Team: Sonne
Challenge: Humor/Crack: theoretisch vs praktisch [für mich]
Fandom: Haikyuu!!
Charaktere: Kenma Kozume, Taketora Yamamoto (pre-slash)
Wörter: 1.069
Sprache: Deutsch
Warnungen: keine
Inhalt: Die erste Spezial-Stunde der Dämonen-Engel-Teams steht an und Kenma hasst sein Leben.
Anmerkungen: Fortsetzung hierzu.
Sorry an mein Team, dass ich mal wieder verschwunden bin. Mein real life scheint mich zu hassen OTL (es beruht auf Gegenseitigkeit). Ich hab gesehen, dass den Prompt schon jemand anders gefüllt hat, aber eh, ich hab nicht dran gedacht, vorher nachzuschauen, also hier ist er nochmal ^^° Sorry!
Das Akademie-Gebäude ist lächerlich übertrieben und protzig. Eine Burg hat sich vielleicht mal für Menschen geeignet, sich gegen einen Angriff zu verteidigen, doch als Akademie? Da konnte Kenma sich was praktischeres vorstellen - vor allem etwas mit weniger Stockwerken.
Heute allerdings ist er ganz froh über die japanische Baukunst und die damit verbundenen vielen spitzen Dächer, und die Tatsache, dass er sich auf solch einem Dach im Schatten des darüberliegenden Daches buchstäblich verschanzen kann.
Er spürt einen Lufthauch und weiß, wer es ist noch bevor er sich umdrehen kann.
“Da bist du ja”, sagt Kuroo statt einer Begrüßung, klettert auf das Dach, auf dem Kenma auch sitzt und hockt sich vor Kenma.
“Hn.”
“Du versteckst dich vor Taketora, nicht?” Kuroo hat wieder sein übliches blödes Grinsen drauf und Kenma fühlt sich heute nicht nett genug, es einfach zu ignorieren.
“Grins nicht so blöd.”
Kuroo schnaubt kurz belustigt. “Würde ich, wenns nichts zu Grinsen gäbe.”
Zur Antwort rollt Kenma mit den Augen und verschränkt die Arme vor der Brust, Kuroo nicht eines Blickes mehr würdigend.
“Du machst daraus ein größeres Drama, als es ist.” Kuroo richtet sich auf und setzt sich seitlich wieder auf die spitze des kleinen Daches, macht es sich bequem und sagt Kenma damit, dass er nicht vorhat, demnächst zu verschwinden und ihn in Ruhe zu lassen.
“Ha ha.”
Darauf reagiert Kuroo jedoch nur mit einem kurzen, belustigten Kichern.
“Ja, es stimmt! Eigentlich ist das nicht anders als jede andere Gruppenarbeit. Du musst doch nur wie immer dein schlaues Köpfchen einsetzen und dir zurecht kalkulieren, was du machen solltest, oder wie das in deinem Kopf auch aussieht.”
Kenma sieht ihn an und blinzelt einmal langsam, während das eben Gesagte durchsickert. Er verzieht sein Gesicht.
“Ich hasse es, wenn du Recht hast.”
Dann schubst er Kuroo mitsamt seines dämlichen Grinsens vom Dach.
***
Kenma kann praktisch fühlen, wie der Tag tiefer und tiefer in den Keller rutscht. Er hat nicht ohne Grund besonders ausgeprägte prophetische Fähigkeiten. Aber um einen schlechten Tag zu prophezeien, braucht er seine Fähigkeiten nicht.
Sie stehen nämlich alle versammelt auf dem süd-westlichen Nebenturm. Alle Dämonen und Engel der zweiten Stufe. Und ihr Engel-Meister in Schrift- und Levitations-Magie, Takeda, findet es auch noch großartig, ihnen hier zu verkünden, sie würden Vertrauensübungen machen. Vertrauensübungen. Vieles aus der Menschenwelt mag gut und nützlich sein, aber Vertrauensübungen?
Taketora steht Kenma bereits gegenüber - hinter ihm die Turmmauer, hinter der es viele Meter hinab geht.
“Du gibst dir Mühe diesmal. Ich habe keine Lust, unten aufzuklatschen”, sagt Taketora. Er wirkt relativ ruhig, also belässt Kenma es bei einer Grimasse.
Dann dreht Taketora ihm den Rücken zu. “Du kannst.”
Kenma seufzt. Er streckt seine Hände nach Taketoras Engelsflügeln aus und ergreift die Federn. Den überraschten Seufzer kann er allerdings nicht unterdrücken.
“Was ist?” Taketora dreht sich nicht wieder um und klingt auch nicht besorgt oder ungeduldig.
“Nichts. Deine Federn sind nur weicher als ich angenommen habe.”
Um genau zu sein sind sie weicher als alles, was Kenma je angefasst hat. Wie eine Eule, nur unmöglich weicher.
