Missverständnis
May. 27th, 2018 10:48 pmChallenge: "wie lang willst du noch warten?"
Fandom: Fesseln des Verrats
Pairing/Charaktere: Hotsuma/Shuusei, Kuroto
Wörter knapp 1800
Missverständnis
Schweiß rann über seine Stirn, als er auf den armen Sandsack einprügelte und -trat. Er war so extrem unausgeglichen. Und so wirklich konnte er sich nicht einmal erklären, wieso genau. Aber diese ganze überschüssige Energie musste jetzt einfach raus, sonst drehte er durch und am Ende gab es wieder ein Brandopfer. Und das wäre noch schlimmer als seine Laune. Daher ließ er seinen Frust lieber so raus. So lange, bis er fast vor Erschöpfung zusammenklappte. Erst als er ein Zittern in seinen Muskeln spürte, ließ er von dem geschundenen Sportgerät ab und drehte sich um. Ein Schreck fuhr durch seine Knochen, als er Kuroto an der gegenüberliegenden Wand lehnen sah.
„Was willst du hier, Schwarzbohne?“, fragte Hotsuma und spürte seine Laune wieder sinken und sein Temperament steigen. Den wollte er hier nun wirklich nicht sehen.
„Wie lange willst du noch warten und uns mit deiner Scheißlaune auf die Nerven gehen?“
Das war keine Antwort auf seine Frage und Hotsuma zog seine Augenbrauen zusammen. Er hatte keinen Bock auf solch Spielchen „Was meinst du?“
Kuroto rollte sichtbar mit den Augen. „Sieht dir ähnlich, dass du selbst nicht merkst was mit dir los ist…“
„Gar nichts ist mit mir los! Nur das Übliche.“ Hotsuma konnte sich wirklich keinen Reim drauf machen, was Kuroto meinte und am liebsten würde er ihm eine reinhauen, wenn er sich nicht gerade eben so verausgabt hätte.
„Deine Laune ist schlimmer als sonst. Ich meine Shuusei. Wann willst du ihm endlich sagen, dass du mehr von ihm willst?“
„Falls es dir entfallen ist… Er hat ne Freundin. Seit mehr als einem Monat.“
„Und je länger es dauert umso mieser bist du drauf.“
Hotsuma sah Kuroto scharf an. „Und was stellst du dir vor? So lange wie jetzt hat noch keine seiner Beziehungen gehalten. Wenn er glücklich ist, werde ich den Teufel tun und mich da einmischen.“ Ernsthaft. Menschen in Beziehungen waren für ihn tabu, auch wenn es sein Partner war, den er liebte, seit er denken konnte. Und von dem er immer ausgegangen war, dass der ebenso Gefühle für ihn hegte, auch wenn sie sich das nie eingestanden hatten. Nicht nach dem Ashley-Zwischenfall und nicht nach der Vampir-Sache, die Shuusei nur knapp überlebt hatte.
„Bist du sicher, dass er glücklich ist mit ihr? Und nicht eher sie nimmt, weil er denkt, dass du dieses Mal kein Interesse hast an ihm? Nakamura-san ist immerhin Schülersprecherin, er der Vize. Es wird fast von ihnen erwartet, dass da mehr ist. Dass sie auf ihn steht ist normal, fast alle Mädels unserer Schule stehen entweder auf ihn, Tsukumo oder Yuki. Aber er? Denk drüber nach. Und dann rede mit ihm. Schafft klare Verhältnisse! Deine Laune deswegen ist nicht auszuhalten.“ Damit wandte Kuroto sich ab und verließ den Raum. „Und vergiss nicht zu duschen, bevor du mit ihm redest!“
Hotsuma fluchte laut und ausgiebig. Dass er sich ausgerechnet von dem sagen lassen musste, was mit ihm nicht stimmte! Dann verließ er aber den Trainingsraum ebenfalls. Er holte sich frische Klamotten und ging tatsächlich duschen. Dabei glitten seine Gedanken ab. Natürlich hatte Kuroto Recht. Es kotzte ihn absolut an, dass Shuusei wieder eine Beziehung hatte. Und ja, scheinbar beeinflusste das seine Laune mehr, als er gedacht hatte. Shuusei war niemand für lange Beziehungen… Klar, er war in jedem Leben verheiratet gewesen, wie sie alle, aber tiefere Gefühle hatte er nie für seine Frauen entwickelt. Genauso war es bei Hotsuma gewesen. Sie hatten immer nur den jeweils anderen gesehen.
