h/c - Hilferuf
Sep. 24th, 2018 08:41 pmTeam: Mond
Challenge: h/c - Hilferuf (Weltherrschaft!!!)
Fandom: Voltron
Charaktere: Keith, Shiro
Wörter: 1510
Anmerkung: Ich habe keine Entschuldigung hierfür *hust*
Teil 1
Diesmal musste er nicht lange auf eine Reaktion warten, Shiro meldete sich schon nach dem zweiten Klingeln und er klang ehrlich erfreut. Etwas, von dem Keith bisher nicht gewusst hatte, was es da war, entspannte sich. Vielleicht hatte Shiro ja auch besseres zu tun, als mit ihm zu telefonieren. Das aber schien zum Glück nicht der Fall zu sein.
“Keith. Wie geht es dir? Entschuldige, ich war vorhin noch in einer Besprechung. Es war nicht geplant, dass wir jetzt schon zurückkommen.”
Das war so eindeutig eine Entschuldigung für die unangekündigte Rückkehr, dass Keith kurz lächeln musste. Die Frage nach seinem Befinden übergehend, fragte er: “Ist etwas passiert?” Normalerweise war Shiro jemand, der sich an Zeitpläne hielt. Und die Mission war recht wichtig gewesen, es musste einen wichtigen Grund geben, warum er sie abgebrochen hatte. Hoffentlich ging es ihm gut… Anscheinend war ihm anzuhören, dass er sich Sorgen machte, denn Shiro antwortete direkt: “Es geht mir gut. Aber wir hatten einen kleinen Zwischenfall mit Galra. Nichts, mit dem wir nicht fertiggeworden sind.” Auch wenn Keith das Lächeln in Shiros Stimme deutlich hörte, war er nur teilweise beruhigt. Nicht, weil er sich Sorgen um den Freund machte, der konnte auf sich selbst aufpassen. Und normalerweise war er ehrlich ihm gegenüber. Das war etwas, worauf Keith sich verlassen musste. Aber wenn jetzt wieder Galra-Splittergruppen Schwierigkeiten machten, betraf das auch ihn selbst und die anderen Paladine. Und er wusste nicht, ob er dem gewachsen wäre. Heute definitiv nicht.
“Gibt es Anzeichen, dass sie mehr Ärger machen werden?”, fragte er so gefasst er konnte. Er sollte Shiro gegenüber auch die Ehrlichkeit an den Tag legen, die er von ihm erwartete aber… das hier war etwas anderes. Es ging nicht darum, eine Verletzung zu verheimlichen. Einen gebrochenen Arm oder so etwas. Seine Probleme lagen viel tiefer. Zu tief um sie einfach beheben zu können. Er brauchte jetzt einfach nur ein paar Tage Ruhe, dann würde er wieder funktionieren und das war es, worauf es ankam. Mit dem Rest konnte er sich ein andermal befassen. Wenn Voltron nicht mehr gebraucht wurde. Oder er. Je nachdem, was eher eintrat.
“Ich denke nicht. Aber wir sind noch dabei, die Lage einzuschätzen.” Einen Moment schwieg Shiro, dann meinte er: “Keith…” Allein wie er seinen Namen aussprach ließ Keith schon aufmerken. Was auch immer jetzt kam, es würde ihm wohl nicht gefallen. Sein Magen krampfte sich ein wenig zusammen. “Du hast meine Frage nicht beantwortet”, fuhr Shiro dann fort und Keith hätte beinahe geseufzt. Klar. Er hatte Shiro noch nie hinters Licht führen können. Vielleicht hätte er nicht versuchen sollen, ihn anzurufen. Aber dann hätte er sich auch bei ihm gemeldet.
“Ich bin nur etwas müde”, log er und Kosmo bellte. Verräter.
