luinaldawen: (Default)
[personal profile] luinaldawen posting in [community profile] 120_minuten
Team: Mond
Challenge: h/c - Herzrasen
Fandom: Voltron
Charaktere: Pidge, Shiro
Wörter: 1627


Teil 1, Teil 2
Teil 3, Teil 4
Teil 5

Pidge war nervös. Furchtbar nervös. Dabei war es nicht das erste Mal, dass sie den Feind infiltrierte. Sie vertraute ihrer Löwin, ihrem Team und ihrem Verstand. Und nebnebei auch den kleinen Verbesserungen, die Hunk und sie in den letzten Stunden vorgenommen hatten. Aber es stand auch eher selten das Leben eines ihrer besten Freunde auf dem Spiel. Naja, jedenfalls nicht auf diese Art. Abgesehen von Shiro, der ruhig hinter ihr stand. Er versuchte es jedenfalls, ruhig zu wirken und Pidge tat ihm den Gefallen so zu tun, als würde sie nicht merken, wie unruhig er war. Nicht nervös. Nicht so wie sie. Aber für ihn stand auch einiges auf dem Spiel. Eine Person, die er um nichts in der Welt verlieren wollte. Noch etwas, was sie für sich behalten würde. Eigentlich war es auch nicht nötig, es irgendjemandem zu erzählen, wer Augen im Kopf hatte, hatte es schon längst bemerkt.
Was bedeutete, dass Lance es auf keinen Fall bemerkt hatte. Auch Pidge war sich nicht ganz sicher, ob das zwischen Shiro und Keith schon offiziell war und sie es einfach nur geheimgehalten hatten. Interessieren würde sie es ja. Außerdem sollte sie sich lieber darauf konzentrieren, neben der Luftschleuse zu landen. Als das geschafft war, sah sie nochmal zu Shiro und war schon drauf und dran, etwas aufmunterndes zu sagen. Aber ihr fiel nichts ein, deswegen beließ sie es bei einem: “Dann los…”
Shiro nickte nur und gemeinsam stiegen sie aus, wobei Pidge ihre Löwin noch einmal tätschelte. Früher hätte sie sich deswegen merkwürdig gefühlt, aber sie alle wussten inzwischen, dass ihre Löwen, dass Voltron, alles andere als eine simple Kriegsmaschine war. Sie hoffte, irgendwann würde sie erfahren, was sie wirklich waren.
Die Luftschleuse zu öffnen war schon lächerlich einfach. Eine Meldung an die Brücke zu unterdrücken schon etwas komplizierter, aber es gehörte immer noch zu den Dingen, die sie im Handumdrehen regelte. Die Galra, mit denen sie es hier zu tun hatten, waren keine besonderen Technikgenies. Okay, der Trick mit dem sie sich getarnt hatten, war gut gewesen. Aber wie Matt herausgefunden hatte, war das keinem besonderen Know-How zu verdanken gewesen, sondern einfach nur den Eigenarten des zerstörten Mondes.
Dummerweise hatten sie aber ziemlich viel Schlagkraft. Himmel, Pidge war froh, dass Shiro dabei war. Trotzdem wäre es besser, wenn man sie nicht erwischte. Entsprechend vorsichtig waren sie, als sie die Luftschleuse verließen und dem Grundriss folgten, den sie von Krolia bekommen hatten. Die Gefangenen wurden normalerweise nicht weit von hier festgehalten… aber wenn sie eines gelernt hatte, dann war es, dass nie etwas so lief, wie man erwartet hatte.
Sie spürte, wie sich ihr Herzschlag beschleunigte, sie konnte nichts dagegen tun. Panikattacke? Das könnte sie jetzt gar nicht gebrauchen. Neigte sie auch nicht zu, sowas war eher Hunks Job… gewesen. Aber das hier… das war irgendwie anders. Sie wussten nicht, ob Keith überhaupt noch am Leben war, auch wenn Lance der Meinung war, dass sein Roter ihm das wohl mitgeteilt hätte. Pidge hoffte, dass er Recht hatte. Aber auch wenn, in welchem Zustand wäre er? Hatten sie eine Chance, hier rauszukommen? Wäre Keith in der Lage, dabei mitzuhelfen, oder mussten sie ihn tragen? Die Galra waren ja nicht gerade dafür bekannt, nett zu ihren Gefangenen zu sein. Keiner hatte Shiro bisher nach Details gefragt, aber allein die Vehemenz, mit der der darüber schwieg, sprach Bände. Und Matt war auch nicht gerade sehr gesprächsbereit gewesen.
Egal. Hauptsache, Keith war noch am Leben.

