Romantik/Intimität - verwählt
Sep. 30th, 2018 12:55 amTeam: Mond
Challenge: Romantik/Intimität – verwählt (für mich)
Fandom: Puella Magi Madoka Magica
Charaktere: Sayaka, Kyoko
Wörter: ~840
Zwischen der Frage nach x und der Frage, wen es eigentlich kümmerte, begann Sayakas Handy zu vibrieren. Erleichtert, eine Ausrede zu haben, um ihre Mathehausaufgaben zu unterbrechen, klappte sie es auf und nahm ab.
„Hallo?“
Es rauschte im Hintergrund, als würde Regen auf ein Dach trommeln, und auch wenn keine Worte sofort kamen, hörte Sayaka einen stockenden Atem, ehe sie eine Antwort bekam: „Öh... hi!“, zschirpte eine Stimme viel zu hoch.
„Wer ist dran?“
„Na, erkennst du mich etwa nicht? Hast mir wohl doch ein Mal zu viel versucht den Mund zu verbieten, was? Kyoko!“
„Kyoko?!“, fragte Sayaka völlig verdutzt. Sie wusste nicht warum, aber in ihrem Kopf kollidierten Welten, wenn sie sich Kyoko mit irgendwelchen Geräten vorstellte, die nicht Fernsehr oder Arcade-Games waren. „Vielleicht habe ich dich nicht erkannt, weil du grad nichts im Mund hast.“ Sayaka schmunzelte über ihre eigene Spitze, auf die sie etwas stolz war, besonders als sie Kyokos Proteste hörte.
„Ganz schön dreist! Das hab ich davon, wenn ich mich verwähle!“
„Verwählt? Wen wolltest du anrufen?“
„Geht dich nichts an!“, kams es prompt aus den Hörer und etwas aggressiver als Sayaka erwartet hätte.
„OK, war ja nur eine Frage. Man ey... Musst du immer gleich so giftig sein?“
„Dann komm mir einfach nicht so blöd!“
„Dann verwähl dich nicht, wenn du so viel schlauer bist!“
„Mach ich nie wieder, versprochen! Am besten lösche ich deine Nummer aus dem Adressbuch! Das- wird schon gehen. Das geht, oder? Das geht bestimmt! Dann lösch ich deine Nummer!“
Sayaka musste für einen Moment inne halten. „Moment, halt – wieso hast du meine Nummer? Hast du ein Handy? Wieso hab ich nicht deine Nummer, wenn du meine hast?“
So heftig ihr kleiner Schlagabtausch einen Moment vorher war, so laut schien das Schweigen am Telefon zu sein, ehe Kyoko mit tonloser Stimme antwortete: „Homura.“
„Was ist mit Homura?“
Ungeduldiges Schnaufen. „Sie hat es mir besorgt. Für Notfälle. Ich wollte nicht, aber nun, wer weiß, kann nicht schaden. Oder? Hast du etwa ein Problem damit?“
„Nein- ich denke nicht- nein, wieso? Aber- wieso- also- äh- Seit wann eigentlich?“
Erneutes Schweigen. „Seit vorhin.“
„Und schon beim ersten Versuch hast du dich verwählt? Große Leistung!“, piesackte Sayaka weiter. Ihr Mund plapperte schneller all die kleinen Gemeinheiten, ehe ihr Verstand wirklich einschreiten wollte. Es tat ihr schon im nächsten Augenblick leid, schließlich musste sie nicht so draufhauen. Bevor Kyoko wütend genug Luft geholt hatte für eine Antwort, eilte Sayaka dazwischen. „Sorry!“ Sie glaubte zu hören, wie Kyoko die Luft anhielt. „Das war unnötig gewesen – entschudlige.“ Ein kurzes Schweigen, bis schließlich ein leises Seufzen folgte. „Es ist wirklich eine Überraschung von dir zu hören. Ich speicher mir gleich deine Nummer! Für Notfälle!“
„Für Notfälle“, bestätigte Kyoko.
Sayaka öffnete schon den Mund für eine Antwort, aber heraus kam nur Schweigen und es wurde zu einem verschmitzten Lächeln, unhörbar und um so ehrlicher. In der Leitung trommelte der Regen, es rauschten Autos und manchmal hörte sie einen Atemzug. Sayaka hatte bis zu dem Moment nicht gewusst, dass Telefone auch dafür geeignet waren. Sayaka hatte aber auch vor Kyoko nicht gewusst, dass Schweigen nach lauten Wortwechseln so viel mehr als nur Sprach- und Ratlosigkeit sein konnte, mehr als Wut oder Verständnis.
„Vorhin bin ich an einer Konditorie vorbeigegangen. Da waren in der Auslage lauter tolle kleine Törtchen. Eins davon hatte so eine kleine Deko auf der Sahnehaube, die wie deine Haarspange aussah“, erzählte Kyoko unvermittelt mit völlig gelassener Stimme.
