Familienplanung und Ansichtssache
Jan. 27th, 2008 05:06 pmFandom: NGE
Pairing: KenAsu
Challenge: #1 Falsche Versprechen
Worte: 188
„Oh Gott...ey..!“
Asuka wimmerte leise als sie sich morgens um halb sechs aus Kensukes Bett rollte und in der Küche nach Schmerzmitteln suchte. Er war aufgewacht von ihrer Unruhe, von den Träumen, zwischen denen sie wie eine dritte Wirklichkeit gelegen und sich den Bauch gehalten hatte.
Natürlich konnte er mit all dem Weiberkram nichts anfangen, der sie einmal im Monat ereilte. Es hatte beinahe Jahre gedauert, bis sie ihn überhaupt in der Zeit auf weniger als einen Meter an sich herangelassen hatte. Es mussten grässliche Tage sein.
Sie kam zurückgetappst, wickelt sich erneut neben ihm in die Decke ein und zuckte nur ein wenig als er seine warme Hand wie ein Heizkissen auf ihren Bauch legte.
„Versprich mir, mich möglichst bald zu schwängern.“, murmelte sie verdrießlich.
„Dann hätte ich wenigstens neun Monate Ruhe von dem ganzen Zeug.“
Er lachte lautlos ins Halbdunkel hinein.
„Damit du mich hinterher mit dem Kind sitzenlässt?“
„Ich versprech dir, ich komm ab und zu mal vorbei und geb´ ihm die Flasche.“
Er grinste ein wenig und spürte sie ruhiger werden.
Falsche Versprechen kamen nur dann gut, wenn sie sowieso nicht ernst gemeint waren.
Fandom: Original (Papierflugzeuge)
Charaktere: Sammy, Rufus, Vivian
Challenge: #2 und #3
Worte: 1225
Das Glück, so sinnierte Samuel des Öfteren, war Rufus nicht besonders hold. Im Gegenteil, es schien ihn irgendwie nicht riechen zu können, so oft wie es sich von ihm abwendete und mit den metaphorischen Füßen trat.
Das einzige Mal, wo es ihn wirklich beachtet hatte, war das gewesen, in dem er ihn, Samuel, kennengelernt hatte. Zumindest mochte er diese Ansicht ziemlich.
Er war gerade um die Ecke gekommen und versuchte, drei warme Dosen Kakao aus dem Automaten mit einer Hand zu balancieren, während er sich mit der anderen schwerfällig den Regenschirm über den Kopf hielt. Der Regen war zu einem Guss geworden, über ihm stoben Wolken wie Monsterschafe hinweg.
Vivian hockte auf der Straße neben Rufus und hielt ihn an der Schulter fest. Es sah zuerst so aus als sei er gestolpert und der Länge nach hingefallen.
Jedoch erzählte die rot angelaufene Stelle in seinem Gesicht eine andere Geschichte.
„Blöde Prolls!“, zeterte Vivian als sie sich später mit ihrer nassen Hose auf Samuels weißer, neuer Couch niederließ und unvorsichtig an dem warmen Kakao nippte.
„Scheiß Proleten!“
Sie verbrannte sich die Zunge und fluchte leise.
Es hatte sich herausgestellt, dass Rufus eine Gruppe besagter Leute versehentlich angerempelt, sich beim Versuch, sich zu entschuldigen nach deren Meinung zu dämlich angestellt und sich anschließend eine gefangen hatte.
„Das ist alles nur, weil ich dumm bin.“, murmelte er mürrisch in de Strohhalm, den Samuel ihm zum Kakao gegeben hatte. Vorsichtig versuchte dieser, den Dreck vom geschlagenen Gesicht seines Freundes zu tupfen.
„Das hat nichts damit zu tun.“, sagte er.
„Es geht um Selbstvertrauen. Die Hauptsache ist doch, wie du dich selbst siehst.“
Dreck hing in Rufus´ zerzausten Haaren. Samuel versuchte, sie glatt zu streichen, sie waren nass und kühl und rochen nach Januarwind.
„Genau!“
Vivian drehte sich mehr zu den beiden hin.
