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[identity profile] nyx-chan.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Team: Mond
Challenge: Romantik/Initmität – etwas teilen (für mich)
Fandom: Sailor Moon
Wörter: ~1160
Anmerkung: Ich hab eine Schwäche für Setsuna und Makoto, besonders in Kombi...



Draußen rauschte es vom Regen und Wind. Die Dunkelheit und die gelegentliche Blitze mit leisem Donnern ergaben die perfekte Stimmung zum Arbeiten, besonders wenn die meisten Leute bereits die Uni verlassen hatten. Es entwickelte sich dabei eine Art Vakuum, ein eigener Raum, indem man sicher in Gedanken versinken konnte. Auch wenn Setsuna das nur all zu gut kannte, war sie um das Regenrauschen dankbar. Es verankerte sie in dieser Realität.
Die Vakuumblase platze als am Türrahmen des Büros geklopft wurde. Zwar hatte sie keine Schritte bemerkt, aber solange ihre Instinkte ruhig blieben, blieb auch der Rest von ihr ruhig. Neugierig sah Setsuna von ihrem Bildschirm auf und spürte das Lächeln auf ihren Lippen schneller als sie darüber nachdenken konnte. Makoto, die noch immer in der Tür stand, erwiderte das Lächeln, strahlte vielleicht sogar noch einen deut heller, als sie Setsunas Reaktion bemerkte.

„Hey! Guten Abend, Setsuna. Ich hoffe, ich störe dich nicht bei der Arbeit“, fragte ihr Besuch höflich und bereit, den Rückzug anzutreten. Völlig unnötig.

Setsuna schüttelte nur leicht den Kopf. „Hallo. Du störst nicht, komm doch rein“, lud sie Makoto ein und stand auf, um den Schreibtischstuhl ihres Kollegen herüberzuziehen. „Setz dich bitte.“ Setsuna sah wieder in die Richtung von Makoto und musste sich ein breites Lächeln verkneifen. Kaum zwei Schritte im Büro sah sie sich mit strahlenden Augen um und Schritt von einer Pflanze zur nächsten. Setsuna wusste nicht, wann es so viele geworden waren, aber sie würde es nicht ändern wollen. Fast schon einem Selbstgespräch gleich begann Makoto die Pflanzen zu kommentieren, Komplimente auszusprechen, zu bewundern und neugierig nach Möglichkeiten für Setzlinge zu schauen.
„Wunderschön, so schön, das ist toll! Ich wünschte, ich könnte das mit unserem Klassenzimmer auch tun. Diese Farbvariation habe ich noch gar nicht gesehen. Oh, die wächst so gut an diesem Platz? Du musst wirklich einen grünen Daumen haben“, plapperte Makoto verzückt und ganz vertieft in ihrer Expidition durch Setsunas Büro. Makoto kam zu einem plötzlichen Halt, als sie an Setsunas Schreibtisch ankam, auf all die Unterlagen sah, auf den zweiten Stuhl, der ihr den Weg blockierte, auf die Hände, die auf der Lehne lagen. Makotos Blick glitt an den Armen hoch und landete schließlich in das geduldig und amüsiert dreinblickende Gesicht von Setsuna. Ein kleines Japsen entkam ihrem Mund als sich Makoto ihrer Unhöflichkeit bewusst wurde, aber Setsuna neigte daraufhin nur leicht den Kopf zur Seite.

„Dir gefällt mein Büro?“, fragte sie rhetorisch und beobachtete, wie Makotos Augen wieder zu glänzen begann, ihr Gesicht wieder dieses Strahlen annahm.

„Es ist wundervoll!“, jauchzte Makoto verzückt und blickte sich noch ein Mal um. „Es fühlt sich gar nicht an wie...“

„Wie..?“, fragte Setsuna nach als Makoto ins Stocken kam.

Offensichtlich etwas beschämt versuchte Makoto es mit einem Lachen zu kaschieren und senkte wieder den Blick. „Halt nicht wie ein Büro in einer grauen Uni, wo überall Köpfe qualmen. Aber so – so kann ich mir stundenlanges Herumhocken und schuften in einem Büro echt besser vorstellen.“

Zwar konnte Setsuna auch mit kahlen, trostlosen Räumen klarkommen, wenn etwas zu erledigen war, aber sie stimmte Makoto zu. Aber die Art und Weise! Sie musste schmunzeln über die Ehrlichkeit. „Das hast du schon Recht. Magst du dich setzen?“

