luinaldawen: (Default)
[personal profile] luinaldawen posting in [community profile] 120_minuten
Team: Mond
Challenge: Angst - Stromausfall (für mich)
Fandom: Voltron
Charaktere: Keith, Pidge
Wörter: ~1000

Der Stern leuchtete für ein paar Sekunden hell auf, bevor er für immer erlosch. Ein hübscher Anblick, wüsste er nicht, dass es sich dabei nicht um einen Stern, sondern um ein Generationenschiff gehandelt hatte. Über 500.000 Leben… verloren. Weil sie versagt hatte. Weil er versagt hatte.
Für endlose Sekunden war es beinahe vollkommen still um ihn herum, nur die leisen Geräusche seines Raumanzuges waren zu hören. Geräusche, die er kaum mehr wahrnahm, die jetzt aber beruhigend waren. Schließlich verrieten sie, dass wenigstens das noch funktionierte.
Dann hörte er über Funk ein Schniefen. Ihm war klar, dass er zu Pidge gehen sollte. Mit ihr reden. Irgendetwas sagen. Ihr versichern, dass es nicht ihre Schuld war. Aber er konnte es nicht. Sie hatten die Aufgabe gehabt, dieses Schiff zu beschützen. Shiro hatte ihm vertraut. Hatte ihm nicht nur diese Aufgabe, sondern auch Pidge anvertraut. Jetzt war ein großer Teil eines ganzen Volkes ausgelöscht und er hatte keine Worte, um Pidge zu trösten. Wie auch, wenn er selbst kaum begriff, was passiert war? Wie hatte es soweit kommen können? Woher hatten die Galra gewusst, dass sie hier sein würden?
Aber das war etwas, mit dem er sich später befassen musste. Jetzt sollte er sich erstmal um das Mädchen kümmern, das etwas zu sehr gegen die Tränen kämpfte. Wenn er nur wusste, was er sagen sollte… “Pidge…”, begann er und drehte sich zu ihr um. Erkennen konnte er nicht sehr viel, der Stern dieses Systems war zu weit enfernt um viel Licht zu bieten. Eigentlich nur gerade eben genug, dass er wusste, wo seine Kameradin stand. Und um die Silouetten der Löwen zu erkennen, die dunkel und tot dalagen. Das war aber ein Problem, mit dem er sich später befassen musste. Und dafür brauchte er Pidge.
Sauerstoff war nicht das Problem, das bekamen die Anzüge für ziemlich lange Zeit hin. Und die anderen wussten, wo sie waren, also würde irgendwann jemand auftauchen, um sie zu suchen. Vermutlich bevor die Wasservorräte ausgebraucht waren und sie Gefahr liefen, zu verdursten. Aber Keith konnte sich schöneres vorstellen, als hier einfach abzuwarten. An dem Ort, wo er auf so ganzer Linie versagt hatte. Und Pidge würde das auch nicht guttun. “Was sollen wir jetzt tun?”, fragte Pidge leise und als Keith sich ganz zu ihr umdrehte, bemerkte er, dass sie zu den Löwen sah. Ihr Gesicht konnte er nicht erkennen und war froh darüber.
“Sehen, dass wir irgendwie die anderen erreichen?” Je eher sie hier wegkamen, desto besser.
“Ja. Super Idee. Nur haben unsere Löwen keine Energie mehr. Mit denen erreichen wir niemanden. Und die Funkgeräte in unseren Anzügen reichen nicht.”
“Seit wann hält dich sowas ab?” Also wirklich, wenn jemand aus dieser Situation das beste machen konnte, dann wäre es Pidge. Diesmal aber zuckte sie mit den Schultern und setzte sich einfach auf den Boden. Ihr Blick ging dabei zu der Stelle, wo bis vorhin noch ein Stern mehr geleuchtet hatte.
“Fragst du dich auch manchmal, ob wir überhaupt eine Chance haben?”
Die Frage kam so überraschend, dass Keith erstmal gar nicht wusste, wie er damit umgehen sollte. Ehrlich antworten? Ausweichen? Lügen? Er war ein miserabler Lügner, aber im Moment könnte er damit durchkommen. “Ja”, meinte er schließlich schulterzuckend und setzte sich neben das Mädchen.
“Und? Bist du zu einem Ergebnis gekommen?”
“Nicht wirklich.” Das war zum Teil die Wahrheit. Sie waren in diesen Krieg hineingeworfen worden, ohne am Anfang auch nur die blasseste Ahnung zu haben, was genau los war. Das alles war viel zu groß. Wie sollte man begreifen, dass das ganze Universum auf dem Spiel stand? Keith war sich nicht einmal sicher, ob er es jetzt kapiert hatte. Er fand es einfacher, sich auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren. Nur war das gerade nicht besonders schön.
“Statistisch gesehen sind wir am Arsch”, murmelte Pidge und klang dabei so müde, wie Keith es schon lange nicht mehr bei ihr erlebt hatte. Eigentlich seit der Anfangszeit, als sie alle noch Probleme damit gehabt hatten sich mit der neuen Situation abzufinden. Nein, wenn er näher darüber nachdachte, war sie damals eher wütend gewesen. Jetzt wirkte sie einfach nur mutlos. Ein Gefühl, dass er im Moment teilte.
“Meinst du jetzt oder allgemein?”, fragte er trotzdem nach und war sich nicht sicher, ob er sich das Lächeln in ihrer Stimme nur einbildete, als sie antwortete: “Allgemein. Ich meine… ja, Voltron ist super. Und wir werden immer stärker. Aber… das Universum ist riesig und die Galra… sie kontrollieren so ein großes Gebiet. Wie sollen wir es denn bitte schaffen, sie zu besiegen?”
“Ich habe keine Ahnung”, murmelte Keith und fühlte sich ein wenig wie ein Verräter. Shiro und Allura gaben sich solche Mühe, Optimismus zu vebreiten, alle zusammenzuhalten. Und jetzt saßen Pidge und er hier auf einem Asteroiden und sinnierten darüber, dass sie in diesem Krieg eigentlich keine Chance hatten. “Wir müssen es einfach irgendwie schaffen”, versuchte er noch irgendetwas zu retten und die letzte Reaktion, die er von Pidge erwartet hatte war, dass sie leise lachte. Es war kein sehr fröhliches Lachen, aber im Moment konnten sie nicht wählerisch sein.
“Ich erinner dich daran, wenn wir das nächste Mal in einer ausweglosen Situation sind.” Leiser fügte sie dann hinzu: “Meinst du, sie haben was gemerkt?” Ihe Stimme klang dabei sehr leise und Keith war sich nicht sicher, ob sie seine ehrliche Meinung wissen wollte. Dass die Bewohner des Schiffes ganz sicher gemerkt hatten, dass sie verloren waren. Dass sie mindestens ein paar Minuten Todesangst erlebt hatten, bevor das Schiff zerstört wurde. Mit etwas Glück war es sofort im ganzen vernichtet worden. Dann hatte wenigstens keiner gelitten.
Weil er einfach nicht wusste, was er sagen sollte, rettete er sich in ein Schulterzucken, das alles und nichts bedeuten konnte.
“Ja… denke ich auch”, murmelte Pidge und für die nächste Zeit saßen sie einfach nur nebeneinander und hofften, dass bald jemand auftauchen und sie einsammeln würde.

Profile

120_minuten: (Default)
Die Uhr läuft ... jetzt!

Most Popular Tags

January 2026

M T W T F S S
   1 234
567891011
12131415 161718
19202122232425
262728293031 

Style Credit

Powered by Dreamwidth Studios