(no subject)
Jul. 4th, 2018 11:03 pmTeam: Mond
Challenge: Horror – Licht (fürs Team)
Fandom: Wächter der Nacht-Romane (Nochnoi Dozor)
Charaktere: Denis, Alexej und der Inquisitor aus Die letzten Wächter
Wörter: 712
Warnung: Horror wie in: Es endet in Horror. Nicht wie… in jeder existierenden Definition von Horror. …Will sagen: Death, Desaster und drohende Apokalypse.
A/N: So sehr ich die Reihe und ihre Welt mag, habe ich sie tatsächlich noch nie geschrieben. Durch Die letzten Wächter bin ich noch nicht annäherungsweise durch, möglicherweise ist das also hier AU und nicht nur Füllen einer Lücke und ich habe keine Ahnung, wie viel man von der Welt kennen muss um es zu verstehen.
Denis ist (lichter) Magier der Nachtwache, Alexej ist (dunkler) Magier der Tagwache und ihr Job ist es, die junge Nadja zu beschützen. Der namenlose Ich-Erzähler ist ein Inquisitor und seine Aufgabe ist es, die beiden dabei zu überwachen.
Es klang wie der Anfang eines schlechten Witzes: Treffen sich ein Lichter, ein Dunkler und ein Inquisitor vor einer Schule… Ich hätte grundsätzlich nichts dagegen gehabt, wenn es genau das gewesen wäre, ich mochte derart plumpen Humor irgendwie. Und selbst schlechte Witze endeten in einer Pointe.
So viel Glück hatte ich natürlich nicht.
Stattdessen lief sich der Tag an wie -- na ja, wie ein schwules romantisches Drama. Gibt ein Lichter einem Dunklen Feuer und ihre Hände berühren sich für einen Augenblick zu lang… Alexej, der Dunkle, lehnte sich tatsächlich ein gutes Stück näher zu Denis als nötig gewesen wäre, um die Flamme vom eisigen Moskauer Wind abzuschirmen und selbst vom Dach auf der gegenüberliegenden Straßenseite konnte ich sehen, wie sich die Wangen des lichten Kampfmagiers tiefrot färbten.
Es wäre niedlich gewesen, wenn nicht so offensichtlich Desaster quer über die ganze Geschichte geschrieben gewesen wäre. Klischeehaftes Desaster. Denis war ein lupenreiner Lichter, ein halbwegs talentierter Kampfmagier mit einer offensichtlichen Tendenz sich vor Witwen, Waisen und Menschen in die Schusslinie zu werfen. Alexej auf der anderen Seite war vermutlich schon vor seiner Initiierung gutaussehend, charmant und ein Arschloch gewesen. Selbst seine Zwielichtgestalt war attraktiv, zumindest für einen so eindeutigen Dunklen. Und seine Aura, die sich zögerlich aber wie magnetisch angezogen zu der von Denis hinstreckte, ließ keinen Zweifel daran, dass er völlig hin und weg von dem Lichten war. Vielleicht würde wirklich er es sein, dessen Herz gebrochen oder – wahrscheinlicher – mit dem Rest seiner Eingeweide herausgerissen wurde.
So viel Glück hatte Alexej allerdings nicht.
Noch während ich die beiden und ihr etwas unbeholfenes Geflirte belächelte, lief ein Schaudern durch das Zwielicht. Es fühlte sich an wie… Hitzeflirren über Asphalt. Eiskalter Wind. Sturmgepeitschte Wellen. Der Boden brach unter mir weg und ich taumelte in schwarze Dunkelheit und die Auren der beiden Wächter explodierten in gleißendes Licht. Der Schrei, den sie ausstießen – und es war ein einziger Schrei aus zwei Kehlen -- hatte nichts menschliches an sich. Und im nächsten Augenblick waren sie beide verschwunden, ersetzt durch--
Ich wurde unsanft aus dem Zwielicht gerissen und übergab mich auf der Stelle.
Das konnte nicht, durfte nicht… Der Zweieinige, schoss es mir durch den Kopf, bevor ich überhaupt daran dachte die Wahrscheinlichkeitslinien zu überprüfen. Aber das war unmöglich. Unwahrscheinlich. Unausweichlich.
Unten auf der Straße schloss sich Denis Hand um die von Alexej und der Dunkle lächelte, nur ganz leicht. Das hieß, das Wesen, das grade noch ein Kampfmagier vierter Stufe der Tagwache gewesen war, lächelte, denn Alexej und Denis waren vollständig und effizient aus dieser und jeder anderen Realität ausradiert worden.