“Sicher?” Dieses Nachbohren war beinahe zu viel. Dass da jemand war, der ihn wirklich kannte. Der sich für ihn interessierte und sich nicht mit Ausreden abspeisen ließ. Das war es, was Keith antworten ließ, wenn auch nur leise. “Nein…” Brach seine Stimme? Er war sich nicht sicher, aber es fühlte sich so an. “Kannst du herkommen?”, fragte er und bereute es im selben Moment. “Ich meine… wenn du Zeit hast.” Es gab genug schönere Dinge als einem Freund beizustehen, der gerade ein kleines Tief hatte. Oder nicht ganz so kleines.
“Natürlich habe ich Zeit”, kam die Antwort so schnell, dass Keith im ersten Moment nicht sicher war, ob er sich nicht doch verhört hatte. “Ich mache…” Im selben Moment als Kosmo verschwand, verstummte Shiro. “Okay… dann so.”
Jetzt fehlten Keith erstmal die Worte. Dieser elende Verräter… konnte der ihm nicht wenigstens die Chance geben, sich etwas zusammenzureißen? Zu verstecken, wie es ihm wirklich ging? Aber das war wohl genau das, was Kosmo vermeiden wollte. Manchmal wünschte Keith sich, der Wolf wäre nicht so intelligent.
Als neuer Schwefelgeruch verriet, dass Kosmo zurück war, hatte Keith das Gesicht in sein Kopfkissen vergraben. Er wollte Shiro nicht ansehen. Wollte nicht, dass der sah, wie schlecht es ihm wirklich ging. Auch wenn er so wohl schon genug darüber preisgab.
“Keith…”, hörte er nach kurzer Stille Shiros Stimme und er spürte, wie die Matraze nachgab. Einen Augenblick später legte sich eine Hand auf seine Schulter. Warm… beruhigend. Und das letzte, was seine schwindende Selbstbeherrschung gerade brauchen konnte.
“Wie lange?”, fragte Shiro dann leise, gab Keith aber die Zeit, die er brauchte, um sich auf die Seite zu drehen, dem anderen Mann zugewandt. Trotzdem sah er ihn nicht an und war froh, dass seine Haare wenigstens teilweise über sein Gesicht fielen. Ihm war nicht ganz klar, was Shiro genau meinte. Die aktuelle Phase oder wann sie begonnen hatte, sich anzuschleichen. Möglich wäre beides.
“Heute früh wurds richtig schlimm”, murmelte er, einfach ein Zwischending wählend.
“Verstehe…” Und das merkwürdige war, Keith glaubte es Shiro. Dass er wirklich verstand, was in ihm vorging. Dabei sollte ihn das nicht überraschen. Sie hatten beide eine Menge hinter sich und im Vergleich zu Shiro war Keith glimpflich davongekommen. Trotzdem war er derjenige, der hier das Häufchen Elend war. Dazu hatte er doch gar kein Recht! Er war nicht entführt, zu Gladiatorenkämpfen und für Experimente benutzt worden. Er war nicht gestorben und nur gerettet worden, weil sein Bewusstsein irgendwie in seinem Löwen überdauert hatte.
“Tut mir Leid…”, rutschte es ihm heraus, bevor er sich stoppen konnte, konnte aber nicht in Worte fassen, was er damit meinte. Seinen erbärmlichen Zustand? Dass er Shiro damit behelligte? Dass er einfach so furchtbar schwach war? Vielleicht auch alles auf einmal. Eine Weile sagte Shiro gar nichts und Keith war sich nicht sicher, was er davon halten sollte. Aber die Hand blieb auf seiner Schulter, was ihn etwas erleichterte. Dann fragte Shiro: “Warum hast du es mir nicht eher erzählt?”
Also hatte er seine eigenen Schlüsse gezogen und die waren natürlich richtig. Nur… Keith konnte ihm ja wohl kaum die Wahrheit sagen. Schulterzuckend antwortete er darum: “Du weißt mehr als die anderen.” Das sollte Shiro eigentlich klar sein.
