Angst - Rauschzustände (für mich)
Jul. 29th, 2018 09:27 pmTeam: Mond
Challenge: Angst - Rauschzustände
Fandom: Voltron
Charaktere: Keith
Wörter: ~2000 (es ist etwas eskaliert… äh… sorry?)
Anmerkung: Es ist zu heiß, ich habe nichts gegengelesen… ich garantiere also für nichts x_X
Teil 1
Kopfschmerzen.
Konnte man Kopfschmerzen haben, wenn alles voller Watte war? Er jedenfalls hatte sie. Wattige Kopfschmerzen. Wie funktionierte das eigentlich, dass der Kopf mit Watte vollgestopft war? Da sollte doch das Gehirn sein.
Kurz war ihm klar, dass er gerade Unsinn dachte. Dann war dieses Wissen aber wieder weg und die Watte wurde durch Sirup ersetzt. Was etwas besser war, fand er. Seine Gedanken waren zwar träge, aber wenigstens steckten sie nicht mehr fest. Hunk hätte sicher auch nichts gegen einen Kopf voller Sirup. Oder Lance. Keith musste lachen. Irgendwie jedenfalls. Es klang nicht nach einem Lachen. Nicht wirklich. Außerdem war er sich ziemlich sicher, dass er keinen Grund zu lachen hatte. Aber warum, das wusste er nicht mehr.
“Ihr habt es übertrieben.”
“Blödsinn. Der ist ein Halbblut, da mussten wir auf Nummer sicher gehen.”
“Wenn er stirbt, mache ich Sie persönlich dafür verantwortlich.”
“Besser, als wenn sein Löwe ihm folgt.”
Das ergab überhaupt keinen Sinn.
Nur dass es eigentlich sehr wohl Sinn ergab.
Watte und Sirup waren weg, als Keith das nächste Mal zu sich kam, dafür hatte er jetzt Kopfschmerzen aus der Vorhölle und sein Mund fühlte sich an, als wäre etwas darin gestorben. Abgesehen davon ging es ihm aber gut. Wenn er die Tatsache ignorierte, dass ihm ziemlich schlecht war und er sich nicht sicher war, ob er aufstehen konnte. Was war eigentlich passiert? Das letzte woran er sich klar erinnerte waren die Galra, die seinen Löwen umzingelt hatten. Der Rest war nur noch bruchstückhaft. Hatten sie es geschafft, ihn da irgendwie rauszuholen oder hatte er sich ergeben? Beides klang unwahrscheinlich aber Fakt war, dass er jetzt hier war. Wo auch immer ‘hier’ war.
Vorsichtig setzte Keith sich auf und war froh, dass sein Kopf nur fast platzte. Womit hatten die ihn da bitteschön ausgeknockt? Vermutlich sollte er aber wohl froh sen, dass der Trip, auf dem er gewesen war, von einer vergleichsweisen angenehmen Art gewesen war. Bei den Galra hätte ihn auch das Gegenteil nicht überrascht.
Trotzdem. In Nachhinein war der Gedanke, dass er unter irgendwelche Drogen gesetzt worden war, hilflos ausgeliefert gewesen war… das war ziemlich gruselig. Die hätten wer-wusste-schon-was mit ihm machen können und es wäre ihm vollkommen egal gewesen. Vermutlich hätte er es nicht einmal wirklich bemerkt.
“Scheiße… scheißescheißescheiße”, murmelte er sich hin, während er sich umsah. Viel zu sehen gab es nichts. Er war ein Zelle, Überraschung. Das bisschen Licht, das er hier hatte, drang durch einen schmalen Schlitz in Höhe eines durchschnittlichen Galrakopfes. Seine Uniform war weg und natürlich auch seine Waffen. T-Shirt und Jeans waren immerhin unbeschädigt, würden ihm aber wenig weiterhelfen, wenn er hier auf einem Raumschiff war. Selbst wenn er es schaffte, aus dieser Zelle rauszukommen und die nächste Luftschleuse zu erreichen, so schnell konnten seine Freunde ihn nicht fingen, dass er nicht schon längst tot war. Vakuum war auch nicht unbedingt seine bevorzugte Todesart.
