Titel: Herbstzeit
Team: Sonne
Challenge: Genre + Challenge: Scifi + Wald
Fandom: Original
Rating: P12
Genre: Scifi, Dystopie
Warnungen: None
Zusammenfassung: Mit dem Herbst kommt die Hoffnung
Wörter: ~1200
Anmerkung: In meinen Notizen ist diese Idee schon uralt, aber der Prompt hat mir den Anstoß gegeben, sie dann doch endlich mal auszuformulieren.
Mit einen leisen, hydraulischen Zischen öffneten sich die Türen des Trans-Sphären-Expresses vor ihr. Sie griff ihren Koffer, stieg die zwei Stufen hinab und trat hinaus auf den Bahnsteig. Zwei Schritte von der Bahnsteigkante blieb sie stehen. Sie wandte sich um und schaute zu, wie der TSE langsam in den gläsernen Tunnel glitt, um seine lautlose Reise fortzusetzen. Eine ganze Weile starrte sie ihm noch hinterher, selbst als er längst die zweite Klimaschleuse passiert hatte und gänzlich aus ihrem Blickfeld verschwunden war. Ihre Gedanken waren noch immer auf der Reise, hingen noch in der Vergangenheit, noch war sie nicht wirklich angekommen.
Der leichte Luftzug jedoch, der ihre Wange streifte, holte sie zurück in die Gegenwart. Irritiert schaute die sich um, konnte aber nichts und niemanden ausmachen, dem sie diese Luftbewegung ursächlich zuschreiben konnte. Sie war allein auf dem Bahnsteig, da war niemand, der an ihr vorbeigeeilt sein könnte, und in ihrer Nähe fanden sich auch weder Klimaschächte noch Auslässe von Luftfilteranlagen. In einem kurzen Moment der Verwirrung ließ sie ihren Blick nach oben schweifen, als könnte sie dort irgendwo in den Panels der Klimasphäre eine Ursache finden, doch natürlich war dort nichts zu sehen. Das gleißende Licht der Sonne vermochte es sogar, dass hässliche Gerüst der Kuppel vor ihren Blicken zu verbergen.
Sie ertappte sich bei dem Gedanken, dass es sich bei diesem Luftzug um Wind gehandelt haben könnte, doch dann musste sie ob der Absurdität dieser Idee fast bitter lachen. Die vielen holographischen Simulationen, die sie in der Vorlesung zur historischen Biologie mitgemacht hatte, hatte wohl doch tiefere Spuren hinterlassen, als sie gedacht hatte. Wind! Sie schüttelte den Kopf. Wind gab es schon lange nicht mehr. Nicht hier in den Städten, unter den Klimasphären, wo alles technisiert war, standardisiert. Wind gab es nur noch draußen, hinter den unzerbrechlichen Panels der gigantischen Kuppeln, wo seit Jahrhunderten kein Mensch mehr freiwillig einen Fuß hingesetzt hatte. Und dort war der Wind kein leichtes Lüftchen, das einem über die Wange strich, dort war er ein ewiger Orkan, der brüllend über das leere, tote Land fegte. Er fraß alles in seinem Weg, schliff Felsen glatt, ebnete Gebirge ein und verwandelte in zerstörerische Geschosse, was keinen Halt fand. Vor viele Jahren in der Schule hatte sie einmal eine Holosimulation erlebt über jene Wochen vor fast einhundertfünfzig Jahren, als einer dieser Stürme ihrer Heimatsphäre bedrohlich nahegekommen war. Damals war alles gut ausgegangen, aber die ungeheure Zerstörungskraft der Stürme beeindruckte sie noch heute, auch wenn seit über siebzig Jahren kein solcher Fall mehr bekannt geworden war. Deswegen hatte sie sich entschieden, Ökologie zu studieren.
