Titel: Erwachen
Team: Sonne
Challenge: Hurt/Comfort: Erwachen aus einem Albtraum - Fürs Team
Fandom: Tatort Stuttgart
Rating: P12
Genre: Slash, ER, h/c
Warnungen: Dreamed Character Death!
Zusammenfassung: Sebastian hat einen Albtraum...
Wörter: ~750
Anmerkungen: Die Idee kam mir nach dem Prompt "What if one day I wake up and you don't." von dieser Liste. Ich glaube, der Comfort ist ein bisschen bitter, aber anders ging es einfach nicht.
Als Sebastian an diesem Morgen die Augen aufschlug spürte er sofort, dass etwas nicht in Ordnung war. Im ersten Moment konnte er nicht so richtig einordnen was genau nicht stimmte, aber dann traf ihn die Erkenntnis wie ein Hammerschlag. Es war still im Schlafzimmer. Viel zu still. Kein Geräusch war zu hören. Nicht das leise rauschen der Autos unten vor dem Fenster, nicht das zwitschern der Vögel auf dem Balkon, nicht das leise Rascheln der Gardinen im Wind – nicht Thorstens regelmäßig Atemzügen. Es herrscht Totenstille.
Mit einem Ruck setzte Sebastian sich auf und schaute hinüber auf die andere Seite des Bettes. Er hoffte sie leer zu sehe, eine ganz logische Erklärung für Thorstens fehlende Atemzüge zu finden, aber irgendwo ganz tief in seinem Innersten ahnte er schon, dass dem nicht so sein würde.
Thorsten lag neben ihm im Bett, wie er immer dort lag: Auf der Seite, ihm den Rücken zugewandt, die eine Hand unter dem Kopfkissen vergraben, mit der anderen hatte er seine Decke vor der Brust zusammengerafft. Seine Haare waren schlafzerwühlt und verdeckten sein Gesicht. Alles schien völlig normal, und Sebastian wollte sich schon beruhigt zurück in die Kissen sinken lassen, doch dann wurde ihm wieder diese absolute Stille bewusst.
Vorsichtig streckte er die Hand aus, legte sie auf Thorstens Schulter, zog ihn zu sich. Thorsten kippte wie ein Stein auf den Rücken und blieb reglos liegen. Seine Augen waren geschlossen, das Gesicht ganz entspannt, wie immer wenn er schlief. Sebastian wartete auf das leise Geräusch seiner Atemzüge, das gleichmäßige Heben und Senken seines Brustkorbs, aber da war nichts.
„Thorsten?“, fragte Sebastian leise. „Thorsten?“
Keine Reaktion. Mit einem Mal war Sebastians Kehle wie zugeschnürt. Er packte Thorsten bei den Schultern, schüttelte ihn mit aller Kraft, doch nichts passierte. Thorsten war ganz blass, fast weiß, seine Haut fühlte sich kalt und steif an unter Sebastians Händen und er begriff endlich: Thorsten war tot.
„Nein! Thorsten. Bitte nicht. Thorsten!“
Sebastian fuhr aus dem Schlaf hoch. Sein Herz hämmerte gegen seine Rippen, sein Atem war abgehackt und stoßweise und für einen Augenblick hatte er keine Ahnung, wo er war. Panisch schaute er sich um, tastete wild im Bett umher, suchte etwas, ohne wirklich zu realisieren, was eigentlich.
„Sebastian? Alles okay?“, klang eine verschlafene Stimme neben ihm.
Thorstens Stimme! Er hatte nur geträumt, realisierte Sebastian langsam. Es war alles nur ein Albtraum gewesen. Thorsten war nicht tot. Er lag hier neben ihm im Bett. Ganz lebendig. Ein Gefühl unendlicher Erleichterung durchflutete ihn und er ließ sich zurück in die Kissen sinken. Er spürte, wie Thorsten sich neben ihm bewegte, ein bisschen näher gerobbt kam, dann strich eine warme Hand über seinen Oberarm.
„Hey, was ist los?“
„Nichts. Ich hab nur geträumt.“
„Willst du darüber reden?“
Sebastian überlegte einen Moment. Eigentlich wollte er nicht darüber reden, er wollte es so schnell wie möglich vergessen. Aber er wusste auch, dass er das nicht können würde, sobald er die Augen schloss, würden die Bilder wieder da sein. Vielleicht half es, wenn er es Thorsten erzählte.