Vielleicht hatte Kuroto Recht und er sollte endlich seine Gefühle aussprechen… Aber wie? Er wollte Shuusei nicht unglücklich machen oder ihn zwingen, sich zu entscheiden.
Er seufzte. Er war eh nicht gut darin, seine Handlungen zu planen. Also stellte er das heiße Wasser aus, trocknete sich ab – auch seine Haare – und ging zu Shuuseis Zimmer. Er klopfte an und fand es leer vor. Ach ja… beim Mittag hatte er was von einem Date gesagt… Der Grund aus dem Hotsumas Laune überhaupt erst so sehr in den Keller gerutscht war, dass er sich den Sandsack vorknöpfen musste, kaum dass Shuusei weg war. Er wollte sich einfach nicht vorstellen, was sein Partner mit dem Mädel machte! Aber was hatte Kuroto gesagt? Er hätte sie genommen, weil er nicht mit gerechnet hatte, dass Hotsuma ihn wollte? Das war doch Schwachsinn! Wen sollte er denn sonst wollen?
Er ging seine tragbare Konsole holen und kehrte zu Shuuseis Zimmer zurück, wo er es sich auf dem Sofa gemütlich machte und anfing zu spielen. Hoffentlich kam sein Partner heute wieder. Er wusste nicht, was er tun würde, wenn er über Nacht wegblieb. Es waren Ferien und kein Durasalarm, also konnten sie tun was sie wollten. Und wenn sie sich mit jemandem treffen wollten, war auch das nicht verboten.
Doch irgendwann ging die Tür auf und der eigentliche Bewohner des Raumes kam herein. Hotsuma, der inzwischen auf dem Möbelstück lag, strecke den Kopf zurück um Shuusei anzusehen. Er hatte den Ton der Konsole an, also war es unmöglich, seine Anwesenheit nicht wahrzunehmen. Sein Partner wirkte erschöpft. Er hatte ganz offensichtlich nicht erwartet, hier jemanden zu sehen und hatte seine kontrollierte Fassade fallen gelassen, die er aber schnell wieder aufsetzte. Doch Hotsuma konnte er nicht täuschen.
„Hey.“
„Was machst du hier? Du hast dein eigenes Zimmer.“ Oh ja, Shuuseis Laune war auch nicht gut… So unfreundlich hatte er ihn schon lange nicht mehr begrüßt.
„Ich… wollte auch mal wieder etwas von deiner Zeit haben… Du bist in letzter Zeit so viel weg.“ Das war noch nicht mal gelogen. Shuusei hatte so wenig Zeit für ihn… Dauernd war er nur bei seiner Freundin. Das schlug ihm wahrscheinlich auch auf die Laune, immerhin war es einzig Shuusei, der es schaffte, sein Temperament zu kontrollieren.
„Später. Ich bin müde und würde gerne ausruhen.“
„Dann komm her.“ Hotsuma hatte sich aufgesetzt und klopfte neben sich aufs Sofa. Er wusste nicht ob Shuusei das annehmen würde, aber er konnte es ja versuchen. Bei ihm konnte er sich immer recht gut entspannen.
Shuusei zögerte.
„Oder hat dich dein Date so geschafft, dass du selbst mich nicht mehr in deiner Nähe haben magst?“, fragte er nach. Fast befürchtete er, Shuusei würde nicken, doch dann seufzte er und kam doch zum Sofa und ließ sich neben Hotsuma sinken.