Gerade wollte sie ihre Gedanken wieder auf die Reise schicken, als sie abermals aufgestört wurde, dieses Mal durch ein leises Rascheln zu ihren Füßen. Vor ihr auf dem Boden lag ein kleiner, brauner Gegenstand. Sie ging in die Hocke um ihn genauer zu betrachten. Es war ein Blatt, ein kleines, verdorrtes Blatt. Vorsichtig hob sie es vom Boden auf, drehte es vor ihren Augen, rieb es prüfend zwischen den Fingern. Es fühlte sich rau und brüchig an, zerfiel fast unter ihren Fingern. Das faszinierendste daran aber war, dass es ein Eichenblatt war. Eichen waren seit Jahrhunderten quasi ausgestorben. Man konnte sie nur noch in Holosimulationen oder im historischen Naturkundemuseum bewundern – oder in einem der seltenen Paleobotanischen Gärten. So ein aber gab es hier nicht. Wo also kam das Blatt her?
Für einen Moment erwog sie, dass es von draußen kommen könnte, das der TSE es in seinem Fahrtwind durch die Klimaschleusen gerissen hatte, doch dann verwarf sie diese absurde Idee wieder. Da draußen, vor den schützenden Schleusen der Klimasphären gab es schon lange keine Bäume mehr. Sie war schon vor langer Zeit verdorrt, verbrannt und von den unbarmherzigen Stürmen zu feinem Holzstaub zerrieben worden. Aber wo es keine Bäume gab, da konnte es auch kein Blätter geben. Sie richtete sich langsam wieder auf, zerrieb die Reste des Blattes gedankenverloren zwischen den Fingern. Wahrschein hatte es einfach in einem Lüftungsauslass des TSE festgehangen. Die nächst Klimasphäre mit einem Paleobotanischen Garten war zwar fast fünfzehnhundert Meilen entfernt, aber für einen TSE war auch das nur eine Reise von nicht einmal einem Tag und das ein kleines Blatt in der Hitze binnen kürzester Zeit vertrockte, war vollkommen logisch.
Sie ließ das Blatt Blatt sein – sie hatte sich sowieso schon viel zu lange damit aufgehalten – und machte sich auf den Weg zur City-Shuttle-Station. Weit war es nicht, nur zum Fahrstuhl, drei Etagen hinauf bis zu Plattform an der Trägerkonstruktion der Klimasphäre, und dann noch einmal hinüber zum anderen Bahnsteig. Sie rechnete eigentlich schon damit, dass sie ihren Shuttle verpasst hatte, deswegen beeilte dich sich gar nicht erst. Doch sie hatte Glück: Trotz der Zeit, die sie sich unten am Bahnsteig gelassen hatte und ihres gemächlichen Tempos, stand der City-Shuttle-Express, der sie zu ihrem Wohnkomplex bringen würde, noch in der Station. Sie trat vor den Iris-Scanner und wartete darauf, dass das Gerät ihre Zugangsberechtigung abrief. Kurz darauf glitten die beiden Schiebetüre vor ihr auseinander, gaben den Weg zum Einsteigen frei.
Sie trat in den fast menschenleeren Zug, suchte sich eine Platz an den großen Panoramafenstern und ließ sich in ihren Sitz fallen. Das Shuttle ruckte an, kaum dass sie saß, fast so als hätte es nur auf sie gewartet. Sie wandte den Kopf zum Fenster, schaute hinaus. Viel gab es nicht zu sehen, nur die Stahlträger der Klimasphäre, die dicke transparenten Panels und dahinter die rote, verdorrte Landschaft, die vor so vielen Jahrhunderten einmal grün und fruchtbar gewesen war. Sie vertrieb sich auf dem Heimweg gerne die Zeit damit, aus dem Fenster zu schauen und sich vorzustellen, wie diese Gegend wohl früher ausgesehen hatte.
