Crack/Humor - Kettenbriefe
Jul. 21st, 2018 01:33 amTeam: Mond
Challenge: Crack/Humor - Kettenbriefe (für mich)
Fandom: The Hollow
Wörter: ~1470
Anmerkung: Erst machte ich mir Sorgen, es würde zu kurz ausfallen, dann wurde es eine Art h/c und die Pointe ist nun völlig verzögert. Und ich weiß nicht, ob das dazwischen auch irgendwie lustig ist. Bei manche Charas sind einfach laufende Comedy Shows....
„Wie wäre es, wenn du dich wieder auf deine Lektüre konzentrieren würdest?“
Mit hochgezogenen Augenbrauen schaute Kai zu Mira rüber, die über den Rand ihres Buches ihn taxierte. Als er noch immer nicht sofort zu begreifen schien, was sie meinte, deutete sie mit dem Buch in ihren Händen auf die dicke schwarze Katze, die sich vor Kai auf dem Tisch reckelte und eine Hand bereits automatisch im dichten Fell kraulte. Sie schnurrte zustimmend und veränderte etwas ihre Position. Papierrascheln war hörbar.
„Oh.“ Eloquenter konnte der Junge es in dem Moment nicht kommentieren. Um die Katze behutsam vom Buch zu heben, musste er sein Smartphone aus der Hand legen.
„Das war auch überfällig“, kommentierte Mira etwas spitz und zog Kais Aufmerksamkeit wieder auf sich.
„Die Katze vom Buch zu nehmen? Ja, man, permanent nur auf Buchseiten mit so kleinen Buchstaben zu starren ist auch nicht, wie ich mir meinen Sonntag vorgestellt habe.“
„Nein, ich meine dein Handy. Und irgendwann musst du deine Hausaufgaben machen.“
„Es gibt spannendere Hausaufgaben als Hemmingway. Und ich hab nur kurz aufs Handy geschaut. … eine Definition nachgeschlagen“, versuchte sich Kai fadenscheinig zu verteidigen.
„Das müssen ja echt ergreifende Definitionen sein, die du da nachschlägst, oder seufzt du wegen Hemmingways durchwachsener Biographie?“
Kai musste nicht hinsehen, um zu wissen, dass Mira ihn wie einen Verdächtigen ansah und eine Augenbraue gehoben hatte. Aber die Biographie nachzuschlagen war ein gutes Stichwort. Er erinnerte sich dunkel an etwas aus dem Unterricht. „Gute Idee mit der Biographie.“
Mira seufzte dramatisch und legte ihr Buch weg. Aufstehen konnte sie leider nicht, weil drei Katzen auf ihr lagen. „OK, spuck's aus – was ist los?“
„Nichts!“
„Kai.“
„Es ist alles ok!“
„... Kai.“
Der innere Konflikt war ihm deutlich anzusehen. Nach einem längeren Moment des mit sich Ringens fragte er mit einem unsicheren Gesichtsausdruck: „Ist Adam sauer auf mich?“
Damit hatte das Mädchen nicht gerechnet. „Nicht, dass ich wüsste. Wieso? Ja, er ärgert sich manchmal über dich, aber das in der Regel nur, wenn er sich Sorgen um dich macht, weil du schon wieder Blödsinn treibst oder auf stur schaltest.“
„Was jetzt total danach klingt, als wäre Mum-Adam immer im Recht – was nicht stimmt!“, konterte Kai. Sowas konnte er unmöglich unherausgefordert im Raum stehen lassen.
Mira musste losprusten. „Mum-Adam?!“
„Wie würdest du dieses Verhalten sonst nennen?“, fragte Kai und gestekulierte wild, als versuche er zum Ausdruck zu bringen, dass es keine andere Möglichkeit gab, als das Kind beim Namen zu nennen.