„Ich hab mich von ihr getrennt.“ Erklärte Shuusei und lehnte sich zurück, die Augen geschlossen.
Hotsuma hob eine Augenbraue. „Wieso das? Ich mein… das hat jetzt ziemlich lange gehalten.“ Er war ein Idiot, oder? Jetzt so zu reden, wo in seinem Inneren alles jubelte, dass Shuusei wieder zu haben war.
„Ich.. glaube ich kann einfach keine Beziehungen führen… Es ist alles so anstrengend. Sie will Aufmerksamkeit, ich muss lernen und mich meinen anderen Verpflichtungen widmen. Und was, wenn doch ein Duras kommt und sie mit hineingezogen wird? Das wäre ihr gegenüber auch nicht fair.“ Shuusei bewegte sich nicht.
„Und… du? Was fühlst du?“
„Was meinst du?“ Shuusei drehte den Kopf und sah ihn verständnislos an.
„Du hast gerade eine Beziehung beendet. Ihr… habt immer glücklich ausgesehen. Hast… du sie geliebt?“
Er fürchtete die Antwort auf diese Frage. Shuusei war nicht dafür bekannt, von Emotionen geleitet zu sein, anders als er selbst.
Doch Shuusei zuckte nur mit den Schultern. „Liebe, Hass, Freude, Trauer… Ich kann damit nicht viel anfangen. Ich dachte das weißt du…“
Hotsuma atmete durch. Aus einem Impuls heraus nahm er Shuuseis Hand und zog ihn so zu sich, dass er an seiner Schulter lehnte.
„Ich weiß nicht, was Liebe ist. Sie wollte mit mir zusammen sein und sie war nicht so aufdringlich wie viele andere. Und…“ Shuusei brach ab.
„Und was?“ fragte Hotsuma und strich durch Shuuseis Haare. Bislang hatte der mit keiner Geste gezeigt, dass er das nicht wollte.
„Schon gut…“
„Nein… Sag.“ Er war ja nicht der Feinfühligste, aber er hatte das Gefühl, dass Shuusei etwas für ihn wichtiges hatte sagen wollen.
„Nein. Ist schon gut. Ist nicht wichtig.“ Damit machte Shuusei Anstalten sich wieder von ihm zu lösen. „Darf ich mich jetzt ausruhen? Alleine?“
Hotsuma sah Shuusei an. Und das was er in seinem Gesicht las gefiel hm nicht. Vielleicht war das jetzt seine letzte Chance, das zu bekommen, was er wollte. Wenn er Shuusei jetzt ziehen ließ, würde der sich ihm weiter verschließen und von einer unglücklichen Beziehung zur nächsten stolpern.
„Nein. Darfst du nicht…“ sagte er daher und zog Shuusei wieder in seine Arme und hielt ihn fest. „Ich bin da für dich! Bei mir darfst du alles fühlen was du willst.“
„Was?“ Shuusei konnte ihn in der momentanen Situation nicht ansehen, aber er schien überrascht.
„Shuusei… Es ist vielleicht ein scheiß Zeitpunkt dir das zu sagen aber… ich liebe dich… Und ich möchte nicht, dass du dich noch weiter von mir entfernst. Ich möchte nicht, dass du mich rausschmeißt, wenn dir etwas zu viel wird, so wie jetzt, sondern an deiner Seite sein und dich wieder runterholen. Darf ich das?“ Sein Griff um seinen Partner lockerte sich und er sah Shuusei an, der erstarrt war. „Shuusei?“
„Du… Liebst mich? Ich… dachte in diesem Leben willst du mich nur als Freund?“
Hotsuma sah ihn an und streichelte ihm über die Wange. „Was… bringt dich auf die Idee?“
Shuusei zuckte mit den Schultern. „Du hast dir nie was anmerken lassen… auch nicht als ich mit Risa zusammen gekommen bist… Ich dachte, wenn dir was an mir liegt, würdest du wenigstens etwas reagieren…“
„Ich bin vor Eifersucht fast wahnsinnig geworden!“, gab Hotsuma zu. „Aber ich wollte dir nichts kaputt machen. Du schienst glücklich.“
„Was ist Glück?“ fragte Shuusei.
