[identity profile] thots-tochter.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Titel: Sicher?
Team: Sonne
Challenge: Ohne Worte: Magritte "Die Liebenden II" - Für mich
Fandom: SK Kölsch
Rating: P12
Genre: Preslash
Warnungen: None
Zusammenfassung: Jupp ist sich sicher...
Wörter: ~1150
Anmerkungen: In meinem Kopf sah diese Szene irgendwie vollkommen anders aus, aber irgebdwie blockiert wohl was bei mir, wenn ich bei Jupp/Falk mehr als nur Freundschaft schreibe. Ich bin eben doch der Hardcore-Jupp/Klaus-Shipper. Egal, es ist Sommerchallenge, es gibt Punkte und vielleicht funktioniert es ja doch nochmal irgendwann, wann ich nur lange genug übe...


Jupp saß am Tresen im Rättematäng und drehte frustriert das Kölschglas in seinen Händen. Er fühlte sich wie im falschen Film. Es war Rosenmontag, um ihn herum tobte der Karneval, ganz Köln feierte, tanzte, trank und knutschte, nur er saß ganz allein hier und trank trübsinnig ein Kölsch nach dem anderen. Wann war es ihm das letzte Mal passiert, dass er am Rosenmontag keine Frau abbekommen hatte? Er konnte sich nicht erinnern, aber seitdem er volljährig geworden war mit Sicherheit nicht mehr. ‚Wer an Karneval keine Frau abbekommt, der ist entweder blöd oder schwul!‘ Das war jahrelang sein Motto gewesen, danach hatte er gelebt und irgendwie hatte es noch immer funktioniert. Nur dieses Jahr nicht. Aber warum? War er doch einfach nur blöd? Wobei, es war ja jetzt nicht so gewesen, dass er gebaggert hätte wie blöde und eine Abfuhr nach der anderen kassiert hatte. Ganz im Gegenteil: Er hatte nicht einfach Frau angegraben während des gesamten Karnevals und die paar, die ihn angebaggert hatten, die hatte er abgewiesen. Gut, es mochte eventuell daran gelegen haben, dass er das ganze Wochenende gearbeitet hatte und der Fall, denn sie Donnerstagnacht noch reinbekommen hatten nun wirklich nichts für schwache Nerven – und Mägen – gewesen war. Familiendrama mit sechs Toten, sowas sah auch er nicht alle Tage und das konnte einem die Laune am Karneval dann schon ein bisschen vermiesen. Trotzdem, das war doch nicht alles gewesen. Früher hatte er das doch auch gekonnt, da hatte er das nach diesen extrem grausamen Fällen sogar gebraucht. So wie damals, als er Klaus kennengelernt hatte. Aber dieses Jahr war das irgendwie anders. Selbst Falk hatte schon gefragt, ob alles in Ordnung wäre mit ihm. Und wenn selbst Falk, der mit Karneval so gar nichts am Hut hatte, das bemerkte, dann musst da doch wohl etwas dran sein. Aber wenn er nicht blöd war, dann blieb ja nur noch… nee, das konnte ja nun noch viel weniger sein, oder?

Natürlich war Jupp irgendwo vollkommen klar, dass dieser dumme Spruch nur genau das war: Ein dummer Spottvers, erfunden von irgendwem, wahrscheinlich noch im besoffenen Kopp, um sich über die lustig zu machen, die selbst im Karneval, wenn alle besoffen waren und die Standards ziemlich tief fielen, keine abbekamen. Trotzdem, dieses komische Gefühl, dass ihn bei dem Gedanken erfasst, das sagte etwas anderes. Das hatte auch nicht unbedingt etwas mit dem Karneval zu tun und die Tatsache, dass er bei dem Gedanken unweigerlich Falk vor sich sah, mit seinen strahlenden blauen Augen noch viel weniger. Jupp seufzte leise und nahm einen Schluck von seinem Kölsch. Dieses Bild ging ihm schon viel zu lange und vor allem zu den völlig falschen Zeiten im Kopf herum. Er hatte nur überhaupt keine Ahnung, was er damit tun sollte und noch viel weniger, was er dieses komische Gefühl in seinem Bauch bedeutete, wenn er an die Person dachte, zu der die Augen gehörten. Gut, das war jetzt nicht ganz richtig, er wusste schon irgendwie, was ihm dieses warme Kribbeln in seinem Bauch sagen wollte, das er jedes Mal spürte, wenn Falk ihn anlächelte, er wusste nur nicht, wie er damit umgehen sollte, jedenfalls nicht so richtig. Jupp schüttelte den Kopf, setzte sein Glas an und leerte es in einem Zug. Wenn er schon hier, im übervollen Rättematäng grübelte, während um ihn herum alles ausgelassen feierte, dann war es wohl wirklich an der Zeit, dass er den Karneval für dieses Jahr Karneval sein ließ und sich nach oben in die Wohnung verzog. Er stellte das Glas ab und glitt von seinem Hocker. Bevor er allerdings auch nur einen Schritt Richtung Hintertür machen konnte, stellte sich ihm eine Frau in den Weg.

