[identity profile] tsutsumi.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Fandom: Spiderman 3
Pairing: Evil!Peter Parker x Gedächtnisverlust!Harry Osborn
Challenge: #3 "Ich war nicht enttäuscht..."usw.
Kommentar: Spielt zu der Zeit, in der Peter durch dieses Venom-Vieh so komplett ooc wird. Es ist seltsam und komisch, aber es passt zu meinem Tag, denn der war so komisch wie kaum einer zuvor. Verzeihung XD

Harry hatte gerade die große Tür geschlossen, sich umgewandt und sich erneut seinem Wein zuwenden wollen als es plötzlich wieder läutete.
Gerade war Mary Jane gegangen.
Sie hatte aufgelöst gewirkt, erschöpft und gehetzt, kaum etwas gesagt und noch viel undeutlichere Gesten verwendet.
Er hatte nicht gewusst, was mit ihr los war. Nachdem sie neulich bei der Spiderman-Kundgebung einfach weggelaufen war, hatte er mit dem Fotoapparat ratlos daneben gestanden und nicht gewusst, was er tun sollte. Spiderman hatte sich von dieser hübschen Langbeinigen küssen lassen und er hatte da gestanden wie bestellt und nicht abgeholt.

Mary Jane hatte sich verändert in den letzten Tagen. Sie hatte nicht darüber gesprochen, nur gedruckst und halbe, ungehörte Worte mit ihrer Zunge und ihren Gedanken zerschnitten, sich in den wunderbaren Haaren herumgefummelt und sein Angebot, über Nacht zu bleiben, mit einem traurigen Lächeln abgelehnt.
Dabei hatte er keine verwerflichen Hintergedanken gehabt- nicht im Geringsten.
Er mochte Mary Jane. Er mochte sie sehr und dieses riesige, verwinkelte Haus machte ihn abends einsam und empfindlich.

Der Wein stand auf der teuren Anrichte der ebenso teuren Küche. Harry drehte sich um und sah auf der Übertragung der Kamera über dem Hauseingang Peter stehen.
Sein Freund musste Mary Jane gerade so verpasst haben.

Der Mensch jedenfalls, der kurz darauf vor Harry auf der Bildfläche erschien, war nicht mehr so ganz Peter.

Er sah so aus- theoretisch. Er hatte dieselben blauen Augen, das gleiche Gesicht... und das war es aber auch schon.
Peter hatte scheinbar in den vergangenen Tagen eine Komplettumwandlung hinter sich.
Er steckte in einem schwarzen Designeranzug mit einem weißen Designerhemd darunter, unter dem wiederum seine halbe nackte Brust zu sehen war und im künstlichen Licht der Glühbirnen und Kerzen blass und schattig aussah. Seine Haare waren so...anders. Harry suchte im Gedanken nach passenden Worten dafür... dekadent? Dandylike? Macho?

Jedenfalls hielt Peter eine hübsche, große Weinflasche in der Hand und wedelte ein wenig damit herum.
„Harry, alter Kumpel!“
Er lallte und schwankte nicht- er schien jedenfalls nicht betrunken zu sein.
„Ich wurde- warum auch immer- von allen Ladies und Schlampen abserviert, heute, kannst du dir das vorstellen?!“
Nein, er lief geradeaus- schnurgeraus auf Harry zu und wirkte so unheimlich in dieser Art, dass dieser perplex zurückwich. Peter Parker konnte nicht so laufen. Peter Parker wusste nicht einmal, dass auf dieser Welt Desgineranzüge existierten!

„Und da dachte ich, ich besuch doch mal den guten alten Harry...“
Petes Stimme wurde leiser und viel weicher. Inzwischen war er so nahe, dass er seinen leichten, kitzelnden Weinatem gegen die Wange seines besten Freundes hauchen konnte.
Mit erstaunlich viel Gefühl und einem seltsamen Balzgebahren, welches Harry bis dato nicht einmal erahnt hatte.

„...der so ganz alleine ist.“

In Windeseile versuchte Harry nachzudenken, was verdammt nochmal los war. Peter hatte getrunken, aber er war nicht betrunken genug für dieses Theater hier. Er wirkte klar und zielstrebig, er sprach in zusammenhängenden Sätzen und wusste offensichtlich, wer und wo er war. Er musste verrückt geworden sein.

Harry wollte verlegen noch ein wenig weiter zurückrutschen, als plötzlich seine teure Anrichte in seinen Rücken piekste. Er wandte den Kopf verwirrt um, starrte sein Weinglas an, da stellte Peter seine Flasche schon direkt daneben ab und fasste ihn an den Oberarmen.