Natürlich liefen sie noch Galra über den Weg. Zweien, um genau zu sein. Pidge hatte kaum Zeit, ihr Bayard zu zücken, da hatte Shiro sich schon um sie gekümmert. So schnell, dass sie sich nicht sicher war, was genau passiert war. Jedenfalls lagen die beiden auf einem recht ordentlichen Haufen und Shiros Armprothese erlosch wieder. “Okay. Das war ein neuer Rekord”, war alles, was sie zu sagen wusste. Shiro ging natürlich nicht darauf ein. Das erwartete sie auch gar nicht. Sie war nervös. Und wenn sie nervös war, plapperte sie. Auch wenn das auf einem feindlichen Raumschiff nicht die allerbeste Idee war. Vielleicht etwas zu hoffnungsvoll fragte sie: “Gehen wir jetzt weiter, retten Keith und hauen wieder ab?”
Wieder stellte Shiro unter Beweis, dass er gerade nicht allzu gesprächig war, indem er nur nickte. Ihre flatternden Nerven brauchten aber gerade eher etwas anderes. Kleinlaut hakte sie darum nach: “Denkst du, wir kriegen das hin?”
Jetzt schien er einen Moment zu zögern, als wäre er sich selbst nicht so sicher. “Natürlich kriegen wir das hin.” Leiser fügte er hinzu: “Wir müssen.”
“Dann schaffen wir es.” Etwas anderes kam gar nicht in Frage. Darum gingen sie weiter, diesmal besonders vorsichtig. Je später sie erwischt wurden, desto besser.
Trotzdem liefen sie noch zwei Patrouillen über den Weg, die aber wieder in Rekordgeschwindigkeit ausgeschaltet wurden. Pidge gefiel das trotzdem nicht. Vielleicht sollten sie bedachter vorgehen. Den Galra besser aus dem Weg gehen. Aber sie mussten hier auch möglichst schnell wieder raus. Wenn ihr Löwe gefunden wurde, dann war alles aus.
“Okay, hier müsste es sein… Die Frage ist nur, in welcher Zelle Keith ist…” Oder ob überhaupt in einer. Es gab mehr als genug andere Möglichkeiten und keine davon gefiel ihr besonders gut.
“Kannst du den Computer hier anzapfen?”, fragte Shiro, der nun auch unsicher wirkte. Sie hatten einfach nicht die Zeit für sowas!
“Wenn du mir sagst, wo ich hier einen finden soll… das hier ist nicht Star Trek!” Da waren an jeder Ecke irgendwelche Konsolen wo man sich reinhacken konnte. Hier aber… gar nichts. Gott, warum waren sie nicht in Star Trek? Oder Star Wars? Sie hätte gerne einen R2D2! Sie hätte aber auch nichts dagegen, Rover noch zu haben. Aber der hatte sie ja leider nicht sehr lange begleitet.
“Dann muss es so funktionieren.” Shiro war zum Glück niemand, der lange herumdiskutierte. Sie hatte ihm einen Fakt dargelegt und er nahm das hin. Das machte es so angenehm, mit ihm zusammenzuarbeiten.
Es stellte sich dann doch als einfacher heraus, als befürchtet. Es waren nur wenige Zellen belegt und Pidge hatte nie etwas dagegen, Gefangene der Galra zu befreien. Schon beim dritten Versuch erkannte sie sofort, dass auf dem Boden ein Mensch lag. Aus dem Augenwinkel bemerkte sie, dass Shiro sich anspannte, aber er bewahrte die Ruhe. Irgendwie. Sie überließ es ihm, sich um Keith zu kümmern, der aber ohnehin nicht viel mitzubekommen schien. Wenn überhaupt etwas. Schnell überprüfte sie die anderen Zellen, aber einer der befreiten Gefangenen hielt sie schon bei der zweiten auf. “Wir kümmern uns darum. Bringt euren Freund hier raus.”
“Aber… was ist mit euch?” Sie konnte sie kaum alle in ihrer Löwin unterbringen, aber…
“Das schaffen wir schon. Vrepid sa.”
Klinge von Marmora? Einer der Galra, die begriffen hatten, was sie für einem System gedient hatten? Oder einfach nur einer der wusste, wann er verloren hatte? Sie wusste es nicht und es war ihr auch egal. “Vrepid sa”, antwortete sie und fühlte sie dabei nur ein bisschen merkwürdig. Dann lief sie zu Shiro zurück, der inzwischen Keith aus der Zelle geholt hatte. Gut war, dass der noch am Leben war. Aber bewusstlos, was wohl nicht so toll war. Aber abgesehen von ein paar Blessuren wirkte er noch halbwegs in einem Stück. Und war vermutlich kein Klon. Alles gute Zeichen. Dass die Galra ihm ziemlich zugesetzt hatten, war zu erwarten gewesen, aber das war nichts, was sie nicht wieder hinbekommen würden. Auch ohne die Technik aus dem Schloss, immerhin war man hier technisch trotzdem sehr viel weiter als auf der Erde. Da würde es auf dem Schiff, mit dem sie im Moment unterwegs waren, doch wohl eine Möglichkeit geben, ihm zu helfen! Das war aber etwas, um das sie sich kümmern mussten, wenn sie zurück waren.
“Verschwinden wir von hier”, meinte sie, vermutlich unnötigerweise, denn Shiro hatte auch schon halb den Mund aufgemacht. Jetzt nickte er nur und sie machten sich auf den Rückweg.

