Angst - Masken (für mich)
Sep. 11th, 2018 02:55 pmTeam: Mond
Challenge: Angst - Masken
Fandom: Original
Anmerkung: Das war eine echt schwere Geburt. Keine Ahnung, was mich geritten hat, mich an so einen Charakter zu wagen. Ich hoffe, ich habs nicht zu sehr versaut, das war ECHT hart zu schreiben. X_X
Wörter: 1442
Kieran hatte schon immer Probleme gehabt, andere zu verstehen. Ihm sollte es vermutlich mehr ausmachen, aber er kannte es nicht anders. Was ihn störte war, wenn andere sich einfach über ihn lustig machten, weil ihm ein Witz entging. Oder Ironie. Er wusste, was Ironie war, er konnte sie nur nicht erkennen. Situationen richtig einschätzen gehörte auch zu den Dingen, die ihm nicht besonders lagen. Normalerweise war das kein Problem. Sein Umfeld wusste dass er gewisse Schwierigkeiten hatte und konnte damit umgehen.
Aber es gab immer die anderen. Diejenigen, die etwas dagegen hatten, dass er anders war. Warum, verstand er nicht. Seine Mutter hatte einmal versucht, es ihm zu erklären. Genau wie die Verhaltenstherapeutin, die mit ihm arbeitete, damit er im Alltag besser zurechtkam. Wirklich begriffen hatte er es trotzdem nicht. Aber wenn er ehrlich war, gehörte das zu den Dingen, die er auch nicht verstehen wollte. Er hatte genug andere Dinge, die ihn beschäftigten. Das Leben war kompliziert genug ohne ein paar Idioten, die sich auf jemanden einschossen, der nicht so war wie sie. Und wenn nicht er es war, dann hatte sie jemand anderen, so viel wusste selbst er. Jemand mit einer anderen Hautfarbe. Der Junge mit der schlimmen Akne. Das Mädchen das zu abgetragene Pullover trug.
Die Unruhe um ihn herum nahm zu und er sah auf. Normalerweise war die Bibliothek leer, was er gut fand. Es war zu einfach, ihn abzulenken. Jedes Detail wollte wahrgenommen werden. Sei es das Ticken der Uhr (das jeden störte, sagte Stacey) oder die leise Musik, die aus Piedros Kopfhörern zu ihm herüberschwebte. Sie störte ihn. Aber er musste sich damit arrangieren, wenn er ein normales Leben führen wollte. So normal es für ihn eben ging.
Jetzt aber waren noch zwei weitere Personen reingekommen. Was merkwürdig war, um diese Zeit gingen die Leute eher. Bald würde Piedro zusammenpacken. Dann die beiden Asiaten, die immer in einer Nische versteckt zwischen den Regalen saßen, gingen normalerweise eine halbe Stunde später. Er selbst wurde nach weiteren 15 Minuten abgeholt. Immer zur selben Zeit, weil es so leichter für ihn war. Außerdem hatte sein Bruder erst dann Feierabend. Darauf, die U-Bahn zu nehmen, wäre Kieran nicht im Traum gekommen. Menschen waren schon in kleinen Gruppen schwierig. Aber die Hektik des öffentlichen Nahverkehrs, Leute die ihn anrempelten oder einfach an ihm vorbeidrängten… nein, das wäre sein persönlicher Alptraum.
Piedro stand jetzt auf, räumte seinen Laptop ein, die beiden Bücher wieder ins Regal, drehte die Musik lauter und verließ die Bibliothek. Eher nebenbei stellte Kieran fest, dass Piedro dabei an den beiden Neuankömmlingen vorbeikam, die durch eine Zeitschriftensammlung blätterten. Er hatte sie hier noch nie gesehen. Hier nicht. Aber sie waren früher mit ihm zur Schule gegangen und sie hatten dort zu denen gehört, die etwas gegen ihn hatten. Wenn Kieran ehrlich war, hätte er sagen müssen, dass die beiden ziemlich dämlich waren. Nur hatte er gelernt, dass man besser nicht immer die Wahrheit sagte. Da er aber ein mieserabler Lügner war, hielt er einfach den Mund.
Mit einem gedankliche Schulterzucken wandte er sich wieder seinem Text zu. Das Klischee besagte zwar, dass Leute wie er begabter waren als andere, auf ihn traf es aber nicht zu. Auch er hatte sich immer anstrengen müssen, auch wenn die Fächer, die auf reiner Logik basierten, ihm wohl wirklich leichter fielen als anderen. Dafür hatte er aber woanders Probleme.