„Großes-Bruder-Gen? Ich glaub, er kann nicht anders mit drei jüngeren Geschwistern, die lebhafter als ein Korb aufgeputschter Welpen sind.“ Und laut und witzig und niedlich, aber wahrscheinlich raubten sie oft genug ihrem großen Bruder die Nerven, weswegen er regelmäßig zu Mira nachhause floh, um in Ruhe Hausaufgaben zu erledigen. Und zu zocken oder Filme zu gucken. Was sich halt so gehört, wenn man irgendwann die Geduld für Hausaufgaben verliert und komplett durch ist.
Kai sah sie einen Moment nachdenklich und skeptisch an, musste dann aber langsam nicken. „Das ist ein gutes Argument.“
Mit einem Schulterzucken und leichtem Augenverdrehen à la 'Tja, hab ich's nicht gesagt?' schloss Mira diesen Gesprächspunkt ab und versuchte zurück zum Problem zu kommen. „Aber mal ernsthaft: wie kommst du darauf, dass Adam sauer auf dich wäre?“
Ehe sich Kai in seine Gedankenschleifen stürzen konnte – ob er wirklich oder nicht und wenn ja, aber sollte er und überhaupt – seufzte er. „Er hat seit zwei Tagen auf keine meiner Nachrichten reagiert.“
„Das ist alles??“, fragte Mira und glaubte ihren Ohren nicht recht zu trauen. „Er ist Freitag direkt nach der Schule weggefahren.“
„Aber sonst antwortet er immer, irgendwann! Er hätte vorm Schlafengehen schreiben können!“
„'Gute Nacht, Kai, und süße Träume'? Wenn du das jeden Abend brauchst, müssen Adam und ich ein System einrichten, wie wir dich in Zukunft handeln.“
„Ha ha, sehr lustig! Nein, ich meine- überhaupt. Wenigstens ein 'Sorry, kann nicht, bis Sonntag!' wäre genug gewesen!“
„Wäre es das?“
Kai hasste es manchmal, dass Mira ihn scheinbar so mühelos durchschaute.
„Ja! Eigentlich brauche ich Adam gar nicht. Soll er doch da bleiben, wo er ist.“
„Ach Kai, ich weiß doch, dass du ihn vermisst! Wir drei hängen inzwischen so viel miteinander ab, dass ich euch auch anfange zu vermissen, wenn wir uns länger nicht sehen.“
Für einen Moment war er völlig abgelenkt, weil sein Kopf nur „Mira vermisst mich!“ wiederholte. Aber einige Sekunden später verarbeitete sein Verstand auch den Rest der Informationen und drehte sich grimmig weg.
„Tja, offensichtlich ist es für Adam anders. Zumindest mir gegenüber.“
„Wenn es dich beruhigt: mir hat er auch nicht geschrieben.“ Mira wollte Kai so gut wie möglich von seiner Paranoia wegsteuern, aber es war in der Regel alles andere als einfach. Als er sich jedoch mit großen Augen und offenem Gesichtsausdruck ihr wieder zuwandt, glaubte sie einen Schritt näher zum Ziel zu sein.
„Ehrlich?!“
„Ganz ehrlich. Du kannst es nachprüfen. Oder willst du lieber, dass wir ihn anrufen?“, lockte sie.
„Neeein, nein, das- ich meine- eigentlich- Müsste er nicht-? Sollten wir-“, begann Kai nervös über seine vielen Gedanken zu stolpern und knetete seine Finger während er zu Mira sah. Sie interpretierte es als Aufforderung, ihm die Enttscheidung abzunehmen, was sie mit einem Nicken und Lächeln tat.
„Komm her“, forderte sie ihn auf und klopfte neben sich auf ihr Bett. „Wir horchen mal nach.“
„Wenn er abnimmt.“
„Dann sprechen wir ihm was auf seine Mail-Box.“
„Wer hört noch Mail-Boxen ab?“
„Oh man, Kai, das erklärt so viel. Warn Leute, dass du das Ding nicht nutzt!“
„Ich dachte, keiner nutzt das mehr! Sie nerven!“
„Hör auf zu zicken und komm her!“, wiederholte Mira und winkte ihn nun eilig mit der Hand zu sich. Sie versuchte es offenkundig erscheinen zu lassen, dass sie mit der anderen Hand bereits nach Adams Nummer suchte.