Sayaka kicherte. „Welche Geschmacksrichtung?“
„Keine Ahnung, ehrlich, es war komplett in Sahne gehüllt. Aber ich hätte es so oder so verputzt.“
„Weil du ein Vielfraß bist.“
„Sag nichts gegen Essen, besonders wenn es süß aussieht!“
„Sieht meine Haarspange auch süß aus?“, fragte Sayaka spontan und überraschte sich selbst damit. Als daraufhin wieder Schweigen einsetzte begann ihr Herz zu rasen und sie zerbrach sich den Kopf über einen möglichen Themenwechsel. „Oh man, schon ganz schön spät, nicht? Ich muss noch meine Mathehausaufgaben fertig machen.“
„Sorry für die Störung“, sagte Kyoko etwas überrumpelt, etwas tonlos, etwas wie Sayaka es eigentlich nicht hören wollte. Wütend auf sich selbst biss sie sich auf ihre Unterlippe.
„Ach was, ich hab mich gefreut!“
„Wirklich?“, fragte Kyoko überrascht, was Sayaka nur mit einem Kichern beantworten konnte.
„Bist du irgendwo im Trockenen?“, wechselte Sayaka doch gekonnter das Thema.
„Ja. Alles ok.“
„Ok.“
Es schien alles gesagt und das Ende eigentlich eingeläutet worden zu sein, trotzdem schienen beide Mädchen an der Leitung noch jeden Moment länger zu hängen und es wurde Sayaka bewusst. Etwas überfordert von den Fragen, die sich damit verbunden ihr aufdrängten, ergriff sie die Initiative.
„Gute Nacht.“
„Gute Nacht.“
„Sayaka?“
„Ja?“
„Sie ist süß.“
„Danke.“ Sayaka lachte leise und es legte noch immer keiner auf. „Schlaf schön.“
„Du auch.“
„Tschüss.“
„Hmhm.“
Mit größtem Widerwillen legte Sayaka doch auf und hoffte heimlich darauf, dass Kyoko bald wieder vorgab sich zu verwählen.
Challenge: Romantik/Intimität – verwählt (für mich)
Fandom: Puella Magi Madoka Magica
Charaktere: Sayaka, Kyoko
Wörter: ~840
Zwischen der Frage nach x und der Frage, wen es eigentlich kümmerte, begann Sayakas Handy zu vibrieren. Erleichtert, eine Ausrede zu haben, um ihre Mathehausaufgaben zu unterbrechen, klappte sie es auf und nahm ab.
„Hallo?“
Es rauschte im Hintergrund, als würde Regen auf ein Dach trommeln, und auch wenn keine Worte sofort kamen, hörte Sayaka einen stockenden Atem, ehe sie eine Antwort bekam: „Öh... hi!“, zschirpte eine Stimme viel zu hoch.
„Wer ist dran?“
„Na, erkennst du mich etwa nicht? Hast mir wohl doch ein Mal zu viel versucht den Mund zu verbieten, was? Kyoko!“
„Kyoko?!“, fragte Sayaka völlig verdutzt. Sie wusste nicht warum, aber in ihrem Kopf kollidierten Welten, wenn sie sich Kyoko mit irgendwelchen Geräten vorstellte, die nicht Fernsehr oder Arcade-Games waren. „Vielleicht habe ich dich nicht erkannt, weil du grad nichts im Mund hast.“ Sayaka schmunzelte über ihre eigene Spitze, auf die sie etwas stolz war, besonders als sie Kyokos Proteste hörte.
„Ganz schön dreist! Das hab ich davon, wenn ich mich verwähle!“
„Verwählt? Wen wolltest du anrufen?“
„Geht dich nichts an!“, kams es prompt aus den Hörer und etwas aggressiver als Sayaka erwartet hätte.
„OK, war ja nur eine Frage. Man ey... Musst du immer gleich so giftig sein?“
„Dann komm mir einfach nicht so blöd!“
„Dann verwähl dich nicht, wenn du so viel schlauer bist!“
„Mach ich nie wieder, versprochen! Am besten lösche ich deine Nummer aus dem Adressbuch! Das- wird schon gehen. Das geht, oder? Das geht bestimmt! Dann lösch ich deine Nummer!“
Sayaka musste für einen Moment inne halten. „Moment, halt – wieso hast du meine Nummer? Hast du ein Handy? Wieso hab ich nicht deine Nummer, wenn du meine hast?“
So heftig ihr kleiner Schlagabtausch einen Moment vorher war, so laut schien das Schweigen am Telefon zu sein, ehe Kyoko mit tonloser Stimme antwortete: „Homura.“
„Was ist mit Homura?“
Ungeduldiges Schnaufen. „Sie hat es mir besorgt. Für Notfälle. Ich wollte nicht, aber nun, wer weiß, kann nicht schaden. Oder? Hast du etwa ein Problem damit?“
„Nein- ich denke nicht- nein, wieso? Aber- wieso- also- äh- Seit wann eigentlich?“
Erneutes Schweigen. „Seit vorhin.“
„Und schon beim ersten Versuch hast du dich verwählt? Große Leistung!“, piesackte Sayaka weiter. Ihr Mund plapperte schneller all die kleinen Gemeinheiten, ehe ihr Verstand wirklich einschreiten wollte. Es tat ihr schon im nächsten Augenblick leid, schließlich musste sie nicht so draufhauen. Bevor Kyoko wütend genug Luft geholt hatte für eine Antwort, eilte Sayaka dazwischen. „Sorry!“ Sie glaubte zu hören, wie Kyoko die Luft anhielt. „Das war unnötig gewesen – entschudlige.“ Ein kurzes Schweigen, bis schließlich ein leises Seufzen folgte. „Es ist wirklich eine Überraschung von dir zu hören. Ich speicher mir gleich deine Nummer! Für Notfälle!“
„Für Notfälle“, bestätigte Kyoko.