Eine Weile gelang es ihm diesmal sogar, die Umgebung weitestgehend auszublenden, dann aber gingen die beiden Asiaten und die vergaßen dann gerne, dass man in einer Bibliothek leise sein musste. Aber sie waren zum Glück immer schnell weg. Jetzt lohnte es sich auch für ihn eigentlich nicht mehr, weiterzumachen. Er sah auf die Uhr. Diesmal waren es noch zwanzig Minuten, bis sein Bruder ihn abholte. Vielleicht konnte er doch noch etwas schaffen… bevor er zu einer Entscheidung gekommen war, näherte sich ihm quietschende Schritte. Bewusst sah er nicht auf, wenn er jedes Mal reagierte, wenn jemand an seinem Tisch vorbeiging, würde er gar nichts mehr schaffen. Sein Bruder hatte ihn einmal gefragt, warum er nicht einfach woanders saß, aber Kieran hatte es lieber, wenn er sehen konnte, was um ihn herum passierte. Zwar war das mit der Zeit besser geworden, aber jetzt war das hier sein Platz. Er mochte Routine.
Die Schritte kamen immer noch näher, zu nah für seinen Geschmack. Dann waren sie vorbei und Kieran verstand selbst nicht, warum sie ihn so nervös machten. Vielleicht, weil die meisten der paar Leute, die um diese Zeit häufig hier waren, wussten, dass er anders war. Vermutlich hatte es inzwischen einfach die Runde gemacht. Keinen schien es zu stören, was er als sehr angenehm empfand. Nur Piedro grüßte ihn immer gut gelaunt, wenn er reinkam. Meistens nur mit einem Winken und einem Grinsen. Darum wusste er auch seinen Namen. Einmal war eine Angestellte zu ihm gekommen und hatte gefragt, ob ihn das störte. Kieran hatte nur verwirrt den Kopf geschüttelt, womit die Sache erledigt gewesen war.
Aber die beiden gerade eben… er war zwar wirklich schlecht darin, andere einschätzen, aber die waren ihm unheimlich. Unheimlich genug vor allem, um seine Sachen zusammenzuräumen und aufzustehen. Er wäre viel zu früh draußen, aber das war er bereit in Kauf zu nehmen.
Drauen blies ihm kalter Wind ins Gesicht. Nach einem viel zu heißen Sommer war der Herbst jetzt hereingebrochen und das mit aller Macht. Kieran jedenfalls zupfte sich erstmal ein Blatt aus seinen Haaren und hoffte, dass es nicht auf noch anfing zu regnen. Aber sein Bruder holte ihn immer bei der Bushaltestelle ab, da konnte er sich auch etwas vor dem Wind verstecken. Das Design war zwar nur bedingt dafür geeignet, aber es wäre immer noch besser, als vollkommen ungeschützt zu sein.
Eine Hand auf seiner Schulter ließ ihn zusammenfahren. Das konnte nicht Aaron sein, der würde ihn nie so einfach anfassen. Und schon gar nicht würde er über seine Reaktion lachen. Es war ein merkwürdiges Lachen. Etwas dumpf… Kieran drehte sich um und hatte das Gefühl, etwas in ihm würde einfach zu Eis erstarren. Dass das natürlich vollkommen unmöglich war, interessierte gerade eher weniger. Er sah in ein Gesicht das keines war, sondern eine grinsende Maske. Ein Fuchs, sagte ihm sein Verstand. Eine einfache Maske wie man sie zu Karneval trug. Oder Halloween.
Nur eine Maske. Darunter war ein normales Gesicht. Leute taten so etwas. Warum, wollte einfach nicht in seinen Kopf. Alles was er wusste war, dass Masken so ziemlich das Schlimmste waren. Erstarrte Gesichter ohne jedes Leben. Masken, Puppen und Clowns, nichts war besser geeignet, um ihn in Panik zu versetzen.
“Der macht sich gleich nass”, sagte jemand hinter ihm, die Stimme auch zu dumpf.