“Denkst du wirklich, die anderen merken es nicht, wenn es dir schlecht geht?”
“Ich hoffs.” Die hatten genau wie Shiro nun wirklich genug eigene Probleme. Aber er drehte sich jetzt um, um Shiro anzusehen. Wieder einmal fand er es… erstaunlich, wie leicht Shiro es schaffte, ihn zu beruhigen. Die Schatten aus seinen Gedanken zu vertreiben. Schon mit seiner reinen Anwesenheit.
“Keith…”, murmelte Shiro, als ihre Blicke sich trafen, “wir sind Freunde. Ich will es wissen, wenn es dir schlecht geht.”
“Du weißt es jetzt doch.” Aber Keith musste zur Seite sehen. Ihm war klar, was Shiro als nächstes würde wissen wollen.
“Was wäre gewesen, wenn ich nicht zurückgekommen wäre?”
Gute Frage. Die Antwort blieb Keith schuldig. Er hätte es einfach mit sich selbst ausgemacht und dann so getan, als wäre alles okay. Er wäre weiter der Anführer von Voltron. Egal, was es ihn selbst kosten würde. Auch Shiro sagte nichts mehr und es dauerte eine Weile, bis Keith klar wurde, dass er nicht so einfach davonkommen würde. Da wollte jemand eine Antwort und er würde nicht aufgeben, bis er sie hatte. Was den Dickschädel anging, unterschieden sie sich kaum voneinander, aber Shiro hatte gerade das bessere Durchhaltevermögen. Also gab Keith sich geschlagen und setzte sich auf. Wenn er schon die Wahrheit sagte, wollte er das nicht tun, während er wie das Häufchen Elend im Bett lag, das er gerade war. Etwas Selbstachtung hatte er noch.
“Keine Ahnung”, sagte er wahrheitsgemäß, “Ich hätte es irgendwie überstanden und dann hab ich ja wieder was zu tun. Es kommt nur wenn… es ruhig wird.” Wenn er zur Ruhe kam. Dann, wenn er sich eigentlich ausruhen sollte. Dabei zogen diese… Anfälle so viel Energie, dass er sich nach solchen Tagen müder fühlte als vorher. Aber eigentlich war er fast immer müde. Eine tiefe Art von Müdigkeit. Eine, die nicht verschwinden würde, wenn er sich ausschlief.
“Warum hast du nicht mit mir darüber geredet? Hätte ich gewusst, dass…” Shiro brach ab, als ob ihm klar wurde, dass es rein gar nichts gab, was er hätte tun können. Er hatte seine eigenen Verpflichtungen. Und die gingen vor. Bevor Keith etwas, in der Richtung sagen konnte, sprach Shiro schon weiter: “Vertraust du mir?”
“Natürlich!” Das eine Wort kam heftiger als Keith beabsichtigt hatte und regelrecht erschrocken sah er Shiro an. “Ich würde nie… natürlich vertraue ich dir!”Wie konnte Shiro etwas anderes auch nur annehmen? Dem schien erst jetzt klar zu werden, was seine Frage implizierte und jetzt wirkte er betroffen. “Tut mir Leid. Das wollte ich nicht in Frage stellen.”
Bisher hatte Shiros Hand weiterhin auf Keiths Schulter gelegen, jetzt aber strich er ihm über den Rücken und legte dann den Arm um ihn. Die Anspannung, mit der Keith zunächst darauf reagierte, hielt nur wenige Sekunden, dann ließ er sich gegen Shiro sinken, der ihn einfach nur festhielt. Sagen tat er nichts mehr, das war auch nicht nötig. Es reichte vollkommen, dass er hier war. “Bleibst du hier?” Keith wollte nicht daran denken, dass Shiro bald wieder mit der Atlas unterwegs sein würde. Jezt wollte er ihn einfach nur hier haben. Oder bei ihm sein. Er war da nicht wählerisch.
