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[identity profile] nyx-chan.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Team: Mond
Challenge: Hurt/Comfort - Herzrasen (für mich)
Fandom: Sailor Moon
Characktere: Setsuna, Makoto
Wörter: ~1130
Anmerkung: Fortsetzung hierzu. Für [livejournal.com profile] nachanca und [livejournal.com profile] der_jemand. Mehr comfort, versprochen!


Das Klirren der Becher und Zerbersten auf dem Boden waren wie ein Initialschuss für Makotos Gedanken, um um die Wette zu rasen. Zunächst hatten die Verlustängste die Spitze erobert, dich gefolgt vom Gefühl mal wieder vom Schicksal betrogen worden zu sein und dem ewig im Hintergrund rumlungernden Pessimismus, dass es ja so kommen musste. In der Küche, die Hände unter kaltem Wasser und einen Lappen maltretierend, begannen andere Gedanken von hinten aufzuholen: die Sorge um eine neue Bedrohung, der Impuls zu beschützen, alle zu beschützen, und schließlich der Drang sich mit den anderen kurz zu schließen, zu beratschlagen, organisieren, formieren. Als sie aus der Küche eilte glaubte Makoto für einen Moment stolpern zu müssen, fing sich aber und kniete sich auf den Boden, während in ihr das Chaos tobte. Bis zum Schluss hatte sie geglaubt ihr Beschützerinstinkt würde gewinnen, was er auch irgendwie tat. Aber der Schmerz von dem Schnitt, Setsunas Arme, der harte Boden unter ihren Knien schmolz zusammen in den jetzt schon zu spürenden Verlust von Setsuna. Ja, in ihr begann es danach zu rufen aufzuspringen und ihre Prinzessin und ihre Welt zu schützen, aber in diese Welt gehörte inzwischen auch Setsuna.

Mit Mühe versuchte Makoto ihre aufkochenden Gefühle zu beherrschen und atmete tiefer ein, roch Setsunas Shampoo, konzentrierte sich auf die Wärme, die durch ihre Haut in sie hineinsickerte. Unsicher drehte sich Makoto etwas in ihrer Position, wandt sich mehr Setsuna zu, um den Kontakt zu erwidern, zu sichern, als wolle sie die Intensität steigern, um sich an mehr erinnern zu können. Als würde vielleicht Setsuna jetzt schon verschwinden. Ehe Makoto sich versah begannen sie sich der neuen Form des Gegenüber anzupassen, einzuschmiegen, wo sich Gelegenheit bot. Es war völlig anders als ihre bisherigen Umarmungen oder gelegentlichen Berührungen. Als hätten sie aus der Not heraus sich dem zwischen ihnen endlich gefügt.

Das ungeduldige Pfeifen des Wasserkessels riss beide aus dem Moment. Ein Zucken durchfuhr sie und plötzlich waren ihre Gehirne wieder involviert, sodass Arme und Haltungen sich lösten, verkrampften, sich unbeholfen und zu viel erschienen. Makoto sah Setsuna unsicher an. Ein Teil ihrer Anspannung zerschmolz als Setsunas Mundwinkel sich zu einem kleinen Lächeln hoben.

"Gleich wieder da", murmelte Makoto und erhob sich vom Boden. Mit einem Fuß geriet sie in die heiße Teepfütze am Boden und ihr Kopf fühlte sich immer noch etwas wie voll brennender Watte und Qualmschwaden an. Ihre Routine sprang sofort an als sie den Herd ausschaltete und den Wasserkessel zur Seite stellte, um neuen Tee zuzubereiten. Als Makoto das Wasser aufgoss betrat Setsuna in die Küche. Schweigend hielt sie den triefenden Lappen über die mit Scherben gefüllte Kehrschaufel. Makoto öffnete schon den Mund und drehte sich zu ihr, doch Setsuna kam ihr mit einem "Ist schon ok, ich mach das" zuvor. Ihre Stimme klang gefasst wie immer und als sie neben Makoto in der Küche stand, das aufgewischte und abgetropfte Teewasser weggoss, vorsichtig die Scherben in den Müll warf und die Utensilien zu waschen begann, war Makoto für einen Augenblick davon abgelenkt, wie selbstverständlich es wirkte, wie Setsuna inzwischen in ihrer Küche sich wissend bewegte. Sie starrte auf das Profil der Frau mit leicht gesenkten Blick und ihre Hand legte sich auf ihren Oberarm, als wollte Makoto sicher gehen, es sei real. Überrascht hob Setsuna ihren Blick zu Makoto. Ihr Kopf wusste nicht, was der Blick der anderen bedeutete, aber etwas in ihr schien zu flattern und warm zu werden. Eilig wrang sie den Lappen aus, um ihn fast achtlos auf den Rand der Spüle zu legen und nach dem Handtuch zu greifen. Makotos Hand indess schob sich hoch auf ihre Schulter und ihr Körper folgte im gleichen Abstand.

"Wann?", fragte Makoto leise und beobachtete konzentriert Setsunas Gesicht.