“Sag ich doch. Der Spast kommt darauf einfach nicht klar.” Nummer drei. Wie viele waren das? Kieran war schon kurz davor, ihn zu korrigieren, dass er kein Spastiker war, aber dann bemerkte er aus dem Augenwinkel die nächste Maske. Diesmal Guy Fawkes (Remember, remember, the 6th of November…) und sein Kopf war erstmal vollkommen leer. Nur die Masken waren noch real und schienen immer näher zu kommen, obwohl die beiden Personen sich nicht vom Fleck rührten. Selbst sein Herz schien nicht mehr so recht zu wissen, ob es weiterschlagen sollte oder nicht. Alles wurde ganz eng. “Geht weg”, brachte er irgendwie heraus, aber seine Stimme klang vollkommen fremd. Die Masken lachten ihn nur aus, dieses dumpfe, verzerrte Lachen, das immer unwirklicher zu werden schien.
Hände schlossen sich um seine Oberarme und etwas drückte sich von hinten an ihn. Zu nah. Viel zu nah. “Lass uns spielen”, flüsterte etwas und er konnte nicht mehr atmen. Sein ganzer Körper war wie erstarrt.
Von weit her hörte er den Fuchs: “Leute… ich glaub das reicht…” Kieran verstand kaum mehr, was er meinte. Sein Blickfeld begann sich zu verengen, aber das Lachen der anderen beiden war noch viel zu real. “Stell dich nicht so an. Da geht noch was.”
“Wir wollten ihn nur erschrecken.”
“Tun wir doch auch.” Die Person hinter ihm griff in seine Haare und hielt ihn fest. Langsam wurde die Luft wirklich knapp, er musste wieder richtig atmen, aber er wusste einfach nicht mehr, wie.
“Alter, der hyperventiliert total…”
Kieran war sich nicht sicher, ob der Fuchs noch mehr sagte, es wurde schwer, irgendetwas zu hören. Würde man ihn nicht festhalten, wäre er wohl schon zusammengebrochen. Jede Berührung brannte wie Feuer, aber er konnte nicht schreien, dafür müsste er ja atmen können.
Plötzlich war hinter ihm helles Licht und ein Geräusch, das er hätte zuordnen können müssen. Er wurde losgelassen und die Kälte des Bodens war fast angenehm. Jemand rief etwas, er wusste nicht, was. Dann redete jemand auf ihn ein. Eine vertraute Stimme. Sein Bruder war gekommen.
Challenge: Angst - Masken
Fandom: Original
Anmerkung: Das war eine echt schwere Geburt. Keine Ahnung, was mich geritten hat, mich an so einen Charakter zu wagen. Ich hoffe, ich habs nicht zu sehr versaut, das war ECHT hart zu schreiben. X_X
Wörter: 1442
Kieran hatte schon immer Probleme gehabt, andere zu verstehen. Ihm sollte es vermutlich mehr ausmachen, aber er kannte es nicht anders. Was ihn störte war, wenn andere sich einfach über ihn lustig machten, weil ihm ein Witz entging. Oder Ironie. Er wusste, was Ironie war, er konnte sie nur nicht erkennen. Situationen richtig einschätzen gehörte auch zu den Dingen, die ihm nicht besonders lagen. Normalerweise war das kein Problem. Sein Umfeld wusste dass er gewisse Schwierigkeiten hatte und konnte damit umgehen.
Aber es gab immer die anderen. Diejenigen, die etwas dagegen hatten, dass er anders war. Warum, verstand er nicht. Seine Mutter hatte einmal versucht, es ihm zu erklären. Genau wie die Verhaltenstherapeutin, die mit ihm arbeitete, damit er im Alltag besser zurechtkam. Wirklich begriffen hatte er es trotzdem nicht. Aber wenn er ehrlich war, gehörte das zu den Dingen, die er auch nicht verstehen wollte. Er hatte genug andere Dinge, die ihn beschäftigten. Das Leben war kompliziert genug ohne ein paar Idioten, die sich auf jemanden einschossen, der nicht so war wie sie. Und wenn nicht er es war, dann hatte sie jemand anderen, so viel wusste selbst er. Jemand mit einer anderen Hautfarbe. Der Junge mit der schlimmen Akne. Das Mädchen das zu abgetragene Pullover trug.
Die Unruhe um ihn herum nahm zu und er sah auf. Normalerweise war die Bibliothek leer, was er gut fand. Es war zu einfach, ihn abzulenken. Jedes Detail wollte wahrgenommen werden. Sei es das Ticken der Uhr (das jeden störte, sagte Stacey) oder die leise Musik, die aus Piedros Kopfhörern zu ihm herüberschwebte. Sie störte ihn. Aber er musste sich damit arrangieren, wenn er ein normales Leben führen wollte. So normal es für ihn eben ging.