Mit einem Japs rapllete sich Kai auf und kroch umständlich neben sie aufs Bett als schon das Freizeichen aus ihrem Smartphone zu hören war. Nach dem dritten Klingeln wurde abgenommen.
„Hi, Mira!“
„Hi, Adam!“, grüßte sie fröhlich und grinste Kai triumphierend an. „Du bist auf Lautsprecher. Kai hockt neben mir und wir machen grad eine Pause. Wie geht’s dir?“
„Hey, Kai! Mach Hemmingway fertig!“
„Hey, Kumpel. Hemmingway nervt!“
Adam lachte und setzte fort: „Ich sitze gerade im Bus zurück. Falls ich also verschwinde, liegt's am Empfang. Alles ok?“
„Das gleiche wollten wir dich fragen“, antwortete Mira.
„Ja, danke der Nachfrage. Es war cool, meinen Cousin aufm Campus zu besuchen. College ist echt eine ganz andere Welt.“
„Du warst also total beschäftigt, weil du so viel Spaß hattest“, zog Mira weiter.
„Ja“, antwortete Adam und klang dabei etwas verwirrt, als wolle er das eher als Frage formulieren. „Ich hab euch Souvenir mitgebracht, ich hab euch also nicht vergessen!“
„Yay!“, riefen Kai und Mira fröhlich.
„Wir haben uns schon Sorgen gemacht, dass du uns nicht mehr magst, weil du auf nichts im Messenger geantwortet hast.“ Mira schaute zu Kai rüber, der mit verschränkten Armen das Gerät in ihrer Hand anstarrte.
„Nein, wies-oh. Oh! Verdammt, tut mir leid, Leute!“, entschudligte sich Adam, nachdem der Groschen gefallen war, und lachte leise in den Hörer. „Ich hab mich das Wochenende über geweigert meine Messenger anzumachen. Meine Mutter hat einigen Leuten in der Familie Messenger jetzt gezeigt und ich werde seit einer halben Woche ständig mit Nachrichten bombardiert. Donnerstag kamen schon die ganzen Spionageanfragen bezüglich meines Cousins. Aber das Allerschlimmste sind die Kettenbriefe, die inzwischen Überhand genommen haben. Ich habe Freitagvormittag 10 Mal den GLEICHEN Kettenbrief bekommen. Sorry, ich wollte jetzt deren schlimmste Phase mit dem neuen Spielzeug ausharren und alles auf einen Schlag hinter mich zu bringen, um wieder zur Tagesordnung überzugehen.“
Schon irgendwo ab der Mitte konnte sich Mira das Kichern nicht verkneifen und auch wenn Kai sich Mühe gab stoisch zu sein, konnte er es nicht lange durchhalten und begann mitzulachen.
„Oh man, ok, klingt scheiße, wir verstehen's!“, antwortete Kai.
„Danke fürs Verständnis“, entgegenete Adam mit amüsierten Ton.
„Ok, wir werden nicht weiter die anderen Fahrgäste nerven. Komm gut Heim!“, verabschiedete sich Mira.
„Bis morgen!“, antworteten Adam und Kai unisono, was Mira als perfekten Moment zum Auflegen sah.
Zunächst war ihr Lächeln mehr süffisant, wurde aber sogleich wärmer. Liebevoll kniff sie Kai in die Wange, der zur Ausnahme kommentarlos es mit sich machen ließ. „Siehst du, du hast dir völlig umsonst Gedanken gemacht. Ab morgen hast du wieder Mum-Adam und kannst dich jetzt wieder auf Hemmingway stürzen.“
Mit einem mießmutigen Grunzen gab Kai seine Missbilligung zur Kenntnis und ließ sich lieber mit dem Gesicht vorraus in die Steppdecke auf dem Bett fallen.
