luinaldawen: (Default)
[personal profile] luinaldawen posting in [community profile] 120_minuten
Team: Mond
Challenge: Ohne Worte - Bild: Diner
Fandom: Sense8
Charaktere: Riley, Nomi, Amanita, Sun, Capheus, Will
Wörter: ~1000
Anmerkung: Es ist eher ein Versuch, in die Charaktere reinzufinden... Es ist spoilert nicht wirklich das Serienende, aber es spielt nach der Serie.
Widmung: [livejournal.com profile] alea, die ich ein kleines bisschen mit der Serie angesteckt habe *hust*


Es war das erste Mal, dass Riley in New York war. Richtig hier war und nicht nur zu Besuch über ein Mitglied des Clusters. Aber es war Dani gewesen, die ihr verkündet hatte, dass es schon längst überfällig war und sie ohnehin alle einen Mädeltag machen sollten. Und niemand, der auch nur halbwegs bei Verstand war, versuchte ihr zu widersprechen. Nicht einmal Lito war mehr so naiv.
Wer Heathrow kannte, war vom John F. Kennedy Airport nur noch milde beeindruckt.
“Ich habe mich darum gekümmert, dass die Einreise für dich problemlos abläuft”, verkündete Nomi, die ohne jede Vorwarnung neben ihr aufgetaucht war, als Riley sich den Kontrollen näherte. Inzwischen war sie schon so sehr daran gewöhnt, plötzlich Besuch zu bekommen, dass sie nicht einmal kurz in ihren Schritten innehielt. Nomi zu danken kam hier natürlich nicht in Frage, sie würde es später tun. Also lächelte sie nur und setzte ihren Weg fort, sich in die Schlange derer einreihend, die das Pech hatten, keine US-Bürger zu sein. Ein Paar mittleren Alters, dessen dunkle Haut und Haare die südliche Herkunft verriet, ließ es schicksalsergeben über sich ergehen, wie ihre Pässe penibel durchgeblättert wurden, einige junge Mädchen kicherten die ganze Zeit und zeigten sich gegenseitig etwas auf ihren Handys. Eine Mutter versuchte vergeblich, ihr weinenendes Kind zu beruhigen… alles war normal. Friedlich. Ganz normale Leute, die ihrem ganz normalen Leben nachgingen. Geschätsreisende, Touristen, Heimkehrende… niemand interessierte sich für eine blonde Isländerin, die lächelnd auf ihren Pass schaute, während unsichtbar für alle ein Nigerianer vollkommen fasziniert den Trubel auf sich einwirken ließ. “Woah, New York! Wirst du die Freiheitsstatue besuchen?” Er hatte die trockene Hitze von Nairobi mit sich gebracht, den Geruch nach Sand und Sonne und ein wenig Armut. Der Verkehr war ein Hintergrundrauschen, das hier nicht herpasste und fast unter den Stimmen der anderen Reisenden und den Durchsagen unterging.
“Wenn Dani mich lässt”, murmelte sie und musste grinsen, als Caphaeus jubelte. “Ich wollte schon immer auf die Freiheitsstatue!” Dann war er wieder verschwunden.

Nomi hatte nicht zu viel versprochen, auf ihre Papiere wurde nur ein kurzer Blick geworfen, dann winkte man sie durch. Vermutlich stellte Riley einen neuen Rekord auf, jedenfalls für Touristen. Als sie endlich wirklich die USA betreten konnte, dauerte es nicht sehr lange, bis sie ein lautes “Huhu!” hörte, begleitet und einer dunklen Hand, die ihr zuwinkte. Amanita hatte es tatsächlich geschafft, Riley vor Nomi und Sun zu entdecken und sprang ungeduldig auf und ab. Dass sie damit die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich zog, war ihr selbstverständlich egal. Riley lächelte. “Hey!” Sie umarmte Amanita und wandte sich dann ihrer Frau zu, die es sich ebenfalls nicht nehmen ließ, sie in die Arme zu nehmen. Sun war dabei deutlich zurückhaltender, aber das war okay. Ihr Lächeln sprach für sich. “Danke, Nomi”, musste Riley jetzt aber erstmal loswerden. “Ich glaube, jetzt hassen mich eine ganze Menge Leute, weil es bei mir so schnell ging, aber es hat geklappt.”
“Natürlich hat es geklappt”, war Amanitas Meinung dazu. “Kommt, du musst am verhungern sein.”
“Eigentlich habe ich im Flugzeug gegessen…” Aber Amanita hatte schon Rileys Hand genommen und zog sie mit sich.
“Versuch es gar nicht erst”, informierte Nomi sie und fügte hinzu: “Wir treffen Dani im Diner, sie hat noch irgendeine Videokonferenz wegen Litos Vertrag.” Sie machte eine wegwerfende Handbewegung um zu zeigen, dass sie gar nicht mehr versuchte, dabei durchzublicken, in welchen Projekten die Mexikanerin gerade ihre Finger drin hatte.
Suns Halblächeln hatte etwas gequältes. “Aber sie lässt ausrichten, dass sie einiges mit uns vorhat.”
“Hauptsache, es beinhaltet die Freiheitsstatue, Capheus möchte sie unbedingt sehen.”
“Und wer sind wir, dass wir ihm den Wunsch abschlagen?”, lachte Amanita. “Ich finde sie aber ziemlich überschätzt. Jetzt gehen wir erstmal ins Diner, ich sterbe vor Hunger! Seit wir heute früh hier angekommen sind, hatte ich noch nichts richtiges zu Essen.”
Nomi verdrehte die Augen. “Du meinst, bis auf die halbe Pizza und den Hotdog?”
“Unterwegs schnell etwas in sich hineinstopfen zählt nicht.”
Auch Amanita zählte zu den Leuten, mit denen man besser nicht diskutierte und wenn sie ehrlich war, hatte Riley auch nichts dagegen, sich irgendwo hinzusetzen, wo man sich nicht begrenzten Raum in mehreren Kilometern Höhe mit gut hundert anderen Menschen teilte, das Dröhnen von Triebwerken immer im Ohr.