“Pft.” Taketora klingt belustigt, diesmal, doch er sagt nichts weiter, also beschließt auch Kenma, zu schweigen und einfach die Flügel zu versiegeln.
“Fertig.”
Taketora dreht sich wieder zu ihm und sieht ihn scharf an. “Fang mich bloß auf.”
Kenma rollt mit den Augen. Er hofft, das ist genug, um Taketora zu sagen, dass er genau das vorhat.
“Wenn alle bereit sind, könnt ihr loslegen! Denkt daran, dass ihr eurem Partner nicht verraten dürft, wie ihr ihn auffangen wollt!” erinnert Meister Takeda sie noch einmal an die Regeln.
Kenma knirscht mit den Zähnen. Natürlich dürfen sie das nicht. Es wäre auch zu einfach gewesen, wenn sich der Partner schon auf die Magie vorbereiten kann, die ihn treffen würde.
Deswegen wäre ein simpler Levitationszauber wohl das Beste. Den hatte jeder von ihnen bereits in der ersten Stufe erlebt. Etwas Bekanntes kann man besser wegstecken.
Taketora nickt Kenma zu und springt auf die Mauer, seine versiegelten Flügel Kenma zugewandt. Er wird auch nicht sehen, was Kenma macht. Keine Schummeleien. Doch bevor Kenma weiterdenken kann, lässt sich Taketora auch schon vom Turm fallen und Kenma muss reagieren.
Blitzschnell streckt er seine rechte Handfläche aus, in Richtung Taketora, und wirkt den Levitationszauber. Er spürt, wie die Magie ihn durchströmt und durch seine Handfläche verlässt, wie ein verlängerter Arm, bis er Taketora erreicht und ihn umfasst.
“Whoa!” Taketora jedoch zappelt herum, und wenn es so schon schwer genug ist, ein zappelndes Lebewesen zu halten, dann ist es mit einem Levitationszauber zehn Mal schwerer.
Kenma verliert für einen Moment die Kontrolle und Taketora fällt noch ein Stück tiefer, doch Kenma fängt ihn wieder auf. Dieses Mal zappelt Taketora weniger, doch einfach macht er es Kenma nicht gerade.
Langsamer als Kenma wollte hebt er Taketora zurück nach oben, bis dieser wieder sicher auf dem Turmboden steht.
“Wir sind die letzten, oder?” Taketora sieht sich um und verzieht verärgert sein Gesicht. “Hättest du nicht schneller machen können?”
“Wenn du nicht so herumgezappelt hättest, vielleicht”, schnappt Kenma zurück. Er tut schon, was er muss. Taketora sollte allein darüber schon froh sein.
“Hah?! Willst du mir etwa sagen, es war meine Schuld?”
“Vielleicht.” Kenma ist normalerweise nicht so konfrontativ, aber Taketora hat etwas an sich, das ihm den letzten Nerv raubt. Von wegen einfach sein “schlaues Köpfchen” benutzen. Danke auch, Kuroo!
“Wie bitte?!” Taketora tritt an Kenma heran und packt ihn am Kragen, doch Kenma ist so voller Frustration, dass er sich überhaupt nicht bedroht fühlt.
Doch dann werden beide plötzlich in entgegengesetzte Richtungen gezogen, ohne dass jemand sie anfasst.
“Das reicht.” Meister Takeda sieht von Kenma zu Taketora und wieder zurück. Sein Blick ist neutral und er gibt generell wenig davon preis, was er wirklich hiervon hält, aber Kenma hat das Gefühl, dass sie sich solch eine auseinandersetzung nicht noch einmal leisten sollten.
“Ihr beide setzt jetzt aus und macht erst bei der nächsten Übung mit.” Er seufzt sogar. “Versucht, euch irgendwie zu arrangieren, okay? Ihr kommt aus dieser Sache nicht raus.”
Kenma brummt zustimmend, doch er schielt zu Taketora rüber, um dessen Reaktion zu beobachten. Er erwartet ein Aufbäumen, dass Taketora sich wehrt, oder laut wird. Aber Taktora beißt seine Zähne zusammen und nickt.
“Okay, Meister Takeda.”
Kenma sieht zu Boden, als er spürt, wie Meister Takedas Magie ihn wieder freilässt. Dann sieht er wieder zu Taketora, der seinen Blick erwidert.
Wenn Taketora mitspielen kann, denkt Kenma, dann kann Kenma es allemal.
no subject
Date: 2018-09-30 06:17 pm (UTC)Schön, daß Du zum Endspurt nochmal dabei bist!
Und das Problem mit dem real life kenne ich gut. Bei mir geht gerade eigentlich auch gar nix ...
no subject
Date: 2018-10-01 08:40 pm (UTC)jaaa real life ist halt kacke, aber was kann man machen ¯\_(ツ)_/¯