"Bald", antwortete Setsuna tonlos und stoisch. "So bald wie möglich. Ich dachte an heute Abend."

"Was ist passiert?"

"Ich weiß es nicht. Die Königin hat meine Rückkehr verlangt, weil es Unregelmäßigkeiten gibt", begann Setsuna zu erklären und fügte leise, fast schon verwirrt hinzu: "Aber ich habe nichts gespürt."

Makoto trat noch ein Stück näher heran und legte ihre andere Hand an Setsunas Wange, streichelte sacht mit dem Daumen wie im Trost. Mit einem lautlosen Seufzer schloss Setsuna die Augen und schmiegte ihr Gesicht in die warme Handfläche.

"Was haben Chibi-Usa und die anderen gesagt?"

Setsuna schwieg kurz ehe sie antwortete. "Bisher wissen es nur Haruka, Michiru und Hotaru. Ich bin auf dem Weg zur Prinzessin und Kleinen Lady. Ich-" Setsuna stockte und öffnete die Augen. Da war es wieder, die Sprachlosigkeit angesichts der Lage. Makoto glaubte in ihrem Blick eine Art Hilflosigkeit zu lesen, ein Bitten zu verstehen, wofür ihr die Worte fehlten. Mit einem Schlag begann Makotos Herz wieder in den nächsten Gang zu schalten und stärker zu schlagen. Ihr Mund wurde trocken und Makoto nickte schließlich. "Danke", flüsterte sie und hoffte, dass sie die Zeichen richtig las. Heiße und kalte Schauer durchliefen sie als sie Setsunas kühle Hand an ihrer Taille spürte.

"Die anderen werden sich bestimmt auch von dir verabschieden wollen. Wäre es ok, wenn ich ihnen Bescheid gebe? Vielleicht sollten wir uns im Hauptquartier treffen. Vielleicht können wir von da aus noch mehr in Erfahrung bringen", schlug Makoto halblaut vor und befürchtete, dass ihre Stimme komisch klang.

Setsuna nickte schweigend.

Keine von beiden bewegte sich oder schien auch nur Anstalten zu machen. Nach einem Moment des Schweigens traute sich Makoto schließlich vorzuschlagen: "Willst du hinterher wieder herkommen? Etwas essen? Ich will ein letztes Mal für dich kochen, auch wenn ich nichts Besonderes machen kann. Aber ich kann dich nicht mit leerem Magen in die Zeitlosigkeit schicken."

Für einen Moment öffneten sich Setsunas Lippen, die sie aber sofort wieder schloss. Sie spürte, wie ihre Augen feucht wurden und schloss ihr Lider sicherheitshalber auch. Ein zögerliches Nicken war ihre einzige Antwort, die alles war, was Makoto erhofft hatte. Setsunas Hand schob sich weiter auf ihren Rücken in eine halbe Umarmung. Makoto schmiegte sich erleichtert in die Bewegung, in die Wärme. Eine Hand auf Setsunas Wange und die andere über ihre Schulter zum Hals streichelnd waren Makotos Ankerpunkte als sie ihren Kopf nach oben neigte und Setsuna einen leichten, keuschen Kuss gab. Er barg alles an Wärme und Zusicherung, wofür Makoto die Zeit und Geduld für Worte fehlten und sie wusste, dass es am klarsten sprach.
Mit Rauschen in den Ohren und leichter Benommenheit dank ihres rasenden Herzens beobachtete Makoto Setsunas Reaktion, die darin bestand, dass sie die Augen öffnete, Makoto kurz taxierte und die Geste schließlich vorsichtig erwiderte.

Makoto hätte weinen und lachen können. Die Weinen-Seite drohte zu gewinnen als Setsuna sich von ihr löste. Stattdessen seufzte sie nur.

"Die anderen. Danach wieder wir", erklärte Setsuna geradezu sachlich. Makotos Herz sprang ihr fast aus der Brust bei dieser Ansage.

Date: 2018-09-01 06:23 am (UTC)
servena: (Default)
From: [personal profile] servena
Oh Gott, du machst mich FERTIG (gut, dass ich schon auf dem Fußboden sitze...), sie sind füreinander BESTIMMT, waruuuum! Q_Q Und du beschreibst alles so toll, wie sie sich ansehen und berühren und UGH. T_T Ich liebe es. Aber mein Herz ist immer noch in Scherben! .__.

Date: 2018-09-02 07:45 am (UTC)
servena: (Default)
From: [personal profile] servena
Ja, bitte, Fluff! Q_Q Mein Herz braucht jetzt was richtig schön Kitschiges! .__.

Date: 2018-09-02 11:45 am (UTC)
der_jemand: (green)
From: [personal profile] der_jemand
... Mehr Comfort ist es. Ja. ABER WARUUUUM?
WAS SPRICHT GEGEN "War nur nen Missverständnis" ODER "Aber in nem Monat bin ich ja zurück"???
U.d "Zeitlosigkeit"? WTF IS HAPPENING? DAS KLINGT SO VIEL SCHLIMMER ALS ALLES WAS ICH MIR AUSGEMALT HATTE?!

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