“Solange du willst.”
Challenge: h/c - Hilferuf (Weltherrschaft!!!)
Fandom: Voltron
Charaktere: Keith, Shiro
Wörter: 1510
Anmerkung: Ich habe keine Entschuldigung hierfür *hust*
Teil 1
Diesmal musste er nicht lange auf eine Reaktion warten, Shiro meldete sich schon nach dem zweiten Klingeln und er klang ehrlich erfreut. Etwas, von dem Keith bisher nicht gewusst hatte, was es da war, entspannte sich. Vielleicht hatte Shiro ja auch besseres zu tun, als mit ihm zu telefonieren. Das aber schien zum Glück nicht der Fall zu sein.
“Keith. Wie geht es dir? Entschuldige, ich war vorhin noch in einer Besprechung. Es war nicht geplant, dass wir jetzt schon zurückkommen.”
Das war so eindeutig eine Entschuldigung für die unangekündigte Rückkehr, dass Keith kurz lächeln musste. Die Frage nach seinem Befinden übergehend, fragte er: “Ist etwas passiert?” Normalerweise war Shiro jemand, der sich an Zeitpläne hielt. Und die Mission war recht wichtig gewesen, es musste einen wichtigen Grund geben, warum er sie abgebrochen hatte. Hoffentlich ging es ihm gut… Anscheinend war ihm anzuhören, dass er sich Sorgen machte, denn Shiro antwortete direkt: “Es geht mir gut. Aber wir hatten einen kleinen Zwischenfall mit Galra. Nichts, mit dem wir nicht fertiggeworden sind.” Auch wenn Keith das Lächeln in Shiros Stimme deutlich hörte, war er nur teilweise beruhigt. Nicht, weil er sich Sorgen um den Freund machte, der konnte auf sich selbst aufpassen. Und normalerweise war er ehrlich ihm gegenüber. Das war etwas, worauf Keith sich verlassen musste. Aber wenn jetzt wieder Galra-Splittergruppen Schwierigkeiten machten, betraf das auch ihn selbst und die anderen Paladine. Und er wusste nicht, ob er dem gewachsen wäre. Heute definitiv nicht.
“Gibt es Anzeichen, dass sie mehr Ärger machen werden?”, fragte er so gefasst er konnte. Er sollte Shiro gegenüber auch die Ehrlichkeit an den Tag legen, die er von ihm erwartete aber… das hier war etwas anderes. Es ging nicht darum, eine Verletzung zu verheimlichen. Einen gebrochenen Arm oder so etwas. Seine Probleme lagen viel tiefer. Zu tief um sie einfach beheben zu können. Er brauchte jetzt einfach nur ein paar Tage Ruhe, dann würde er wieder funktionieren und das war es, worauf es ankam. Mit dem Rest konnte er sich ein andermal befassen. Wenn Voltron nicht mehr gebraucht wurde. Oder er. Je nachdem, was eher eintrat.
“Ich denke nicht. Aber wir sind noch dabei, die Lage einzuschätzen.” Einen Moment schwieg Shiro, dann meinte er: “Keith…” Allein wie er seinen Namen aussprach ließ Keith schon aufmerken. Was auch immer jetzt kam, es würde ihm wohl nicht gefallen. Sein Magen krampfte sich ein wenig zusammen. “Du hast meine Frage nicht beantwortet”, fuhr Shiro dann fort und Keith hätte beinahe geseufzt. Klar. Er hatte Shiro noch nie hinters Licht führen können. Vielleicht hätte er nicht versuchen sollen, ihn anzurufen. Aber dann hätte er sich auch bei ihm gemeldet.
“Ich bin nur etwas müde”, log er und Kosmo bellte. Verräter.