Er musste herausfinden, was vor der Tür war… irgendwie. Leider hatte sein Wachstumsschub der letzten zwei Jahre nicht gereicht, um so groß so werden. Aber vielleicht konnte er sich ja irgendwie hochziehen.
Als die größte Herausforderung stellte sich aber heraus, dass er auf die Füße kommen musste. Und die wollten überhaupt nicht wie er. Nachdem er dreimal unsanft wieder auf dem Boden gelandet war, gab er erstmal auf. Sein Kopf gab sich jetzt langsam wirklich alle Mühe zu explodieren und er war sich sicher, dass er gekotzt hätte, wäre sein Magen nicht vollkommen leer. Jedenfalls schmeckte er nicht mehr als bittere Galle, die alles nur noch schlimmer machte.
Langsam wurde Keith klar, dass er richtig in Schwierigkeiten steckte. Er war allein, ziemlich handlungsunfähig und selbst wenn die anderen wussten, wo er war, ohne Voltron wäre es Selbstmord, sich mit dieser Splittergruppe anzulegen.
Vielleicht, wenn sie seinen Löwen hatten bergen können… wenn Shiro ihn steuerte… wenn sie irgendwie das Störsignal, dass alle Sensoren lahmlegte überwanden… das waren ein paar zu viele ‘wenns’ in der Gleichung. Pidge würde ihm in irgendwelchem Fachchinesisch sagen, dass die Statistik klar gegen ihn sprachen. Und es irgendwie im selben Satz schaffen, trotzdem alles zu seinen Gunsten zu drehen. Oder es wenigstens so klingen zu lassen.
Keith lehnte sich gegen die nächstbeste Wand und schloss die Augen, in der Hoffnung, dass sein Kopf sich dann wieder etwas beruhigte. Und sein Magen. Und überhaupt. Vielleicht wachte er er auf und all das hier stellte sich als ein Alptraum heraus.
Tat es nicht. Wie lange er geschlafen hatte, konnte Keith hinterher nicht einmal sagen, aber er wusste genau, was ihn weckte. Das Geräusch der Tür. Die Kopfschmerzen waren immer noch da, aber inzwischen zum Glück erträglich. So konnte er sich auf den Spalt konzentrieren, der langsam größer wurde. Natürlich kam damit auch mehr Licht rein, was ihn erstmal blinzeln ließ, aber er hielt still. Aus seiner Position konnte er leider keinen guten Blick in den Flur werfen, daran hätte er vorhin denken sollen. Aber jetzt war es zu spät und er musste mit dem arbeiten, was er hatte. Und das war eine Metallwand, die recht schnell von einer gepanzerten Gestalt verdeckt wurde. Der Soldat war nicht allein, wie Keith gleich darauf feststellte. Nummer zwei zielte mit seinem Gewehr auf ihn, woraufhin Keith eine Augenbraue hochzog. Die mussten ja ziemlich Schiss vor ihm haben. Jetzt wäre er ohnehin nicht in der Lage, irgendetwas zu tun, daher blieb er ruhig sitzen, bis Nummer eins ein Tablett abgestellt hatte und die Tür dann wieder ins Schloss gefallen war. Leise rastete die Verriegelung wieder ein, was Keith erstmal nur zur Kenntnis nahm. Jetzt musste er erstmal schauen, dass er wieder mehr zu Kräften kam, sonst hatte er nämlich von vornherein verloren.
Besonders gut schmecken tat die Mahlzeit nicht, aber wenn man an die Standardversorgung im Schloss gewöhnt war, war das hier eigentlich nur noch halb so schlimm. Außerdem hatte er endlich etwas zu trinken. Es reichte kaum, um den Durst zu stillen, aber damit hatte Keith auch nicht gerechnet. Aber wenigstens bedeutete das, dass sie ihn wirklich lebend wollten. Dann hatte er sich das Gespräch doch nicht eingebildet. Die Frage war jetzt nur: was wollten sie von ihm? Und mit wem hatte er es genau zu tun? Vergeblich versuchte er sich zu erinnern, wer in dieser Region (oder der, wo er zuletzt gewesen war) in Erscheinung getreten war, aber es wollte ihm nicht einfallen. Das musste nicht einmal seinem ziemlich angeschlagenen Zustand geschuldet sein. Für solche Details waren Pidge, Allura und Coran zuständig. Okay, und Shiro. Aber der war sowieso eine Nummer für sich.
