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[identity profile] nyx-chan.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Team: Mond
Challenge: Schreibaufgabe – max. 10 Wörter pro Satz (für mich)
Fandom: The Hollow
Wörter: 897

So hätte es nicht laufen sollen. Das war so nicht geplant.

Adam sah Mira mit großen Augen an. Miras Blick wechselte von fragend zu erschrocken zu beschämt. Das würde auch etwa seiner Gefühlsabfolge entsprechen. Und über allem hing die Überforderung.

Das Verandalicht über ihnen war alles, außer schmeichelhaft. Adams Hände griffen ins Leere, ballten sich, lösten sich wieder. Miras legten sich zuerst auf den Mund. Es dauerte einen Moment, ehe sie durchs Haar fuhren. Dabei senkte sich ihr Blick.

Gleichzeitig versuchten sie etwas zu sagen. Dann wollten sie gleichzeitig den Vortritt überlassen. Schließlich begann Adam und er wusste, es war schlecht: „Es tut mir Leid, Mira.“

„Nein, ist ok!“, erklärte sie. Ihr Lächeln klemmte gezwungen in den Mundwinkeln.

„Nein, das war irgendwie- Sorry.“ Adam rang mit den Worten und konnte es nicht formulieren.

„Hör auf dich zu entschuldigen.“

„Aber-“, versuchte er doch noch mal.

„Ich hab dich geküsst, nicht andersrum. Du hast es nur nicht erwidert.“

„Was mir Leid tut.“

„Du machst es nur schlimmer, Adam.“ Mira verschränkte die Arme vor der Brust. Der einzige Weg, um effektiv nicht herumzugestikulieren. Sie seufzte tief und versuchte runter zu kommen.

Gerade als Adam den Mund öffenete, erkannte er den Fehler. Er schloss ihn wieder. Stattdessen legte er eine Hand auf ihre Schulter. „Du weißt, dass ich dich mag, nicht?“

Miras Schultern sackten etwas ab. Sie gab es mit dem Lächeln auf. Seine Hand war Trost und Qual zugleich.
„Ja, aber halt nicht so.“

Adam gab ein Geräusch von sich und sie sah auf. Sein Gesicht war verzogen. Seine freie Hand versuchte etwas auszudrücken. Aber nichts kam dabei heraus. „Es ist kompliziert.“

„Und wie“, bestätigte sie.

„Du bist so toll, klug und hübsch! Ich hätte nicht geahnt, dass wir so gute Freunde werden!“

„Aber-“, schob Mira ihm schon unter.

„Aber-“, versuchte Adam es aufzunehmen.

Aber sie schwiegen sich an.

Mit einem weiteren Seufzer griff Mira nach seiner Hand. Sie war froh, dass er nicht zurückzuckte.

„Kai?“, fragte sie und glaubte nicht ergänzen zu müssen.

Adam zuckte schließlich mit den Schultern. „Es ist kompliziert.“

„Was genau davon? Dass du ihn magst?“

„Oder dass er dich mag“, ergänzte Adam.

Damit hatte er sie erwischt. Mira hatte es vielleicht geahnt, aber verdrängt. Das merkte sie jetzt. „Ehrlich?“, fragte sie skeptisch.

Adam nickte nur.

„Und dann mag ich dich. Ja, kompliziert, hast recht.“

Nach kurzem Schweigen zog er sie in eine Umarmung. Zunächst war sie unsicher und steif. Aber seine Wärme und sein Geruch erweichten sie. Zutraulich und resigniert legte sie ihre Arme um ihn.

„Ehrlich gesagt...“, begann er und verstummte wieder. „Ich hatte gehofft, ihr würdet zusammen kommen.“
Adam spürte Mira in seinen Armen zucken bei den Worten. Mit perplexem Blick hob sie ihren Kopf. „Was? Wieso das? Das löst doch keines der Probleme.“

Er zuckte erneut mit den Schultern. Die Augen musst er von ihr jedoch abwenden. „Ihr beide wärt glücklich gewesen. Das hätte mich glücklich gemacht.“

Mira schob sich ein Stück von seiner Brust weg. Alles nur, um ihm einen Schlag zu versetzen. „Idiot! Märtyrer! Das ist nicht dein Job!“

„Aber es wäre ok gewesen! Ehrlich. Ich könnte mich damit arrangieren.“

„Und leise vor dich hinleiden?“

„Ich wäre irgendwann drüber hinweg.“

„Urgh!“, stieß Mira genervt aus und schlug ihn erneut. „Dann doch besser, dass wir es alle lassen. Oder-“ Und bei dem Gedanken verstummte sie. Ihr wurde plötzlich etwas heiß und kalt. Es musste der Adrenalinschub sein. Mira löste sich aus der Umarmung und sah Adam an. Der wirkte zunehmend nervöser.

„Oder was?“, fragte er. Unschuldig, wie sie glaubte.

„Nichts“, antwortete sie viel zu hoch.

Sie wusste, dass das sie verraten hatte. Adams Augenbrauen zogen sich zusammen.
„Oder was, Mira?“

„Es war nur ein Geistesblitz. Was so beim Brainstormen halt mal passiert. Nichts ernstzunehmendes, wirklich. Es wäre eh wahnsinnig. Alles nur Spekulation. Nicht mal das. Oh Gott...“

Adam griff nach ihr und sah sie mit Nachdruck an. Eine Wiederholung seiner Frage war nicht nötig.

Mira sagte es schließlich. Aber es war zu leise und zu schnell zum Verstehen.

„Wie bitte?“, fragte er und beugte sich tiefer zu ihr.

Miras Herz schlug ihr bis zum Hals. Sie konnte mit Mühe dagegen anschlucken. Adams Nähe machte es nicht besser. Sie war geliefert und alles ruiniert. Noch ein Mal versuchte sie zu schlucken. Ein vielleicht letzter tiefer Atemzug. „Oder wir wären alle zusammen“, presste sie heraus.

Adam hatte es diesmal akkustisch verstanden. Aber er verstand nicht, was sie meinte. „Zusammen?“

„Zusammen. Zusammen-zusammen. Wir drei“, erläuterte Mira atemlos.

Nun hatte er auch den Sinn verstanden. Entsprechend entgeistert sah er sie an. Mit flachen Atemzügen beobachtete Mira ihn. Wie sein Gesicht subtile Veränderungen durchging. Endlich ließ er sie los. Für Mira war seine Reaktion Antwort genug. Mal wieder. Was für ein Abend!

„Vergiss es! Wie gesagt – eine Schnappsidee!“, sagte sie hastig. Sie wollte nur noch fliehen und im Erdboden versinken.

„Ja“, antwortete Adam. Aber etwas in seiner Stimme ließ sie aufhorchen. „Schnappsidee“, wiederholte er tonlos. Schließlich fixierte er sie mit seinem Blick und sie japste. Schweigend sahen sie einander an. Es lag was Merkwürdiges, Unausgesprochenes in der Luft.
Ab einem Moment wurde es für Mira unerträglich. Sie griff nach der Türklinke. „Gute Nacht!“, und verschwand im Haus.

„Gute Nacht“, antwortete Adam automatisch und winkte ihr nach.

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