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[identity profile] nyx-chan.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Team: Mond
Challenge: Crack/Humor – Blind Date (für mich)
Fandom: The Hollow
Wörter: 1316
Anmerkung: Direkter Anschluss [hieran]. Und Prompt... quasi. Irgendwie. Ähem.



Langsam begann sich die Geräuschekulisse zu sortieren. Es wurden immer weniger aufgeregte Stimmen, weniger Rufe, weniger Gelächter. Die Motoren sprangen an und rauschten davon. Räder surrten, Turnschuhe knirschten. Dazwischen rauschten Blätter und tschirpten Vögel.
Mira blinzelte gegen das Licht und beobachtete, wie die Schwalben über dem Schulgebäude hinwegzischten, wie Stare sich plötzlich in einer kleinen Wolke hochrissen und dazwischen die eine oder andere Taube segelte. Irgendwo in den Bäumen hinter ihr krähte es. Sie atmete tief ein und schloss die Augen, um die Sonne auf ihrem Gesicht intensiver wahrzunehmen. Manchmal war warten echt ein netter Zeitvertreib. Besonders, wenn sie schon aufgegeben hatte darüber nachzudenken, wer ihr den ominösen Zettel in den Spint geworfen hatte und sie sich einfach überraschen ließ. Es klang zumindest nicht so wie sie sich eine erfolgreiche Entführung vorstellte.

Mira öffnete schließlich die Augen, als sie hastige Schritte hörte, die sich ihr näherten. Jemand rannte und jemand japste sehr, sehr auffällig dabei.

„Oh Gott, verdammt, SORRY!“, rief ihr auch schon jemand entgegen, deren Stimme sich in der Tonlage verschob und etwas quietschiges an sich hatte. Wenn das nicht erstaunlich genug war, dann war Mira doch darüber überrascht zu sehen, wer schließlich vor ihr stehen blieb.

„Alvarez?!“, brachte sie verblüfft hervor und konnte nicht umhin einen der Star-Basketball-Spieler ihrer Schule anzustarren. Besonders, weil er sie mit seinem etwas schiefen, verschmitzen Lächeln so- anlächelte. Oh, wow, sehr eloquent, Mira, großartig! Nur weil dir ein hübscher Kerl mit hübschen Augen hübsche Augen macht- macht er das? Moment, bleiben wir bei hübscher Kerl mit- oh. OH.
„Hi!“ Mira gab sich größte Mühe dabei nicht zu süß, sondern möglich entspannt zu klingen. Locker, ganz locker, Mira. Du kannst das.

„Hi! Entschuldige, dass wir so spät dran sind. Das war jetzt etwas spontan. Für mich. Du weißt davon schon seit-“, begann Adam Alvarez zu erklären und wirkte auf den zweiten Blick vielleicht ein ganz klein wenig zerstreut. Aber vielleicht bildete sich Mira das nur ein, weil er das jetzt so offenkundig durchscheinen ließ, dass er... keine Ahnung hatte, bis eben vielleicht?

„Oh, alles ok! Das Wetter ist wirklich schön und so spät seid ihr auch nicht. Und ich weiß seit heute Mittag Bescheid. Ich hatte eine Nachricht im Spint. Und... offenkundig ist sie nicht von dir. Was mich darauf schließen lässt, dass- oh.“ Die brilliante Schlussfolgerung musste erst ausgesprochen werden, damit auch sie mitschnitt und endlich den anderen Jungen ansah, der neben Alvarez schnaufend angerannt gekommen war und ihr mit der entgleisenden Stimme zugerufen hatte. Und jetzt mit verschränkten Armen vor ihr stand, mit einem sehr unzufriedenen, etwas beleidigten Blick, dass er bis eben sowohl von Alvarez wie auch ihr ignoriert wurde. „Hi!“, sagte sie mit besonderem Nachdruck und versuchte ihn mit ihrem charmantesten Lächeln zu bestechen. Seine Gesichtszüge wurden etwas weicher, seine Wangen nahmen an Farbe an – Erfolg! „Du hast mir den Zettel zugesteckt, nicht wahr? Wir sind zusammen im Chemie-Kurs. Du bist-“ Und da kam sie schon ins Stocken, verdammt. „Kyle?“ Das klang richtig, relativ richtig. Sie hoffte, ihr Gesicht machte nicht diesen zerknautscht-unsicheren Ausdruck.

Sein Gesicht fiel erst kurz wieder quasi in sich zusammen, dann kniff er seinen Mund zusammen, ehe auch sich seine Augenbrauen zusammenkniffen und er zu gestekulieren anfing. „KAI! Ich heiße Kai! Kai Flynn! Der sich fast die Hose mal angesteckt hat? Wie kann man mich eigentlich vergessen?“ Um sich förmlich Zustimmung einzuholen, drehte er sich zu Alvarez und gestikulierte weiter. „Wieso vergessen mich ständig Leute? Meine verdammte Hose hat fast gebrannt! Das vergisst man nicht. Es war episch!“

„Es war gefährlich, Kai! Es gibt Gründe, warum du dich an Sicherheitsvorschriften und Anweisungen halten sollst“, antwortete Alvarez stoisch.