„Du glaubst doch nicht etwa, dass diese Prolltypen schlauer sind als du! Hah! Gegen dich sind das doch Amöben!“ Sie zog die Beine auf die Couch und verschränkte sie ineinander.
„Glauben, sie würden die Welt beherrschen nur weil sie mehr Muskeln als Hirn haben und Rihanna hören und sich zu Beyoncé einen runterholen...“
„Jetzt ist aber mal gut hier!“, schritt Samuel ein, der Beyoncé sehr mochte. Und Rihanna auch.
„Du kannst jetzt aufhören, alle Leute über einen Kamm zu scheren!“
Samuel und Vivian mochten sich nicht. Ihr einziger Verbindungspunkt war Rufus.
Vivian kritisierte Samuels Kleidung, Frisur, Lieblingsmusik und Weltanschauung. Da blieb nicht mehr viel übrig, worüber man sich sonst unterhalten konnte. Ihre Studienfach Philosophie hatte sie trotz allem bei der Meinung gehalten, dass es Menschen auf der Erde gab, die unwiederbringlich verloren dumm und intolerant waren, was auf einigen persönlichen Erfahrungen beruhte.
„Du bist doch ganz genauso!“, sagte sie mürrisch.
„Dir drei Kilo Gel täglich ins Haar schmieren, aber wenn du einen Emo siehst, lachst du ihn aus!“
Samuel rollte die Augen gen Decke.
„Herrgott nochmal, der hatte Kirschspängchen in den Haaren! Zähl mir mal die Leute auf, die ihn nicht ausgelacht hätten!“
„Genau das meine ich ja.“, sagte sie triumphierend und zeigte mit dem Finger auf ihn.
Im Geheimen fragte er sich, warum er sich eigentlich solch eine Person gefallen lassen sollte, die seine Couch, seinen Ruf beschmutzte und es nicht schaffte, über ihren Tellerrand zu schauen.
„Du duldest andere Lebensweisen außer der deinen nicht! Du solltest mal die Perspektive wechseln! Wenn du ich wärst...“
„Wenn ich du wäre, würde ich ganz schnell wieder ich werden wollen!“, grollte Samuel und riss ihr die Dose aus der Hand.
„Du redest von Toleranz und bist doch selber meilenweit entfernt davon!“
„Weil ich weiß, dass Leute wie du doch alle gleich sind!“
Mit jedem Satz hatten Samuel und Vivian ihre Lautstärke erhöht, einander übertönt und nun waren sie auf dem Level, auf dem sie seine Nachbarin von obendrüber sicher wunderbar verstehen konnte.
„Du willst Rufus erzählen, dass es wichtig sein soll wie er sich sieht!“
Jetzt stand sie auf und strich sich die noch klamme Hose glatt. Neben ihr saß Rufus, zog schweigend Kakao durch seinen quietschgrünen Strohhalm und schaute hoch.
Vivian war ein hübsches Mädchen, klug und verantwortungsbewusst. Und dennoch reizte sich Samuel bis aufs Blut, immer und immer wieder.
Sie plusterte sich auf, wenn es darum ging, ihn niederzumachen.
„Wenn du ihn nicht näher kennen würdest, würdest du ihn auch auslachen und beschimpfen.“
Nun wurde ihre Stimme wieder leise. Man konnte sie alte Uhr neben dem Fernseher ticken hören, Omas alte Uhr, die man selbst wenn man taub war, wahrscheinlich noch hörte, ähnlich wie die Kuckucksuhr bei Rufus zu Hause, die einen selbst nachts stündlich in den Wahnsinn trieb.
„Hör auf, so ´nen Scheiß zu reden!“, knurrte Samuel Vivian an.
„Na klar doch.“
Sie verschränkte die Arme.
