4. Türchen
Dec. 4th, 2018 06:30 amChallenge: #2 Die große Mistelzweigverschwörung
Fandom: Heroes of Olympus
Charaktere: Leo, Will, Jason, Piper und Percy
Wörter: ~ 800
A/N: Inspiriert von einer Idee von
nyx_chan. Leo ist genervt von der Schulordnung, die ‘heidnische Weihnachtsdekorationen’ verbietet, Piper hat die besten Namen für organisierte Sachbeschädigung und Jason hat ein ganz mieses Gefühl bei dieser Sache.
(Und ich wünschte es wäre nur halb so gut geworden wie diese Zusammenfassung.)
Leo trat ungeduldig von einem Bein aufs andere. “Verdammt, wo bleiben die? Es ist arschkalt.”
Will, dessen einziges Zugeständnis an die Dezemberkälte war, eine Windjacke über das obligatorische orangene T-Shirt gestreift zu haben, zog eine Augenbraue hoch. “Es hat 12 Grad, Valdez.”
“Wie ich sagte: Arschkalt.“
Will verdrehte bloß die Augen als wäre Leo hier der Spinner. Dabei war Leo die einzig vernünftig denkende Person auf dem ganzen Campus. Was schon daran zu erkennen war, dass ‘Mission Tannengrün’ seine Idee gewesen war, bevor Piper sie ‘Die große Mistelzweigverschwörung’ getauft hatte. Der Name war bescheuert; es gab gar keine Verschwörung, nur gute alte Sachbeschädigung. - Natürlich hatten die anderen Leo überstimmt. Warum Leute wie Will, die bei 12 Grad im Dezember Flip Flops und Shorts trugen, überhaupt stimmberechtigt waren, war dabei eine ganz andere Frage.
Jason, dessen Kleidung immerhin Spätherbst vermuten ließ, tänzelte ähnlich unruhig wie Leo auf der Stelle, allerdings aus Nervosität oder falsch verstandener Gesetzestreue. “Leute”, setzte er an. “Vielleicht ist das hier keine so gute Idee? Ich meine, es ist Sachbeschädigung.”
“Es ist ein Dienst an der Menschheit”, stellte Leo klar. Sie hatten diese Diskussion bereits gehabt. Mehrfach.
“Ernsthaft? Die ganze Menschheit, Valdez?” Will verdrehte schon wieder die Augen und Leo beschloss, dass sein nächster ‘Dienst an der Menschheit’ beinhalten sollte, irgendeinem bedürftigen Studenten einen Mitbewohner zu verschaffen, der nicht nur Medizin studierte sondern auch immer Gras im Nachttisch hatte. Aus reiner Herzensgüte, selbstverständlich.
“Ernsthaft.”
Jason hatte diese Diskussion mit wenig überzeugter Miene verfolgt und seufzte jetzt schwer. “Vielleicht sollten wir es sein lassen? Noch ist es nicht zu spät…”
“Auf gar keinen Fall!”, verkündete da Piper von hinter einem riesigen Umzugskarton, der mit “Deko” beschriftet war. Hinter ihr balancierte Percy einen zweiten, möglicherweise noch größeren Karton und eine Plastiktüte in der offenbar einmal Schuhe gekauft worden waren. “Das hier ist wichtig. Das hier ist politischer Widerstand.”
“Außerdem haben wir echt Mistelzweige bekommen!”, fügte Percy hinzu und deutete mit dem Kinn auf die Plastiktüte.
Jason seufzte, Will klatschte vor Begeisterung in die Hände und Leon fragte sich, ob es wohl verwerflich wäre, einen Mistelzweig seiner rebelliösen Bestimmung zu entziehen und vor Hazels Wohnheimzimmer aufzuhängen. Selbstverständlich ebenfalls zum Wohle der Menschheit. Wenn Leo zu lange ungeküsst blieb, verfiel er letztlich immer auf Sachbeschädigung. Oder so.
“Haben wir alles?”, erkundigte er sich mit gewichtiger Miene.