„Das kann ich nicht erklären… Aber vielleicht findest du deine Definition davon ja, wenn du mich wieder mehr in deiner Nähe sein lässt?“ fragte er und lächelte leicht.
Shuusei zögerte, doch dann nickte er. „Ein Versuch ist es wert.“ Sein Gesichtsausdruck entspannte sich und er suchte sich einen Platz in Hotsumas Armen und schloss die Augen.
Hotsuma lächelte und ließ zu, dass sein Partner einschlief und bei ihm neue Kraft tankte. Genauso musste es sein. Vielleicht ging es jetzt doch in die richtige Richtung. Jedenfalls interpretierte er Shuuseis Verhalten so, dass mehr absolut in Ordnung und erwünscht war. Langsam.
Fandom: Fesseln des Verrats
Pairing/Charaktere: Hotsuma/Shuusei, Kuroto
Wörter knapp 1800
Missverständnis
Schweiß rann über seine Stirn, als er auf den armen Sandsack einprügelte und -trat. Er war so extrem unausgeglichen. Und so wirklich konnte er sich nicht einmal erklären, wieso genau. Aber diese ganze überschüssige Energie musste jetzt einfach raus, sonst drehte er durch und am Ende gab es wieder ein Brandopfer. Und das wäre noch schlimmer als seine Laune. Daher ließ er seinen Frust lieber so raus. So lange, bis er fast vor Erschöpfung zusammenklappte. Erst als er ein Zittern in seinen Muskeln spürte, ließ er von dem geschundenen Sportgerät ab und drehte sich um. Ein Schreck fuhr durch seine Knochen, als er Kuroto an der gegenüberliegenden Wand lehnen sah.
„Was willst du hier, Schwarzbohne?“, fragte Hotsuma und spürte seine Laune wieder sinken und sein Temperament steigen. Den wollte er hier nun wirklich nicht sehen.
„Wie lange willst du noch warten und uns mit deiner Scheißlaune auf die Nerven gehen?“
Das war keine Antwort auf seine Frage und Hotsuma zog seine Augenbrauen zusammen. Er hatte keinen Bock auf solch Spielchen „Was meinst du?“
Kuroto rollte sichtbar mit den Augen. „Sieht dir ähnlich, dass du selbst nicht merkst was mit dir los ist…“
„Gar nichts ist mit mir los! Nur das Übliche.“ Hotsuma konnte sich wirklich keinen Reim drauf machen, was Kuroto meinte und am liebsten würde er ihm eine reinhauen, wenn er sich nicht gerade eben so verausgabt hätte.
„Deine Laune ist schlimmer als sonst. Ich meine Shuusei. Wann willst du ihm endlich sagen, dass du mehr von ihm willst?“
„Falls es dir entfallen ist… Er hat ne Freundin. Seit mehr als einem Monat.“
„Und je länger es dauert umso mieser bist du drauf.“
Hotsuma sah Kuroto scharf an. „Und was stellst du dir vor? So lange wie jetzt hat noch keine seiner Beziehungen gehalten. Wenn er glücklich ist, werde ich den Teufel tun und mich da einmischen.“ Ernsthaft. Menschen in Beziehungen waren für ihn tabu, auch wenn es sein Partner war, den er liebte, seit er denken konnte. Und von dem er immer ausgegangen war, dass der ebenso Gefühle für ihn hegte, auch wenn sie sich das nie eingestanden hatten. Nicht nach dem Ashley-Zwischenfall und nicht nach der Vampir-Sache, die Shuusei nur knapp überlebt hatte.
