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[personal profile] luinaldawen posting in [community profile] 120_minuten
Team: Mond
Challenge: Angst - Spitze Objekte
Fandom: Original
Anmerkung: Ich hab keine Ahnung von gar nichts und bin daher wenig ins Detail gegangen. Seht es mir nach. XD
Wörter: ~500

Die Nadel bohrte sich mit sorgfältiger Langsamkeit in die helle, empfindliche Haut, begleitet von einem feinen Schmerz. Dabei entstand eine kleine Delle an der Stelle, wo sie eindrang, genau dort wo die Vene sich deutlich genug abhob um der Arzthelferin die Arbeit leicht zu machen. Normalerweise wäre sie die letzte, die sich anschaute, wie in sie hineingepiekt wurde, aber diesmal klebte ihr Blick an der tiefer dringenden Nadel, als hinge ihr Leben davon ab.
Gewissermaßen tat es das sogar. Das flaue Gefühl in ihrem Magen hatte nichts mit der roten Flüssigkeit zu tun, die nun in das Röhrchen floss und es erstaunlich schnell füllte. Geschickt wechselte die Arzthelferin das Röhrchen aus und ein weiteres wurde gefüllt. Am Ende lagen beide mit Aufklebern versehen da und wirkten vollkommen unschuldig, während sie selbst erstmal nur eines dieser Wattepads an die Einstichstelle halten konnte, damit die Arzthelferin gleich ein Pflaster draufkleben konnte. Während sie wartete, sah sie sich zum ersten Mal richtig um. An der Wand zu ihrer Linken klebte ein Poster mit einem abendlichen Strand. Vermutlich, damit die Leute sich ablenken konnten, wenn ihnen Blut abgenommen wurde. Unter anderen Umständen hätte sie wohl schon vorher angefangen, die Reflexionen im Wasser zu zählen. Aber unter anderen Umständen wäre sie auch nicht hier. Wenn da nicht diese Symptome gewesen wären, die sie schließlich zum Arzt getrieben hatten. Nicht ganz freiwillig, ihre beste Freundin hatte sie praktisch dazu gezwungen, einen Termin zu machen. Weil das nicht mehr normal war.
Sie war sich nicht sicher, ob es richtig gewesen war, herzukommen. Vorher hatte sie sich einreden können, dass alles okay war. Dass sie einfach nur überarbeitet war und eine Pause brauchte. Jetzt ging das nicht mehr so gut. Es konnte immer noch sein, dass sie gesund war. Ein paar Vitamine oder so und alles wäre wie immer. Aber jetzt war da auch die ganz reale Gefahr, dass sie krank war. Richtig krank. Sie wollte es nicht wissen. Sie wollte es wirklich nicht wissen.
“Sie können jetzt loslassen”, erklärte die Arzthelferin freundlich und als sie dem Folge leistete, wurde ein kleines, weißes Pflaster auf die Einstichstelle in ihrer Armbeuge geklebt. Dann lächelte die Frau sie an. “Das Ergebnis haben wir wohl Anfang kommender Woche. Rufen Sie einfach Dienstag ab 15 Uhr kurz durch.”
“Okay… wie lange sind Sie dann da?” Sie war selbst überrascht, wie ruhig ihre Stimme klang. Als ginge sie das alles nichts an. Sie wünschte sich, diese Ruhe wäre nicht nur oberflächlich.
“Bis 16 Uhr. Wenn es ein paar Minuten später wird, macht es aber auch nichts. Wir sind immer etwas länger da.”
Es war nett, wie sie versuchte, sie zu beruhigen. Das dankbare Lächeln war hoffentlich überzeugend. Trotzdem bebte ihre Stimme ein wenig, als sie antwortete. “Kenne ich. Danke… Ich melde mich pünklich.” Dann musste sie eben kurz ihre eigene Arbeit unterbrechen, das würde sie wohl hinkriegen. Gesundheit ging schließlich vor und so.
Sie stand auf und verabschiedete sich.

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