Vermutlich durfte er sich hinterher eine Predigt darüber anhören, dass er nicht immer so leichtsinnig sein sollte und er hätte sie verdient. Wenn das bedeutete, dass er lebend hier rauskam, würde er das gerne in Kauf nehmen. Dafür musste er aber erstmal hier rauskommen. Vorzugsweise lebend, in einem Stück und außerdem nicht als ein böser Klon.
Es fühlte sich wie eine Ewigkeit an, dabei konnten es kaum mehr als ein paar Stunden gewesen sein, bis Keith das leise Geräusch hörte, mit dem die Tür entriegelt wurde. Diesmal hatte er sich so hingesetzt, dass er einen guten Blick darauf hatte und nebenbei gut angreifen konnte, sollte sich die Gelegenheit dazu ergeben. Er war selbst überrascht von seinem unverschämten Glück, als er feststellte, dass es zwar wieder zwei Galra waren, diesmal aber nicht direkt eine Waffe auf ihn gerichtet wurde. Hatte er beim letzten Mal so hinüber gewirkt? Aber das kam ihm jetzt natürlich zugute. Mit einer schnellen Bewegung war er auf den Beinen und hatte den ersten Soldaten von den Füßen geholt, bevor der überhaupt begriff, was passierte. Der andere machte ein Geräusch das irgendetwas zwischen Überraschung und Wut war, dann hatte er aber schon Keith’ Ellenbogen im Gesicht und taumelte. Ihn aus dem Gleichgewicht zu bringen war ein Kinderspiel und schon hatte das Gewehr den Besitzer gewechselt. “Rein da”, befahl Keith dem Galra der nur schnell nickte und in die Zelle trat, die von außen noch viel kleiner wirkte als von innen.
Eigentlich sollte er sie direkt erledigen, aber… er war niemand, der wehrlose Leute erschoss. Auch wenn diese beiden vermutlich genau das getan hätten, wären sie an seiner Stelle. Bevor er noch wirklich in Versuchung kommen konnte, schloss er die Tür und sah sich um. Der Flur war leer. Zum Glück, sonst wäre seine Flucht nämlich sehr schnell vorbei gewesen.
Jetzt musste er nur schauen, in welche Richtung er am besten ging… wenn er richtig vermutete was den Schiffstyp anging, sollte er erstmal nach rechts gehen. Die Rettungskapseln waren gerade seine beste Chance, und die müssten nahe des Hecks liegen. Und da er ohnehin irgendwo anfangen musste, konnte er der Vermutung auch gleich folgen. Das wäre natürlich sehr viel einfacher, würde der Boden sich nicht so bewegen. War die künstliche Schwerkraft kaputt? Keith stützte sich an der Wand ab und brauchte ein paar beschämende Sekunden, bis ihm klar wurde, dass der Boden vollkommen unschuldig war. Er selbst war das Problem.
“Ich stecke wirklich in der Scheiße…”, murmelte er, an niemand bestimmten gewandt. Trotzdem musste er es wenigstens versuchen, einfach brav abzuwarten bis die Galra wer-wusste-schon-was mit ihm anstellten, war nicht sein Stil.
Trotzdem dauerte es noch ein paar kostbare Augenblicke, bis er sich sicher genug fühlte, um weiterzugehen. Bei der ersten Abzweigung blieb er stehen und warf einen vorsichtigen Blick um die Ecke. Natürlich stand dort jemand. Patrouille? Oder musste er da fest Wache stehen? Aufmerksam beobachtete Keith ihn, bis er das Gefühl hatte, das ungefähr fünf Minuten vergangen waren. Als der Typ sich dann immer noch nicht bewegt hatte, wurde es ihm zu riskant, weiter herumzustehen und abzuwarten und er nutzte die Gelegenheit, als der Galra in die andere Richtung schaute, um das Gewehr anzulegen und ihn zu erschießen. Lautlos brach der Soldat zusammen und Keith ging weiter. Er mochte es wirklich nicht, so auf dem Hinterhalt zu schießen. Aber für einen direkten Kampf fehlten ihm die Waffen und er war körperlich nicht in der Verfassung dazu.