Challenge: Crack/Humor - Kettenbriefe (für mich)
Fandom: The Hollow
Wörter: ~1470
Anmerkung: Erst machte ich mir Sorgen, es würde zu kurz ausfallen, dann wurde es eine Art h/c und die Pointe ist nun völlig verzögert. Und ich weiß nicht, ob das dazwischen auch irgendwie lustig ist. Bei manche Charas sind einfach laufende Comedy Shows....
„Wie wäre es, wenn du dich wieder auf deine Lektüre konzentrieren würdest?“
Mit hochgezogenen Augenbrauen schaute Kai zu Mira rüber, die über den Rand ihres Buches ihn taxierte. Als er noch immer nicht sofort zu begreifen schien, was sie meinte, deutete sie mit dem Buch in ihren Händen auf die dicke schwarze Katze, die sich vor Kai auf dem Tisch reckelte und eine Hand bereits automatisch im dichten Fell kraulte. Sie schnurrte zustimmend und veränderte etwas ihre Position. Papierrascheln war hörbar.
„Oh.“ Eloquenter konnte der Junge es in dem Moment nicht kommentieren. Um die Katze behutsam vom Buch zu heben, musste er sein Smartphone aus der Hand legen.
„Das war auch überfällig“, kommentierte Mira etwas spitz und zog Kais Aufmerksamkeit wieder auf sich.
„Die Katze vom Buch zu nehmen? Ja, man, permanent nur auf Buchseiten mit so kleinen Buchstaben zu starren ist auch nicht, wie ich mir meinen Sonntag vorgestellt habe.“
„Nein, ich meine dein Handy. Und irgendwann musst du deine Hausaufgaben machen.“
„Es gibt spannendere Hausaufgaben als Hemmingway. Und ich hab nur kurz aufs Handy geschaut. … eine Definition nachgeschlagen“, versuchte sich Kai fadenscheinig zu verteidigen.
„Das müssen ja echt ergreifende Definitionen sein, die du da nachschlägst, oder seufzt du wegen Hemmingways durchwachsener Biographie?“
Kai musste nicht hinsehen, um zu wissen, dass Mira ihn wie einen Verdächtigen ansah und eine Augenbraue gehoben hatte. Aber die Biographie nachzuschlagen war ein gutes Stichwort. Er erinnerte sich dunkel an etwas aus dem Unterricht. „Gute Idee mit der Biographie.“
Mira seufzte dramatisch und legte ihr Buch weg. Aufstehen konnte sie leider nicht, weil drei Katzen auf ihr lagen. „OK, spuck's aus – was ist los?“
„Nichts!“
„Kai.“
„Es ist alles ok!“
„... Kai.“
Der innere Konflikt war ihm deutlich anzusehen. Nach einem längeren Moment des mit sich Ringens fragte er mit einem unsicheren Gesichtsausdruck: „Ist Adam sauer auf mich?“
Damit hatte das Mädchen nicht gerechnet. „Nicht, dass ich wüsste. Wieso? Ja, er ärgert sich manchmal über dich, aber das in der Regel nur, wenn er sich Sorgen um dich macht, weil du schon wieder Blödsinn treibst oder auf stur schaltest.“
„Was jetzt total danach klingt, als wäre Mum-Adam immer im Recht – was nicht stimmt!“, konterte Kai. Sowas konnte er unmöglich unherausgefordert im Raum stehen lassen.
Mira musste losprusten. „Mum-Adam?!“
„Wie würdest du dieses Verhalten sonst nennen?“, fragte Kai und gestekulierte wild, als versuche er zum Ausdruck zu bringen, dass es keine andere Möglichkeit gab, als das Kind beim Namen zu nennen.