„Ich bin wach geworden“, fing er zögerlich an, „in unserem Bett und irgendwas war komisch. Erst hab ich es nicht verstanden, aber dann… es war so still, viel zu still. Du… du lagst neben mir… tot.“
Zum Schluss hatte er so leise gesprochen, das es fast ein Wunder war, dass Thorsten ihn verstanden hatte. Hatte er aber. Die Hand auf seinem Oberarm hielt mit ihren Streicheleinheiten inne, drückte ihn ganz sanft. Dann zog Thorsten ihn zu sich, schlang die Arme um ihn, drückte ihn fest.
„Hey, ist gut. Ich bin ja hier. Und ich versichere dir, ich bin nicht tot.“
Sebastian spürte Thorstens Lippen an seiner Schläfe, einen sanften, zärtlichen Kuss. Er schloss die Augen, genoss für einen Moment das Gefühl von Wärme und Geborgenheit, das Thorsten ausstrahlte. Doch dann kam ihn plötzlich ein beunruhigender Gedanke. Dieses Mal mochte es ein Traum gewesen sein, aber völlig unmöglich war es nicht.
„Was ist, wenn es wirklich passiert?“, fragte er ganz leise. „Wenn ich wirklich eines Tages aufwache und du nicht?“
Thorsten drückte ihn ein wenig von sich weg, schaute ihn einen Moment lang nur an. Sebastian konnte Thorstens Gesicht in der Dunkelheit kaum erkennen, aber er meinte, so etwas wie Trauer auf seinen Zügen zu sehen. Nach einem kurzen Augenblick schloss Thorsten die Augen, zog Sebastian wieder an sich.
„Ich kann dir nicht versprechen, dass das nie passieren wird“, murmelte er leise gegen Sebastians Schläfe. „Ich bin nun mal fast zwanzig Jahre älter als du. Aber denk immer daran: Wenn ich neben dir eingeschlafen bin, bin ich glücklich eingeschlafen.“
Team: Sonne
Challenge: Hurt/Comfort: Erwachen aus einem Albtraum - Fürs Team
Fandom: Tatort Stuttgart
Rating: P12
Genre: Slash, ER, h/c
Warnungen: Dreamed Character Death!
Zusammenfassung: Sebastian hat einen Albtraum...
Wörter: ~750
Anmerkungen: Die Idee kam mir nach dem Prompt "What if one day I wake up and you don't." von dieser Liste. Ich glaube, der Comfort ist ein bisschen bitter, aber anders ging es einfach nicht.
Als Sebastian an diesem Morgen die Augen aufschlug spürte er sofort, dass etwas nicht in Ordnung war. Im ersten Moment konnte er nicht so richtig einordnen was genau nicht stimmte, aber dann traf ihn die Erkenntnis wie ein Hammerschlag. Es war still im Schlafzimmer. Viel zu still. Kein Geräusch war zu hören. Nicht das leise rauschen der Autos unten vor dem Fenster, nicht das zwitschern der Vögel auf dem Balkon, nicht das leise Rascheln der Gardinen im Wind – nicht Thorstens regelmäßig Atemzügen. Es herrscht Totenstille.
Mit einem Ruck setzte Sebastian sich auf und schaute hinüber auf die andere Seite des Bettes. Er hoffte sie leer zu sehe, eine ganz logische Erklärung für Thorstens fehlende Atemzüge zu finden, aber irgendwo ganz tief in seinem Innersten ahnte er schon, dass dem nicht so sein würde.
Thorsten lag neben ihm im Bett, wie er immer dort lag: Auf der Seite, ihm den Rücken zugewandt, die eine Hand unter dem Kopfkissen vergraben, mit der anderen hatte er seine Decke vor der Brust zusammengerafft. Seine Haare waren schlafzerwühlt und verdeckten sein Gesicht. Alles schien völlig normal, und Sebastian wollte sich schon beruhigt zurück in die Kissen sinken lassen, doch dann wurde ihm wieder diese absolute Stille bewusst.