Vielleicht hatte er zu lange gewartet. Vielleicht war es einfach nur Pech. Oder einfach unvermeidlich gewesen. Aber gerade als er versuchte, die Leiche wenigstens halbwegs zu verstecken, wurde ihm schwarz vor Augen. Nur für einen kurzen Augenblick, aber es reichte, um ihn den Galra fallen zu lassen und selbst beinahe zu Boden zu gehen. War er zu lange ohne Nahrung und Wasser gewesen? Oder war das eine Nachwirkung von dem Zeug gewesen, das ihn so ausgeknipst hatte?
Eigentlich spielte es auch keine Rolle. Dumpf hörte er einen Schrei, dann Schritte. Dem ersten Galra rammte er einfach den Gewehrlauf in die Seite, was wohl mehr Wirkung gezeigt hätte, wäre er nicht gepanzert gewesen. So spürte er die Wucht des Schlages einfach nur bis in seine Schultern und hatte sein Gegenüber richtig sauer gemacht. Schon hatte er ihn mit einer Hand am Kragen gepackt und gegen die Wand geschleudert. Das Gewehr rutschte ihm aus den Fingern und fiel klappernd zu Boden. Er folgte keine Sekunde später, aber selbst wenn die Waffe in seiner Reichweite gewesen wäre, hätte es keinen Unterschied mehr gemacht.
“Wir haben ihn unterschätzt.”
Keith drehte sich auf den Rücken, um zu sehen, wer da sprach. Alles was er damit erreichte war, dass einer der Galra die Gelegenheit nutzte und seinen Stiefel direkt auf seinen Hals platziert und zudrückte. Instinktiv versuchte Keith, danach zu greifen, aber er bekam schon keine Luft mehr. Die Panik dauerte nur kurz an. Er hatte schon zu viel erlebt, um sich davon beherrschen zu lassen. Aber es war ziemlich schwer, ruhig zu bleiben, wenn man gerade erstickte. Vielleicht konnte er…
Er packte den Fuß vorne und hinten und drehte ihn mit einem Ruck in die hoffentlich richtige Richtung. Ein Schrei verriet ihm, dass er richtig gelegen hatte und im nächsten Moment konnte er auch wieder atmen. Dann traf etwas hart seine Rippen und er war sich sicher, dass er sich das Knacken nicht eingebildet hatte. Alles was er danach noch tun konnte war, irgendwie seinen Kopf zu schützen.
Als er dann wieder halbwegs zu sich kam, war einem Teil von ihm klar, dass sie ihm wieder etwas gegeben hatten. Leider nichts, was alles in Watte oder Sirup packte, eher im Gegenteil. Und auch wenn dieser klare Teil von ihm wusste, dass er einfach nur ziemlich zerschlagen wieder in seiner Zelle lag… den Horrortrip, auf den sein Geist jetzt geschickt wurde machte es nicht erträglicher.
Challenge: Angst - Rauschzustände
Fandom: Voltron
Charaktere: Keith
Wörter: ~2000 (es ist etwas eskaliert… äh… sorry?)
Anmerkung: Es ist zu heiß, ich habe nichts gegengelesen… ich garantiere also für nichts x_X
Teil 1
Kopfschmerzen.
Konnte man Kopfschmerzen haben, wenn alles voller Watte war? Er jedenfalls hatte sie. Wattige Kopfschmerzen. Wie funktionierte das eigentlich, dass der Kopf mit Watte vollgestopft war? Da sollte doch das Gehirn sein.