Sayaka öffnete schon den Mund für eine Antwort, aber heraus kam nur Schweigen und es wurde zu einem verschmitzten Lächeln, unhörbar und um so ehrlicher. In der Leitung trommelte der Regen, es rauschten Autos und manchmal hörte sie einen Atemzug. Sayaka hatte bis zu dem Moment nicht gewusst, dass Telefone auch dafür geeignet waren. Sayaka hatte aber auch vor Kyoko nicht gewusst, dass Schweigen nach lauten Wortwechseln so viel mehr als nur Sprach- und Ratlosigkeit sein konnte, mehr als Wut oder Verständnis.
„Vorhin bin ich an einer Konditorie vorbeigegangen. Da waren in der Auslage lauter tolle kleine Törtchen. Eins davon hatte so eine kleine Deko auf der Sahnehaube, die wie deine Haarspange aussah“, erzählte Kyoko unvermittelt mit völlig gelassener Stimme.
Sayaka kicherte. „Welche Geschmacksrichtung?“
„Keine Ahnung, ehrlich, es war komplett in Sahne gehüllt. Aber ich hätte es so oder so verputzt.“
„Weil du ein Vielfraß bist.“
„Sag nichts gegen Essen, besonders wenn es süß aussieht!“
„Sieht meine Haarspange auch süß aus?“, fragte Sayaka spontan und überraschte sich selbst damit. Als daraufhin wieder Schweigen einsetzte begann ihr Herz zu rasen und sie zerbrach sich den Kopf über einen möglichen Themenwechsel. „Oh man, schon ganz schön spät, nicht? Ich muss noch meine Mathehausaufgaben fertig machen.“
„Sorry für die Störung“, sagte Kyoko etwas überrumpelt, etwas tonlos, etwas wie Sayaka es eigentlich nicht hören wollte. Wütend auf sich selbst biss sie sich auf ihre Unterlippe.
„Ach was, ich hab mich gefreut!“
„Wirklich?“, fragte Kyoko überrascht, was Sayaka nur mit einem Kichern beantworten konnte.
„Bist du irgendwo im Trockenen?“, wechselte Sayaka doch gekonnter das Thema.
„Ja. Alles ok.“
„Ok.“
Es schien alles gesagt und das Ende eigentlich eingeläutet worden zu sein, trotzdem schienen beide Mädchen an der Leitung noch jeden Moment länger zu hängen und es wurde Sayaka bewusst. Etwas überfordert von den Fragen, die sich damit verbunden ihr aufdrängten, ergriff sie die Initiative.
„Gute Nacht.“
„Gute Nacht.“
„Sayaka?“
„Ja?“
„Sie ist süß.“
„Danke.“ Sayaka lachte leise und es legte noch immer keiner auf. „Schlaf schön.“
„Du auch.“
„Tschüss.“
„Hmhm.“
Mit größtem Widerwillen legte Sayaka doch auf und hoffte heimlich darauf, dass Kyoko bald wieder vorgab sich zu verwählen.
no subject
Date: 2018-09-30 08:43 am (UTC)Das ist so niedlich und tapsig und Sayaka piesackt sie so schön und Kyoko protestiert zu viel... AWWWWWW. ♥
no subject
Date: 2018-09-30 11:31 am (UTC)no subject
Date: 2018-09-30 02:18 pm (UTC)Und der Satz ist so wahr:
„Vielleicht habe ich dich nicht erkannt, weil du grad nichts im Mund hast.“ :D
no subject
Date: 2018-09-30 06:50 pm (UTC)Und ich schließe mich Nachanca an: „Vielleicht habe ich dich nicht erkannt, weil du grad nichts im Mund hast.“ - auch mein Lieblingssatz.
PS: Beim Blitz-Überfliegen gestern dachte ich übrigens, Kyôko hätte wirklich in Sayakas Spange gebissen. Was für mich absolut In Character gewesen wäre. xD