Romantik/Intimität - verstehen ohne Worte
Sep. 30th, 2018 12:29 pmTeam: Mond
Challenge: Romantik/Intimität – Verstehen ohne Worte (für mich)
Fandom: The Hollow
Wörter: ~1020
Anmerkung: Mit einer großen Portion Hurt/Comfort, zwei im Preis von einem! *hust* Post-canon, kinda established
Als wäre die Situation nicht so schon anstrengend genug hatte Kais Mutter es mal wieder gut gemeint.
Kais Magen protestierte beim Anblick seines vor ihm liegenden Tellers, beladen mit Braten, Kartoffelpüree und Erbsen. Eins der Lieblingsgerichte des Majors. All seine leidigen Symptome der letzten Woche scheinen seit Stunden sich Stück für Stück hochzuschaukeln. Seine Kopfschmerzen drücken gegen seine ohnehin brennenden Augen, seine Gedanken rasen und kurz bevor es offiziell Zeit fürs Abendbrot war, musste Kai aufs Klo rennen, in der festen Überzeugung, er müsse sich übergeben. Aber es war ohnehin nichts da, was sein Magen hergeben konnte, und für einen Moment würgte er auf nichts. Erleichtert hatte er sich auf den Kachelboden gesetzt, ehe Adam zu ihm kam und ihm half wieder etwas runterzukommen.
Der Major hatte nicht verpasst zu bemerken, dass sein Sohn noch erbärmlicher als sonst aussah. Ehe Kai etwas zurückgiften konnte, wofür ihm eigentlich die Energie fehlte, hatte er Miras Hand auf seinem Rücken gespürt. In dem Moment wollte er eigentlich nur zusammenklappen und heulen – vor Dankbarkeit, dass er das nicht alles alleine durchmachen musste, aber auch vor lauter Erschöpfung. Aber sein Vater war es nicht wert, diese Befriedigung zu erhalten. Kai hatte tief durchgeatmet und dramatisch den Kommentar seines Vaters abgewunken, ehe er sich mit seinen Freunden an die ausgewiesenen Plätze gestellt hatte.
Und so saß er nun da. Zu seiner rechten Kopfseite seine Mutter, zu seiner linken sein Vater, der Major, der zum ersten Mal seit dem Hollow-Finale ihm mehr Aufmerksamkeit schenkte. Als er auf dem Folgetag davon erfuhr, dass es Komplikationen gegeben hatte, auch wenn Kai und sein Team gewonnen hatten, hatte sein Vater ihn angerufen, um zu sagen, dass er sich nicht so haben sollte und seiner Mutter nicht noch mehr Probleme bereiten sollte.
Kai hatte sich ja so auf dieses Familienessen gefreut. Nicht.
Um ihn herum herrschte eine furchtbare, angespannte Stimmung, die einzig am Major abzuperlen schien.
„Ihr scheint beide erfolgreiche Schüler zu sein. Warum macht ihr bei Kais Blödsinn mit? Könnt ihr ihn nicht etwas positiv beeinflussen?“, fragte der Major mit strengem Blick, der direkt auf Mira und Adam gerichtet waren. Beide schlugen sich bisher gut im Kreuzverhör seines Vaters, aber Kai befürchtete, dass früher oder später bei einem der beiden irgendeine Geduldschnur reißen würde. Besorgt schaute Kai gelegentlich von seinem Teller auf, um seine Freunde auf der gegenüberliegenden Seite des Tisches zu beobachten, ihnen vielleicht einen zusichernden Blick zuzuwerfen. Vielleicht hoffte Kai auf einfach darauf, dass jedes Mal, wenn er den Kopf hob, er anhand eines Mundwinkelzuckens oder Zwinkerns bei Adam oder Mira das Zeichen zur Flucht sehen würde. Er wusste, er würde es sofort erkennen, wie auch immer es aussehen würde. Hauptsache von hier wegkommen, Hauptsache er blieb mit ihnen. Zusammen konnten sie alles schaffen.