Percy stellte Karton und Tüte vorsichtig ab, bevor er ihre Einkaufsliste, das heißt den Ausdruck des neuen Schulordnungsparagraphen 17 Unzulässige Dekorationsgegenstände und Kleidungsaccessoires im Zusammenhang mit Weihnachten und anderen heidnischen Jahresendfeierlichkeiten aus der Mistelzweigtüte. Er räusperte sich dramatisch dramatisch und zählte auf: “Weihnachtsbäume und Tannengrün. Check. Andere mit heidnischen Bräuchen assoziierte Pflanzen wie Mistel, Efeu und Stechpalme so wie ihre stilisierten Darstellungen. Check. Darstellungen des so genannten Weihnachtsmanns und/oder der mit ihm verbundenen rot-weißen Kleidungsgestände. Check. Kerzen. Check. Weihnachtsbaumkugeln und -ornamente. Check. - Christklötze haben wir uns gespart, aber dafür haben wir ein paar CDs mit Weihnachtsliedern für die Stadionlautsprecher.”
“Und ich habe den Hausmeister überredet, mir die Schlüssel fürs Hörsaalgebäude zu überlassen”, grinste Piper.
Leo entschied sich, keine anzüglichen Bemerkungen zum Thema ‘überreden’ zu machen, er war schließlich dabei gewesen, als Piper drei äußerst schlecht gelaunte Polizisten davon überzeugt hatte, dass Lärmbelästigung und Alkoholkonsum von Minderjährigen wesentlicher Teil der College-Erfahrung waren und kein Grund, eine Party zu stürmen. Stattdessen grinste er von einem Ohr zum anderen. “Mission Tannengrün is a go!”
“Wir hatten uns auf ‘Die große Mistelzweigverschwörung’ geeinigt, Leo…”
“Haben wir das wirklich, Piper?”
Piper nickte. Jason nickte, was verständlich war, er wollte wahrscheinlich irgendwann dieses Leben nochmal Sex haben. Will und Percy nickten allerdings auch und, ach, Banausen, verdammte.
“Von mir aus auch das. Wie auch immer man daraus einen Schlachtruf formulieren soll. Anyway. Percy und Will, ihr dekoriert den Hof und das Stadion. Ich will Tannengirlanden und Lichterketten um die Goal Posts auf dem Football-Feld und Weihnachtsmannmützen auf allen Statuen. Piper, dir überlasse ich das Hörsaalgebäude und meine Schneekanone. Ich habe sie Festus genannt, sei lieb zu ihr. Jason, du kommst mit mir, wir überpinseln diese unerträglichen vage-christlichen-aber-nicht-zu-offensiv-christlichen Motivationsspruchplakate.”
Jason schüttelte den Kopf. “Leo, lass mich wenigstens dekorieren, ich bin kein Freund von Sachbeschädigung...”
“Grace, du bist der einzige, der groß genug ist, dass er an die Plakate kommt. Außerdem, ernsthaft, wir kennen uns jetzt seit der Junior High. Sei froh dass wir heute nichts anzünden.”
Jason, leidgeprüft wie er war, zog ein Gesicht als wäre das ein gutes Argument. Guter Mann. Schicksalsergeben ließ er seinen Rucksack von der Schulter gleiten und drückte ihn Will in die Hand. “Ich hab noch ein paar Hanukkah- und Kwanzaa-Dekorationen organisiert.” Guter Mann.
“Sehr gut. Uhrenvergleich!”
“Ist das wirklich notwendig?”
“Ihr habt echt keine Ahnung von Verschwörungen oder? Egal, es ist ungefähr drei Uhr morgens, ich schätze wir haben zwei Stunden bevor es hell wird und die Campuspolizei uns erwischt, und es ist arschkalt, also… Noch Fragen?”
Will hob die Hand. “Wäre es möglich, dass ich mir einen Mistelzweig ausleihe?”
“Willst du ihn vor di Angelos Tür hängen?”
“Vielleicht?”
Leo seufzte. “Wenn zwei übrigbleiben, ja, von mir aus.”
“Wieso zwei?”
“Was kann ich sagen, di Angelo hat ne wirklich süße Schwester…”
Piper räusperte sich entschieden. “Ihr beiden seid das Letzte. Und armselig. Können wir dann?”
Leo schulterte die Tasche mit den Spraydosen und grinste breit. “Ladies. Piper. Wie immer ein Vergnügen mit Ihnen arbeiten zu dürfen. -- Oh, und frohe Weihnachten!”
