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[identity profile] nyx-chan.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Team: Schwarz
Challenge: Charakterschwächen – immer zu spät (für mich)
Fandom: The Hollow
Wörter: ~740

Japsend und mit glühendem Kopf blieb Kai vor dem Picknicktisch stehen. Er beugte sich melodramatisch vor, stützte sich auf seinen Knien auf und rang nach Atem. Nach einigen Atemzügen richtete er sich wieder auf und verkündete etwas zu laut: „Sorry!“

Adam und Mira wirkten weder beeindruckt, noch überrascht. Sie saßen einander gegenüber und hatten bereits ihr Lernmaterial ausgebreitet. Kai unterstellte ihnen, dass sie sogar schon längst lernten. Vielleicht war er so spät, dass er den High School-Abschluss sogar verpasst hat. Zuzutrauen wäre es ihm, aber das wäre jetzt pessimistisch. So schlimm war er nicht, versuchte er sich einzureden.

Noch bevor einer der beiden wirklich den Mund aufmachen konnte, um ihn zu begrüßen (Mira) oder ihn auszulachen (Mira) oder ihn auszumeckern (Adamadamadam), ging Kai sofort in die Defensive.
„Es war so“, begann er und holte tief Luft. „Ich bin viel zu spät ins Bett, weil da dieser Idiot im Forum war, der völlige Scheiße über DS9 schrieb, was ich so nicht stehen lassen konnte. Also habe ich verschlafen, weil mein Wecker nicht geklingelt hat und meine Mutter war schon einkaufen, also hat sie mich nicht geweckt, weil heute der Major nicht da ist, also lässt sie mich ausschlafen. Jedenfalls bin ich zu spät raus und habe in der Küche erst mal nichts zu essen gefunden, und ich hatte solchen Hunger! Also musste ich was aus dem Tiefkühlfach holen und das dauert immer länger, also dachte ich, schaff ich in der Zeit zu duschen, aber dann war mein Essen verbrannt und ich weiß nicht, wie ich das hinbekommen habe? Nicht mal ich sollte es hinkriegen, so schnell etwas in der Mikrowelle zu zerstören! Also habe ich es nochmal versucht und die Leiche versteckt und diesmal habe ich es mit dem Ofen versucht und blieb daneben sitzen. Da kam schon meine Mutter wieder und ich musste ihr helfen, auch wenn es schon spät wurde, aber das habe ich nicht gemerkt! Ich habe dann endlich meine Tasche gepackt, aber schon halb aus der Tür raus, fiel mir ein, dass ich etwas vergessen habe, und-“

„BINGO! WOOHOO!!“, rief Mira plötzlich, warf beide Arme in die Luft und jubelte mit einem kleinen Sitztanz. Adam spielte den schlechten Verlier, musste aber mitlachen. Alles, was Kai übrig blieb, war verdattert zu schweigen und zu beobachten.

Mira rutschte schließlich auf der Bank rüber und tätschelte den freigewordenen Platz neben sich, während sie Kai mit einem breiten Grinsen anstrahlte. „Nu mach schon und pflanz dich hin!“

Kai warf Adam einen fragenden Blick und bekam nur ein zustimmendes Nicken. Unsicher setzte sich Kai auf den angebotenen Platz und setzte seinen Rucksatz neben sich auf der Erde ab. „Ok, was geht hier ab?“

„Wir haben Ausreden-Bingo gespielt“, erklärte Mira prompt, als wäre es das Selbstverständlichste der Welt.

„Was?“

Adam hatte genug Anstand für einen Moment verschmitzt dreinzuschauen und zuckte mit den Achseln. „Du weißt doch selbst, dass du immer zu spät kommst. Und egal wie oft wir dir sagen, dass deine endlosen Entschuldigungen es nicht besser machen, hörst du nicht auf.“

Mira intervenierte sofort als sie merkte, dass Kais Gesicht erstaunlich stoisch wurde mit jedem Wort aus Adams Mund. „Es ist nur ein Spaß! Wenn wir schon warten, obwohl wir dir schon immer mindestens 15-Minuten-Zeitbonus berechnen, wollten wir was auch davon haben, dass wir die Entschuldigungen nicht los werden. Also haben wir vorhin uns Bingo-Karten mit den am meisten aufkommenden Entschuldigungen geschrieben.“

Mit einem erneuten Zucken und verschmitzen Lächeln winkte Adam in Miras Richtung, ein unausgesprochenes „Was sie sagte“ in seinem Blick.

Kai ließ das auf sich wirken und verzog immer mehr das Gesicht. „Alter...“, brachte er schließlich heraus und sah die beiden mit Enttäuschung und Verletztheit an. „Das ist richtig, richtig gemein von euch!“

„Ooh!“ Mit einem Ruck legte Mira einen Arm um seine Schulter, zog Kai an sich und drückte ihm einen Kuss auf die Wange. „Entschuldige, aber das war einfach so fällig!“

Kai ließ sich ziehen und grummelte demonstrativ sein Unmut über die Situation. Sein Murren wurde nur lauter als Adam aufstand und über den Tisch reichte, um ihm durch die Haare zu wuscheln.
„Nimm‘s sportlich! Wir warten dafür immer auf dich und werden es auch weiterhin tun.“

„Immer“, stimmte Mira der Versicherung zu.

Kais Brummen wurde ungewollt zu einem kaputten Schnurren. Als er spürte, dass er zu lächeln begann und seine Wangen warm wurden, befreite er sich aus der halben Umarmung und setzte sich wieder richtig hin.
„Was auch immer! Lernen wir, oder was?“

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