8. (spätes) Türchen
Dec. 8th, 2018 11:32 pmFandom: Sailor Moon
Charaktere: Makoto, Chibi-Usa
Challenge: # 4 dunkel, kalt und endlos
Wörter: 1044
Chibi-Usa stand vor dem Küchentisch und zählte mit einem kaum hörbaren Murmeln die rohen Plätzchen auf den Blechen. Hin und her rechnete sie durch, wie viele es von welcher Sorte gab und ob die Zahlen alle aufgingen, wenn sie für die Beschenkten aufgeteilt werden sollten. Immer wieder holte sie ihre zweite Hand zur Hilfe, damit sie sich nicht verrechnete.
Hinter ihr klapperte es gelegentlich, als Makoto schon einige Dinge zusammenräumte und schließlich verkündete: „OK, der Ofen ist so weit – die ersten Bleche können rein.“ Chibi-Usa drehte sich um und begegnete Makotos breitem Lächeln. „Ich nehme die Bleche und du öffnest mir die Ofenklappe, in Ordnung?“ Demonstrativ klatschte Makoto zwei Mal mit ihren Händen, die in dicken Ofenhandschuhen steckten, als würde gleich von der Decke Zauberkonfetti fallen. Chibi-Usa nickte zustimmend und wechselte mit Makoto die Plätze, um ihr Vorhaben durchzuführen.
Sobald die Klappe geschlossen war und beide durch die Scheibe schauten schlug Makoto Tee nach dem Aufräumen vor, während sie die restlichen Bleche nach und nach ausbackten.
Als sie schließlich auf dem Sofa saßen trank Chibi-Usa aus der feinen Porzellantasse kleine Schlückchen. Ohne zu Makoto rüberzusehen und noch bevor sie die Tasse abstellte sagte sie geradezu beiläufig: „Übrigens: wir waren vorhin wohl zu übermütig. Wir haben zu viele Nougatherzen, zumindest wenn wir dabei bleiben, dass alle je nur eins in die Tütchen kriegen. Für Mamoru und Hotaru wollte ich noch ein paar extra haben, aber das sind nur vier. Es sind aber sechs extra.“ Mit einem leisen Klicken setzte Chibi-Usa ihre Tasse schließlich ab und schaute mehr aus dem Augenwinkel zu Makoto als sich ihr vernünftig zuzuwenden.
Makoto hätte das wohl aber ohnehin nicht bemerkt, weil sie erst intensiv in ihre Tasse starrte und offenkundig nervös lachte und schließlich anfing Chibi-Usa abzuwinken. „Nein, sowas! Gut, dass du nachgezählt hast! Verpetze mich nicht an Ami, dass ich nicht ein Mal Plätzchen richtig abzählen kann, sonst weint sie vielleicht doch aus Verzweiflung. Ach je, ich Schussel!“, plapperte sie heiter.
Chibi-Usa beobachtete das schlechte Schauspiel noch einen Moment, dass sie nur all zu gewohnt war, wenn Usagi mal wieder versuchte sich aus der Affaire zu winden – wenn sie sie nicht gleich in den Schwitzkasten nahm oder mit geworfenen Plüschtieren aus ihrem Zimmer vertrieb. Teetasse und Unterteller stellte sie auf dem niedrigen Couchtisch ab, ehe sich Chibi-Usa gerade hinsetzte und die gefalteten Hände in ihren Schoß legte. Mit ernster Miene drehte sie sich etwas zu Makoto. „Ich glaub, Setsuna würde sich über die zusätzlichen Kekse freuen.“
Makoto erstickte an dem Schluck Tee, den sie nicht mehr im Mund hatte, hustete und stellte eilig die Tasse ab, ehe etwas daneben ging. Mit aufgerissenen Augen starrte sie Chibi-Usa an, bei der weder Mundwinkel noch Augenbraue zuckten. „Wie kommst du auf Setsuna?!“
Kurz und leise seufzte Chibi-Usa, ehe sie fortsätze: „Ich bin nicht blind, im Gegensatz zu Usagi.“
Keine von beiden sagte für einen Moment etwas. Die Zeit brauchte Makoto, um sich wieder zu fangen, Atem zu schnappen und mehr oder sich vernünftig wieder hinzusetzen. Ohne gefährdete Teetasse. Aber auch ohne sich bequem anzulehnen und stattdessen etwas nervös die Hände im Schoß zu ringen. „Wir könnten die überschüssigen Herzen einfach essen.“
Nun musste Chibi-Usa doch die Augen verdrehen, verschränkte die Arme vor der Brust und ließ sich gegen das Polster fallen. „Klar! Und dann sage ich Setsuna, sie sollte zu Weihnachten lieber zusammen mit Hotaru zu mir nachhause kommen.“
Makoto öffnete den Mund und schloss ihn wieder.