Erstaunlicherweise wurden sie nur vier Mal beinahe umgebracht. Klar war das Schiff inzwischen in Alarmbereitschaft, aber Pidge hatte den vagen Verdacht, dss die Gefangenen, die sie befreit hatten, ein wunderbares Ablenkungsmanöver waren. Das war nicht ihre Absicht gewesen und sie hoffte, dass alles es heil hier weg schafften, aber im Moment kam ihnen das natürlich gelegen. Shiro war nunmal der bessere Kämpfer von ihnen, aber dummerweise musste er Keith tragen. Sie selbst jedenfalls hatte nicht die Kraft dazu, einen erwachsenen Mann zu tragen, auch wenn der eher schmal gebaut war. Ein fünfzehnjähriges Mädchen zu sein musste halt irgendwo doch Nachteile haben.
Aber sie fand, sie schlug sich ganz gut gegen die Soldaten. Vor allem, nachdem sie es geschafft hatte, einen Sentinel umzuprogrammieren. Auf die Idee hätte sie auch ruhig eher kommen können. Es war immer angenehmer, wenn man einen Roboter hatte, der für einen kämpfte, auch wenn von dem nur noch ein Schrotthaufen übrig blieb, als sie sich der Luftschleuse näherten, die sie nach draußen bringen würden. Nur hatten sie dort erstmal ein anderes Problem. Sie würden für gut eine Minute im Vakuum des Weltraums sein. Keith hatte keinen Raumanzug. Die verdammte Galra hatten an alles gedacht. Wo sie seine Sachen verstaut hatten… wer wusste das schon.
Jedenfalls wollt Pidge ihn ungerne umbringen, indem sie ihn einfach so mit rausnahmen. Hastig sah sie sich bei der Luftschleuse um, ob dort Druckanzüge waren. Eigentlich würde es für eine ganz miese Organisation sprechen, wenn nicht. Uneigentlich war bei den Galra inzwischen so einiges mies organisiert. “Verdammt…” Klar, Shiro könnte zur Not mit Keith in eine Rettungskapsel steigen, die waren hier auch in der Nähe (ein wenig hatte Pidge ja mitgedacht, als sie sich für diese Stelle entschieden hatte), aber wenn dann doch noch alles schiefging, hätten sie ein Problem.
Und als hätten ihre Überlegungen es heraufbeschworen, dockte ein Schiff an die Luftschleuse an. “Oh Quiznak…”, war alles, was Pidge dazu einfiel.

Date: 2018-08-11 10:18 am (UTC)
From: [identity profile] peterhforalpha.livejournal.com
Aaaaah, diese Story wird besser und besser. Und wie wir jetzt in der aktuellen Staffel gelernt haben, immer wenn man denkt, sie haben es geschafft, kommt irgendetwas Neues in den Weg xD

Es war sehr toll aus Pidges Sicht zu lesen. Die Kleine ist so aufmerksam. Vermutlich weiß nur sie und Allura über Sheith Bescheid xD
Und Shiro, der einfach kaum etwas sagt? Ich liebe es! Ich weiß, ich sollte es nicht lieben, dass er sich Sorgen macht, aber trotzdem!

Jetzt bin ich aber total gespannt, wie es weiter geht!

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