Jetzt aber waren noch zwei weitere Personen reingekommen. Was merkwürdig war, um diese Zeit gingen die Leute eher. Bald würde Piedro zusammenpacken. Dann die beiden Asiaten, die immer in einer Nische versteckt zwischen den Regalen saßen, gingen normalerweise eine halbe Stunde später. Er selbst wurde nach weiteren 15 Minuten abgeholt. Immer zur selben Zeit, weil es so leichter für ihn war. Außerdem hatte sein Bruder erst dann Feierabend. Darauf, die U-Bahn zu nehmen, wäre Kieran nicht im Traum gekommen. Menschen waren schon in kleinen Gruppen schwierig. Aber die Hektik des öffentlichen Nahverkehrs, Leute die ihn anrempelten oder einfach an ihm vorbeidrängten… nein, das wäre sein persönlicher Alptraum.
Piedro stand jetzt auf, räumte seinen Laptop ein, die beiden Bücher wieder ins Regal, drehte die Musik lauter und verließ die Bibliothek. Eher nebenbei stellte Kieran fest, dass Piedro dabei an den beiden Neuankömmlingen vorbeikam, die durch eine Zeitschriftensammlung blätterten. Er hatte sie hier noch nie gesehen. Hier nicht. Aber sie waren früher mit ihm zur Schule gegangen und sie hatten dort zu denen gehört, die etwas gegen ihn hatten. Wenn Kieran ehrlich war, hätte er sagen müssen, dass die beiden ziemlich dämlich waren. Nur hatte er gelernt, dass man besser nicht immer die Wahrheit sagte. Da er aber ein mieserabler Lügner war, hielt er einfach den Mund.
Mit einem gedankliche Schulterzucken wandte er sich wieder seinem Text zu. Das Klischee besagte zwar, dass Leute wie er begabter waren als andere, auf ihn traf es aber nicht zu. Auch er hatte sich immer anstrengen müssen, auch wenn die Fächer, die auf reiner Logik basierten, ihm wohl wirklich leichter fielen als anderen. Dafür hatte er aber woanders Probleme.
Eine Weile gelang es ihm diesmal sogar, die Umgebung weitestgehend auszublenden, dann aber gingen die beiden Asiaten und die vergaßen dann gerne, dass man in einer Bibliothek leise sein musste. Aber sie waren zum Glück immer schnell weg. Jetzt lohnte es sich auch für ihn eigentlich nicht mehr, weiterzumachen. Er sah auf die Uhr. Diesmal waren es noch zwanzig Minuten, bis sein Bruder ihn abholte. Vielleicht konnte er doch noch etwas schaffen… bevor er zu einer Entscheidung gekommen war, näherte sich ihm quietschende Schritte. Bewusst sah er nicht auf, wenn er jedes Mal reagierte, wenn jemand an seinem Tisch vorbeiging, würde er gar nichts mehr schaffen. Sein Bruder hatte ihn einmal gefragt, warum er nicht einfach woanders saß, aber Kieran hatte es lieber, wenn er sehen konnte, was um ihn herum passierte. Zwar war das mit der Zeit besser geworden, aber jetzt war das hier sein Platz. Er mochte Routine.
Die Schritte kamen immer noch näher, zu nah für seinen Geschmack. Dann waren sie vorbei und Kieran verstand selbst nicht, warum sie ihn so nervös machten. Vielleicht, weil die meisten der paar Leute, die um diese Zeit häufig hier waren, wussten, dass er anders war. Vermutlich hatte es inzwischen einfach die Runde gemacht. Keinen schien es zu stören, was er als sehr angenehm empfand. Nur Piedro grüßte ihn immer gut gelaunt, wenn er reinkam. Meistens nur mit einem Winken und einem Grinsen. Darum wusste er auch seinen Namen. Einmal war eine Angestellte zu ihm gekommen und hatte gefragt, ob ihn das störte. Kieran hatte nur verwirrt den Kopf geschüttelt, womit die Sache erledigt gewesen war.
Aber die beiden gerade eben… er war zwar wirklich schlecht darin, andere einschätzen, aber die waren ihm unheimlich. Unheimlich genug vor allem, um seine Sachen zusammenzuräumen und aufzustehen. Er wäre viel zu früh draußen, aber das war er bereit in Kauf zu nehmen.