Chibi-Usa beobachtete die junge Frau aufmerksam und ergänzte: „Ich weiß es von Hotaru. Michiru und Haruka sind weg, Mamoru und Usagi haben auch ein Date. Ich hatte gefragt, ob ich sie und Setsuna besuchen kann, als sie mir sagte, dass sie mir das Gegenteil vorschlagen wollte, weil Setsuna gemeint hatte, sie könne vielleicht nicht, weil sie auf die Zusage eines Termins wartet. - Zusage? Wieso wartet sie noch?“
Makoto gab noch mal den sprachlosen Fisch und ihre Wangen liefen rot an. Sogar ihre Ohren begannen langsam zu glühen und sie blickte verlegen weg.
Irgendwie war Chibi-Usa enttäuscht. Das Ganze hatte sie sich anders vorgestellt, irgendwie- anders halt! Sie mochte Makoto, wirklich. Sie war stark und sanft, liebenswert, lustig und ehrlich. Aber Chibi-Usa hatte klare Prioritäten und die waren in dem Fall Pluto. Auch wenn sie sich jetzt so gut mit Hotaru verstand und mit ihr am liebsten spielte, blieb Pluto ihre erste Freundin, jemand, zu dem sie das Gefühl hatte, immer hingehen zu können. Auch nach allem, was war. Auch wenn sie inzwischen gelernt hatte, dass Pluto nicht nur allein ihr gehörte. Es waren schwammige Erinnerungen, aber Chibi-Usa würde nie vergessen, wie verletzt und verloren sie sich gefühlt hatte, als sie das zum ersten Mal verstanden hatte. Und welche Dummheiten folgten, wie es danach dunkel, kalt und endlos wurde. Sie verzog den Mund und schaute auf die Tasse vor sich auf dem Tisch.
„Sie wartet ständig, weißt du? Immer wartet sie nur. Das ist doof!“ Mit einem aufgebrachten Schnauben setzte sich Chibi-Usa wieder auf und schlug auf das Polster neben sich. „Sie ist so toll, so lieb, so schön! Pluto- Setsuna- Sie ist- meine Freundin. Meine erste Freundin! Sie ist immer für mich da! Und ich bin für sie da! Ich lasse nicht zu, dass jemand sie verletzt!“
Von der Ansprache ganz verwirrt stimmte Makoto enthusiastich zu: „Ja! Das hat sie nicht verdient – sie ist großartig! Sie kann zwar auf sich selbst aufpassen, aber ich versteh di- oh. Moment. Moment! Meinst du mich? Moment! Wie meinst du das? Ich will doch auch mit ihr befreundet sein! Ich mach doch nichts!“, verteidigte sich Makoto.
Der Verzweiflung nah, verdrehte Chibi-Usa wieder die Augen und hob die Arme hilflos, um sie neben sich fallen zu lassen: „Das ist ja das Problem!“
„Was?“, fragte Makoto nun endgültig verwirrt.
„Dass du nichts machst! Mach was!“
„Was?!“
„Zum Beispiel ihr die Extra-Kekse schenken! Und mit ihr eine Uhrzeit für Heiligabend ausmachen! Meine Güte, muss ich dir alles vorsagen?!“
Plötzlich klingelte Schrill aus der Küche die Eieruhr und mit einem Ruck stand Makoto von der Couch auf. „Die Kekse! Ich muss die Kekse aus dem Ofen holen!“ Und eilte mit hochrotem Gesicht in die Küche.
