Titel: Am Ende des Weges
Team: Sonne
Challenge: Ohne Worte: Ruine - Für mich
Fandom: Tatort Stuttgart
Rating: P12
Genre: Slash,
Warnungen: Major Character Death (so irgendwie)
Zusammenfassung: Thorsten wartet auf Sebastian...
Wörter: ~600
Anmerkungen: Hm, ja, keine Ahnung. Es war halt irgendwie da und wollte geschrieben werden. Ist vermutlich harmloser als es auf den ersten Blick aussieht und vor allem irgendwie schmalzig...
Thorsten wanderte langsam durch den uralten Bogengang und genoss die Stille um ihn herum. Nur der Wind raschelte leise in den Blättern, trug den Gesang der Vögel zu ihm. Selbst die Autobahn unten im Tal war hier oben nicht mehr zu hören. Vielleicht war die auch einfach zu jung. Es brauchte Zeit, bis die Geräusche alt genug waren, genug Macht hatten, dass sie selbst hier zu hören waren. Der Wind in den Blättern, die Vogelstimmen, das war alt, viel älter selbst als die Jahrhunderte alten Steine um ihn herum.
Er ließ seine Hand über die Mauern gleiten. Die Oberfläche war rau und kühl unter seinem Fingerspitzen. Einige Stellen waren dunkler, feucht und moosüberwachsen von der langen Zeit, die das Wasser in Ecken und Kanten heruntergeronnen war. Das Gebäude war schon so lange verlassen, die Fenster zerstört, das Dach eingebrochen, dass sie selbst hier nur noch Schemen waren, kaum mehr wirklich zu erkennen, wie eine lange vergessene Erinnerung. Von den Menschen, die einst dieses Kloster erbaut hatten, die hier gelebt, gearbeitet und gebetet hatten, war nichts mehr zu spüren. Er hielt einen Augenblick inne, schloss die Augen, konzentrierte sich, doch da waren nur der Wind, das Wasser, die Vögel und die Steine – und seine Erinnerungen.
Die alte Klosterruine hoch über den Weinbergen am Neckar, das war ihr Ort gewesen. Hier hatte Sebastian ihn das erste Mal geküsst, hier hatte er ihm seine Liebe gestanden, hier hatten sie sich getrennt und wieder versöhnt, hier hatten sie am Ende sogar geheiratet. Mit keinem Ort verband er so viel Gefühl, wie mir diesen alten Mauern. Mit einem Lächeln auf den Lippen setzte er sich wieder in Bewegung, trat aus dem Bogengang hinaus auf den sonnenbeschienenen Vorplatz. Er schaute den Weg hinab, der sich vom Ufer des Flusses in langen Serpentinen zwischen den Weinhängen die Bergflanke emporwand. Für einen Augenblick blendete ihn das gleißende Licht, doch dann erkannte er die kleine Gestalt, die langsam dem Weg heraufschritt: Sebastian. Auch nach so vielen Jahren, auch wenn er älter war, grauer, gebückter, gab es doch gar keinen Zweifel. Thorsten blieb stehen, wartete einfach. Er hatte Zeit. Es war unerheblich, wie lange Sebastian brauchte, er hatte den Weg beschritten und er würde ankommen. Aber er würde es in seiner Zeit tun und Thorsten liebte ihn viel zu sehr, als dass er ihn drängen wollte. Während er wartete, war er einmal mehr dankbar für die seltsamen Zufälle, die ihn hierher geführt hatten.
Von der Elbe ausgerechnet an den Neckar, das war kein Wunschziel gewesen, eher eine Verzweiflungslösung. Nach allem, was passiert war, hatte er nur weggewollt, weggemusst und hier in Stuttgart waren die einzigen, die ihn genommen hatten. Trotz seines Alters, trotz seiner Vorgeschichte. Er hatte nicht viel erwartet, eigentlich hatte er überhaupt nichts mehr erwartet, aber am Ende war er hier glücklich geworden, glücklicher als er in Hamburg je gewesen war.
Er beobachtete die kleine Gestalt, die langsam vorankam, mit jedem Schritt ein bisschen größer, ein bisschen jünger wurde. Als Sebastian den kleinen Vorplatz betrat sah er wieder genauso so aus wie damals als sie sich kennen gelernt hatten. Die graue Hose, das weiße Hemd mit den grauen Nadelstreifen, der rote Pullunder, die dunklen Haare einen Tick zu lang. Nur die Waffe am brauen Ledergürtel fehlte. Die brauchte er hier nicht mehr. Sein Blick war genauso vorsichtig taxierend wie an jenem Montagmorgen vor fast sechzig Jahren, doch dann erkannte er Thorsten. Er hob die Augenbraue in jener typischen Geste, die Thorsten mit Sebastian verband wie fast nichts anderes, und dieses durchtriebene Grinsen, dass sich auf seinem Gesicht ausbreitete, ließ die Illusion des biedern Herrn Bootz zerspringen.
„Hey, ich hoffe, du hast nicht zu lange gewartet?“
„Nur so ungefähr dreiundzwanzig Jahre.“
Er erwiderte das Grinsen mit einen ruhigen, sanften Lächeln und streckte Sebastian die Hand hin. Sein Partner ergriff sie ohne zu zögern.