Fandom: Heroes of Olympus
Charaktere: Leo, Will, Jason, Piper und Percy
Wörter: ~ 800
A/N: Inspiriert von einer Idee von
(Und ich wünschte es wäre nur halb so gut geworden wie diese Zusammenfassung.)
Leo trat ungeduldig von einem Bein aufs andere. “Verdammt, wo bleiben die? Es ist arschkalt.”
Will, dessen einziges Zugeständnis an die Dezemberkälte war, eine Windjacke über das obligatorische orangene T-Shirt gestreift zu haben, zog eine Augenbraue hoch. “Es hat 12 Grad, Valdez.”
“Wie ich sagte: Arschkalt.“
Will verdrehte bloß die Augen als wäre Leo hier der Spinner. Dabei war Leo die einzig vernünftig denkende Person auf dem ganzen Campus. Was schon daran zu erkennen war, dass ‘Mission Tannengrün’ seine Idee gewesen war, bevor Piper sie ‘Die große Mistelzweigverschwörung’ getauft hatte. Der Name war bescheuert; es gab gar keine Verschwörung, nur gute alte Sachbeschädigung. - Natürlich hatten die anderen Leo überstimmt. Warum Leute wie Will, die bei 12 Grad im Dezember Flip Flops und Shorts trugen, überhaupt stimmberechtigt waren, war dabei eine ganz andere Frage.
Jason, dessen Kleidung immerhin Spätherbst vermuten ließ, tänzelte ähnlich unruhig wie Leo auf der Stelle, allerdings aus Nervosität oder falsch verstandener Gesetzestreue. “Leute”, setzte er an. “Vielleicht ist das hier keine so gute Idee? Ich meine, es ist Sachbeschädigung.”
“Es ist ein Dienst an der Menschheit”, stellte Leo klar. Sie hatten diese Diskussion bereits gehabt. Mehrfach.
“Ernsthaft? Die ganze Menschheit, Valdez?” Will verdrehte schon wieder die Augen und Leo beschloss, dass sein nächster ‘Dienst an der Menschheit’ beinhalten sollte, irgendeinem bedürftigen Studenten einen Mitbewohner zu verschaffen, der nicht nur Medizin studierte sondern auch immer Gras im Nachttisch hatte. Aus reiner Herzensgüte, selbstverständlich.
“Ernsthaft.”
Jason hatte diese Diskussion mit wenig überzeugter Miene verfolgt und seufzte jetzt schwer. “Vielleicht sollten wir es sein lassen? Noch ist es nicht zu spät…”
“Auf gar keinen Fall!”, verkündete da Piper von hinter einem riesigen Umzugskarton, der mit “Deko” beschriftet war. Hinter ihr balancierte Percy einen zweiten, möglicherweise noch größeren Karton und eine Plastiktüte in der offenbar einmal Schuhe gekauft worden waren. “Das hier ist wichtig. Das hier ist politischer Widerstand.”
“Außerdem haben wir echt Mistelzweige bekommen!”, fügte Percy hinzu und deutete mit dem Kinn auf die Plastiktüte.
Jason seufzte, Will klatschte vor Begeisterung in die Hände und Leon fragte sich, ob es wohl verwerflich wäre, einen Mistelzweig seiner rebelliösen Bestimmung zu entziehen und vor Hazels Wohnheimzimmer aufzuhängen. Selbstverständlich ebenfalls zum Wohle der Menschheit. Wenn Leo zu lange ungeküsst blieb, verfiel er letztlich immer auf Sachbeschädigung. Oder so.
“Haben wir alles?”, erkundigte er sich mit gewichtiger Miene.
Percy stellte Karton und Tüte vorsichtig ab, bevor er ihre Einkaufsliste, das heißt den Ausdruck des neuen Schulordnungsparagraphen 17 Unzulässige Dekorationsgegenstände und Kleidungsaccessoires im Zusammenhang mit Weihnachten und anderen heidnischen Jahresendfeierlichkeiten aus der Mistelzweigtüte. Er räusperte sich dramatisch dramatisch und zählte auf: “Weihnachtsbäume und Tannengrün. Check. Andere mit heidnischen Bräuchen assoziierte Pflanzen wie Mistel, Efeu und Stechpalme so wie ihre stilisierten Darstellungen. Check. Darstellungen des so genannten Weihnachtsmanns und/oder der mit ihm verbundenen rot-weißen Kleidungsgestände. Check. Kerzen. Check. Weihnachtsbaumkugeln und -ornamente. Check. - Christklötze haben wir uns gespart, aber dafür haben wir ein paar CDs mit Weihnachtsliedern für die Stadionlautsprecher.”