Drauen blies ihm kalter Wind ins Gesicht. Nach einem viel zu heißen Sommer war der Herbst jetzt hereingebrochen und das mit aller Macht. Kieran jedenfalls zupfte sich erstmal ein Blatt aus seinen Haaren und hoffte, dass es nicht auf noch anfing zu regnen. Aber sein Bruder holte ihn immer bei der Bushaltestelle ab, da konnte er sich auch etwas vor dem Wind verstecken. Das Design war zwar nur bedingt dafür geeignet, aber es wäre immer noch besser, als vollkommen ungeschützt zu sein.
Eine Hand auf seiner Schulter ließ ihn zusammenfahren. Das konnte nicht Aaron sein, der würde ihn nie so einfach anfassen. Und schon gar nicht würde er über seine Reaktion lachen. Es war ein merkwürdiges Lachen. Etwas dumpf… Kieran drehte sich um und hatte das Gefühl, etwas in ihm würde einfach zu Eis erstarren. Dass das natürlich vollkommen unmöglich war, interessierte gerade eher weniger. Er sah in ein Gesicht das keines war, sondern eine grinsende Maske. Ein Fuchs, sagte ihm sein Verstand. Eine einfache Maske wie man sie zu Karneval trug. Oder Halloween.
Nur eine Maske. Darunter war ein normales Gesicht. Leute taten so etwas. Warum, wollte einfach nicht in seinen Kopf. Alles was er wusste war, dass Masken so ziemlich das Schlimmste waren. Erstarrte Gesichter ohne jedes Leben. Masken, Puppen und Clowns, nichts war besser geeignet, um ihn in Panik zu versetzen.
“Der macht sich gleich nass”, sagte jemand hinter ihm, die Stimme auch zu dumpf.
“Sag ich doch. Der Spast kommt darauf einfach nicht klar.” Nummer drei. Wie viele waren das? Kieran war schon kurz davor, ihn zu korrigieren, dass er kein Spastiker war, aber dann bemerkte er aus dem Augenwinkel die nächste Maske. Diesmal Guy Fawkes (Remember, remember, the 6th of November…) und sein Kopf war erstmal vollkommen leer. Nur die Masken waren noch real und schienen immer näher zu kommen, obwohl die beiden Personen sich nicht vom Fleck rührten. Selbst sein Herz schien nicht mehr so recht zu wissen, ob es weiterschlagen sollte oder nicht. Alles wurde ganz eng. “Geht weg”, brachte er irgendwie heraus, aber seine Stimme klang vollkommen fremd. Die Masken lachten ihn nur aus, dieses dumpfe, verzerrte Lachen, das immer unwirklicher zu werden schien.
Hände schlossen sich um seine Oberarme und etwas drückte sich von hinten an ihn. Zu nah. Viel zu nah. “Lass uns spielen”, flüsterte etwas und er konnte nicht mehr atmen. Sein ganzer Körper war wie erstarrt.
Von weit her hörte er den Fuchs: “Leute… ich glaub das reicht…” Kieran verstand kaum mehr, was er meinte. Sein Blickfeld begann sich zu verengen, aber das Lachen der anderen beiden war noch viel zu real. “Stell dich nicht so an. Da geht noch was.”
“Wir wollten ihn nur erschrecken.”
“Tun wir doch auch.” Die Person hinter ihm griff in seine Haare und hielt ihn fest. Langsam wurde die Luft wirklich knapp, er musste wieder richtig atmen, aber er wusste einfach nicht mehr, wie.
“Alter, der hyperventiliert total…”
Kieran war sich nicht sicher, ob der Fuchs noch mehr sagte, es wurde schwer, irgendetwas zu hören. Würde man ihn nicht festhalten, wäre er wohl schon zusammengebrochen. Jede Berührung brannte wie Feuer, aber er konnte nicht schreien, dafür müsste er ja atmen können.
Plötzlich war hinter ihm helles Licht und ein Geräusch, das er hätte zuordnen können müssen. Er wurde losgelassen und die Kälte des Bodens war fast angenehm. Jemand rief etwas, er wusste nicht, was. Dann redete jemand auf ihn ein. Eine vertraute Stimme. Sein Bruder war gekommen.
no subject
Date: 2018-09-14 07:44 am (UTC)Aber ich finde, du hast seine Perspektive ganz gut rübergebracht. :)
no subject
Date: 2018-09-14 07:03 pm (UTC)Danke!!!! ♥
no subject
Date: 2018-09-14 02:17 pm (UTC)no subject
Date: 2018-09-14 07:05 pm (UTC)Ich freu mich, dass es dir gefallen hat!