Stattdessen warf Mira ihm ein müde, aber warmes Lächeln zu, als würde sie ihm sagen wollen, dass sie es bald geschafft hätten und der Braten auf ihrem Teller hoffentlich von selbst verschwinden würde, weil ihr allein vom Anblick schlecht war.
Währenddessen hatte Adam sein bestes Poker-Face aufgesetzt und sah dem Major direkt in die Augen als er antwortete: „Es ist eine von vielen Freizeitaktivitäten für uns und es ist durchaus förderlich für die Teamkoordination.“
„Das ist wissenschaftlich bewiesen. Sie können die Studien einsehen“, schob Mira mit einem falschen breiten Lächeln für den Major ein und beschäftigte sich sofort wieder mit dem Aufspießen einzelner Erbsen.
„Außerdem haben sich Kais Noten im letzten Semester verbessert“, erklärte Adam, die gute Mutterhenne.
Kai warf ihm einen dankenden Blick zu, den Adam zum glück auffing und mit einem fast schon stolzen Lächeln erwiderte. Was war Kai verführt ihm einen demonstrativen Luftkuss zuzuwerfen. Leider konnte er nicht abschätzen, ob der Major eher ein Aneurysma davon bekäme, oder er innerhalb von 0,5 Sekunden auf der Straße enterbt und verstoßen dastünde. Für beides war Kai in dem Moment etwas zu müde.
„Da hat Adam Recht!“, bestätigte Kais Mutter und strahlte quer über den Tisch, als könne das etwas von der angespannten Stimmung vertreiben. Der Major starrte sie dafür einen Moment völlig ausdruckslos an. Vielleicht schrieb er sie in dem Moment als Verräter ab. „Er hat sich in Chemie, Literatur und Bio sehr verbessert!“
Zu Kais Unglück fiel als nächstes das Starren des Majors auf ihn. Die einzige Abwehrmöglichkeit, die ihm dazu einfiel, war eine Gabel voll Kartoffelpüree sich in den Mund zu stopfen. So konnte er wenigstens nichts Dummes sagen und seinen Vater noch weiter verstimmen. Seine Ohren rauschten und ihm stieg die Übelkeit immer weiter hoch. Kai bekam Angst, dass er gleich am Püree ersticken würde, dass er ohnmächtig vom Stuhl fallen würde oder seinen letzten Rest Kontrolle vor seinem Vater verlieren, wenn der ihm wieder etwas um die Ohren schlug. Es wurde mit jeder endlosen Sekunde schlimmer. Nach einer gefühlten Ewigkeit, die vermutlich nur ein langer Augenblick war, wurde Kai heiß und kalt und schwummerig. Doch der Major sagte noch immer nichts. Schließlich ließ er doch von ihm ab und sah mit einem Schnauben und angedeuteten Kopfschütteln weg.
Kais Magen fiel ein Stockwerk tiefer und seine Finger kribbelten. Ein Schreck durchfuhr ihn, als er plötzlich etwas an seinen Beinen spürte. Reflexartig schlug er seine Hand vor den Mund, um das Püree bei sich zu behalten. Aus seiner Panik etwas geweckt, aber noch tief in ihrem Griff, erinnerte er sich wieder ans Atmen, das zunächst viel zu schnell war. Das Gefühl an seinen Beinen war noch immer dar und mit einem verwirrten Blick zu Adam und Mira war er sich sicher, dass sie es sein mussten. Füßeln am Esstisch mit dem Major – die beiden hatten vielleicht Eier! Aber Kai war so endlos dankbar den beiden und versuchte es durch seinen Blick zum Ausdruck zu bringen. Das Zucken ihrer Mundwinkel schien die Bestätigung für die Nachrichtenübermittlung zu sein und Kai traute sich, das Püree runterzuschlucken. Er wartete eine Sekunde ab, eh er tief ein- und ausatmete und sich seinem Vater zuwandt.