“Sicher?” Dieses Nachbohren war beinahe zu viel. Dass da jemand war, der ihn wirklich kannte. Der sich für ihn interessierte und sich nicht mit Ausreden abspeisen ließ. Das war es, was Keith antworten ließ, wenn auch nur leise. “Nein…” Brach seine Stimme? Er war sich nicht sicher, aber es fühlte sich so an. “Kannst du herkommen?”, fragte er und bereute es im selben Moment. “Ich meine… wenn du Zeit hast.” Es gab genug schönere Dinge als einem Freund beizustehen, der gerade ein kleines Tief hatte. Oder nicht ganz so kleines.
“Natürlich habe ich Zeit”, kam die Antwort so schnell, dass Keith im ersten Moment nicht sicher war, ob er sich nicht doch verhört hatte. “Ich mache…” Im selben Moment als Kosmo verschwand, verstummte Shiro. “Okay… dann so.”
Jetzt fehlten Keith erstmal die Worte. Dieser elende Verräter… konnte der ihm nicht wenigstens die Chance geben, sich etwas zusammenzureißen? Zu verstecken, wie es ihm wirklich ging? Aber das war wohl genau das, was Kosmo vermeiden wollte. Manchmal wünschte Keith sich, der Wolf wäre nicht so intelligent.
Als neuer Schwefelgeruch verriet, dass Kosmo zurück war, hatte Keith das Gesicht in sein Kopfkissen vergraben. Er wollte Shiro nicht ansehen. Wollte nicht, dass der sah, wie schlecht es ihm wirklich ging. Auch wenn er so wohl schon genug darüber preisgab.
“Keith…”, hörte er nach kurzer Stille Shiros Stimme und er spürte, wie die Matraze nachgab. Einen Augenblick später legte sich eine Hand auf seine Schulter. Warm… beruhigend. Und das letzte, was seine schwindende Selbstbeherrschung gerade brauchen konnte.
“Wie lange?”, fragte Shiro dann leise, gab Keith aber die Zeit, die er brauchte, um sich auf die Seite zu drehen, dem anderen Mann zugewandt. Trotzdem sah er ihn nicht an und war froh, dass seine Haare wenigstens teilweise über sein Gesicht fielen. Ihm war nicht ganz klar, was Shiro genau meinte. Die aktuelle Phase oder wann sie begonnen hatte, sich anzuschleichen. Möglich wäre beides.
“Heute früh wurds richtig schlimm”, murmelte er, einfach ein Zwischending wählend.
“Verstehe…” Und das merkwürdige war, Keith glaubte es Shiro. Dass er wirklich verstand, was in ihm vorging. Dabei sollte ihn das nicht überraschen. Sie hatten beide eine Menge hinter sich und im Vergleich zu Shiro war Keith glimpflich davongekommen. Trotzdem war er derjenige, der hier das Häufchen Elend war. Dazu hatte er doch gar kein Recht! Er war nicht entführt, zu Gladiatorenkämpfen und für Experimente benutzt worden. Er war nicht gestorben und nur gerettet worden, weil sein Bewusstsein irgendwie in seinem Löwen überdauert hatte.
“Tut mir Leid…”, rutschte es ihm heraus, bevor er sich stoppen konnte, konnte aber nicht in Worte fassen, was er damit meinte. Seinen erbärmlichen Zustand? Dass er Shiro damit behelligte? Dass er einfach so furchtbar schwach war? Vielleicht auch alles auf einmal. Eine Weile sagte Shiro gar nichts und Keith war sich nicht sicher, was er davon halten sollte. Aber die Hand blieb auf seiner Schulter, was ihn etwas erleichterte. Dann fragte Shiro: “Warum hast du es mir nicht eher erzählt?”
Also hatte er seine eigenen Schlüsse gezogen und die waren natürlich richtig. Nur… Keith konnte ihm ja wohl kaum die Wahrheit sagen. Schulterzuckend antwortete er darum: “Du weißt mehr als die anderen.” Das sollte Shiro eigentlich klar sein.