Kurz war ihm klar, dass er gerade Unsinn dachte. Dann war dieses Wissen aber wieder weg und die Watte wurde durch Sirup ersetzt. Was etwas besser war, fand er. Seine Gedanken waren zwar träge, aber wenigstens steckten sie nicht mehr fest. Hunk hätte sicher auch nichts gegen einen Kopf voller Sirup. Oder Lance. Keith musste lachen. Irgendwie jedenfalls. Es klang nicht nach einem Lachen. Nicht wirklich. Außerdem war er sich ziemlich sicher, dass er keinen Grund zu lachen hatte. Aber warum, das wusste er nicht mehr.
“Ihr habt es übertrieben.”
“Blödsinn. Der ist ein Halbblut, da mussten wir auf Nummer sicher gehen.”
“Wenn er stirbt, mache ich Sie persönlich dafür verantwortlich.”
“Besser, als wenn sein Löwe ihm folgt.”
Das ergab überhaupt keinen Sinn.
Nur dass es eigentlich sehr wohl Sinn ergab.
Watte und Sirup waren weg, als Keith das nächste Mal zu sich kam, dafür hatte er jetzt Kopfschmerzen aus der Vorhölle und sein Mund fühlte sich an, als wäre etwas darin gestorben. Abgesehen davon ging es ihm aber gut. Wenn er die Tatsache ignorierte, dass ihm ziemlich schlecht war und er sich nicht sicher war, ob er aufstehen konnte. Was war eigentlich passiert? Das letzte woran er sich klar erinnerte waren die Galra, die seinen Löwen umzingelt hatten. Der Rest war nur noch bruchstückhaft. Hatten sie es geschafft, ihn da irgendwie rauszuholen oder hatte er sich ergeben? Beides klang unwahrscheinlich aber Fakt war, dass er jetzt hier war. Wo auch immer ‘hier’ war.
Vorsichtig setzte Keith sich auf und war froh, dass sein Kopf nur fast platzte. Womit hatten die ihn da bitteschön ausgeknockt? Vermutlich sollte er aber wohl froh sen, dass der Trip, auf dem er gewesen war, von einer vergleichsweisen angenehmen Art gewesen war. Bei den Galra hätte ihn auch das Gegenteil nicht überrascht.
Trotzdem. In Nachhinein war der Gedanke, dass er unter irgendwelche Drogen gesetzt worden war, hilflos ausgeliefert gewesen war… das war ziemlich gruselig. Die hätten wer-wusste-schon-was mit ihm machen können und es wäre ihm vollkommen egal gewesen. Vermutlich hätte er es nicht einmal wirklich bemerkt.
“Scheiße… scheißescheißescheiße”, murmelte er sich hin, während er sich umsah. Viel zu sehen gab es nichts. Er war ein Zelle, Überraschung. Das bisschen Licht, das er hier hatte, drang durch einen schmalen Schlitz in Höhe eines durchschnittlichen Galrakopfes. Seine Uniform war weg und natürlich auch seine Waffen. T-Shirt und Jeans waren immerhin unbeschädigt, würden ihm aber wenig weiterhelfen, wenn er hier auf einem Raumschiff war. Selbst wenn er es schaffte, aus dieser Zelle rauszukommen und die nächste Luftschleuse zu erreichen, so schnell konnten seine Freunde ihn nicht fingen, dass er nicht schon längst tot war. Vakuum war auch nicht unbedingt seine bevorzugte Todesart.
Er musste herausfinden, was vor der Tür war… irgendwie. Leider hatte sein Wachstumsschub der letzten zwei Jahre nicht gereicht, um so groß so werden. Aber vielleicht konnte er sich ja irgendwie hochziehen.
Als die größte Herausforderung stellte sich aber heraus, dass er auf die Füße kommen musste. Und die wollten überhaupt nicht wie er. Nachdem er dreimal unsanft wieder auf dem Boden gelandet war, gab er erstmal auf. Sein Kopf gab sich jetzt langsam wirklich alle Mühe zu explodieren und er war sich sicher, dass er gekotzt hätte, wäre sein Magen nicht vollkommen leer. Jedenfalls schmeckte er nicht mehr als bittere Galle, die alles nur noch schlimmer machte.
Langsam wurde Keith klar, dass er richtig in Schwierigkeiten steckte. Er war allein, ziemlich handlungsunfähig und selbst wenn die anderen wussten, wo er war, ohne Voltron wäre es Selbstmord, sich mit dieser Splittergruppe anzulegen.