„Bist du sicher, dass er glücklich ist mit ihr? Und nicht eher sie nimmt, weil er denkt, dass du dieses Mal kein Interesse hast an ihm? Nakamura-san ist immerhin Schülersprecherin, er der Vize. Es wird fast von ihnen erwartet, dass da mehr ist. Dass sie auf ihn steht ist normal, fast alle Mädels unserer Schule stehen entweder auf ihn, Tsukumo oder Yuki. Aber er? Denk drüber nach. Und dann rede mit ihm. Schafft klare Verhältnisse! Deine Laune deswegen ist nicht auszuhalten.“ Damit wandte Kuroto sich ab und verließ den Raum. „Und vergiss nicht zu duschen, bevor du mit ihm redest!“
Hotsuma fluchte laut und ausgiebig. Dass er sich ausgerechnet von dem sagen lassen musste, was mit ihm nicht stimmte! Dann verließ er aber den Trainingsraum ebenfalls. Er holte sich frische Klamotten und ging tatsächlich duschen. Dabei glitten seine Gedanken ab. Natürlich hatte Kuroto Recht. Es kotzte ihn absolut an, dass Shuusei wieder eine Beziehung hatte. Und ja, scheinbar beeinflusste das seine Laune mehr, als er gedacht hatte. Shuusei war niemand für lange Beziehungen… Klar, er war in jedem Leben verheiratet gewesen, wie sie alle, aber tiefere Gefühle hatte er nie für seine Frauen entwickelt. Genauso war es bei Hotsuma gewesen. Sie hatten immer nur den jeweils anderen gesehen.
Vielleicht hatte Kuroto Recht und er sollte endlich seine Gefühle aussprechen… Aber wie? Er wollte Shuusei nicht unglücklich machen oder ihn zwingen, sich zu entscheiden.
Er seufzte. Er war eh nicht gut darin, seine Handlungen zu planen. Also stellte er das heiße Wasser aus, trocknete sich ab – auch seine Haare – und ging zu Shuuseis Zimmer. Er klopfte an und fand es leer vor. Ach ja… beim Mittag hatte er was von einem Date gesagt… Der Grund aus dem Hotsumas Laune überhaupt erst so sehr in den Keller gerutscht war, dass er sich den Sandsack vorknöpfen musste, kaum dass Shuusei weg war. Er wollte sich einfach nicht vorstellen, was sein Partner mit dem Mädel machte! Aber was hatte Kuroto gesagt? Er hätte sie genommen, weil er nicht mit gerechnet hatte, dass Hotsuma ihn wollte? Das war doch Schwachsinn! Wen sollte er denn sonst wollen?
Er ging seine tragbare Konsole holen und kehrte zu Shuuseis Zimmer zurück, wo er es sich auf dem Sofa gemütlich machte und anfing zu spielen. Hoffentlich kam sein Partner heute wieder. Er wusste nicht, was er tun würde, wenn er über Nacht wegblieb. Es waren Ferien und kein Durasalarm, also konnten sie tun was sie wollten. Und wenn sie sich mit jemandem treffen wollten, war auch das nicht verboten.
Doch irgendwann ging die Tür auf und der eigentliche Bewohner des Raumes kam herein. Hotsuma, der inzwischen auf dem Möbelstück lag, strecke den Kopf zurück um Shuusei anzusehen. Er hatte den Ton der Konsole an, also war es unmöglich, seine Anwesenheit nicht wahrzunehmen. Sein Partner wirkte erschöpft. Er hatte ganz offensichtlich nicht erwartet, hier jemanden zu sehen und hatte seine kontrollierte Fassade fallen gelassen, die er aber schnell wieder aufsetzte. Doch Hotsuma konnte er nicht täuschen.
„Hey.“
„Was machst du hier? Du hast dein eigenes Zimmer.“ Oh ja, Shuuseis Laune war auch nicht gut… So unfreundlich hatte er ihn schon lange nicht mehr begrüßt.