„Komm, ich möchte dich Lilly vorstellen…“
Team: Sonne
Challenge: Ohne Worte: Ruine - Für mich
Fandom: Tatort Stuttgart
Rating: P12
Genre: Slash,
Warnungen: Major Character Death (so irgendwie)
Zusammenfassung: Thorsten wartet auf Sebastian...
Wörter: ~600
Anmerkungen: Hm, ja, keine Ahnung. Es war halt irgendwie da und wollte geschrieben werden. Ist vermutlich harmloser als es auf den ersten Blick aussieht und vor allem irgendwie schmalzig...
Thorsten wanderte langsam durch den uralten Bogengang und genoss die Stille um ihn herum. Nur der Wind raschelte leise in den Blättern, trug den Gesang der Vögel zu ihm. Selbst die Autobahn unten im Tal war hier oben nicht mehr zu hören. Vielleicht war die auch einfach zu jung. Es brauchte Zeit, bis die Geräusche alt genug waren, genug Macht hatten, dass sie selbst hier zu hören waren. Der Wind in den Blättern, die Vogelstimmen, das war alt, viel älter selbst als die Jahrhunderte alten Steine um ihn herum.
Er ließ seine Hand über die Mauern gleiten. Die Oberfläche war rau und kühl unter seinem Fingerspitzen. Einige Stellen waren dunkler, feucht und moosüberwachsen von der langen Zeit, die das Wasser in Ecken und Kanten heruntergeronnen war. Das Gebäude war schon so lange verlassen, die Fenster zerstört, das Dach eingebrochen, dass sie selbst hier nur noch Schemen waren, kaum mehr wirklich zu erkennen, wie eine lange vergessene Erinnerung. Von den Menschen, die einst dieses Kloster erbaut hatten, die hier gelebt, gearbeitet und gebetet hatten, war nichts mehr zu spüren. Er hielt einen Augenblick inne, schloss die Augen, konzentrierte sich, doch da waren nur der Wind, das Wasser, die Vögel und die Steine – und seine Erinnerungen.
Die alte Klosterruine hoch über den Weinbergen am Neckar, das war ihr Ort gewesen. Hier hatte Sebastian ihn das erste Mal geküsst, hier hatte er ihm seine Liebe gestanden, hier hatten sie sich getrennt und wieder versöhnt, hier hatten sie am Ende sogar geheiratet. Mit keinem Ort verband er so viel Gefühl, wie mir diesen alten Mauern. Mit einem Lächeln auf den Lippen setzte er sich wieder in Bewegung, trat aus dem Bogengang hinaus auf den sonnenbeschienenen Vorplatz. Er schaute den Weg hinab, der sich vom Ufer des Flusses in langen Serpentinen zwischen den Weinhängen die Bergflanke emporwand. Für einen Augenblick blendete ihn das gleißende Licht, doch dann erkannte er die kleine Gestalt, die langsam dem Weg heraufschritt: Sebastian. Auch nach so vielen Jahren, auch wenn er älter war, grauer, gebückter, gab es doch gar keinen Zweifel. Thorsten blieb stehen, wartete einfach. Er hatte Zeit. Es war unerheblich, wie lange Sebastian brauchte, er hatte den Weg beschritten und er würde ankommen. Aber er würde es in seiner Zeit tun und Thorsten liebte ihn viel zu sehr, als dass er ihn drängen wollte. Während er wartete, war er einmal mehr dankbar für die seltsamen Zufälle, die ihn hierher geführt hatten.
Von der Elbe ausgerechnet an den Neckar, das war kein Wunschziel gewesen, eher eine Verzweiflungslösung. Nach allem, was passiert war, hatte er nur weggewollt, weggemusst und hier in Stuttgart waren die einzigen, die ihn genommen hatten. Trotz seines Alters, trotz seiner Vorgeschichte. Er hatte nicht viel erwartet, eigentlich hatte er überhaupt nichts mehr erwartet, aber am Ende war er hier glücklich geworden, glücklicher als er in Hamburg je gewesen war.
Er beobachtete die kleine Gestalt, die langsam vorankam, mit jedem Schritt ein bisschen größer, ein bisschen jünger wurde. Als Sebastian den kleinen Vorplatz betrat sah er wieder genauso so aus wie damals als sie sich kennen gelernt hatten. Die graue Hose, das weiße Hemd mit den grauen Nadelstreifen, der rote Pullunder, die dunklen Haare einen Tick zu lang. Nur die Waffe am brauen Ledergürtel fehlte. Die brauchte er hier nicht mehr. Sein Blick war genauso vorsichtig taxierend wie an jenem Montagmorgen vor fast sechzig Jahren, doch dann erkannte er Thorsten. Er hob die Augenbraue in jener typischen Geste, die Thorsten mit Sebastian verband wie fast nichts anderes, und dieses durchtriebene Grinsen, dass sich auf seinem Gesicht ausbreitete, ließ die Illusion des biedern Herrn Bootz zerspringen.
„Hey, ich hoffe, du hast nicht zu lange gewartet?“
„Nur so ungefähr dreiundzwanzig Jahre.“
Er erwiderte das Grinsen mit einen ruhigen, sanften Lächeln und streckte Sebastian die Hand hin. Sein Partner ergriff sie ohne zu zögern.
„Komm, ich möchte dich Lilly vorstellen…“