Natürlich fehlten Riley die Vergleiche, aber das Diner war das amerikanischste, was sie in ihrem ganzen Leben gesehen hatte. Als wäre es aus einer US-Serie der 50er-Jahre gefallen. Selbst die Farben schrien “USA” - überall blau und rot. Das Weiß könnte Zufall sein, aber Riley glaubte nicht so recht daran. Es hätte sie nicht gewundert, wenn jeden Moment hübsche Mädchen im Petticoat mit Jungen mit Elvis-Frisur angefangen hätten, Rock’n’Roll zu tanzen. Alles was sie sah waren aber zwei Anzugträger, die es irgendwie schafften, ihre Burger nicht über ihre Klamotten zu verteilen und eine Gruppe Teenager, die wohl nur augenscheinlich Hausaufgaben machten. Der Deckenventilator surrte leise vor sich hin, während die Musicbox in der Ecke von keinem beachtet wurde. Riley hörte Will lachen. “Lass uns doch unsere Klischees”, grinste er und warf über ihre Schulter einen Blick auf die Speisekarte. Obwohl er nicht körperlich anwesend war, spürte sie die Wärme, die von ihm ausging. Das kleine Kribbeln, mit dem sie immer auf ihn reagiert. Bei keinem anderen Mitglied des Clusters war die reine Präsenz so deutlich wie bei Will. Vielleicht sollte sie bei Gelegenheit Kala fragen, ob es ihr mit Wolfgang ebenso erging, aber die hatte momentan anderes zu tun. Die Scherben von dem aufsammeln, die Rajans Kurswechsel mit der Firma hinterlassen hatte. Und nebenbei herausfinden, in was für eine Dreiecksgeschichte sie nun genau hineingeraten war.
“Ich würd das hier nehmen”, erklärte Will dann und deutete auf einen Teller mit Pancakes, der gerade vorbeigetragen wurde und der aussah, als würde Riley einfach platzen, wenn sie nur die Hälfte davon aß.
Nomi sah ihn tadelnd an. “Will, verschwinde. Das ist ein Mädelstag.”
“Huh? Will ist da?” Amanita sah natürlich Riley an. Jeder wusste, wegen wem Will hier war.
“Ich muss doch aufpassen, dass Riley einen guten Eindruck von amerikanischen Essen bekommt.”
“Ich habe das berüchtigte britische Essen überlebt. Da schaffe ich das hier auch alleine”, erklärte Riley entschieden und nach einem viel zu realen Kuss auf ihre Wange verschwand Will wieder.
“Ich glaube, ich sollte mit ihm Hákarl essen gehen, wenn ich wieder in Island bin.”
“Was ist das?”, fragte Amanita neugierig, während Nomi schon das Gesicht verzog und Sun sich höflich auf ihre Karte konzentrierte.
“Fermentierter, giftiger Hai.” Sie lächelte und bestellte bei der Kellnerin Pancakes.

Date: 2018-07-01 11:21 pm (UTC)
From: [identity profile] leiyahime.livejournal.com
Awwwwwwwwwwwwwww i like!!!!! Sehr schön geschrieben und haaach ich mag sie. Natürlich erleichtert Nomi Riley die Einreise! Ich mag capheus wunsch die freiheitsstatue zu sehn!!
Und "Will verschwinde!!" *feiert das n bisschen*
Du daefst gern mehr dazu schreiben

Date: 2018-07-07 07:06 pm (UTC)
aleamakota: (Procrastination)
From: [personal profile] aleamakota
Uuuurgh, leckerer Schluss. Ich muss sofort wieder an Moktor denken. Und an diesen ekligen, schwedischen (?) Dosenfisch, den du nicht in geschlossenen Räumen öffnen darfst...

Anyway, danke, dass du unseren gemeinsamen Ruf nach dem Mädelsabend erhört hast. Ich finde vor allem Capheus, Sun und Telefonkonferenz-Dani wunderbar In Character. Da werden schöne, schöne, Erinnerungen wach.

Danke noch mal für's Anfixen!

Ach ja, und ich hätt' gern Nachschlag. Ist doch so üblich im Diner? :-P

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