Auch heute starrte sie nachdenklich aus dem Fenster, zählt die riesigen Stützstreben, die in regelmäßigen Abständen an ihrem Fenster vorbeirauschten. Ihr Blick glitt über die weite, wüste Landschaft dort draußen vor der schützenden Sphäre. Für einen Augenblick sah sie saftige, grüne Wiesen, die sich von Horizont zu Horizont erstreckten, bis hinauf zu Waldrand oben auf dem Hügelkamm. Doch heute wollte es ihr nicht so recht gelingen, die Realität auszublenden. Immer wieder fegten die roten Windböen über das imaginierte Gras, ließen es verdorren, zerrten an den jungen Bäumen, rissen auch noch die letzten Blätter ab, machten sie zu kahlen Gerippen, die sich unter der Last der Stürme bogen. Das Bild wirkte so echt, dass sie fast geglaubt hätte, es entspräche der Realität, doch dann schüttelte den Kopf und wandte sich ab. Dort draußen lebte schon lange nichts mehr und dort würde auch nie wieder etwas leben.
Sie warf einen Blick auf ihren Communicator, um zu sehen, wieviel Zeit sie durch ihre Bummelei am Bahnsteig verloren hatte. Die Anzeige brachte sie vollkommen aus dem Konzept, weniger wegen der schon viel zu weit fortgeschrittenen Zeit als viel mehr des Datums wegen: 20. November 2743. In ihrem Kopf entwickelte sich mit einem Male eine geradezu unglaubliche Erklärung für das kleine, verdorrte Blatt, dass sie so gedankenlos zwischen den Fingern zerbröselt hatte. Für einen Augenblick keimte eine fast absurde Hoffnung in ihr auf. Sie schaute wieder aus dem Fenster, ließ den Blick konzentriert über die weite Landschaft gleiten, suchte einem Hinweis, irgendein Detail, dass die vertrocknete Wiese, der kahle Wald mehr gewesen waren als nur ein Produkt ihrer Imagination. Erst sah sie nur trockene rote Erde und nackte Hügelkämme, über die die Stürme fegten, doch dann meinte sie ganz in der Ferne eine Silhouette zu erkennen, die sich im Wind bog.
Das Blatt stammte nicht aus einem Paleobotanischen Garten, es kam tatsächlich von dort draußen und es war auch nicht verdorrt, es war schlicht alt, seine Zeit war abgelaufen, denn gäbe es noch Jahreszeiten, wäre jetzt das Ende des Herbstes.
Team: Sonne
Challenge: Genre + Challenge: Scifi + Wald
Fandom: Original
Rating: P12
Genre: Scifi, Dystopie
Warnungen: None
Zusammenfassung: Mit dem Herbst kommt die Hoffnung
Wörter: ~1200
Anmerkung: In meinen Notizen ist diese Idee schon uralt, aber der Prompt hat mir den Anstoß gegeben, sie dann doch endlich mal auszuformulieren.
Mit einen leisen, hydraulischen Zischen öffneten sich die Türen des Trans-Sphären-Expresses vor ihr. Sie griff ihren Koffer, stieg die zwei Stufen hinab und trat hinaus auf den Bahnsteig. Zwei Schritte von der Bahnsteigkante blieb sie stehen. Sie wandte sich um und schaute zu, wie der TSE langsam in den gläsernen Tunnel glitt, um seine lautlose Reise fortzusetzen. Eine ganze Weile starrte sie ihm noch hinterher, selbst als er längst die zweite Klimaschleuse passiert hatte und gänzlich aus ihrem Blickfeld verschwunden war. Ihre Gedanken waren noch immer auf der Reise, hingen noch in der Vergangenheit, noch war sie nicht wirklich angekommen.
Der leichte Luftzug jedoch, der ihre Wange streifte, holte sie zurück in die Gegenwart. Irritiert schaute die sich um, konnte aber nichts und niemanden ausmachen, dem sie diese Luftbewegung ursächlich zuschreiben konnte. Sie war allein auf dem Bahnsteig, da war niemand, der an ihr vorbeigeeilt sein könnte, und in ihrer Nähe fanden sich auch weder Klimaschächte noch Auslässe von Luftfilteranlagen. In einem kurzen Moment der Verwirrung ließ sie ihren Blick nach oben schweifen, als könnte sie dort irgendwo in den Panels der Klimasphäre eine Ursache finden, doch natürlich war dort nichts zu sehen. Das gleißende Licht der Sonne vermochte es sogar, dass hässliche Gerüst der Kuppel vor ihren Blicken zu verbergen.
