[identity profile] thots-tochter.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Titel: Nasse Sachen
Team: Sonne
Challenge: Hurt/Comfort: Joker (Inspiration: Diese Geschichte von [livejournal.com profile] nachanca) - Für mich
Fandom: SK Kölsch
Rating: P16
Genre: Slash, h/c
Warnungen: Leichter Spoiler für die Folge "Jupps Waffe"
Zusammenfassung: Jupp hat die Begegnung mit Didier doch nicht so gut weggesteckt, wie er alle glauben machen will...
Wörter: ~1400
Anmerkungen: Das Ding hat irgendwo unterwegs eine falsche Abzweigung genommen. Eigentlich sollte es leichter werden und fluffiger und mehr comfort und überhaupt, aber irgendwie war das Bunny nicht zu überzeugen.



Mit zitternden Fingern versuchte Klaus seine Wohnungsschlüssel aus seiner Hosentasche zu fischen, was angesichts seiner völlig durchweichten Kleidung gar nicht so einfach war. Es dauerte eine Weile, aber schließlich gelang es ihm doch. Er öffnete die Wohnungstür und trat ein. Jupp folgte ihm stumm. Klaus schloss die Tür hinter ihnen und hängte den Schlüssel weg. Sie waren beide nass bis auf die Knochen und hinterließen mit jedem Schritt kleine Pfützen auf dem Laminat, aber das interessierte Klaus im Moment herzlich wenig. Darum konnte er sich später noch kümmern, jetzt war erst mal nur wichtig, dass sie beide hier waren, völlig durchnässt und frierend, aber am Leben und mehr oder weniger unversehrt.

„Der wollte mich wirklich umbringen. Einfach so“, murmelte Jupp.

Seine Stimme klang ungläubig, abwesend, fast mechanisch. Klaus schaute auf, musterte Jupp eingehend. Wie er das stand, mitten im Flur, tropfend, zitternd, die Decke eng um sich gezogen und ins Leere starrte, sah er mit einem Mal völlig verloren aus. Vorhin, nachdem sie in gefunden hatte, da hatte er rumgehibbelt, gelacht, geredet wie ein Wasserfall, aber seitdem Klaus ihm die Decke umgeworfen und ihn in den Dienstwagen verfrachtet hatte, hatte er kein Wort mehr gesagt. Ganz offensichtlich ließ das Adrenalinhoch jetzt langsam nach und er kam wieder in der Realität an. Wahrscheinlich wurde ihm jetzt erst richtig bewusst, wie knapp es gewesen war.

„Ja“, antwortete Klaus nur.

Was hätte er auch sonst sagen sollen? Es war die Wahrheit. Didier hätte Jupp umgebracht ohne auch nur mit der Wimper zu zucken. So richtig konnte er selbst noch nicht glauben, dass er sich auf diesen gefährlichen Plan eingelassen hatte, aber er hatte auch keine andere Wahr gehabt. Trotzdem war er froh, dass er erst in Nachhinein wirklich begriffen hatte, was Didiers Plan gewesen war. Sonst hätte er wahrscheinlich ;Nein‘ gesagt und dann säße Jupp jetzt im Knast – für einen Mord denn er nie begangen hatte. Klaus war sich ziemlich sicher, dass Jupp schon vorher gewusst hatte, dass Didier zu extremen Mitteln greifen würde, um an das Geld zu kommen, und es ihm nur nicht gesagt hatte, aber dieses Hühnchen würde er ein andermal mit ihm rupfen. Jetzt waren weder Jupp noch er in der Verfassung dazu. Außerdem wurde es Zeit, dass sie beide aus den nassen Klamotten herauskamen. Er zitterte längst am ganzen Körper, seine Zehen waren schon taub und er war sich sicher, dass es Jupp kaum besser ging.