„Der wäre doch auch nur ein Opfer. Und das weißt du ganz genau. Selbst wenn du es nicht sagen würdest, in deinem Kopf würdest du ihn auslachen, und zwar ganz gehörig. Guck ihn dir doch mal an!“
Rufus´ Socken hatten Löcher und Streifen. Ganz bunt waren sie. Er trug eine Cordhose mit einem Gürtel, der womöglich aus den Siebzigerjahren stammte und ein Incubus-Shirt, das er aus reiner Rebellion gegenüber seiner Mutter gekauft hatte. Er hatte ein halbes blaues Auge und Haare voller Matsch.
Natürlich war er ein Opfer.
Vivian war verschwunden als Samuel wie gelähmt dastand und auf seinen sitzenden Freund herabsah. Er hörte gerade noch die Wohnungstür ins Schloss fallen. All die Zetereien, die sie wegen Rufus gemacht hatte- jetzt konnte er sie verstehen.
Er konnte sogar ihre letzten Sätze nachvollziehen.
Es ging eben nicht nur darum, wie man sich selbst sah. Es ging auch darum, wie man andere sah.
Und wenn man sich selbst zu sehr sah, sah man dann noch andere?
Er spürte wie sich sein Gesicht zu einem Ausdruck des Gequältseins verzog. Die blöde Kuh hatte Recht. Er hatte alles getan, um Rufus irgendwie dämlich darzustellen.
„Nimm das Scheiß-Ding weg!“, flüsterte er wütend und entriss ihm den Strohhalm, den bescheuerten grünen Strohhalm.
„He...“ Rufus sah ihn enttäuscht an.
„Ich mochte den.“
Jetzt tickte die Uhr unheimlich laut. Ihre Zeiger schienen sich in die Zeit zu bohren, in Samuels Zeit.
Er brauchte dringend eine Zigarette.
„Warum müsst ihr auch dauernd streiten.“
Gerade als Samuel an das Fenster treten wollte um es aufzureißen, um sich eine Kippe anzuzünden, um Vivian unten über die Straße laufen zu sehen und ihr unredliche Dinge hinterherzubrüllen, da fasste Rufus ihn am Ärmel und zog ihn zu sich auf die Couch herunter.
„Dauernd schreit ihr euch nur an. Ich versteh das nicht. Kann es nicht sein, dass ihr beide vielleicht Recht habt oder keiner von euch?“
Rufus lächelte ein wenig.
Er war derjenige, den man vorhin verdroschen hatte und nun saß er hier und tröstete Samuel so nett, dass dieser sich wie das letzte Arschloch auf Erden vorkam.
Wahrscheinlich hatte Rufus das ganze mit der Toleranz nicht so begeistert mitverfolgt, aber wahrscheinlich war ihm das auch egal.
Samuel nahm sich vor, an sich zu arbeiten. Nicht nur Rufus´ wegen.
Er nahm sich vor, heute Abend ganz lieb zu ihm zu sein und heute Nacht noch viel liebevoller.
„Aber eines sollst du wissen, ja?“
Er nahm Rufus in den Arm und streichelte sanft durch seine Haare.
„Ich hab dich nie ausgelacht. Selbst nicht in Gedanken.“
Der Junge hatte sich an ihn gelehnt und gekuschelt und schaute ihn verträumt und entspannt an.
Draußen dämmerte es still.
„Ich dich auch nicht. Ganz ehrlich.“
Und er lächelte.
Pairing: KenAsu
Challenge: #1 Falsche Versprechen
Worte: 188
„Oh Gott...ey..!“
Asuka wimmerte leise als sie sich morgens um halb sechs aus Kensukes Bett rollte und in der Küche nach Schmerzmitteln suchte. Er war aufgewacht von ihrer Unruhe, von den Träumen, zwischen denen sie wie eine dritte Wirklichkeit gelegen und sich den Bauch gehalten hatte.
Natürlich konnte er mit all dem Weiberkram nichts anfangen, der sie einmal im Monat ereilte. Es hatte beinahe Jahre gedauert, bis sie ihn überhaupt in der Zeit auf weniger als einen Meter an sich herangelassen hatte. Es mussten grässliche Tage sein.
Sie kam zurückgetappst, wickelt sich erneut neben ihm in die Decke ein und zuckte nur ein wenig als er seine warme Hand wie ein Heizkissen auf ihren Bauch legte.