„Großes-Bruder-Gen? Ich glaub, er kann nicht anders mit drei jüngeren Geschwistern, die lebhafter als ein Korb aufgeputschter Welpen sind.“ Und laut und witzig und niedlich, aber wahrscheinlich raubten sie oft genug ihrem großen Bruder die Nerven, weswegen er regelmäßig zu Mira nachhause floh, um in Ruhe Hausaufgaben zu erledigen. Und zu zocken oder Filme zu gucken. Was sich halt so gehört, wenn man irgendwann die Geduld für Hausaufgaben verliert und komplett durch ist.
Kai sah sie einen Moment nachdenklich und skeptisch an, musste dann aber langsam nicken. „Das ist ein gutes Argument.“
Mit einem Schulterzucken und leichtem Augenverdrehen à la 'Tja, hab ich's nicht gesagt?' schloss Mira diesen Gesprächspunkt ab und versuchte zurück zum Problem zu kommen. „Aber mal ernsthaft: wie kommst du darauf, dass Adam sauer auf dich wäre?“
Ehe sich Kai in seine Gedankenschleifen stürzen konnte – ob er wirklich oder nicht und wenn ja, aber sollte er und überhaupt – seufzte er. „Er hat seit zwei Tagen auf keine meiner Nachrichten reagiert.“
„Das ist alles??“, fragte Mira und glaubte ihren Ohren nicht recht zu trauen. „Er ist Freitag direkt nach der Schule weggefahren.“
„Aber sonst antwortet er immer, irgendwann! Er hätte vorm Schlafengehen schreiben können!“
„'Gute Nacht, Kai, und süße Träume'? Wenn du das jeden Abend brauchst, müssen Adam und ich ein System einrichten, wie wir dich in Zukunft handeln.“
„Ha ha, sehr lustig! Nein, ich meine- überhaupt. Wenigstens ein 'Sorry, kann nicht, bis Sonntag!' wäre genug gewesen!“
„Wäre es das?“
Kai hasste es manchmal, dass Mira ihn scheinbar so mühelos durchschaute.
„Ja! Eigentlich brauche ich Adam gar nicht. Soll er doch da bleiben, wo er ist.“
„Ach Kai, ich weiß doch, dass du ihn vermisst! Wir drei hängen inzwischen so viel miteinander ab, dass ich euch auch anfange zu vermissen, wenn wir uns länger nicht sehen.“
Für einen Moment war er völlig abgelenkt, weil sein Kopf nur „Mira vermisst mich!“ wiederholte. Aber einige Sekunden später verarbeitete sein Verstand auch den Rest der Informationen und drehte sich grimmig weg.
„Tja, offensichtlich ist es für Adam anders. Zumindest mir gegenüber.“
„Wenn es dich beruhigt: mir hat er auch nicht geschrieben.“ Mira wollte Kai so gut wie möglich von seiner Paranoia wegsteuern, aber es war in der Regel alles andere als einfach. Als er sich jedoch mit großen Augen und offenem Gesichtsausdruck ihr wieder zuwandt, glaubte sie einen Schritt näher zum Ziel zu sein.
„Ehrlich?!“
„Ganz ehrlich. Du kannst es nachprüfen. Oder willst du lieber, dass wir ihn anrufen?“, lockte sie.
„Neeein, nein, das- ich meine- eigentlich- Müsste er nicht-? Sollten wir-“, begann Kai nervös über seine vielen Gedanken zu stolpern und knetete seine Finger während er zu Mira sah. Sie interpretierte es als Aufforderung, ihm die Enttscheidung abzunehmen, was sie mit einem Nicken und Lächeln tat.
„Komm her“, forderte sie ihn auf und klopfte neben sich auf ihr Bett. „Wir horchen mal nach.“
„Wenn er abnimmt.“
„Dann sprechen wir ihm was auf seine Mail-Box.“
„Wer hört noch Mail-Boxen ab?“
„Oh man, Kai, das erklärt so viel. Warn Leute, dass du das Ding nicht nutzt!“
„Ich dachte, keiner nutzt das mehr! Sie nerven!“
„Hör auf zu zicken und komm her!“, wiederholte Mira und winkte ihn nun eilig mit der Hand zu sich. Sie versuchte es offenkundig erscheinen zu lassen, dass sie mit der anderen Hand bereits nach Adams Nummer suchte.
