Verspätet mal wieder.
Dec. 23rd, 2007 11:48 pmFandom: Original / Sie und die Andere
Challenge: #2 Ladenschluss
Warnungen: [femmeslash] [language]
Rating: PG-13
Wörter: 530
Kommentar: Viel zu spät, aber meine Kreativität funktioniert mal wieder nicht nach Uhr.
--
Es war kalt.
Nein, es war schweinekalt. Es war schweinekalt, nass und ein eisiger Wind blies einem die viel zu harten Schneeflocken mitten ins Gesicht. Ekelhaft.
Warum genau hatte sie noch mal das kuschelige, warme Wohnzimmer verlassen, wo ihr ein Sessel, ein Sofa, eine himmelblaue Babyalpaka-Wolldecke und ein Schafffell zur Verfügung standen und die Küche, in der es Tee und heiße Schokolade gab, direkt benachbart lag?
Achja.
Weil es der verdammte dreiundzwanzigste Dezember und ein verdammter Sonntag war und sie für den verdammten morgigen Heiligen Abend noch kein Geschenk für ihre Freundin hatte und sie keins würde besorgen können, weil ihr Chef ihr einen Feiertagsdienst aufgebrummt hatte. Deshalb.
Sie zog ihren Mantel enger um sich und stellte den Kragen hoch.
Wie hatte sie auch nur so dumm sein können? Für alle, für wirklich alle hatte sie Geschenke besorgt, Kleinigkeiten, die mehr eine liebe Geste als irgend etwas anderes waren, sogar ihren Eltern hatte sie rechtzeitig etwas geschickt. Aber den Menschen, den sie im Moment liebte, vergaß sie natürlich. Das war mal wieder zu typisch. Wo waren ihre Gedanken schon wieder gewesen? Bei der Weihnachtsreportage oder dem kommenden Sylvesterbericht? Oder den nicht abgegebenen Adventsstichpunkten? Überall auf jeden Fall. Nur nicht hier.
Und jetzt war Sonntag. Und so ziemlich alles zu außer den örtlichen Tankstellen und die waren sicher kein guter Ort, um ein Geschenk zu kaufen. Zumindest kein erstgemeintes.
„Verdammte scheiße…“ Und normalerweise fluchte sie nicht.
Aber das brachte sie jetzt auch nicht weiter. Sie musste logisch nachdenken und auf irgendeine brauchbare Idee kommen. Und das, bevor ihre Hände zu Eis erstarrt und ihre Nase abgefallen war.
Grollend stapfte sie erst einmal in den nächsten Coffeeshop. Sie brauchte jetzt etwas Warmes, sonst würden ihre Gehirnzellen so oder so nichts Brauchbares abliefern.
„Herzchen, du siehst aus, als wärst du durch die Hölle gegangen.“ Sie verdrehte die Augen.
„Da wär es wenigstens warm gewesen.“
„Was darf ich dir machen?“
„Weiß nicht. Hauptsache, es ist heiß und groß und zum Mitnehmen, ich habe keine Zeit.“
„Weihnachtsstress?“
„Vergessenes Geschenk.“
„Scheiße. Wichtig?“
„Der wichtigste Mensch in meinem Leben.“
„Scheiße.“
„Eben.“
Sie wartete am Tresen auf ihren Venti Cinnamon Chocolate Latte, der sie ein halbes Vermögen kostete, was ihr aber momentan herzlich egal war und trabte dann wieder hinaus in die Kälte. Verdammt, verdammt, verdammt. Verdammt. Sie verdiente diese Strafe. Sie verdiente noch viel mehr Strafe.
Es war schon lange dunkel, als sie wieder in die Wohnung kam, müde, kaputt, durchgefroren und beinahe weinend. Natürlich hatte sie nichts gefunden, wie denn auch?
„Schatz?“
Sie antwortete nicht, sondern pfefferte nur ihren Mantel in die Ecke und wollte möglichst ungesehen im Arbeitszimmer verschwinden. Aber dann kam ihre Freundin aus dem Wohnzimmer und sah beinahe so zerknirscht und erledigt aus, wie sie selber.
„Was ist denn mit dir los?“
„Das könnte ich dich auch fragen.“
„Ich hab aber zuerst. Also?“
„… ich… muss dir was sagen.“
„Mach’s kurz und schmerzlos.“
„Ich… hab dein Weihnachtsgeschenk vergessen.“
„Oh Gott.“
Und dann standen sie sich beide gegenüber, mitten im Flur, die eine nass und zitternd, die andere trocken, warm und genauso zitternd, und hielten sich an den Händen und wussten wieder, warum sie zusammen waren.
So etwas konnte einfach nur ihnen passieren.
Challenge: #2 Ladenschluss
Warnungen: [femmeslash] [language]
Rating: PG-13
Wörter: 530
Kommentar: Viel zu spät, aber meine Kreativität funktioniert mal wieder nicht nach Uhr.
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Es war kalt.