„Versprich mir, mich möglichst bald zu schwängern.“, murmelte sie verdrießlich.
„Dann hätte ich wenigstens neun Monate Ruhe von dem ganzen Zeug.“
Er lachte lautlos ins Halbdunkel hinein.
„Damit du mich hinterher mit dem Kind sitzenlässt?“
„Ich versprech dir, ich komm ab und zu mal vorbei und geb´ ihm die Flasche.“
Er grinste ein wenig und spürte sie ruhiger werden.
Falsche Versprechen kamen nur dann gut, wenn sie sowieso nicht ernst gemeint waren.
Fandom: Original (Papierflugzeuge)
Charaktere: Sammy, Rufus, Vivian
Challenge: #2 und #3
Worte: 1225
Das Glück, so sinnierte Samuel des Öfteren, war Rufus nicht besonders hold. Im Gegenteil, es schien ihn irgendwie nicht riechen zu können, so oft wie es sich von ihm abwendete und mit den metaphorischen Füßen trat.
Das einzige Mal, wo es ihn wirklich beachtet hatte, war das gewesen, in dem er ihn, Samuel, kennengelernt hatte. Zumindest mochte er diese Ansicht ziemlich.
Er war gerade um die Ecke gekommen und versuchte, drei warme Dosen Kakao aus dem Automaten mit einer Hand zu balancieren, während er sich mit der anderen schwerfällig den Regenschirm über den Kopf hielt. Der Regen war zu einem Guss geworden, über ihm stoben Wolken wie Monsterschafe hinweg.
Vivian hockte auf der Straße neben Rufus und hielt ihn an der Schulter fest. Es sah zuerst so aus als sei er gestolpert und der Länge nach hingefallen.
Jedoch erzählte die rot angelaufene Stelle in seinem Gesicht eine andere Geschichte.
„Blöde Prolls!“, zeterte Vivian als sie sich später mit ihrer nassen Hose auf Samuels weißer, neuer Couch niederließ und unvorsichtig an dem warmen Kakao nippte.
„Scheiß Proleten!“
Sie verbrannte sich die Zunge und fluchte leise.
Es hatte sich herausgestellt, dass Rufus eine Gruppe besagter Leute versehentlich angerempelt, sich beim Versuch, sich zu entschuldigen nach deren Meinung zu dämlich angestellt und sich anschließend eine gefangen hatte.
„Das ist alles nur, weil ich dumm bin.“, murmelte er mürrisch in de Strohhalm, den Samuel ihm zum Kakao gegeben hatte. Vorsichtig versuchte dieser, den Dreck vom geschlagenen Gesicht seines Freundes zu tupfen.
„Das hat nichts damit zu tun.“, sagte er.
„Es geht um Selbstvertrauen. Die Hauptsache ist doch, wie du dich selbst siehst.“
Dreck hing in Rufus´ zerzausten Haaren. Samuel versuchte, sie glatt zu streichen, sie waren nass und kühl und rochen nach Januarwind.
„Genau!“
Vivian drehte sich mehr zu den beiden hin.
„Du glaubst doch nicht etwa, dass diese Prolltypen schlauer sind als du! Hah! Gegen dich sind das doch Amöben!“ Sie zog die Beine auf die Couch und verschränkte sie ineinander.
„Glauben, sie würden die Welt beherrschen nur weil sie mehr Muskeln als Hirn haben und Rihanna hören und sich zu Beyoncé einen runterholen...“
„Jetzt ist aber mal gut hier!“, schritt Samuel ein, der Beyoncé sehr mochte. Und Rihanna auch.
„Du kannst jetzt aufhören, alle Leute über einen Kamm zu scheren!“
Samuel und Vivian mochten sich nicht. Ihr einziger Verbindungspunkt war Rufus.
Vivian kritisierte Samuels Kleidung, Frisur, Lieblingsmusik und Weltanschauung. Da blieb nicht mehr viel übrig, worüber man sich sonst unterhalten konnte. Ihre Studienfach Philosophie hatte sie trotz allem bei der Meinung gehalten, dass es Menschen auf der Erde gab, die unwiederbringlich verloren dumm und intolerant waren, was auf einigen persönlichen Erfahrungen beruhte.