„Schon so früh auf dem Heimweg? Am Rosenmontag?“

Ihre Stimme rührte etwas in seinem Gedächtnis, aber Jupp konnte sich beim besten Willen nicht erinnern, woher er sie kennen könnte. Er musterte sie kurz von oben bis unten. Sie war ziemlich groß, fast so groß wie er, obwohl sie flache Schuhe trug, ansonsten aber eher unauffällig. Nur ihr Lächeln, das ihre blauen Augen über alle Maßen zum Strahlen brachte, fiel ihm auf. Und auch wenn er wusste, dass es nicht ganz fair war, fiel in diesem Moment die Entscheidung, dass er heute Abend dich nicht allein nach Hause gegen würde. Immerhin war Karneval, da wusste jeder, worauf er sich einließ und ein bisschen unverbindlicher Sex war vermutlich genau das Richtige für ihn in diesem Moment.

„Nein, ich hab’s mir gerade anders überlegt.“

Damit ergriff er die Hand der Frau und zog sich mit sich Richtung Tanzfläche. Vielleicht war es nur Zufall, vielleicht auch ein Wink des Schicksals, aber kaum hatten sie die Tanzfläche erreicht, schien der DJ entschieden zu haben, dass es jetzt spät genug für die langsamen Stücke war. Jupp zögerte einen Moment, doch dann legte er der Frau die Arme um die Hüften und zog sie zu sich in klassischer Schmusetanzhaltung und begann langsam sich im Rhythmus der Musik zu bewegen. Sie folgte seinen Bewegungen, hielt aber die ganz Zeit einen ganz feinen Abstand zwischen zu ihm, so dass sich ihre Körper nie wirklich berührten. Jupp versuchte sie näher zu ziehen, aber sie sträubte sich. Schließlich gab er auf. Sie würde schon näher kommen, wenn sie es für richtig hielt. Er strich mit der einen Hand ihren Rücken hinauf, fühlte feste Muskeln und eine kräftiges Kreuz unter ihrem Kleid. Sie musste Sportlerin sein, Schwimmerin vielleicht. Es fühlte sich gut an, fast wie ein Mann. Jupp schloss die Augen, gab sich für den Moment der Vorstellung hin, dass er mal einmal mutig gewesen wäre, dass er Falk angesprochen hatte, dass er jetzt keine ihm fremde Frau in den Armen hielt, die ihm nur wegen ihrer Augen aufgefallen war, sondern seinen Partner. Sofort war das warme Kribbeln wieder da.

Ohne wirklich darüber nachzudenken, was er da tat, küsste er die Frau auf die Wange, arbeitete sich langsam zu ihrem Mund vor. Ihre Haut war ein bisschen unter seinen Lippen, aber sie roch gut, anregend und irgendwie vertraut. In seinem Kopf setzte sich langsam ein Bild zusammen, vage und verschwommen zuerst, aber dann immer klarer und als er ihre Lippen erreichte, da war die vertraute Stimme, die ihn fragte keine Überraschung mehr.

„Jupp, bist du dir sicher, was du da tust?“
„Absolut!“

Er hatte es bis zu diesem Augenblick selbst nicht gewusst, aber seine Antwort kam ehrlich und voller Überzeugung. Er zog Falk an sich und dieses Mal ließ Falk es geschehen. Er konnte Falks Wärme durch ihrer beider Kostüme spüren und es fühlte sich gut an. Falk öffnete den Mund, wollte noch etwas sagen oder fragen und Jupp wusste wohl auch, dass es da noch ein paar Dinge zu klären gab, aber jetzt konnte und wollte er nicht reden, nur genießen. Er küsste Falk, bevor der auch nur eine Chance hatte, etwas zu sagen und als der den Mund zum Protest öffnete, nutzte er die Chance und schob seine Zunge zwischen Falks Lippen. Für den Bruchteil einem Augenblicks war Falk wie erstarrt, doch dann erwiderte er Jupps forsche Geste und sie versanken in einem leidenschaftlichen Kuss.

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