[identity profile] thots-tochter.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Titel: Trailer "SK Kölsch - Gefühlschaos"
Team: Sonne
Challenge: Schreibaufgaben: Schreib einen Trailer zu deiner Geschichte - Für mich
Fandom: SK Kölsch
Rating: P12
Genre: (Pre)Slash
Warnungen: None
Zusammenfassung: Ein lustiger Zusammenschnitt verschiedener Szenen aus meiner SK-Kölsch-Story "Gefühlschaos" im Stile eines Filmtrailers.
Wörter: ~1200
Anmerkungen: Ich hab mir jetzt mal eine fertige Geschichte genommen, und versucht, ein paar sprechende Szenen im Stile eines Kinotrailers zusammenzukompilieren.


„Hast du dich während der ganzen Sache eigentlich auch mal gefragt, was ich wollte?“
„Naja, … also, …wenn du mich jetzt so fragst…“
„Du bist echt ein Egozentriker, wie er im Buche steht, weißt du das?“


***

Sie sind Kollegen und Freunde…

***


Klaus klappte die Akte zu, die er bis eben bearbeitet hatte, und warf einen Blick auf die Uhr. Sein Magen rumorte schon seit einer ganzen Weile vor sich hin, um seinem Verlangen nach Nahrung Ausdruck zu verleihen und die kleine Digitalanzeige auf seinem Monitor bestätigte sein Hungergefühl. Es war inzwischen kurz nach halb eins und damit eindeutig Zeit für das Mittagessen. Klaus lehnte sich in seinem Stuhl zurück, verschränkte die Hände hinter dem Kopf und warf einen Blick hinüber zu seinem Partner.

Jupp hockte an seinem Schreibtisch, den Kopf tief über einen Aktenordner gebeugt, und studierte hochkonzentriert irgendeinen Bericht. Dabei kaute er gedankenverloren auf einem Kugelschreiber herum.

„Jupp? Mittagessen?“
„Hm, gleich. Ich muss hier noch eben was finden.“

***


Jupp beugte sich zu ihm herunter und legte ihm leicht die Hand auf den Rücken.

„Ich geh‘ mal eben rüber, Flo ein bisschen aufmuntern, okay?“
„Mach das. Aber legt dich nicht wieder mit dem Trainer an. Damit tust du Flo ganz sicher keinen Gefallen.“
„Wenn der so ein Idiot ist.“

Klaus sah ihn einen Moment nur an und zog die Augenbrauen hoch. Jupp zog schließlich den Kopf ein wenig zwischen die Schultern und hob die Hand in einer Geste der Kapitulation.

„Ist ja schon gut. Ich bemüh‘ mich.“

***

… bis ein unbedachter Moment …

***


Klaus fischte mit den Fingern eine dicke schwarze Olive, die noch oben auf der Sauce schwamm, wieder aus dem Topf und hielt sie Jupp entgegen. Eigentlich hatte er erwartet, dass Jupp sie ihm aus der Hand nehmen und dann in den Mund stecken würde, doch der tat nichts dergleichen. Stattdessen beugte er sich ein wenig vor und aß die schwarze Frucht direkt aus Klaus‘ Fingern.

Für eine Sekunde spürte Klaus Jupps Lippen auf seiner Haut, trocken, warm und ganz sanft. Jupp Zähne streiften über seine Fingerkuppen, als der in die Olive biss. Ein heißes Kribbeln bildete sich in seinem Nacken, kroch ihm in den Kopf, rieselte ihm den Rücken hinab und es kostete ihn alle Beherrschung, die er aufbringen konnte, nicht sichtbar zu erschauern. Er wusste, er sollte die Hand sofort zurückziehen, aber er war unfähig, dieser Erkenntnis Taten folgen zu lassen.

Jupp hob den Blick, schaute ihn mit riesengroßen, unschuldigen Augen an, als sei er sich gar nicht bewusst, was er da tat. Urplötzlich war da diese Spannung zwischen ihnen, von der Klaus immer gesagt hätte, dass es sie nur in Filmen gibt. Er schluckte trocken. Das Kribbeln wurde stärker, sammelte sich langsam, aber sich in seinem Unterleib. Ungebeten schob sich die Vorstellung vor sein inneres Auge, wie es wohl wäre, diese warmen, weichen Lippen jetzt einfach zu küssen und ohne es wirklich zu wollen bewegte er sich langsam auf Jupp zu.

***

… alles zwischen ihnen …

***


Jupp warf einen Seitenblick auf Klaus. Der saß stocksteif auf dem Beifahrersitz und kämpfte ganz offensichtlich verzweifelt damit, nicht einzuschlafen. Wieder kippte Klaus‘ Kopf nach vorne auf die Brust, wieder ruckte Klaus fast augenblicklich erschrocken hoch, seufzte tief und rieb sich durchs Gesicht. Jupp dreht sich um, angelte seine Jacke von der Rückbank, rollte sie zu einem kleinen Paket zusammen und hielt sie Klaus hin.

„Hier. Ist bequemer.“

Klaus sah überrascht auf. Seine Augen wirkten im dämmrigen Licht riesig und glasig. Er war eindeutig vollkommen übermüdet. Anscheinend hatte er die letzten Nächte wenig Schlaf bekommen. Klaus gähnte herzhaft, schüttelte aber den Kopf. Stattdessen versuchte er, sich noch gerader hinzusetzen.

