Angst - Erinnerungen
Sep. 28th, 2018 10:17 pmTeam: Mond
Challenge: Angst - Erinnerungen
Fandom: Voltron
Charaktere: Keith
Wörter: ~700
Was sollte jetzt aus ihm werden? Keith konnte immer noch nicht ganz begreifen, was passiert war. Dabei war es jetzt schon eine Woche her. Eine Woche, seit sein Vater beerdigt worden war. Der erste Betreuer hatte ihm schon gesagt, dass er sich mal zusammenreißen solle. Andere Kinder hätten auch ihre Eltern verloren. Keith hatte reagiert, indem er aus dem Raum gestürmt war und die Tür zugeknallt hatte. Jetzt saß er draußen an einer Bushaltestelle und versuchte sich wieder einmal klarzumachen, dass das hier jetzt sein Leben war. Weil er sonst niemanden hatte. Bei der Beerdigung waren auch nur die Kollegen seines Vaters dagewesen. Und ein paar von Keiths Lehrern, die sich dazu verpflichtet gefühlt hatten. Er hätte da auch gut drauf verzichten können. Verwandte hatte er keine mehr, also hatte man ihn direkt in ein Heim gesteckt. Wo er nur einer von vielen war… mit überforderten Erziehern, die sich einen Scheiß um die Kinder und Jugendlichen scherten.
Er wollte einfach nur die Zeit zurückdrehen… als alles noch gutgewesen war. Als er mit seinem Vater nachts in die Wüste gefahren war, sich in den Sand gelegt hatte und den wunderschönen, weiten Sternenhimmel betrachtet. Keith hatte die Sterne schon immer faszinierend gefunden und sein Vater hatte ziemlich viel darüber gewusst, auch wenn er nicht auf jede Frage eine Antwort gehabt hatte, hatte er immer versucht, es herauszufinden und ihm erklären. Ihm begreiflich zu machen, wie unglaublich weit es dort oben war. Bis heute hatte Keith Probleme, das zu verstehen. Aber er wollte unbedingt einmal dorthin. Den Sternen ganz nah sein. Das, oder Rennfahrer. Ob er das jetzt noch schaffen könnte? Keiths Hand krallte sich so fest in den Stoff seiner Jacke, dass er einen Moment glaubte, ihn reißen zu hören. Schnell ließ er los, fand aber nur neue Knitterfalten und davon hatte die Jacke inzwischen mehr als genug. Die Jacke war das letzte gewesen, was sein Vater ihm gekauft hatte. Vorher. In einem ziemlich knalligen Rot, das Keith erst blöd gefunden hatte. “So finde ich dich schneller wieder, wenn du dich wieder herumtreibst”, hatte sein Vater grinsend erklärt, als er den skeptischen Blick seines Sohnes bemerkt hatte. Das hatte Keith auch nicht gerade zu einem Fan der Jacke gemacht, aber er hatte sie angezogen. Und jetzt war sie zu einem Erinnerungsstück geworden, das er niemals wieder hergeben wollte.
“Das dort ist Sirius. Man nennt ihn auch Hundsstern.” Gespannt hörte Keith seinem Vater zu und folgte mit dem Fernglas der Richtung, in die er deutete. Jetzt war er froh über die neue Jacke, es wurde nachts wirklich ziemlich kalt. Neugierig fragte er: “Warum?”
“Genau weiß ich es auch nicht, aber er liegt im Sternzeichen des Großen Hundes, das könnte wohl der Grund sein.”
Das klang logisch. Keith nickte ernst und sein Vater erklärte weiter: “Eigentlich sind es zwei Sterne, wir sehen aber nur den einen. Man hat sich bei den Namen richtig Mühe gegeben und nennt sie Sirius A und Sirius B.” Er lachte und Keith stimmte mit ein.
“Meinst du, wir fliegen irgendwann da hin?”, wollte er dann wissen.
“Möglich. Mit 8,6 Lichtjahren ist er recht nah. Aber es wird noch viel Zeit vergehen, bis das passiert. Weißt du noch, was ein Lichtjahr ist?”
“Klar. Die Entfernung, die das Licht in einem Jahr schafft.” Keith überlegte einen Moment. “Ziemlich weit weg also.”
“So kann man es auch ausdrücken.”
Zwei Tage später war Keith eine Waise gewesen. Wie es weiterging… keiner wusste es. Dabei wollte er nichts weiter als die Zeit zurückdrehen und seinen Vater zurückhaben. Aber das ging natürlich nicht. Er musste irgendwie damit klarkommen, dass er jetzt alleine war. Wie wenig auf andere Verlass war, hatte er ja inzwischen gemerkt.
Ein Bus näherte sich und hielt an. Eine Frau mittleren Alters stieg aus und der Fahrer sah Keith fragend an. Der schüttelte knapp den Kopf. Es war verlockend, einfach in den blöden Bus zu steigen und sonstwohin zu fahren, aber er hatte kein Geld dabei. Ohne würde er wohl kaum mitgenommen werden. Der Busfahrer zuckte nur mit den Schultern, die Türen schlossen sich und der Bus fuhr an. Chance verpasst. Worauf auch immer.
Keith stand auf. Hier blöd rumsitzen wollte er auch nicht mehr. Zurück zum Heim aber auch nicht… es gab aber keinen anderen Ort wo er hin könnte. Also schob er die Hände tief in seine Jackentaschen und ging los.