Bei dem Gedanken wollte sich mir schon wieder der Magen umdrehen, aber ich tauchte zurück ins Zwielicht und was ich dort sah war völlig unmöglich: Eine blütenreine lichte Aura, eine unmissverständlich dunkle Aura. Denis und Alexej. Nur eben nicht.
Händchen haltend machten sie sich auf den Weg Richtung Schule.
Mir wurde kalt. Und dann heiß. Nadja. Was auch immer gerade passiert war, es bestand kein Zweifel daran, dass die beiden Wächter, deren Aufgabe es war, Nadja Gorodetskaya zu beschützen, sie töten würden. Und wenn ich richtig lag, wenn das Unmögliche passierte, gab es nichts, was ich hätte dagegen tun können.
Ich spreizte die Finger um sie mit allen Angriffszaubern, die ich vorbereitet hatte, zu behängen, aktivierte dann meine Schutzamulette und sprang vom Dach hinab um den beiden ehemaligen Wächtern hinterherzueilen, die beinahe das Schulgebäude erreicht hatten.
Die Dreifachschneide, die ich abfeuerte, fuhr glatt durch Alexejs linken Oberschenkel und das explodierende Amulett hätte Denis in Stücke reißen müssen. Stattdessen drehten sich die beiden um wie eine Person. Dabei lösten sie nicht einmal ihre ineinander verschränkten Finger. Alexej streckte mir den rechten Arm entgegen, Denis den linken, als wollten sie mich zu sich ziehen. Verzweifelt feuerte ich weitere Zauber ab, die sie nicht einmal zu bemerken schienen. Unmöglich für zwei Magier dritten und vierten Ranges. Zu erwarten für den Zweieinigen.
Meine Schutzamulette, randvoll aufgeladen mit Magie, kauften mir fünf, vielleicht sechs Sekunden.
Genug Zeit, um an den beiden vorbeizustürmen, in der Hoffnung die Schule noch abriegeln zu können oder wenigstens Nadja zu warnen.
Genug Zeit, um einen letzten Gedanken daran zu verschwenden, dass es ein so wunderbarer schlechter Witz hätte werden können, bevor meine linke Körperhälfte schlagartig auf den absoluten Nullpunkt abgekühlt wurde, während meine rechte Seite in Flammen aufging.
Challenge: Horror – Licht (fürs Team)
Fandom: Wächter der Nacht-Romane (Nochnoi Dozor)
Charaktere: Denis, Alexej und der Inquisitor aus Die letzten Wächter
Wörter: 712
Warnung: Horror wie in: Es endet in Horror. Nicht wie… in jeder existierenden Definition von Horror. …Will sagen: Death, Desaster und drohende Apokalypse.
A/N: So sehr ich die Reihe und ihre Welt mag, habe ich sie tatsächlich noch nie geschrieben. Durch Die letzten Wächter bin ich noch nicht annäherungsweise durch, möglicherweise ist das also hier AU und nicht nur Füllen einer Lücke und ich habe keine Ahnung, wie viel man von der Welt kennen muss um es zu verstehen.
Denis ist (lichter) Magier der Nachtwache, Alexej ist (dunkler) Magier der Tagwache und ihr Job ist es, die junge Nadja zu beschützen. Der namenlose Ich-Erzähler ist ein Inquisitor und seine Aufgabe ist es, die beiden dabei zu überwachen.
Es klang wie der Anfang eines schlechten Witzes: Treffen sich ein Lichter, ein Dunkler und ein Inquisitor vor einer Schule… Ich hätte grundsätzlich nichts dagegen gehabt, wenn es genau das gewesen wäre, ich mochte derart plumpen Humor irgendwie. Und selbst schlechte Witze endeten in einer Pointe.
So viel Glück hatte ich natürlich nicht.
Stattdessen lief sich der Tag an wie -- na ja, wie ein schwules romantisches Drama. Gibt ein Lichter einem Dunklen Feuer und ihre Hände berühren sich für einen Augenblick zu lang… Alexej, der Dunkle, lehnte sich tatsächlich ein gutes Stück näher zu Denis als nötig gewesen wäre, um die Flamme vom eisigen Moskauer Wind abzuschirmen und selbst vom Dach auf der gegenüberliegenden Straßenseite konnte ich sehen, wie sich die Wangen des lichten Kampfmagiers tiefrot färbten.
Es wäre niedlich gewesen, wenn nicht so offensichtlich Desaster quer über die ganze Geschichte geschrieben gewesen wäre. Klischeehaftes Desaster. Denis war ein lupenreiner Lichter, ein halbwegs talentierter Kampfmagier mit einer offensichtlichen Tendenz sich vor Witwen, Waisen und Menschen in die Schusslinie zu werfen. Alexej auf der anderen Seite war vermutlich schon vor seiner Initiierung gutaussehend, charmant und ein Arschloch gewesen. Selbst seine Zwielichtgestalt war attraktiv, zumindest für einen so eindeutigen Dunklen. Und seine Aura, die sich zögerlich aber wie magnetisch angezogen zu der von Denis hinstreckte, ließ keinen Zweifel daran, dass er völlig hin und weg von dem Lichten war. Vielleicht würde wirklich er es sein, dessen Herz gebrochen oder – wahrscheinlicher – mit dem Rest seiner Eingeweide herausgerissen wurde.