“Denkst du wirklich, die anderen merken es nicht, wenn es dir schlecht geht?”
“Ich hoffs.” Die hatten genau wie Shiro nun wirklich genug eigene Probleme. Aber er drehte sich jetzt um, um Shiro anzusehen. Wieder einmal fand er es… erstaunlich, wie leicht Shiro es schaffte, ihn zu beruhigen. Die Schatten aus seinen Gedanken zu vertreiben. Schon mit seiner reinen Anwesenheit.
“Keith…”, murmelte Shiro, als ihre Blicke sich trafen, “wir sind Freunde. Ich will es wissen, wenn es dir schlecht geht.”
“Du weißt es jetzt doch.” Aber Keith musste zur Seite sehen. Ihm war klar, was Shiro als nächstes würde wissen wollen.
“Was wäre gewesen, wenn ich nicht zurückgekommen wäre?”
Gute Frage. Die Antwort blieb Keith schuldig. Er hätte es einfach mit sich selbst ausgemacht und dann so getan, als wäre alles okay. Er wäre weiter der Anführer von Voltron. Egal, was es ihn selbst kosten würde. Auch Shiro sagte nichts mehr und es dauerte eine Weile, bis Keith klar wurde, dass er nicht so einfach davonkommen würde. Da wollte jemand eine Antwort und er würde nicht aufgeben, bis er sie hatte. Was den Dickschädel anging, unterschieden sie sich kaum voneinander, aber Shiro hatte gerade das bessere Durchhaltevermögen. Also gab Keith sich geschlagen und setzte sich auf. Wenn er schon die Wahrheit sagte, wollte er das nicht tun, während er wie das Häufchen Elend im Bett lag, das er gerade war. Etwas Selbstachtung hatte er noch.
“Keine Ahnung”, sagte er wahrheitsgemäß, “Ich hätte es irgendwie überstanden und dann hab ich ja wieder was zu tun. Es kommt nur wenn… es ruhig wird.” Wenn er zur Ruhe kam. Dann, wenn er sich eigentlich ausruhen sollte. Dabei zogen diese… Anfälle so viel Energie, dass er sich nach solchen Tagen müder fühlte als vorher. Aber eigentlich war er fast immer müde. Eine tiefe Art von Müdigkeit. Eine, die nicht verschwinden würde, wenn er sich ausschlief.
“Warum hast du nicht mit mir darüber geredet? Hätte ich gewusst, dass…” Shiro brach ab, als ob ihm klar wurde, dass es rein gar nichts gab, was er hätte tun können. Er hatte seine eigenen Verpflichtungen. Und die gingen vor. Bevor Keith etwas, in der Richtung sagen konnte, sprach Shiro schon weiter: “Vertraust du mir?”
“Natürlich!” Das eine Wort kam heftiger als Keith beabsichtigt hatte und regelrecht erschrocken sah er Shiro an. “Ich würde nie… natürlich vertraue ich dir!”Wie konnte Shiro etwas anderes auch nur annehmen? Dem schien erst jetzt klar zu werden, was seine Frage implizierte und jetzt wirkte er betroffen. “Tut mir Leid. Das wollte ich nicht in Frage stellen.”
Bisher hatte Shiros Hand weiterhin auf Keiths Schulter gelegen, jetzt aber strich er ihm über den Rücken und legte dann den Arm um ihn. Die Anspannung, mit der Keith zunächst darauf reagierte, hielt nur wenige Sekunden, dann ließ er sich gegen Shiro sinken, der ihn einfach nur festhielt. Sagen tat er nichts mehr, das war auch nicht nötig. Es reichte vollkommen, dass er hier war. “Bleibst du hier?” Keith wollte nicht daran denken, dass Shiro bald wieder mit der Atlas unterwegs sein würde. Jezt wollte er ihn einfach nur hier haben. Oder bei ihm sein. Er war da nicht wählerisch.
“Solange du willst.”