscht bedeutete in dem Fall, dass ihre Finger einen Zettel zerknüllten, auf dem hoffentlich keine Skizze gewesen war, ihrer Stimme aber nichts anzuhören war. Erstmal.
“Klicken Sie auf die Lupe.” Immerhin hatte er seinem Exemplar nicht nochmal diktieren musste, was sie eintippen sollte. Kurz herrschte Stille und dann ein begeistertes: “Oh! Da steht es ja!”
“Haben Sie das Formular vor sich?”, fragte Alec sicherheitshalber nochmal nach und bekam ein gut gelauntes: “Ja! Vielen Dank! Sie haben mir echt geholfen!”
“Gerne.” Er sah auf die Uhr. Seit sieben Minuten hatte er Feierabend. Trotzdem fragte er: “Haben Sie noch weitere Fragen?” Weil es so erwartet wurde und gerade seine Vorgesetzte Tessa hinter ihm vorbeiging.
“Nein. Danke für Ihre Geduld. Tschüss.”
“Ich wünsche Ihnen noch…” Klick. Alec sparte sich den Rest und setzte das Headset ab. Zum Glück war seine Bearbeitungszeit schnell genug, dass es ihm nicht weiter wehtat, wenn er einmal hoffnungslos überzog. Im Gegensatz zu Jace, der sich einfach zu gerne selbst reden hörte. Seine Bewertungen waren dafür spitzenmäßig, gerade die Frauen fraßen ihm aus der Hand.
Er hatte sich vor fünf Minuten abgemeldet und wartete wohl bei den Fächern, wo sie ihren Kram lagerten.
Alec machte noch schnell die obligatorische Gesprächsnotiz und fuhr seine Systeme dann ebenfalls herunter. Neben ihm warf Clary ihm einen beleidigten Blick zu, während sie nun deutlich weniger beherrscht erklärte: “Entweder mäßigen Sie Ihren Ton und reden vernünftig mit mir, oder ich beendete das Gespräch.” Tessa kam zurück und blieb neugierig stehen. Nur ein paar Sekunden später ballte Clary die Hand zur Faust. Eisig sagte sie: “Ich bin nicht Ihr ‘Schätzchen’. Auf dieser Ebene kommen wir hier nicht weiter. Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag.” Sie legte auf und fügte inbrünstig hinzu: “Arschloch.”
“Alles okay?”
“Ja. Der war einfach… ein Arschloch.” Clary atmete einmal durch und murrte: “Und das Theater wegen drei Dollar Mahngebühr.”
“Mach ne Notiz, falls der nochmal anruft, wissen die anderen Bescheid. Der kriegt keinen Cent.” Tessa lächelte ermutigend und ging weiter. Alec verabschiedete sich noch und ging zu den Schließfächern, Jace schon auf ihn wartete, und dabei irgendetwas auf seinem Handy spielte. “Wenn man Tinder glaubt, ist die Welt voller schöner Frauen, die nichts lieber wollen, als mit mir auszugehen.”
Alec sagte dazu lieber nichts. Jeder hier wusste, dass Jace auf Clary stand, die auch nicht abgeneigt wirkte. Warum die beiden es einfach nicht hinbekamen, war allen ei Rätsel. Zum Glück war Jace niemand, der eine Antwort erwartete, wenn er wieder Unsinn redete. Als Alec fertig war, steckte er sein Handy weg und meinte: “Gehen wir noch ins Pandemonium?”
“Wir haben morgen früh Uni”, erinnerte Alec ihn.
“Jup. Wir müssen ja nicht lange bleiben.”
Alec wies ihn nicht darauf hin, dass Jace vollkommen unfähig war, eine Party eher als unbedingt nötig zu verlassen. Und die Uni war für ihn kein ausreichender Grund. Was bedeutete, dass Alec auch zu lange blieb, weil man Jace dort besser nicht alleine ließ.
“Komm schon, nach dem Tag heute können wirs brauchen. Izzy kommt auch mit.”
Missmutig presste Alec die Lippen zusammen, bevor er nickte. Isabelle war ein unfaires Argument, aber sie würde er ganz sicher nicht alleine mit Jace gehen lassen. Zwar konnte sie gut auf sich selbst aufpassen, aber Jace war jemand, der Ärger nicht gerade mied. Leider.
“Okay.”

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