Vielleicht, wenn sie seinen Löwen hatten bergen können… wenn Shiro ihn steuerte… wenn sie irgendwie das Störsignal, dass alle Sensoren lahmlegte überwanden… das waren ein paar zu viele ‘wenns’ in der Gleichung. Pidge würde ihm in irgendwelchem Fachchinesisch sagen, dass die Statistik klar gegen ihn sprachen. Und es irgendwie im selben Satz schaffen, trotzdem alles zu seinen Gunsten zu drehen. Oder es wenigstens so klingen zu lassen.
Keith lehnte sich gegen die nächstbeste Wand und schloss die Augen, in der Hoffnung, dass sein Kopf sich dann wieder etwas beruhigte. Und sein Magen. Und überhaupt. Vielleicht wachte er er auf und all das hier stellte sich als ein Alptraum heraus.
Tat es nicht. Wie lange er geschlafen hatte, konnte Keith hinterher nicht einmal sagen, aber er wusste genau, was ihn weckte. Das Geräusch der Tür. Die Kopfschmerzen waren immer noch da, aber inzwischen zum Glück erträglich. So konnte er sich auf den Spalt konzentrieren, der langsam größer wurde. Natürlich kam damit auch mehr Licht rein, was ihn erstmal blinzeln ließ, aber er hielt still. Aus seiner Position konnte er leider keinen guten Blick in den Flur werfen, daran hätte er vorhin denken sollen. Aber jetzt war es zu spät und er musste mit dem arbeiten, was er hatte. Und das war eine Metallwand, die recht schnell von einer gepanzerten Gestalt verdeckt wurde. Der Soldat war nicht allein, wie Keith gleich darauf feststellte. Nummer zwei zielte mit seinem Gewehr auf ihn, woraufhin Keith eine Augenbraue hochzog. Die mussten ja ziemlich Schiss vor ihm haben. Jetzt wäre er ohnehin nicht in der Lage, irgendetwas zu tun, daher blieb er ruhig sitzen, bis Nummer eins ein Tablett abgestellt hatte und die Tür dann wieder ins Schloss gefallen war. Leise rastete die Verriegelung wieder ein, was Keith erstmal nur zur Kenntnis nahm. Jetzt musste er erstmal schauen, dass er wieder mehr zu Kräften kam, sonst hatte er nämlich von vornherein verloren.
Besonders gut schmecken tat die Mahlzeit nicht, aber wenn man an die Standardversorgung im Schloss gewöhnt war, war das hier eigentlich nur noch halb so schlimm. Außerdem hatte er endlich etwas zu trinken. Es reichte kaum, um den Durst zu stillen, aber damit hatte Keith auch nicht gerechnet. Aber wenigstens bedeutete das, dass sie ihn wirklich lebend wollten. Dann hatte er sich das Gespräch doch nicht eingebildet. Die Frage war jetzt nur: was wollten sie von ihm? Und mit wem hatte er es genau zu tun? Vergeblich versuchte er sich zu erinnern, wer in dieser Region (oder der, wo er zuletzt gewesen war) in Erscheinung getreten war, aber es wollte ihm nicht einfallen. Das musste nicht einmal seinem ziemlich angeschlagenen Zustand geschuldet sein. Für solche Details waren Pidge, Allura und Coran zuständig. Okay, und Shiro. Aber der war sowieso eine Nummer für sich.
Vermutlich durfte er sich hinterher eine Predigt darüber anhören, dass er nicht immer so leichtsinnig sein sollte und er hätte sie verdient. Wenn das bedeutete, dass er lebend hier rauskam, würde er das gerne in Kauf nehmen. Dafür musste er aber erstmal hier rauskommen. Vorzugsweise lebend, in einem Stück und außerdem nicht als ein böser Klon.