Vorsichtig streckte er die Hand aus, legte sie auf Thorstens Schulter, zog ihn zu sich. Thorsten kippte wie ein Stein auf den Rücken und blieb reglos liegen. Seine Augen waren geschlossen, das Gesicht ganz entspannt, wie immer wenn er schlief. Sebastian wartete auf das leise Geräusch seiner Atemzüge, das gleichmäßige Heben und Senken seines Brustkorbs, aber da war nichts.
„Thorsten?“, fragte Sebastian leise. „Thorsten?“
Keine Reaktion. Mit einem Mal war Sebastians Kehle wie zugeschnürt. Er packte Thorsten bei den Schultern, schüttelte ihn mit aller Kraft, doch nichts passierte. Thorsten war ganz blass, fast weiß, seine Haut fühlte sich kalt und steif an unter Sebastians Händen und er begriff endlich: Thorsten war tot.
„Nein! Thorsten. Bitte nicht. Thorsten!“
Sebastian fuhr aus dem Schlaf hoch. Sein Herz hämmerte gegen seine Rippen, sein Atem war abgehackt und stoßweise und für einen Augenblick hatte er keine Ahnung, wo er war. Panisch schaute er sich um, tastete wild im Bett umher, suchte etwas, ohne wirklich zu realisieren, was eigentlich.
„Sebastian? Alles okay?“, klang eine verschlafene Stimme neben ihm.
Thorstens Stimme! Er hatte nur geträumt, realisierte Sebastian langsam. Es war alles nur ein Albtraum gewesen. Thorsten war nicht tot. Er lag hier neben ihm im Bett. Ganz lebendig. Ein Gefühl unendlicher Erleichterung durchflutete ihn und er ließ sich zurück in die Kissen sinken. Er spürte, wie Thorsten sich neben ihm bewegte, ein bisschen näher gerobbt kam, dann strich eine warme Hand über seinen Oberarm.
„Hey, was ist los?“
„Nichts. Ich hab nur geträumt.“
„Willst du darüber reden?“
Sebastian überlegte einen Moment. Eigentlich wollte er nicht darüber reden, er wollte es so schnell wie möglich vergessen. Aber er wusste auch, dass er das nicht können würde, sobald er die Augen schloss, würden die Bilder wieder da sein. Vielleicht half es, wenn er es Thorsten erzählte.
„Ich bin wach geworden“, fing er zögerlich an, „in unserem Bett und irgendwas war komisch. Erst hab ich es nicht verstanden, aber dann… es war so still, viel zu still. Du… du lagst neben mir… tot.“
Zum Schluss hatte er so leise gesprochen, das es fast ein Wunder war, dass Thorsten ihn verstanden hatte. Hatte er aber. Die Hand auf seinem Oberarm hielt mit ihren Streicheleinheiten inne, drückte ihn ganz sanft. Dann zog Thorsten ihn zu sich, schlang die Arme um ihn, drückte ihn fest.
„Hey, ist gut. Ich bin ja hier. Und ich versichere dir, ich bin nicht tot.“
Sebastian spürte Thorstens Lippen an seiner Schläfe, einen sanften, zärtlichen Kuss. Er schloss die Augen, genoss für einen Moment das Gefühl von Wärme und Geborgenheit, das Thorsten ausstrahlte. Doch dann kam ihn plötzlich ein beunruhigender Gedanke. Dieses Mal mochte es ein Traum gewesen sein, aber völlig unmöglich war es nicht.
„Was ist, wenn es wirklich passiert?“, fragte er ganz leise. „Wenn ich wirklich eines Tages aufwache und du nicht?“
Thorsten drückte ihn ein wenig von sich weg, schaute ihn einen Moment lang nur an. Sebastian konnte Thorstens Gesicht in der Dunkelheit kaum erkennen, aber er meinte, so etwas wie Trauer auf seinen Zügen zu sehen. Nach einem kurzen Augenblick schloss Thorsten die Augen, zog Sebastian wieder an sich.
„Ich kann dir nicht versprechen, dass das nie passieren wird“, murmelte er leise gegen Sebastians Schläfe. „Ich bin nun mal fast zwanzig Jahre älter als du. Aber denk immer daran: Wenn ich neben dir eingeschlafen bin, bin ich glücklich eingeschlafen.“