„Du bist doch ganz genauso!“, sagte sie mürrisch.
„Dir drei Kilo Gel täglich ins Haar schmieren, aber wenn du einen Emo siehst, lachst du ihn aus!“
Samuel rollte die Augen gen Decke.
„Herrgott nochmal, der hatte Kirschspängchen in den Haaren! Zähl mir mal die Leute auf, die ihn nicht ausgelacht hätten!“
„Genau das meine ich ja.“, sagte sie triumphierend und zeigte mit dem Finger auf ihn.
Im Geheimen fragte er sich, warum er sich eigentlich solch eine Person gefallen lassen sollte, die seine Couch, seinen Ruf beschmutzte und es nicht schaffte, über ihren Tellerrand zu schauen.
„Du duldest andere Lebensweisen außer der deinen nicht! Du solltest mal die Perspektive wechseln! Wenn du ich wärst...“
„Wenn ich du wäre, würde ich ganz schnell wieder ich werden wollen!“, grollte Samuel und riss ihr die Dose aus der Hand.
„Du redest von Toleranz und bist doch selber meilenweit entfernt davon!“
„Weil ich weiß, dass Leute wie du doch alle gleich sind!“
Mit jedem Satz hatten Samuel und Vivian ihre Lautstärke erhöht, einander übertönt und nun waren sie auf dem Level, auf dem sie seine Nachbarin von obendrüber sicher wunderbar verstehen konnte.
„Du willst Rufus erzählen, dass es wichtig sein soll wie er sich sieht!“
Jetzt stand sie auf und strich sich die noch klamme Hose glatt. Neben ihr saß Rufus, zog schweigend Kakao durch seinen quietschgrünen Strohhalm und schaute hoch.
Vivian war ein hübsches Mädchen, klug und verantwortungsbewusst. Und dennoch reizte sich Samuel bis aufs Blut, immer und immer wieder.
Sie plusterte sich auf, wenn es darum ging, ihn niederzumachen.
„Wenn du ihn nicht näher kennen würdest, würdest du ihn auch auslachen und beschimpfen.“
Nun wurde ihre Stimme wieder leise. Man konnte sie alte Uhr neben dem Fernseher ticken hören, Omas alte Uhr, die man selbst wenn man taub war, wahrscheinlich noch hörte, ähnlich wie die Kuckucksuhr bei Rufus zu Hause, die einen selbst nachts stündlich in den Wahnsinn trieb.
„Hör auf, so ´nen Scheiß zu reden!“, knurrte Samuel Vivian an.
„Na klar doch.“
Sie verschränkte die Arme.
„Der wäre doch auch nur ein Opfer. Und das weißt du ganz genau. Selbst wenn du es nicht sagen würdest, in deinem Kopf würdest du ihn auslachen, und zwar ganz gehörig. Guck ihn dir doch mal an!“
Rufus´ Socken hatten Löcher und Streifen. Ganz bunt waren sie. Er trug eine Cordhose mit einem Gürtel, der womöglich aus den Siebzigerjahren stammte und ein Incubus-Shirt, das er aus reiner Rebellion gegenüber seiner Mutter gekauft hatte. Er hatte ein halbes blaues Auge und Haare voller Matsch.
Natürlich war er ein Opfer.
Vivian war verschwunden als Samuel wie gelähmt dastand und auf seinen sitzenden Freund herabsah. Er hörte gerade noch die Wohnungstür ins Schloss fallen. All die Zetereien, die sie wegen Rufus gemacht hatte- jetzt konnte er sie verstehen.
Er konnte sogar ihre letzten Sätze nachvollziehen.
Es ging eben nicht nur darum, wie man sich selbst sah. Es ging auch darum, wie man andere sah.
Und wenn man sich selbst zu sehr sah, sah man dann noch andere?
Er spürte wie sich sein Gesicht zu einem Ausdruck des Gequältseins verzog. Die blöde Kuh hatte Recht. Er hatte alles getan, um Rufus irgendwie dämlich darzustellen.