So viel Glück hatte Alexej allerdings nicht.
Noch während ich die beiden und ihr etwas unbeholfenes Geflirte belächelte, lief ein Schaudern durch das Zwielicht. Es fühlte sich an wie… Hitzeflirren über Asphalt. Eiskalter Wind. Sturmgepeitschte Wellen. Der Boden brach unter mir weg und ich taumelte in schwarze Dunkelheit und die Auren der beiden Wächter explodierten in gleißendes Licht. Der Schrei, den sie ausstießen – und es war ein einziger Schrei aus zwei Kehlen -- hatte nichts menschliches an sich. Und im nächsten Augenblick waren sie beide verschwunden, ersetzt durch--
Ich wurde unsanft aus dem Zwielicht gerissen und übergab mich auf der Stelle.
Das konnte nicht, durfte nicht… Der Zweieinige, schoss es mir durch den Kopf, bevor ich überhaupt daran dachte die Wahrscheinlichkeitslinien zu überprüfen. Aber das war unmöglich. Unwahrscheinlich. Unausweichlich.
Unten auf der Straße schloss sich Denis Hand um die von Alexej und der Dunkle lächelte, nur ganz leicht. Das hieß, das Wesen, das grade noch ein Kampfmagier vierter Stufe der Tagwache gewesen war, lächelte, denn Alexej und Denis waren vollständig und effizient aus dieser und jeder anderen Realität ausradiert worden.
Bei dem Gedanken wollte sich mir schon wieder der Magen umdrehen, aber ich tauchte zurück ins Zwielicht und was ich dort sah war völlig unmöglich: Eine blütenreine lichte Aura, eine unmissverständlich dunkle Aura. Denis und Alexej. Nur eben nicht.
Händchen haltend machten sie sich auf den Weg Richtung Schule.
Mir wurde kalt. Und dann heiß. Nadja. Was auch immer gerade passiert war, es bestand kein Zweifel daran, dass die beiden Wächter, deren Aufgabe es war, Nadja Gorodetskaya zu beschützen, sie töten würden. Und wenn ich richtig lag, wenn das Unmögliche passierte, gab es nichts, was ich hätte dagegen tun können.
Ich spreizte die Finger um sie mit allen Angriffszaubern, die ich vorbereitet hatte, zu behängen, aktivierte dann meine Schutzamulette und sprang vom Dach hinab um den beiden ehemaligen Wächtern hinterherzueilen, die beinahe das Schulgebäude erreicht hatten.
Die Dreifachschneide, die ich abfeuerte, fuhr glatt durch Alexejs linken Oberschenkel und das explodierende Amulett hätte Denis in Stücke reißen müssen. Stattdessen drehten sich die beiden um wie eine Person. Dabei lösten sie nicht einmal ihre ineinander verschränkten Finger. Alexej streckte mir den rechten Arm entgegen, Denis den linken, als wollten sie mich zu sich ziehen. Verzweifelt feuerte ich weitere Zauber ab, die sie nicht einmal zu bemerken schienen. Unmöglich für zwei Magier dritten und vierten Ranges. Zu erwarten für den Zweieinigen.
Meine Schutzamulette, randvoll aufgeladen mit Magie, kauften mir fünf, vielleicht sechs Sekunden.
Genug Zeit, um an den beiden vorbeizustürmen, in der Hoffnung die Schule noch abriegeln zu können oder wenigstens Nadja zu warnen.
Genug Zeit, um einen letzten Gedanken daran zu verschwenden, dass es ein so wunderbarer schlechter Witz hätte werden können, bevor meine linke Körperhälfte schlagartig auf den absoluten Nullpunkt abgekühlt wurde, während meine rechte Seite in Flammen aufging.
no subject
Date: 2018-07-19 06:07 pm (UTC)no subject
Date: 2018-07-21 10:03 am (UTC)Aber ja, bitte lies es, daß ist das schönste Fantasy-System überhaupt. Und so schön grau und ein bisschen abgeguckt (und dabei doch wunderbar idealistich). Und Gott, ich hab mit diesen Büchern in der Schule angefangen; als ich letztens den letzten Band durch hatte, hab ich mich komplett leer gefühlt... Ich habe soviel Gefühle für diese Reihe... XD