„Ahm...das ist nett von dir, Pete“, sagte Harry und versuchte, sich sanft aus dem Griff zu winden. Es mussten Drogen sein. Irgendwer hatte seinen besten Freund mit Drogen zugepumpt und nun wusste er nicht mehr was er tat.
„...du weißt, ich mag dich, Kumpel, aber so sehr mag ich dich nun auch wieder nicht!“
Harry lachte verlegen und wollte irgendeinen coolen Spruch ablassen, doch er kam nicht mehr dazu, da Peter seine Hüften fast schon schmerzhaft gegen seine stieß.

„Spielt doch keine Rolle!“
Parker grinste ausgesprochen berechnend.
„In den heutigen Zeiten ist doch sowas ganz egal.“

Harry war so überwältigt von der allgemeinen Situation, dass er darüber beinahe verpasste, dass Peter ihn küsste, lang und fest und hektisch, als hätte ein Teil in ihm dennoch Angst davor. Er schmeckte nach Wein, sanft und hart zugleich, und in diesen zwei Sekunden wohnte etwas inne, was nicht an Peter erinnerte, was nicht mehr er war, sondern wie ein Tier im Argen lauerte und ganz leise die Luft einsog.

Nun hatte Harry vor einiger Zeit sein Gedächtnis verloren. Sein Vater war tot, dieses Haus ängstigte ihn und Peter hatte sich in etwas ganz Merkwürdiges verwandelt. Das überforderte den Mann, der mit dem Rücken zur Theke stand. Er kam weder vor noch zurück und er konnte einfach nicht anders als sich losmachen und Peter grob von sich zu stoßen.

„Keine Ahnung, was du für ein Problem hast!“, rief er wütend.
„Aber ich muss dich leider enttäuschen, ich bin doch kein Betthasenersatz!“

Peter lächelte verzerrt, indem er den rechten Mundwinkel hochzog.
„Ich bin nicht enttäuscht.“, murmelte er leise.
„Ich hatte nur bis zu diesem Moment nicht gemerkt, wie sehr ich es wollte.“

Warm war er. Das blieb Harry im Gedächtnis. Diese seltsame Hitze in seinem Freund, die er so ganz unbekannt fand, die so unlike Peter war und doch etwas seltsam Bekanntes an sich hatte. Harry Osborn wusste nicht, was er getan hätte, wenn nicht im nächsten Augenblick etwas dazwischengekommen wäre Vielleicht hätte er Peter auf die Schulter geklopft und „Lass es gut sein“ gesagt, vielleicht hätte er ihn in all seiner melancholischen Abendstimmung umarmt, vielleicht hätte er mehr getan ohne zu fragen. Tatsache war aber, dass ihn mit einem Male ein wahnsinniger Kopfschmerz durchfuhr. Ein Schmerz wie ein Reflex, der seine Arme hob und sie ausholen ließ, so dass sie Peter schließlich weit und grob von sich wegschleudern konnten. In seinem Kopf hallten unverständliche Worte mit der Stimme seines Vaters und aus dem Nebel der Erinnerungslosigkeit stieg Dunst- Dunst in Silben und Wörtchen.

Und dann war alles mit einem Mal vorbei.

Er erwachte zu einer seltsamen Jazzmusik auf seiner Couch.
Allein.

Alles schmerzte, allem voran der Kopf. Für einen kleinen Augenblick konnte Harry sich kaum orientieren. Das Weinglas auf der teuren Theke in der Ferne stellte sich nur langsam scharf, die Konturen verschwammen. Was war das gewesen?

Peter war verschwunden.
Es schien, als hätten die Menschen in Harrys Leben allzu viel mit sich selbst zu tun, als würden sie ihn nur flüchtig berühren oder streifen um dann wieder in ihre eigenen Probleme abzutauchen. Sie sprachen nicht mit ihm, sie schleuderten ihm seelenlose Worte und Küsse entgegen und erklärten sich nicht. Sie schlossen sich aus.

Und er blieb alleine.

An seinen Wangen hing Peters Geruch.
Es konnte kein Traum gewesen sein.

Date: 2008-01-25 06:34 am (UTC)
From: [identity profile] shojo-pingu.livejournal.com
Ich mag deine Peter / Harry Geschichten.
Vor allem der Schluss ist wahnsinnig treffend. Er ist zwar von seinen Freunden umgeben, aber bei ihnen verändert sich gerade so viel, dass er eigentlich nur so nebenher existiert.

Date: 2008-01-25 02:16 pm (UTC)
der_jemand: (Default)
From: [personal profile] der_jemand
Ah... *__*
Wundervoll. Ich mag das Ende. Ich mag, worauf es hinausläuft, und ich mag, wie sehr es mich daran erinnert, wie sehr ich Harry mag und wie lustig ich Evil!Peter immer fand... XD
Nein, wirklich, das ist toll. Harry ist in dieser Phase wirklich einsam... - Gefällt mir gut.^^

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