Chibi-Usa ließ sich mit einem Seufzen wieder ins Polster fallen und rief ihr nach: „Du kannst nicht ewig weglaufen!“
Charaktere: Makoto, Chibi-Usa
Challenge: # 4 dunkel, kalt und endlos
Wörter: 1044
Chibi-Usa stand vor dem Küchentisch und zählte mit einem kaum hörbaren Murmeln die rohen Plätzchen auf den Blechen. Hin und her rechnete sie durch, wie viele es von welcher Sorte gab und ob die Zahlen alle aufgingen, wenn sie für die Beschenkten aufgeteilt werden sollten. Immer wieder holte sie ihre zweite Hand zur Hilfe, damit sie sich nicht verrechnete.
Hinter ihr klapperte es gelegentlich, als Makoto schon einige Dinge zusammenräumte und schließlich verkündete: „OK, der Ofen ist so weit – die ersten Bleche können rein.“ Chibi-Usa drehte sich um und begegnete Makotos breitem Lächeln. „Ich nehme die Bleche und du öffnest mir die Ofenklappe, in Ordnung?“ Demonstrativ klatschte Makoto zwei Mal mit ihren Händen, die in dicken Ofenhandschuhen steckten, als würde gleich von der Decke Zauberkonfetti fallen. Chibi-Usa nickte zustimmend und wechselte mit Makoto die Plätze, um ihr Vorhaben durchzuführen.
Sobald die Klappe geschlossen war und beide durch die Scheibe schauten schlug Makoto Tee nach dem Aufräumen vor, während sie die restlichen Bleche nach und nach ausbackten.
Als sie schließlich auf dem Sofa saßen trank Chibi-Usa aus der feinen Porzellantasse kleine Schlückchen. Ohne zu Makoto rüberzusehen und noch bevor sie die Tasse abstellte sagte sie geradezu beiläufig: „Übrigens: wir waren vorhin wohl zu übermütig. Wir haben zu viele Nougatherzen, zumindest wenn wir dabei bleiben, dass alle je nur eins in die Tütchen kriegen. Für Mamoru und Hotaru wollte ich noch ein paar extra haben, aber das sind nur vier. Es sind aber sechs extra.“ Mit einem leisen Klicken setzte Chibi-Usa ihre Tasse schließlich ab und schaute mehr aus dem Augenwinkel zu Makoto als sich ihr vernünftig zuzuwenden.
Makoto hätte das wohl aber ohnehin nicht bemerkt, weil sie erst intensiv in ihre Tasse starrte und offenkundig nervös lachte und schließlich anfing Chibi-Usa abzuwinken. „Nein, sowas! Gut, dass du nachgezählt hast! Verpetze mich nicht an Ami, dass ich nicht ein Mal Plätzchen richtig abzählen kann, sonst weint sie vielleicht doch aus Verzweiflung. Ach je, ich Schussel!“, plapperte sie heiter.
Chibi-Usa beobachtete das schlechte Schauspiel noch einen Moment, dass sie nur all zu gewohnt war, wenn Usagi mal wieder versuchte sich aus der Affaire zu winden – wenn sie sie nicht gleich in den Schwitzkasten nahm oder mit geworfenen Plüschtieren aus ihrem Zimmer vertrieb. Teetasse und Unterteller stellte sie auf dem niedrigen Couchtisch ab, ehe sich Chibi-Usa gerade hinsetzte und die gefalteten Hände in ihren Schoß legte. Mit ernster Miene drehte sie sich etwas zu Makoto. „Ich glaub, Setsuna würde sich über die zusätzlichen Kekse freuen.“
Makoto erstickte an dem Schluck Tee, den sie nicht mehr im Mund hatte, hustete und stellte eilig die Tasse ab, ehe etwas daneben ging. Mit aufgerissenen Augen starrte sie Chibi-Usa an, bei der weder Mundwinkel noch Augenbraue zuckten. „Wie kommst du auf Setsuna?!“
Kurz und leise seufzte Chibi-Usa, ehe sie fortsätze: „Ich bin nicht blind, im Gegensatz zu Usagi.“
Keine von beiden sagte für einen Moment etwas. Die Zeit brauchte Makoto, um sich wieder zu fangen, Atem zu schnappen und mehr oder sich vernünftig wieder hinzusetzen. Ohne gefährdete Teetasse. Aber auch ohne sich bequem anzulehnen und stattdessen etwas nervös die Hände im Schoß zu ringen. „Wir könnten die überschüssigen Herzen einfach essen.“
Nun musste Chibi-Usa doch die Augen verdrehen, verschränkte die Arme vor der Brust und ließ sich gegen das Polster fallen. „Klar! Und dann sage ich Setsuna, sie sollte zu Weihnachten lieber zusammen mit Hotaru zu mir nachhause kommen.“
Makoto öffnete den Mund und schloss ihn wieder.