Nein, es war schweinekalt. Es war schweinekalt, nass und ein eisiger Wind blies einem die viel zu harten Schneeflocken mitten ins Gesicht. Ekelhaft.
Warum genau hatte sie noch mal das kuschelige, warme Wohnzimmer verlassen, wo ihr ein Sessel, ein Sofa, eine himmelblaue Babyalpaka-Wolldecke und ein Schafffell zur Verfügung standen und die Küche, in der es Tee und heiße Schokolade gab, direkt benachbart lag?
Achja.
Weil es der verdammte dreiundzwanzigste Dezember und ein verdammter Sonntag war und sie für den verdammten morgigen Heiligen Abend noch kein Geschenk für ihre Freundin hatte und sie keins würde besorgen können, weil ihr Chef ihr einen Feiertagsdienst aufgebrummt hatte. Deshalb.
Sie zog ihren Mantel enger um sich und stellte den Kragen hoch.
Wie hatte sie auch nur so dumm sein können? Für alle, für wirklich alle hatte sie Geschenke besorgt, Kleinigkeiten, die mehr eine liebe Geste als irgend etwas anderes waren, sogar ihren Eltern hatte sie rechtzeitig etwas geschickt. Aber den Menschen, den sie im Moment liebte, vergaß sie natürlich. Das war mal wieder zu typisch. Wo waren ihre Gedanken schon wieder gewesen? Bei der Weihnachtsreportage oder dem kommenden Sylvesterbericht? Oder den nicht abgegebenen Adventsstichpunkten? Überall auf jeden Fall. Nur nicht hier.
Und jetzt war Sonntag. Und so ziemlich alles zu außer den örtlichen Tankstellen und die waren sicher kein guter Ort, um ein Geschenk zu kaufen. Zumindest kein erstgemeintes.
„Verdammte scheiße…“ Und normalerweise fluchte sie nicht.
Aber das brachte sie jetzt auch nicht weiter. Sie musste logisch nachdenken und auf irgendeine brauchbare Idee kommen. Und das, bevor ihre Hände zu Eis erstarrt und ihre Nase abgefallen war.
Grollend stapfte sie erst einmal in den nächsten Coffeeshop. Sie brauchte jetzt etwas Warmes, sonst würden ihre Gehirnzellen so oder so nichts Brauchbares abliefern.
„Herzchen, du siehst aus, als wärst du durch die Hölle gegangen.“ Sie verdrehte die Augen.
„Da wär es wenigstens warm gewesen.“
„Was darf ich dir machen?“
„Weiß nicht. Hauptsache, es ist heiß und groß und zum Mitnehmen, ich habe keine Zeit.“
„Weihnachtsstress?“
„Vergessenes Geschenk.“
„Scheiße. Wichtig?“
„Der wichtigste Mensch in meinem Leben.“
„Scheiße.“
„Eben.“
Sie wartete am Tresen auf ihren Venti Cinnamon Chocolate Latte, der sie ein halbes Vermögen kostete, was ihr aber momentan herzlich egal war und trabte dann wieder hinaus in die Kälte. Verdammt, verdammt, verdammt. Verdammt. Sie verdiente diese Strafe. Sie verdiente noch viel mehr Strafe.
Es war schon lange dunkel, als sie wieder in die Wohnung kam, müde, kaputt, durchgefroren und beinahe weinend. Natürlich hatte sie nichts gefunden, wie denn auch?
„Schatz?“
Sie antwortete nicht, sondern pfefferte nur ihren Mantel in die Ecke und wollte möglichst ungesehen im Arbeitszimmer verschwinden. Aber dann kam ihre Freundin aus dem Wohnzimmer und sah beinahe so zerknirscht und erledigt aus, wie sie selber.
„Was ist denn mit dir los?“
„Das könnte ich dich auch fragen.“
„Ich hab aber zuerst. Also?“
„… ich… muss dir was sagen.“
„Mach’s kurz und schmerzlos.“
„Ich… hab dein Weihnachtsgeschenk vergessen.“
„Oh Gott.“
Und dann standen sie sich beide gegenüber, mitten im Flur, die eine nass und zitternd, die andere trocken, warm und genauso zitternd, und hielten sich an den Händen und wussten wieder, warum sie zusammen waren.
So etwas konnte einfach nur ihnen passieren.
no subject
Date: 2007-12-23 10:57 pm (UTC)no subject
Date: 2007-12-23 11:23 pm (UTC)Ahh, das Ende ist wirklich süß. ^^ Und der Weg, auf dem sie zu dieser Erkenntnis, warum sie zusammen sind, gelangt sind, ist noch süßer. ^^
Ich glaube, sowas Ähnliches, wie sie es sich da bestellt hat, habe ich auch mal getrunken... mit Zimt. Ja, es war köstlich. =)
no subject
Date: 2007-12-23 11:35 pm (UTC)Und ja, es schmeckt köstlich, deswegen hab ich es genommen. Wobei die Kombination von Zimt und Schokolade meiner Phantasie entspringt XD