Sie ertappte sich bei dem Gedanken, dass es sich bei diesem Luftzug um Wind gehandelt haben könnte, doch dann musste sie ob der Absurdität dieser Idee fast bitter lachen. Die vielen holographischen Simulationen, die sie in der Vorlesung zur historischen Biologie mitgemacht hatte, hatte wohl doch tiefere Spuren hinterlassen, als sie gedacht hatte. Wind! Sie schüttelte den Kopf. Wind gab es schon lange nicht mehr. Nicht hier in den Städten, unter den Klimasphären, wo alles technisiert war, standardisiert. Wind gab es nur noch draußen, hinter den unzerbrechlichen Panels der gigantischen Kuppeln, wo seit Jahrhunderten kein Mensch mehr freiwillig einen Fuß hingesetzt hatte. Und dort war der Wind kein leichtes Lüftchen, das einem über die Wange strich, dort war er ein ewiger Orkan, der brüllend über das leere, tote Land fegte. Er fraß alles in seinem Weg, schliff Felsen glatt, ebnete Gebirge ein und verwandelte in zerstörerische Geschosse, was keinen Halt fand. Vor viele Jahren in der Schule hatte sie einmal eine Holosimulation erlebt über jene Wochen vor fast einhundertfünfzig Jahren, als einer dieser Stürme ihrer Heimatsphäre bedrohlich nahegekommen war. Damals war alles gut ausgegangen, aber die ungeheure Zerstörungskraft der Stürme beeindruckte sie noch heute, auch wenn seit über siebzig Jahren kein solcher Fall mehr bekannt geworden war. Deswegen hatte sie sich entschieden, Ökologie zu studieren.
Gerade wollte sie ihre Gedanken wieder auf die Reise schicken, als sie abermals aufgestört wurde, dieses Mal durch ein leises Rascheln zu ihren Füßen. Vor ihr auf dem Boden lag ein kleiner, brauner Gegenstand. Sie ging in die Hocke um ihn genauer zu betrachten. Es war ein Blatt, ein kleines, verdorrtes Blatt. Vorsichtig hob sie es vom Boden auf, drehte es vor ihren Augen, rieb es prüfend zwischen den Fingern. Es fühlte sich rau und brüchig an, zerfiel fast unter ihren Fingern. Das faszinierendste daran aber war, dass es ein Eichenblatt war. Eichen waren seit Jahrhunderten quasi ausgestorben. Man konnte sie nur noch in Holosimulationen oder im historischen Naturkundemuseum bewundern – oder in einem der seltenen Paleobotanischen Gärten. So ein aber gab es hier nicht. Wo also kam das Blatt her?
Für einen Moment erwog sie, dass es von draußen kommen könnte, das der TSE es in seinem Fahrtwind durch die Klimaschleusen gerissen hatte, doch dann verwarf sie diese absurde Idee wieder. Da draußen, vor den schützenden Schleusen der Klimasphären gab es schon lange keine Bäume mehr. Sie war schon vor langer Zeit verdorrt, verbrannt und von den unbarmherzigen Stürmen zu feinem Holzstaub zerrieben worden. Aber wo es keine Bäume gab, da konnte es auch kein Blätter geben. Sie richtete sich langsam wieder auf, zerrieb die Reste des Blattes gedankenverloren zwischen den Fingern. Wahrschein hatte es einfach in einem Lüftungsauslass des TSE festgehangen. Die nächst Klimasphäre mit einem Paleobotanischen Garten war zwar fast fünfzehnhundert Meilen entfernt, aber für einen TSE war auch das nur eine Reise von nicht einmal einem Tag und das ein kleines Blatt in der Hitze binnen kürzester Zeit vertrockte, war vollkommen logisch.