Chibi-Usa beobachtete die junge Frau aufmerksam und ergänzte: „Ich weiß es von Hotaru. Michiru und Haruka sind weg, Mamoru und Usagi haben auch ein Date. Ich hatte gefragt, ob ich sie und Setsuna besuchen kann, als sie mir sagte, dass sie mir das Gegenteil vorschlagen wollte, weil Setsuna gemeint hatte, sie könne vielleicht nicht, weil sie auf die Zusage eines Termins wartet. - Zusage? Wieso wartet sie noch?“
Makoto gab noch mal den sprachlosen Fisch und ihre Wangen liefen rot an. Sogar ihre Ohren begannen langsam zu glühen und sie blickte verlegen weg.
Irgendwie war Chibi-Usa enttäuscht. Das Ganze hatte sie sich anders vorgestellt, irgendwie- anders halt! Sie mochte Makoto, wirklich. Sie war stark und sanft, liebenswert, lustig und ehrlich. Aber Chibi-Usa hatte klare Prioritäten und die waren in dem Fall Pluto. Auch wenn sie sich jetzt so gut mit Hotaru verstand und mit ihr am liebsten spielte, blieb Pluto ihre erste Freundin, jemand, zu dem sie das Gefühl hatte, immer hingehen zu können. Auch nach allem, was war. Auch wenn sie inzwischen gelernt hatte, dass Pluto nicht nur allein ihr gehörte. Es waren schwammige Erinnerungen, aber Chibi-Usa würde nie vergessen, wie verletzt und verloren sie sich gefühlt hatte, als sie das zum ersten Mal verstanden hatte. Und welche Dummheiten folgten, wie es danach dunkel, kalt und endlos wurde. Sie verzog den Mund und schaute auf die Tasse vor sich auf dem Tisch.
„Sie wartet ständig, weißt du? Immer wartet sie nur. Das ist doof!“ Mit einem aufgebrachten Schnauben setzte sich Chibi-Usa wieder auf und schlug auf das Polster neben sich. „Sie ist so toll, so lieb, so schön! Pluto- Setsuna- Sie ist- meine Freundin. Meine erste Freundin! Sie ist immer für mich da! Und ich bin für sie da! Ich lasse nicht zu, dass jemand sie verletzt!“
Von der Ansprache ganz verwirrt stimmte Makoto enthusiastich zu: „Ja! Das hat sie nicht verdient – sie ist großartig! Sie kann zwar auf sich selbst aufpassen, aber ich versteh di- oh. Moment. Moment! Meinst du mich? Moment! Wie meinst du das? Ich will doch auch mit ihr befreundet sein! Ich mach doch nichts!“, verteidigte sich Makoto.
Der Verzweiflung nah, verdrehte Chibi-Usa wieder die Augen und hob die Arme hilflos, um sie neben sich fallen zu lassen: „Das ist ja das Problem!“
„Was?“, fragte Makoto nun endgültig verwirrt.
„Dass du nichts machst! Mach was!“
„Was?!“
„Zum Beispiel ihr die Extra-Kekse schenken! Und mit ihr eine Uhrzeit für Heiligabend ausmachen! Meine Güte, muss ich dir alles vorsagen?!“
Plötzlich klingelte Schrill aus der Küche die Eieruhr und mit einem Ruck stand Makoto von der Couch auf. „Die Kekse! Ich muss die Kekse aus dem Ofen holen!“ Und eilte mit hochrotem Gesicht in die Küche.
Chibi-Usa ließ sich mit einem Seufzen wieder ins Polster fallen und rief ihr nach: „Du kannst nicht ewig weglaufen!“
no subject
Date: 2018-12-12 05:32 am (UTC)Sehr süß. (Und komm schon, Makoto! Nougatherzen!)
no subject
Date: 2018-12-14 04:34 pm (UTC)