Challenge: Angst - Erinnerungen
Fandom: Voltron
Charaktere: Keith
Wörter: ~700
Was sollte jetzt aus ihm werden? Keith konnte immer noch nicht ganz begreifen, was passiert war. Dabei war es jetzt schon eine Woche her. Eine Woche, seit sein Vater beerdigt worden war. Der erste Betreuer hatte ihm schon gesagt, dass er sich mal zusammenreißen solle. Andere Kinder hätten auch ihre Eltern verloren. Keith hatte reagiert, indem er aus dem Raum gestürmt war und die Tür zugeknallt hatte. Jetzt saß er draußen an einer Bushaltestelle und versuchte sich wieder einmal klarzumachen, dass das hier jetzt sein Leben war. Weil er sonst niemanden hatte. Bei der Beerdigung waren auch nur die Kollegen seines Vaters dagewesen. Und ein paar von Keiths Lehrern, die sich dazu verpflichtet gefühlt hatten. Er hätte da auch gut drauf verzichten können. Verwandte hatte er keine mehr, also hatte man ihn direkt in ein Heim gesteckt. Wo er nur einer von vielen war… mit überforderten Erziehern, die sich einen Scheiß um die Kinder und Jugendlichen scherten.
Er wollte einfach nur die Zeit zurückdrehen… als alles noch gutgewesen war. Als er mit seinem Vater nachts in die Wüste gefahren war, sich in den Sand gelegt hatte und den wunderschönen, weiten Sternenhimmel betrachtet. Keith hatte die Sterne schon immer faszinierend gefunden und sein Vater hatte ziemlich viel darüber gewusst, auch wenn er nicht auf jede Frage eine Antwort gehabt hatte, hatte er immer versucht, es herauszufinden und ihm erklären. Ihm begreiflich zu machen, wie unglaublich weit es dort oben war. Bis heute hatte Keith Probleme, das zu verstehen. Aber er wollte unbedingt einmal dorthin. Den Sternen ganz nah sein. Das, oder Rennfahrer. Ob er das jetzt noch schaffen könnte? Keiths Hand krallte sich so fest in den Stoff seiner Jacke, dass er einen Moment glaubte, ihn reißen zu hören. Schnell ließ er los, fand aber nur neue Knitterfalten und davon hatte die Jacke inzwischen mehr als genug. Die Jacke war das letzte gewesen, was sein Vater ihm gekauft hatte. Vorher. In einem ziemlich knalligen Rot, das Keith erst blöd gefunden hatte. “So finde ich dich schneller wieder, wenn du dich wieder herumtreibst”, hatte sein Vater grinsend erklärt, als er den skeptischen Blick seines Sohnes bemerkt hatte. Das hatte Keith auch nicht gerade zu einem Fan der Jacke gemacht, aber er hatte sie angezogen. Und jetzt war sie zu einem Erinnerungsstück geworden, das er niemals wieder hergeben wollte.
“Das dort ist Sirius. Man nennt ihn auch Hundsstern.” Gespannt hörte Keith seinem Vater zu und folgte mit dem Fernglas der Richtung, in die er deutete. Jetzt war er froh über die neue Jacke, es wurde nachts wirklich ziemlich kalt. Neugierig fragte er: “Warum?”
“Genau weiß ich es auch nicht, aber er liegt im Sternzeichen des Großen Hundes, das könnte wohl der Grund sein.”
Das klang logisch. Keith nickte ernst und sein Vater erklärte weiter: “Eigentlich sind es zwei Sterne, wir sehen aber nur den einen. Man hat sich bei den Namen richtig Mühe gegeben und nennt sie Sirius A und Sirius B.” Er lachte und Keith stimmte mit ein.
“Meinst du, wir fliegen irgendwann da hin?”, wollte er dann wissen.
“Möglich. Mit 8,6 Lichtjahren ist er recht nah. Aber es wird noch viel Zeit vergehen, bis das passiert. Weißt du noch, was ein Lichtjahr ist?”
“Klar. Die Entfernung, die das Licht in einem Jahr schafft.” Keith überlegte einen Moment. “Ziemlich weit weg also.”
“So kann man es auch ausdrücken.”
Zwei Tage später war Keith eine Waise gewesen. Wie es weiterging… keiner wusste es. Dabei wollte er nichts weiter als die Zeit zurückdrehen und seinen Vater zurückhaben. Aber das ging natürlich nicht. Er musste irgendwie damit klarkommen, dass er jetzt alleine war. Wie wenig auf andere Verlass war, hatte er ja inzwischen gemerkt.
Ein Bus näherte sich und hielt an. Eine Frau mittleren Alters stieg aus und der Fahrer sah Keith fragend an. Der schüttelte knapp den Kopf. Es war verlockend, einfach in den blöden Bus zu steigen und sonstwohin zu fahren, aber er hatte kein Geld dabei. Ohne würde er wohl kaum mitgenommen werden. Der Busfahrer zuckte nur mit den Schultern, die Türen schlossen sich und der Bus fuhr an. Chance verpasst. Worauf auch immer.
Keith stand auf. Hier blöd rumsitzen wollte er auch nicht mehr. Zurück zum Heim aber auch nicht… es gab aber keinen anderen Ort wo er hin könnte. Also schob er die Hände tief in seine Jackentaschen und ging los.
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Date: 2018-09-28 08:28 pm (UTC)