Es fühlte sich wie eine Ewigkeit an, dabei konnten es kaum mehr als ein paar Stunden gewesen sein, bis Keith das leise Geräusch hörte, mit dem die Tür entriegelt wurde. Diesmal hatte er sich so hingesetzt, dass er einen guten Blick darauf hatte und nebenbei gut angreifen konnte, sollte sich die Gelegenheit dazu ergeben. Er war selbst überrascht von seinem unverschämten Glück, als er feststellte, dass es zwar wieder zwei Galra waren, diesmal aber nicht direkt eine Waffe auf ihn gerichtet wurde. Hatte er beim letzten Mal so hinüber gewirkt? Aber das kam ihm jetzt natürlich zugute. Mit einer schnellen Bewegung war er auf den Beinen und hatte den ersten Soldaten von den Füßen geholt, bevor der überhaupt begriff, was passierte. Der andere machte ein Geräusch das irgendetwas zwischen Überraschung und Wut war, dann hatte er aber schon Keith’ Ellenbogen im Gesicht und taumelte. Ihn aus dem Gleichgewicht zu bringen war ein Kinderspiel und schon hatte das Gewehr den Besitzer gewechselt. “Rein da”, befahl Keith dem Galra der nur schnell nickte und in die Zelle trat, die von außen noch viel kleiner wirkte als von innen.
Eigentlich sollte er sie direkt erledigen, aber… er war niemand, der wehrlose Leute erschoss. Auch wenn diese beiden vermutlich genau das getan hätten, wären sie an seiner Stelle. Bevor er noch wirklich in Versuchung kommen konnte, schloss er die Tür und sah sich um. Der Flur war leer. Zum Glück, sonst wäre seine Flucht nämlich sehr schnell vorbei gewesen.
Jetzt musste er nur schauen, in welche Richtung er am besten ging… wenn er richtig vermutete was den Schiffstyp anging, sollte er erstmal nach rechts gehen. Die Rettungskapseln waren gerade seine beste Chance, und die müssten nahe des Hecks liegen. Und da er ohnehin irgendwo anfangen musste, konnte er der Vermutung auch gleich folgen. Das wäre natürlich sehr viel einfacher, würde der Boden sich nicht so bewegen. War die künstliche Schwerkraft kaputt? Keith stützte sich an der Wand ab und brauchte ein paar beschämende Sekunden, bis ihm klar wurde, dass der Boden vollkommen unschuldig war. Er selbst war das Problem.
“Ich stecke wirklich in der Scheiße…”, murmelte er, an niemand bestimmten gewandt. Trotzdem musste er es wenigstens versuchen, einfach brav abzuwarten bis die Galra wer-wusste-schon-was mit ihm anstellten, war nicht sein Stil.
Trotzdem dauerte es noch ein paar kostbare Augenblicke, bis er sich sicher genug fühlte, um weiterzugehen. Bei der ersten Abzweigung blieb er stehen und warf einen vorsichtigen Blick um die Ecke. Natürlich stand dort jemand. Patrouille? Oder musste er da fest Wache stehen? Aufmerksam beobachtete Keith ihn, bis er das Gefühl hatte, das ungefähr fünf Minuten vergangen waren. Als der Typ sich dann immer noch nicht bewegt hatte, wurde es ihm zu riskant, weiter herumzustehen und abzuwarten und er nutzte die Gelegenheit, als der Galra in die andere Richtung schaute, um das Gewehr anzulegen und ihn zu erschießen. Lautlos brach der Soldat zusammen und Keith ging weiter. Er mochte es wirklich nicht, so auf dem Hinterhalt zu schießen. Aber für einen direkten Kampf fehlten ihm die Waffen und er war körperlich nicht in der Verfassung dazu.
Vielleicht hatte er zu lange gewartet. Vielleicht war es einfach nur Pech. Oder einfach unvermeidlich gewesen. Aber gerade als er versuchte, die Leiche wenigstens halbwegs zu verstecken, wurde ihm schwarz vor Augen. Nur für einen kurzen Augenblick, aber es reichte, um ihn den Galra fallen zu lassen und selbst beinahe zu Boden zu gehen. War er zu lange ohne Nahrung und Wasser gewesen? Oder war das eine Nachwirkung von dem Zeug gewesen, das ihn so ausgeknipst hatte?