„Ertränken. Wie eine junge Katze.“

Klaus schluckte trocken, sagte aber nichts dazu. Er hatte den Wassertank und die Seile gesehen, mit denen Didier Jupp gefesselt hatte. Seitdem versuchte er verzweifelt die Bilder in Schach zu halten, die sich ihm aufdrängten. Er hatte das sowas nicht zum ersten Mal gesehen und vor allem hatte er schon gesehen, wie es aussah, wenn niemand rechtzeitig die Fesseln löste. Schon bei der vagen Vorstellung, dass er um ein Haar Jupp so gefunden hätte, wurde ihn jetzt noch schlecht. Das waren Bilder, die würden ihn bis in seine Träume verfolgen, das wusste er. Er schüttelte leicht den Kopf, um die düsteren Gedanken zu vertreiben und versuchte mit aller Macht, sich wieder darauf zu konzentrieren, dass Jupp lebendig und unverletzt in seinem Flur stand. Durchnässt und frierend, was ihn wieder darauf brachte, dass sie dringend trocken werden sollten.

„Komm, zieh erst mal die nassen Sachen aus“, erwiderter er leise. „Wenn du willst, kannst du duschen. Dann wirst du wieder warm.“

Jupp reagierte gar nicht. Er starrte nur blicklos in die Gegend. Seine Finger krallten sich so fest in die Kante der Decke, dass die Fingerknöchel weiß hervortraten. Als wäre es sein Rettungsanker. Und wahrscheinlich war es das auch. Klaus trat auf ihn zu und fasste ihn vorsichtig an der Schulter. Jupp zuckte zusammen, schaute sich einen Moment verwirrt um, bevor seine Augen auf Klaus fokussierten. Er musste ganz, ganz weit weg gewesen sein.

„Der hat das Wasser ganz langsam einlaufen lassen. Und gewartet. Gewartet, dass ich ihm was sage. Aber ich hab’ nichts gesagt.“

Es war das erste Mal, dass Jupp ihn richtig anschaute, dass Klaus das Gefühl hatte, Jupp würde wirklich mit ihm sprechen und nicht einfach nur vor sich hinmurmeln.

„Ich weiß“, erwiderte Klaus und dirigierte Jupp ins Badezimmer.

Er hatte das Gefühl, es war Jupp wichtig zu betonen – und bestätigt zu bekommen – dass er nicht eingeknickt war. Vielleicht war es wirklich Mut gewesen, aber wohl mehr der Mut der Verzweiflung, geboren aus dem Wissen, dass es die einzige Chance war, aus der Hoffnung, dass Didier begreifen würde, das Tote nicht mehr sprechen, bevor es zu spät war. Jupp hatte Glück gehabt, unendliches Glück.

„Zieh die nassen Sachen aus.“

Klaus drehte die Dusche schon mal auf, doch Jupp reagierte überhaupt nicht auf die Aufforderung. Er mochte schon wieder so klar sein, dass er Klaus erzählen konnte, was passiert war, aber offensichtlich begriff er nach wie vor nicht richtig, wo er eigentlich war. Inzwischen zitterte er so stark, dass seine Zähne laut aufeinanderschlugen und es war fast ein Wunder, dass er die Decke immer noch in der Hand hielt. Klaus trat auf ein zu, löste vorsichtig den stahlharten Griff um die Decke. Jupps Hände fielen kraftlos zurück an seine Seite und die Decke landete achtlos auf dem Boden. Dann streifte Klaus ihm die nasse Jeansjacke von den Schultern. Auch sie fiel klatschend zu Boden. Jupp zuckte ob des Geräusches zusammen, und Klaus hoffte schon, dass ihn das endlich aus seiner Starre gerissen hatte, doch Jupp machte weiterhin keine Anstalten, sich selbst auszuziehen. Wenn er Jupp aus den nassen Sachen heraus und unter der heißen Dusche haben wollte, bevor der sich eine Lungenentzündung geholt hatte, dann blieb Klaus gar nichts anderes übrig, als es selbst zu tun.