„Komm, penn ‘ne Runde. Wenn du die ganze Nacht hier hocken willst, solltest du jede Chance nutzen, die du kriegen kannst. Nachher geht das nicht mehr. Gerkens pennt nach spätestens ‘ner Stunde ein, kriegt nix mehr mit und schnarcht ganze Wälder zusammen.“

Klaus schnaubte leise und murmelte irgendetwas, das schwer nach ‚Du doch auch‘ klang, aber er nahm die Jacke jetzt doch an und es sich damit so gemütlich machte, wie es auf einem Autositz eben ging. Es dauerte keine fünf Minuten, dann war er eingeschlafen.

***


Klaus war da gewesen, als Ellen gestorben war, hatte die Beerdigung organisiert, hatte sein und Flos Leben zusammengehalten, als er selbst keinen Kopf dafür gehabt hatte, hatte ihm zugehört, nächtelang, hatte ihn getröstet, hatte Flo getröstet, war immer da gewesen, einfach so, völlig selbstlos.

„Ach Scheiße, Mann! Und ich Arsch hab‘ mich nicht mal bedankt. Es tut mir leid. Es ist bloß… irgendwie wächst mir das alles über den Kopf gerade. Flo hat Probleme in der Schule und ich kann ihm nicht helfen, die Wohnung sieht aus wie ein Schlachtfeld, obwohl ich mir echt Mühe geben, kochen kann ich schon gar nicht, ich glaube, den Topf von der Sauce heute kriege ich nie wieder sauber, und die Wäsche habe ich auch voll versaut. Die ganzen weißen Handtücher sind jetzt pink.“

„Backpulver.“
„Was?“
„Backpulver. Natronlauge. Hilft bei Angebranntem und verfärbter Wäsche.“

***

… in Frage stellt.

***


„Sei morgen bitte zur Abwechslung mal pünktlich. Haupt reißt uns den Kopf ab, wenn der neue Polizeipräsident die Abteilung inspizieren will und wir nicht da sind.“
„Ja, ja.“
„‘Ja, ja‘ heißt ‚Leck mich…‘“
„Genau. Und jetzt komm in die Hufe. Ich hab’s eilig, Flo wartet.“

Klaus hielt einen Augenblick irritiert inne. Er war versucht, Jupp eine entsprechende Antwort zu geben, ließ es dann aber doch bleiben und stieg wortlos aus dem Wagen. Jupp war schon die ganzen letzten Tage extrem unausstehlich gewesen. Eigentlich hatte er keine Lust mehr schon wieder der Fußabtreter für Jupps unberechenbare Launen zu sein, aber genauso wenig hatte er jetzt noch Lust auf Streit. Er war einfach nur noch müde, wollte unter die Dusche und dann ins Bett. Er beugte sich noch einmal in den Wagen, um sich von Jupp zu verabschieden.

Gute Nacht. Bis morgen früh.“
„Hm…“

Jupp ließ den Motor an. Klaus verstand den stummen Rauswurf als das, was er war, und warf die Autotür ins Schloss. Die Tür war noch nicht ganz geschlossen, da hatte Jupp schon das Gaspedal durchgetreten und war mit quietschenden Reifen davongefahren.

***


„Sag mal, hast du das geplant? Gestern Abend, den Alkohol, diese Nacht, dass ich… dass wir…“
„Ja. Naja, also…“
„Sag mal spinnst du eigentlich? Was hast du dir dabei gedacht? Hast du überhaupt gedacht? Mich betrunken machen und dann… dann… so auszunutzen. War das wieder einer von deinen blöden Witzen, oder was? Du bist echt so ein egozentrisches Arschloch, Jupp Schatz! Werd‘ endlich erwachsen!“

Klaus stellte seine Kaffeetasse mit einem Knall auf dem Tisch ab und verließ die Küche, ohne sich nochmal umzudrehen. Jupp stand wie versteinert und starrte ihm nach. Erst als Klaus die Wohnungstür schon fast erreicht hatte, erwachte er aus seiner Starre. Er stürmte hinter Klaus her und erwischte er ihn eben noch am Handgelenk, bevor er die Tür aufmachte. Klaus fuhr herum und entriss ihm sein Handgelenk mit einer heftigen Bewegung. Sofort hob Jupp beschwichtigend die Hände und trat einen Schritt zurück.

„Bitte, Klaus, ich kann das erklären…“
„Erklären? Da bin ich jetzt ja mal gespannt.“

Jupp schluckte trocken und schloss einen Moment die Augen. Das war doch genau das, was er nicht gewollt hatte. Er war noch nie gut darin, zu erklären, was er dachte oder fühlte. Schon gar nicht, wenn es so wichtig war. Aber das war jetzt seine einzige Chance, Klaus daran zu hindern, einfach abzuhauen. Klaus stand, die Arme vor der Brust verschränkt und schaute ihn abwartend an.

„Ich warte…“

Jupp holte noch einmal tief Luft, klaubte mühsam die ganzen Gedanken zusammen, die ihm wirr durch den Kopf gingen. Dann fing er einfach an. Schlimmer konnte er es jetzt sowieso nicht mehr machen.

***

SK Kölsch – „Gefühlschaos“

Demnächst auf AO3!


Profile

120_minuten: (Default)
Die Uhr läuft ... jetzt!

Most Popular Tags

January 2026

M T W T F S S
   1 234
567891011
12131415 161718
19202122232425
262728293031 

Style Credit

Powered by Dreamwidth Studios