“Und ich habe den Hausmeister überredet, mir die Schlüssel fürs Hörsaalgebäude zu überlassen”, grinste Piper.
Leo entschied sich, keine anzüglichen Bemerkungen zum Thema ‘überreden’ zu machen, er war schließlich dabei gewesen, als Piper drei äußerst schlecht gelaunte Polizisten davon überzeugt hatte, dass Lärmbelästigung und Alkoholkonsum von Minderjährigen wesentlicher Teil der College-Erfahrung waren und kein Grund, eine Party zu stürmen. Stattdessen grinste er von einem Ohr zum anderen. “Mission Tannengrün is a go!”
“Wir hatten uns auf ‘Die große Mistelzweigverschwörung’ geeinigt, Leo…”
“Haben wir das wirklich, Piper?”
Piper nickte. Jason nickte, was verständlich war, er wollte wahrscheinlich irgendwann dieses Leben nochmal Sex haben. Will und Percy nickten allerdings auch und, ach, Banausen, verdammte.
“Von mir aus auch das. Wie auch immer man daraus einen Schlachtruf formulieren soll. Anyway. Percy und Will, ihr dekoriert den Hof und das Stadion. Ich will Tannengirlanden und Lichterketten um die Goal Posts auf dem Football-Feld und Weihnachtsmannmützen auf allen Statuen. Piper, dir überlasse ich das Hörsaalgebäude und meine Schneekanone. Ich habe sie Festus genannt, sei lieb zu ihr. Jason, du kommst mit mir, wir überpinseln diese unerträglichen vage-christlichen-aber-nicht-zu-offensiv-christlichen Motivationsspruchplakate.”
Jason schüttelte den Kopf. “Leo, lass mich wenigstens dekorieren, ich bin kein Freund von Sachbeschädigung...”
“Grace, du bist der einzige, der groß genug ist, dass er an die Plakate kommt. Außerdem, ernsthaft, wir kennen uns jetzt seit der Junior High. Sei froh dass wir heute nichts anzünden.”
Jason, leidgeprüft wie er war, zog ein Gesicht als wäre das ein gutes Argument. Guter Mann. Schicksalsergeben ließ er seinen Rucksack von der Schulter gleiten und drückte ihn Will in die Hand. “Ich hab noch ein paar Hanukkah- und Kwanzaa-Dekorationen organisiert.” Guter Mann.
“Sehr gut. Uhrenvergleich!”
“Ist das wirklich notwendig?”
“Ihr habt echt keine Ahnung von Verschwörungen oder? Egal, es ist ungefähr drei Uhr morgens, ich schätze wir haben zwei Stunden bevor es hell wird und die Campuspolizei uns erwischt, und es ist arschkalt, also… Noch Fragen?”
Will hob die Hand. “Wäre es möglich, dass ich mir einen Mistelzweig ausleihe?”
“Willst du ihn vor di Angelos Tür hängen?”
“Vielleicht?”
Leo seufzte. “Wenn zwei übrigbleiben, ja, von mir aus.”
“Wieso zwei?”
“Was kann ich sagen, di Angelo hat ne wirklich süße Schwester…”
Piper räusperte sich entschieden. “Ihr beiden seid das Letzte. Und armselig. Können wir dann?”
Leo schulterte die Tasche mit den Spraydosen und grinste breit. “Ladies. Piper. Wie immer ein Vergnügen mit Ihnen arbeiten zu dürfen. -- Oh, und frohe Weihnachten!”
no subject
Date: 2018-12-04 06:44 pm (UTC)Und bitte lass sie Mistelzweige mitgehen! Und wenn sie nur den einen sich teilen müssen, weil sie schon sonst zu viel teilen müssen und sie sind arme Studenten. *hust* :D
Sehr schönes Türchen <3
no subject
Date: 2018-12-09 08:19 am (UTC)Da hast du ja die Latte mit den Weihnachtsgefühlen ganz schön hochgehängt...