Es war ein mühsamer Kampf, Jupps Sachen waren nass und schwer, klebten an seinem Körper, Jupp machte kaum Anstalten behilflich zu sein und Klaus Finger waren längst taub und steif vor Kälte, aber irgendwie schaffte er es am Ende doch. Klaus fasste ihn am Arm, schob ihn in die Dusche. Jupp tappte widerstandslos neben ihm her. Seine Haut fühlte sich kalt und klamm an, er war viel zu blass. Wie eine Leiche, schoss es Klaus durch den Kopf und nur die Tatsache, dass er Jupps rasenden Puls unter seiner Hand spürte, überzeigte ihn davon, dass Jupp nicht tot war.

Er bugsierte Jupp unter den warmen Wasserstrahl und wollte gerade die Tür der Duschkabine schließen, als plötzlich Leben in Jupp kam. Mit einer schnellen Bewegung griff Jupp ihn beim Handgelenk, zog in mit aller Kraft zu sich. Klaus blieb gar nichts anderes übrig, als zu Jupp unter die Dusche zu steigen, wollte er nicht fallen und sich verletzten. Jupp schlang die Arme um ihn, drängte sich gegen ihn, klammerte sich an ihn wie ein Ertrinkender. Für einen Augenblick war Klaus wie gelähmt vor Überraschung, doch dann legte er zögerlich ebenfalls die Arme um Jupp, strich ihm sanft über den Rücken. Jupps Schultern zitterten, sein ganzer Körper wurde immer wieder von heftigen Zuckungen geschüttelt. Klaus wusste nicht, ob es immer noch die Kälte war, oder ob Jupp weinte, aber es machte für ihn auch keinen Unterschied. Er hielt ihn einfach im Arm und murmelte beruhigender Belanglosigkeiten in sein Ohr.

Irgendwann ebbten die Zuckungen ab, das Zittern verschwand und Jupp hob langsam den Kopf. Er löste sich ein wenig von Klaus, musterte ihn mit durchdringenden blauen Augen und mit einem Mal spürte Klaus Finger an seinem Kragen, die an seinen Hemdknöpfen nestelten und zerrten, versuchten sie aufzuknöpfen. Im ersten Moment war er viel zu überrascht, um reagieren zu können. Das Herz schlug ihm mit einem Mal bis zum Hals, eine flaues Gefühl breitete sich in seinem Magen aus und das Zittern, das ihn plötzlich erfasste hatte garantiert nichts mehr mit Kälte zu tun.

„Du hast zu viel an“, murmelte Jupp.

Die Worte rissen Klaus aus seiner Erstarrung. Er griff nach Jupps Händen, hielt sie fest, unterbrach sein Tun.

„Jupp, was soll das werden?“

Jupp hielt tatsächlich kurz inne, es erschien so etwas wie Zweifel in seinem Blick, als würde ihm jetzt erst bewusst, was er zu tun in Begriff war, doch er Eindruck verschwand, so schnell wie er gekommen war. Jupp entwand Klaus seine Hände, legte sie an Klaus’ Wangen, zog ihn zu sich. Klaus spürte Jupps Lippen auf den seinen, nass, kühl, drängend. Er wollte etwas sagen, Jupp zur Vernunft bringen, bevor er nicht mehr die Kraft dazu hatte, doch kaum hatte er den Mund zu einer Antwort geöffnet, drängte Jupp seine Zunge zwischen Klaus’ Lippen. Der Kuss war hart, rau, voll verzweifelter Leidenschaft und in diesem Augenblick konnte Klaus nicht mehr anders, als ihn zu erwidern. Er schlang die Arme um Jupp, zog ihn wieder an sich, so fest er konnte, strich ihm über den Rücken, drängte sich gegen ihn. Jupp stöhnte in den Kuss.

„Zeig mir, dass ich noch am Leben bin!“

Date: 2018-09-04 08:30 am (UTC)
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From: [personal profile] servena
Du lässt sie aber auch immer leiden! .__. Bei dem ganzen Gefröstel wurde mir selbst schon ganz kalt! Aber immerhin wärmen sie sich ja jetzt auf. ;)

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