„Oh man, es ist ja nicht so, als wäre wirklich etwas passiert. Nur fast! Und es ist halt so passiert, ich habe nichts krasses gemacht oder so. Du kennst mich.“

„Daran wird es wohl liegen...“

Flynn schnaufte und verschränkte wieder die Arme, während Alvarez ihn etwas auslachte. Altes Ehepaar...
Mira kicherte leise in sich hinein bei dem kleinen Schauspiel und zog sofort die Aufmerksamkeit von Flynn auf sich, dessen Wangen wieder anfingen anzulaufen. Hastig versuchte er das zu kaschieren, räusperte sich und stellte sich in neue, selbstbewusste Pose.

„Danke, dass du gekommen bist“, begann er mit neuem Pathos und versuchte seine Nase noch ein kleines Stück höher in die Luft zu stecken. „Unter unzähligen Anwärtern und Bewerbern wurdest du, Mira Chang, auserkoren!“ Noch bevor Flynn weitersprechen konnte begannen Mira und Alvarez schallend an zu lachen, was sich nur steigerte, als Flynn sie perplex ansah und verlegen zu grinsen begann.

„Oh wow, große Worte, Kumpel!“ Alvarez klopfte Flynn auf die Schulter und begann sich zu beruhigen. „Wie wäre es, wenn du auf den Punkt kommst.“

„Auf den Punkt kommen klingt wirklich super. Ich hab nämlich absolut keine Idee, warum ihr mir ein merkwürdiges Briefchen schickt, oder besser du. Ehrlich, ich wusste absolut nicht, was ich jetzt erwarten sollte.“ Mira wischte sich die kleine unvergossene Lachträne aus dem Augenwinkel und schaute neugierig zwischen den Jungs hin und her. Ihre Neugierde wuchs nur als Alvarez auf ihre Worte hin Flynn einen Seitenblick zuwarf und wohl versuchte ein Pokerface dabei zu behalten.

„Was hast du geschrieben?“, murmelte er seinem Freund zu, der nur anfing verlegen zu lachen und mit seinen Fingern herumzuspielen.
„Ich wollte nur sichergehen, dass sie kommt.“

Alvarez' Augenbraue zuckte und er schaute zu Mira mit einem Blick, den sie nicht recht deuten konnte. War er erschrocken oder versuchte er sich mit seinen Augen zu entschudligen?

Sie kicherte, zuckte mit den Schultern und machte eine präsentierende Armbewegung, zu der nur noch das 'Ta-dah' fehlte. „Tja, das hat offensichtlich geklappt.“

Flynn grinste daraufhin nur wie ein glücklicher Besessener.

„Nein, ernsthaft, was hat er dir geschrieben?“, fragte Alvarez.

Mit einem Handgriff in ihre Hosentasche zog Mira den kleinen, zusammengefalteten Zettel heraus und reichte ihn ihm. Alvarez dankte ihr, warf Flynn noch einen kurzen Blick zu, ehe er den Zettel öffnete und zu lesen begann. Und schon sofort zu prusten begann.
„Ernsthaft? 'Herausforderung' und Ankreuzkästchen mit 'annehmen' oder 'nah'?? Wenigstens hast du den Treffpunkt besser beschrieben.“
Alvarez blickte mit seinem breiten Lächeln und verwirrtem Blick zwischen Flynn und Mira hin und her, die ihn nur angrinsten und mit den Schultern zuckten.

„Wir brauchen niemanden, der- äh- die einer Herausforderung widerstehen kann“, argumentierte Flynn und wackelte beide bedeutungsvoll mit den Augenbrauen an.
Alverez nickte zustimmend und grinste in sich hinein, bis er sich wieder mit einem fragenden Blick an Mira wandte. „Und? Was ist deine Antwort?“

Mira stellte sich etwas selbstbewusster hin, versuchte stoischer auszusehen und steckte ihre Hände lässig in die Hosentaschen, ließ aber die Jungs noch für einen Moment mit der Antwort schmoren. Sie konnte einer anderen Sache gerade ebenso nicht widerstehen: von den beiden so erwartungsvoll angestarrt zu werden als würde davon tatsächlich etwas Weltbewegendes abhängen. Bis eben schienen sie völlig selbstverständlich davon auszugehen, dass sie annimmt, aber mit jeder verstreichenden Sekunde schien der Zweifel in ihnen zu wachsen. Mira war sonst nicht der Typ für solche Spielchen, schon gar nicht, wenn es für andere wie ein Flirt aussah, aber irgendwas- Nach nur dieser kurzen Interaktion mit dem beiden, dem etwas verschrobenen Flynn und Alvarez, den sie bisher nur von weitem gelegentlich bewunderte, schien etwas in ihr geklickt zu haben mit ihnen. Sie hatten eine gute Dynamik und das war vielversprechend.

Mit einem Schulterzucken sagte Mira endlich nonchalant: „Herausforderung angenommen! Und ich hoffe, ich werde es nicht bereuen, also sagt mir, um was es geht, ok?“

Doch ehe sie eine Antwort bekam begann Flynn ausgiebig zu jubeln, zu johlen und Alvarez erst zu umarmen, dann High Fives auszuteilen. Mit ausgebreiteten Armen war er drauf und dran auch Mira um den Hals zu fallen, bis Alvarez ihn am Schlaffitchen packte und zurückzog.
„Spar dir das für später“, kommentierte er es trocken. Flynn blinzelte ihn kurz perplex an und jubelte dann weiter.

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