Deutlich entspannter sah Makoto sie nun offen an. Mit einem enthusiasischten Nicken und einem Dank machte sie es sich bequem. Sobald Setsuna wieder selber saß, hielt Makoto ihr etwas hin. Es hatte eine quadratische Form und war in einem Tuch eingeschlagen. Es sah wie ein Bento aus, wie aus einem Bilderbuch. Vermutlich war es auch eines. Aber trotzdem schien es Setsuna völlig unwahrscheinlich, schlichtweg surreal. Also ging sie noch einen Moment weitere Möglichkeiten in ihrem Kopf durch und sah konzentriert das Päckchen an, ehe sie schließlich mit einem neutralen Lächeln Makoto ansah und fragte: „Was ist das?“

Das schien Makoto etwas aus dem Konzept zu bringen und sie blinzelte kurz verwirrt. „Ein Bento. Natürlich nur wenn du magst!“ Sie senkte etwas die Hände und sah Setsuna nun mit einer gefestigten Ernsthaftigkeit an, die sie nach dem bisherigen Verhalten etwas überraschte. „Ami hat mir erzählt, dass du in letzter Zeit fast nur noch hier bist und dich von irgendwelchen Sachen aus dem Snack-Automaten oder Kombini ernährst. Und weil ich sie ohnehin immer hier besuche, wenn sie hier wegen Kursen oder Projekten ist, um ihr Essen zu bringen, dachte ich.... dass ich dir auch etwas mitbringe. Ich koche eh immer zu viel und ich teile gerne mein Essen mit anderen. Ich liebe es, wenn es anderen schmeckt! Außerdem kann ich nicht daneben stehen, wenn einer meiner Freunde sich Tag ein, Tag aus nur von diesem Fertigkram ernährt. Da kriege ich die Krise! Wenn es dir also schmeckt und wenn du so viel hier zu tun hast, dann sag mir bitte, was du nicht gerne isst oder nicht verträgst, und wir machen Tage und Zeiten aus, an denen ich dir auch was bringe, ok?“

Aufmerksam lauschte Setsuna der Erklärung und war überwältigt. Jedes Mal, wenn jemand sie als Freund bezeichnete, machte ihr Herz einen kleinen hektischen Sprung. Wenn ihr dann auch noch so viel Fürsorge entgegengeworfen wurde, wusste sie nichts damit anzufangen. Setsuna fühlte sich für einen Moment bedrängt von diesem Übermut.
Ihr Blick fiel auf das Päckchen wieder, wie es in Makotos Händen ruhte. Ohne ihr zu antworten, griff Setsuna danach, packte es vorsichtig aus und sah hinein. Bis eben hatte sie nicht ein Mal an Essen gedacht, aber sobald sie die schön arrangierten kleinen Portionen und Häppchen sah knurrte ihr Magen und das Wasser begann in ihrem Mund zusammenzulaufen.
Vielleicht war das ein gutes Timing. Vielleicht konnte sie das annehmen.
Vorsichtig sah sie zu Makoto auf, beobachtete ihr Gesicht. Schließlich wandte sie sich dem Essen wieder zu, griff nach den beiliegenden Essstäbchen und bedankte sich höflich und ehrlich für das Essen. Setsuna spürte Makotos erwartungsvollen Blick auf sich und versuchte sich davon nicht aus der Bahn bringen zu lassen. Aber der erste Bissen brachte schon ihre standhafte Selbstständigkeit etwas ins Wanken. Der dritte und vierte Bissen ließen sie schon davon schwärmen, wie es wäre, immer mal wieder das zu essen, das zu kriegen.
Setsuna riss sich gedanklich aus ihrem kulinarischen Glück und lächelte Makoto an. „Es schmeckt wirklich großartig – danke!“

Sofort strahlte Mokot über das ganze Gesicht und ein Fels schien von ihrem Herz zu fallen. „Das freut mich so sehr!“

Setsuna musste doch noch einen Bissen essen, ehe sie einen Moment später weitersprach: „Wenn ich mich irgendwie erkenntlich zeigen kann“, begann sie und wurde von Makoto sogleich unterbrochen. „Mach dir deswegen bitte keinen Kopf! Da wird sich bestimmt etwas finden! Iss in Ruhe auf und wegen meines Angebotes – überleg es dir einfach. Ich würde mich freuen ein weiteres schlaues Köpfchen mit gutem Tankstoff zu versorgen“, erklärte sie mit einem breiten Grinsen und begann schließlich an zu lachen.

Setsuna würde es sich wirklich überlegen müssen, aber sie musste noch nicht antworten. Für den Moment reichte es, dass sie ehrlich lächelte und Essen wie auch die Gesellschaft genoss.

Date: 2018-08-08 08:08 am (UTC)
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From: [personal profile] servena
Das war ganz herzerwärmend. <3 Wie Makoto die Pflanzen umschwärmt und Setsuna sich über das Essen freut, und überhaupt diese etwas zaghafte, aber positive Atmosphäre zwischen den beiden - das gefällt mir. :)

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