Sie ließ das Blatt Blatt sein – sie hatte sich sowieso schon viel zu lange damit aufgehalten – und machte sich auf den Weg zur City-Shuttle-Station. Weit war es nicht, nur zum Fahrstuhl, drei Etagen hinauf bis zu Plattform an der Trägerkonstruktion der Klimasphäre, und dann noch einmal hinüber zum anderen Bahnsteig. Sie rechnete eigentlich schon damit, dass sie ihren Shuttle verpasst hatte, deswegen beeilte dich sich gar nicht erst. Doch sie hatte Glück: Trotz der Zeit, die sie sich unten am Bahnsteig gelassen hatte und ihres gemächlichen Tempos, stand der City-Shuttle-Express, der sie zu ihrem Wohnkomplex bringen würde, noch in der Station. Sie trat vor den Iris-Scanner und wartete darauf, dass das Gerät ihre Zugangsberechtigung abrief. Kurz darauf glitten die beiden Schiebetüre vor ihr auseinander, gaben den Weg zum Einsteigen frei.
Sie trat in den fast menschenleeren Zug, suchte sich eine Platz an den großen Panoramafenstern und ließ sich in ihren Sitz fallen. Das Shuttle ruckte an, kaum dass sie saß, fast so als hätte es nur auf sie gewartet. Sie wandte den Kopf zum Fenster, schaute hinaus. Viel gab es nicht zu sehen, nur die Stahlträger der Klimasphäre, die dicke transparenten Panels und dahinter die rote, verdorrte Landschaft, die vor so vielen Jahrhunderten einmal grün und fruchtbar gewesen war. Sie vertrieb sich auf dem Heimweg gerne die Zeit damit, aus dem Fenster zu schauen und sich vorzustellen, wie diese Gegend wohl früher ausgesehen hatte.
Auch heute starrte sie nachdenklich aus dem Fenster, zählt die riesigen Stützstreben, die in regelmäßigen Abständen an ihrem Fenster vorbeirauschten. Ihr Blick glitt über die weite, wüste Landschaft dort draußen vor der schützenden Sphäre. Für einen Augenblick sah sie saftige, grüne Wiesen, die sich von Horizont zu Horizont erstreckten, bis hinauf zu Waldrand oben auf dem Hügelkamm. Doch heute wollte es ihr nicht so recht gelingen, die Realität auszublenden. Immer wieder fegten die roten Windböen über das imaginierte Gras, ließen es verdorren, zerrten an den jungen Bäumen, rissen auch noch die letzten Blätter ab, machten sie zu kahlen Gerippen, die sich unter der Last der Stürme bogen. Das Bild wirkte so echt, dass sie fast geglaubt hätte, es entspräche der Realität, doch dann schüttelte den Kopf und wandte sich ab. Dort draußen lebte schon lange nichts mehr und dort würde auch nie wieder etwas leben.
Sie warf einen Blick auf ihren Communicator, um zu sehen, wieviel Zeit sie durch ihre Bummelei am Bahnsteig verloren hatte. Die Anzeige brachte sie vollkommen aus dem Konzept, weniger wegen der schon viel zu weit fortgeschrittenen Zeit als viel mehr des Datums wegen: 20. November 2743. In ihrem Kopf entwickelte sich mit einem Male eine geradezu unglaubliche Erklärung für das kleine, verdorrte Blatt, dass sie so gedankenlos zwischen den Fingern zerbröselt hatte. Für einen Augenblick keimte eine fast absurde Hoffnung in ihr auf. Sie schaute wieder aus dem Fenster, ließ den Blick konzentriert über die weite Landschaft gleiten, suchte einem Hinweis, irgendein Detail, dass die vertrocknete Wiese, der kahle Wald mehr gewesen waren als nur ein Produkt ihrer Imagination. Erst sah sie nur trockene rote Erde und nackte Hügelkämme, über die die Stürme fegten, doch dann meinte sie ganz in der Ferne eine Silhouette zu erkennen, die sich im Wind bog.
Das Blatt stammte nicht aus einem Paleobotanischen Garten, es kam tatsächlich von dort draußen und es war auch nicht verdorrt, es war schlicht alt, seine Zeit war abgelaufen, denn gäbe es noch Jahreszeiten, wäre jetzt das Ende des Herbstes.