Eigentlich spielte es auch keine Rolle. Dumpf hörte er einen Schrei, dann Schritte. Dem ersten Galra rammte er einfach den Gewehrlauf in die Seite, was wohl mehr Wirkung gezeigt hätte, wäre er nicht gepanzert gewesen. So spürte er die Wucht des Schlages einfach nur bis in seine Schultern und hatte sein Gegenüber richtig sauer gemacht. Schon hatte er ihn mit einer Hand am Kragen gepackt und gegen die Wand geschleudert. Das Gewehr rutschte ihm aus den Fingern und fiel klappernd zu Boden. Er folgte keine Sekunde später, aber selbst wenn die Waffe in seiner Reichweite gewesen wäre, hätte es keinen Unterschied mehr gemacht.
“Wir haben ihn unterschätzt.”
Keith drehte sich auf den Rücken, um zu sehen, wer da sprach. Alles was er damit erreichte war, dass einer der Galra die Gelegenheit nutzte und seinen Stiefel direkt auf seinen Hals platziert und zudrückte. Instinktiv versuchte Keith, danach zu greifen, aber er bekam schon keine Luft mehr. Die Panik dauerte nur kurz an. Er hatte schon zu viel erlebt, um sich davon beherrschen zu lassen. Aber es war ziemlich schwer, ruhig zu bleiben, wenn man gerade erstickte. Vielleicht konnte er…
Er packte den Fuß vorne und hinten und drehte ihn mit einem Ruck in die hoffentlich richtige Richtung. Ein Schrei verriet ihm, dass er richtig gelegen hatte und im nächsten Moment konnte er auch wieder atmen. Dann traf etwas hart seine Rippen und er war sich sicher, dass er sich das Knacken nicht eingebildet hatte. Alles was er danach noch tun konnte war, irgendwie seinen Kopf zu schützen.
Als er dann wieder halbwegs zu sich kam, war einem Teil von ihm klar, dass sie ihm wieder etwas gegeben hatten. Leider nichts, was alles in Watte oder Sirup packte, eher im Gegenteil. Und auch wenn dieser klare Teil von ihm wusste, dass er einfach nur ziemlich zerschlagen wieder in seiner Zelle lag… den Horrortrip, auf den sein Geist jetzt geschickt wurde machte es nicht erträglicher.
no subject
Date: 2018-08-04 08:12 am (UTC)Natürlich denke ich dabei: "Oh, mein armer kleiner Keith, hoffentlich wird er gerettet.", aber insgeheim kann das gerne noch etwas so weiter gehen *haha*
Aber, wuhu, für Keith, der einen Fluchtversuch anstrebt. In seiner momentanen Verfassung vielleicht nicht die beste Idee, besonders weil er ja richtig kombiniert hat, dass diese Galra ihn nicht direkt töten wollten, aber es wäre nicht Keith, wenn er zumindest versuchen würde, davon zu kommen.
Und er kriegt auch eine 1+ mit Sternchen für den Versuch :D
Ich liebe ja auch diese kleinen Infos wie, dass Keith keine Ahnung hat, zu wem diese Galra jetzt gehören und dass er das vermutlich auch mit einem klaren Kopf nicht gewusst hätte, weil er einfach nicht gut für diese Detailinformationen ist, dafür gibt es andere im Team. Es ist immer wieder schön zu lesen, dass nicht jeder perfekt ist, sie sich aber bestens ergänzen :)
So, und jetzt warte ich hier ungeduldig auf den nächsten Teil. Du hast mich mit der Lance POV schon ganz neugierig gemacht.
Wenn ich morgen Abend wieder da bin, will ich das bitte hier sehen!
no subject
Date: 2018-08-05 07:35 pm (UTC)Und natürlich versucht Keith abzuhauen! Er hatte sogar irgendwie einen Plan! Der voll nach hinten losging, aber who cares XD Außerdem hab ich so die Gelegenheit, ihm noch ein bisschen wehtun. Jeder hat also was davon! Außer Keith, natürlich. Normalerweise ist er ja auch ohne die anderen echt gut, aber in dieser Situation braucht er wirklich dringend Hilfe. ._. Aber ich arbeite dran, versprochen!