„Nimm das Scheiß-Ding weg!“, flüsterte er wütend und entriss ihm den Strohhalm, den bescheuerten grünen Strohhalm.
„He...“ Rufus sah ihn enttäuscht an.
„Ich mochte den.“
Jetzt tickte die Uhr unheimlich laut. Ihre Zeiger schienen sich in die Zeit zu bohren, in Samuels Zeit.
Er brauchte dringend eine Zigarette.
„Warum müsst ihr auch dauernd streiten.“
Gerade als Samuel an das Fenster treten wollte um es aufzureißen, um sich eine Kippe anzuzünden, um Vivian unten über die Straße laufen zu sehen und ihr unredliche Dinge hinterherzubrüllen, da fasste Rufus ihn am Ärmel und zog ihn zu sich auf die Couch herunter.
„Dauernd schreit ihr euch nur an. Ich versteh das nicht. Kann es nicht sein, dass ihr beide vielleicht Recht habt oder keiner von euch?“
Rufus lächelte ein wenig.
Er war derjenige, den man vorhin verdroschen hatte und nun saß er hier und tröstete Samuel so nett, dass dieser sich wie das letzte Arschloch auf Erden vorkam.
Wahrscheinlich hatte Rufus das ganze mit der Toleranz nicht so begeistert mitverfolgt, aber wahrscheinlich war ihm das auch egal.
Samuel nahm sich vor, an sich zu arbeiten. Nicht nur Rufus´ wegen.
Er nahm sich vor, heute Abend ganz lieb zu ihm zu sein und heute Nacht noch viel liebevoller.
„Aber eines sollst du wissen, ja?“
Er nahm Rufus in den Arm und streichelte sanft durch seine Haare.
„Ich hab dich nie ausgelacht. Selbst nicht in Gedanken.“
Der Junge hatte sich an ihn gelehnt und gekuschelt und schaute ihn verträumt und entspannt an.
Draußen dämmerte es still.
„Ich dich auch nicht. Ganz ehrlich.“
Und er lächelte.
no subject
Date: 2008-01-27 09:25 pm (UTC)Es ist einer ihrer PENG-*lol*-Momente, wo sie einfach scheiße labern und dabei ernst klingen und sich Minuten danach auslachen, oder so als ob, oder gar nicht, weil sie einfach vor sich her starren udn vielleicht lächeln oder weiterleben, als wäre nichts gewesen, weil sie wissen, dass es nichts war, ein GAG am Leben selbst. Ein Arschtritt der ganzen bekloppten Ideen, die man hat und die man endlich aussprechen kann, weil es egal ist.
Oh Gott, aber allein für den Satz - waaah~ Ich- Oh Gott, es ist so toll. Ich saß nur OAO!!! da, oder eher *Q*!!!! Aww~ More!
=> WIN! XD
@Papierflugzeuge
*______________________________*
Ich liebe die Issues von Vivian und Sammy, weil ich sie beide verstehe und ich würde mich wie die beiden jeweils verhalten und ich liebe Sammy als opuscheligen Proll, der sich zu Beyoncé wahrshceinlich einen runterholen kann und bei Rihanne vielleicht kurz überlegt, ob das schon unter olita-Komplex fällt, es aber dann doch tun würde. XD Und nach beidem ein schelchtes Gewissen wegen Rufus hätte und es dann mti Rufus nachholen würde XDDD~~~
und die Couch, ich wette, Vivian hat es mit absicht gemacht, auch noch sich richtig darin auszupatschen XD~
Und Ruifus ist so toll, er ist so- Buddha *_*~
Ich liebe es einfach und begeistert +schwärm*
no subject
Date: 2008-01-28 05:05 am (UTC)Er schafft's irgendwie immer, das richtig zu sagen um eine Situation wieder normal und voller Liebe werden zu lassen, oder?
no subject
Date: 2008-01-28 04:25 pm (UTC)Und alle drei zusammen? So, in der Geschichte? ...Perfekt.^^