Mit einem Japs rapllete sich Kai auf und kroch umständlich neben sie aufs Bett als schon das Freizeichen aus ihrem Smartphone zu hören war. Nach dem dritten Klingeln wurde abgenommen.
„Hi, Mira!“
„Hi, Adam!“, grüßte sie fröhlich und grinste Kai triumphierend an. „Du bist auf Lautsprecher. Kai hockt neben mir und wir machen grad eine Pause. Wie geht’s dir?“
„Hey, Kai! Mach Hemmingway fertig!“
„Hey, Kumpel. Hemmingway nervt!“
Adam lachte und setzte fort: „Ich sitze gerade im Bus zurück. Falls ich also verschwinde, liegt's am Empfang. Alles ok?“
„Das gleiche wollten wir dich fragen“, antwortete Mira.
„Ja, danke der Nachfrage. Es war cool, meinen Cousin aufm Campus zu besuchen. College ist echt eine ganz andere Welt.“
„Du warst also total beschäftigt, weil du so viel Spaß hattest“, zog Mira weiter.
„Ja“, antwortete Adam und klang dabei etwas verwirrt, als wolle er das eher als Frage formulieren. „Ich hab euch Souvenir mitgebracht, ich hab euch also nicht vergessen!“
„Yay!“, riefen Kai und Mira fröhlich.
„Wir haben uns schon Sorgen gemacht, dass du uns nicht mehr magst, weil du auf nichts im Messenger geantwortet hast.“ Mira schaute zu Kai rüber, der mit verschränkten Armen das Gerät in ihrer Hand anstarrte.
„Nein, wies-oh. Oh! Verdammt, tut mir leid, Leute!“, entschudligte sich Adam, nachdem der Groschen gefallen war, und lachte leise in den Hörer. „Ich hab mich das Wochenende über geweigert meine Messenger anzumachen. Meine Mutter hat einigen Leuten in der Familie Messenger jetzt gezeigt und ich werde seit einer halben Woche ständig mit Nachrichten bombardiert. Donnerstag kamen schon die ganzen Spionageanfragen bezüglich meines Cousins. Aber das Allerschlimmste sind die Kettenbriefe, die inzwischen Überhand genommen haben. Ich habe Freitagvormittag 10 Mal den GLEICHEN Kettenbrief bekommen. Sorry, ich wollte jetzt deren schlimmste Phase mit dem neuen Spielzeug ausharren und alles auf einen Schlag hinter mich zu bringen, um wieder zur Tagesordnung überzugehen.“
Schon irgendwo ab der Mitte konnte sich Mira das Kichern nicht verkneifen und auch wenn Kai sich Mühe gab stoisch zu sein, konnte er es nicht lange durchhalten und begann mitzulachen.
„Oh man, ok, klingt scheiße, wir verstehen's!“, antwortete Kai.
„Danke fürs Verständnis“, entgegenete Adam mit amüsierten Ton.
„Ok, wir werden nicht weiter die anderen Fahrgäste nerven. Komm gut Heim!“, verabschiedete sich Mira.
„Bis morgen!“, antworteten Adam und Kai unisono, was Mira als perfekten Moment zum Auflegen sah.
Zunächst war ihr Lächeln mehr süffisant, wurde aber sogleich wärmer. Liebevoll kniff sie Kai in die Wange, der zur Ausnahme kommentarlos es mit sich machen ließ. „Siehst du, du hast dir völlig umsonst Gedanken gemacht. Ab morgen hast du wieder Mum-Adam und kannst dich jetzt wieder auf Hemmingway stürzen.“
Mit einem mießmutigen Grunzen gab Kai seine Missbilligung zur Kenntnis und ließ sich lieber mit dem Gesicht vorraus in die Steppdecke auf dem Bett fallen.