„Bitte erlauben Sie mir vom Tisch aufzustehen, Sir, ich werde grad zum vegetarier und vielleicht schwul und Green Peace-Aktivist. Mir bekommen die Erbsen nicht. Oh, und das Baseball-Spiel beginnt gleich, falls Sie immer noch Fan sind. Schönen Abend noch. Sir.“
Challenge: Romantik/Intimität – Verstehen ohne Worte (für mich)
Fandom: The Hollow
Wörter: ~1020
Anmerkung: Mit einer großen Portion Hurt/Comfort, zwei im Preis von einem! *hust* Post-canon, kinda established
Als wäre die Situation nicht so schon anstrengend genug hatte Kais Mutter es mal wieder gut gemeint.
Kais Magen protestierte beim Anblick seines vor ihm liegenden Tellers, beladen mit Braten, Kartoffelpüree und Erbsen. Eins der Lieblingsgerichte des Majors. All seine leidigen Symptome der letzten Woche scheinen seit Stunden sich Stück für Stück hochzuschaukeln. Seine Kopfschmerzen drücken gegen seine ohnehin brennenden Augen, seine Gedanken rasen und kurz bevor es offiziell Zeit fürs Abendbrot war, musste Kai aufs Klo rennen, in der festen Überzeugung, er müsse sich übergeben. Aber es war ohnehin nichts da, was sein Magen hergeben konnte, und für einen Moment würgte er auf nichts. Erleichtert hatte er sich auf den Kachelboden gesetzt, ehe Adam zu ihm kam und ihm half wieder etwas runterzukommen.
Der Major hatte nicht verpasst zu bemerken, dass sein Sohn noch erbärmlicher als sonst aussah. Ehe Kai etwas zurückgiften konnte, wofür ihm eigentlich die Energie fehlte, hatte er Miras Hand auf seinem Rücken gespürt. In dem Moment wollte er eigentlich nur zusammenklappen und heulen – vor Dankbarkeit, dass er das nicht alles alleine durchmachen musste, aber auch vor lauter Erschöpfung. Aber sein Vater war es nicht wert, diese Befriedigung zu erhalten. Kai hatte tief durchgeatmet und dramatisch den Kommentar seines Vaters abgewunken, ehe er sich mit seinen Freunden an die ausgewiesenen Plätze gestellt hatte.
Und so saß er nun da. Zu seiner rechten Kopfseite seine Mutter, zu seiner linken sein Vater, der Major, der zum ersten Mal seit dem Hollow-Finale ihm mehr Aufmerksamkeit schenkte. Als er auf dem Folgetag davon erfuhr, dass es Komplikationen gegeben hatte, auch wenn Kai und sein Team gewonnen hatten, hatte sein Vater ihn angerufen, um zu sagen, dass er sich nicht so haben sollte und seiner Mutter nicht noch mehr Probleme bereiten sollte.
Kai hatte sich ja so auf dieses Familienessen gefreut. Nicht.
Um ihn herum herrschte eine furchtbare, angespannte Stimmung, die einzig am Major abzuperlen schien.
„Ihr scheint beide erfolgreiche Schüler zu sein. Warum macht ihr bei Kais Blödsinn mit? Könnt ihr ihn nicht etwas positiv beeinflussen?“, fragte der Major mit strengem Blick, der direkt auf Mira und Adam gerichtet waren. Beide schlugen sich bisher gut im Kreuzverhör seines Vaters, aber Kai befürchtete, dass früher oder später bei einem der beiden irgendeine Geduldschnur reißen würde. Besorgt schaute Kai gelegentlich von seinem Teller auf, um seine Freunde auf der gegenüberliegenden Seite des Tisches zu beobachten, ihnen vielleicht einen zusichernden Blick zuzuwerfen. Vielleicht hoffte Kai auf einfach darauf, dass jedes Mal, wenn er den Kopf hob, er anhand eines Mundwinkelzuckens oder Zwinkerns bei Adam oder Mira das Zeichen zur Flucht sehen würde. Er wusste, er würde es sofort erkennen, wie auch immer es aussehen würde. Hauptsache von hier wegkommen, Hauptsache er blieb mit ihnen. Zusammen konnten sie alles schaffen.
Stattdessen warf Mira ihm ein müde, aber warmes Lächeln zu, als würde sie ihm sagen wollen, dass sie es bald geschafft hätten und der Braten auf ihrem Teller hoffentlich von selbst verschwinden würde, weil ihr allein vom Anblick schlecht war.
Währenddessen hatte Adam sein bestes Poker-Face aufgesetzt und sah dem Major direkt in die Augen als er antwortete: „Es ist eine von vielen Freizeitaktivitäten für uns und es ist durchaus förderlich für die Teamkoordination.“
„Das ist wissenschaftlich bewiesen. Sie können die Studien einsehen“, schob Mira mit einem falschen breiten Lächeln für den Major ein und beschäftigte sich sofort wieder mit dem Aufspießen einzelner Erbsen.
„Außerdem haben sich Kais Noten im letzten Semester verbessert“, erklärte Adam, die gute Mutterhenne.
Kai warf ihm einen dankenden Blick zu, den Adam zum glück auffing und mit einem fast schon stolzen Lächeln erwiderte. Was war Kai verführt ihm einen demonstrativen Luftkuss zuzuwerfen. Leider konnte er nicht abschätzen, ob der Major eher ein Aneurysma davon bekäme, oder er innerhalb von 0,5 Sekunden auf der Straße enterbt und verstoßen dastünde. Für beides war Kai in dem Moment etwas zu müde.
„Da hat Adam Recht!“, bestätigte Kais Mutter und strahlte quer über den Tisch, als könne das etwas von der angespannten Stimmung vertreiben. Der Major starrte sie dafür einen Moment völlig ausdruckslos an. Vielleicht schrieb er sie in dem Moment als Verräter ab. „Er hat sich in Chemie, Literatur und Bio sehr verbessert!“
Zu Kais Unglück fiel als nächstes das Starren des Majors auf ihn. Die einzige Abwehrmöglichkeit, die ihm dazu einfiel, war eine Gabel voll Kartoffelpüree sich in den Mund zu stopfen. So konnte er wenigstens nichts Dummes sagen und seinen Vater noch weiter verstimmen. Seine Ohren rauschten und ihm stieg die Übelkeit immer weiter hoch. Kai bekam Angst, dass er gleich am Püree ersticken würde, dass er ohnmächtig vom Stuhl fallen würde oder seinen letzten Rest Kontrolle vor seinem Vater verlieren, wenn der ihm wieder etwas um die Ohren schlug. Es wurde mit jeder endlosen Sekunde schlimmer. Nach einer gefühlten Ewigkeit, die vermutlich nur ein langer Augenblick war, wurde Kai heiß und kalt und schwummerig. Doch der Major sagte noch immer nichts. Schließlich ließ er doch von ihm ab und sah mit einem Schnauben und angedeuteten Kopfschütteln weg.
Kais Magen fiel ein Stockwerk tiefer und seine Finger kribbelten. Ein Schreck durchfuhr ihn, als er plötzlich etwas an seinen Beinen spürte. Reflexartig schlug er seine Hand vor den Mund, um das Püree bei sich zu behalten. Aus seiner Panik etwas geweckt, aber noch tief in ihrem Griff, erinnerte er sich wieder ans Atmen, das zunächst viel zu schnell war. Das Gefühl an seinen Beinen war noch immer dar und mit einem verwirrten Blick zu Adam und Mira war er sich sicher, dass sie es sein mussten. Füßeln am Esstisch mit dem Major – die beiden hatten vielleicht Eier! Aber Kai war so endlos dankbar den beiden und versuchte es durch seinen Blick zum Ausdruck zu bringen. Das Zucken ihrer Mundwinkel schien die Bestätigung für die Nachrichtenübermittlung zu sein und Kai traute sich, das Püree runterzuschlucken. Er wartete eine Sekunde ab, eh er tief ein- und ausatmete und sich seinem Vater zuwandt.
„Bitte erlauben Sie mir vom Tisch aufzustehen, Sir, ich werde grad zum vegetarier und vielleicht schwul und Green Peace-Aktivist. Mir bekommen die Erbsen nicht. Oh, und das Baseball-Spiel beginnt gleich, falls Sie immer noch Fan sind. Schönen Abend noch. Sir.“