„Ich… wollte auch mal wieder etwas von deiner Zeit haben… Du bist in letzter Zeit so viel weg.“ Das war noch nicht mal gelogen. Shuusei hatte so wenig Zeit für ihn… Dauernd war er nur bei seiner Freundin. Das schlug ihm wahrscheinlich auch auf die Laune, immerhin war es einzig Shuusei, der es schaffte, sein Temperament zu kontrollieren.
„Später. Ich bin müde und würde gerne ausruhen.“
„Dann komm her.“ Hotsuma hatte sich aufgesetzt und klopfte neben sich aufs Sofa. Er wusste nicht ob Shuusei das annehmen würde, aber er konnte es ja versuchen. Bei ihm konnte er sich immer recht gut entspannen.
Shuusei zögerte.
„Oder hat dich dein Date so geschafft, dass du selbst mich nicht mehr in deiner Nähe haben magst?“, fragte er nach. Fast befürchtete er, Shuusei würde nicken, doch dann seufzte er und kam doch zum Sofa und ließ sich neben Hotsuma sinken.
„Ich hab mich von ihr getrennt.“ Erklärte Shuusei und lehnte sich zurück, die Augen geschlossen.
Hotsuma hob eine Augenbraue. „Wieso das? Ich mein… das hat jetzt ziemlich lange gehalten.“ Er war ein Idiot, oder? Jetzt so zu reden, wo in seinem Inneren alles jubelte, dass Shuusei wieder zu haben war.
„Ich.. glaube ich kann einfach keine Beziehungen führen… Es ist alles so anstrengend. Sie will Aufmerksamkeit, ich muss lernen und mich meinen anderen Verpflichtungen widmen. Und was, wenn doch ein Duras kommt und sie mit hineingezogen wird? Das wäre ihr gegenüber auch nicht fair.“ Shuusei bewegte sich nicht.
„Und… du? Was fühlst du?“
„Was meinst du?“ Shuusei drehte den Kopf und sah ihn verständnislos an.
„Du hast gerade eine Beziehung beendet. Ihr… habt immer glücklich ausgesehen. Hast… du sie geliebt?“
Er fürchtete die Antwort auf diese Frage. Shuusei war nicht dafür bekannt, von Emotionen geleitet zu sein, anders als er selbst.
Doch Shuusei zuckte nur mit den Schultern. „Liebe, Hass, Freude, Trauer… Ich kann damit nicht viel anfangen. Ich dachte das weißt du…“
Hotsuma atmete durch. Aus einem Impuls heraus nahm er Shuuseis Hand und zog ihn so zu sich, dass er an seiner Schulter lehnte.
„Ich weiß nicht, was Liebe ist. Sie wollte mit mir zusammen sein und sie war nicht so aufdringlich wie viele andere. Und…“ Shuusei brach ab.
„Und was?“ fragte Hotsuma und strich durch Shuuseis Haare. Bislang hatte der mit keiner Geste gezeigt, dass er das nicht wollte.
„Schon gut…“
„Nein… Sag.“ Er war ja nicht der Feinfühligste, aber er hatte das Gefühl, dass Shuusei etwas für ihn wichtiges hatte sagen wollen.
„Nein. Ist schon gut. Ist nicht wichtig.“ Damit machte Shuusei Anstalten sich wieder von ihm zu lösen. „Darf ich mich jetzt ausruhen? Alleine?“
Hotsuma sah Shuusei an. Und das was er in seinem Gesicht las gefiel hm nicht. Vielleicht war das jetzt seine letzte Chance, das zu bekommen, was er wollte. Wenn er Shuusei jetzt ziehen ließ, würde der sich ihm weiter verschließen und von einer unglücklichen Beziehung zur nächsten stolpern.
„Nein. Darfst du nicht…“ sagte er daher und zog Shuusei wieder in seine Arme und hielt ihn fest. „Ich bin da für dich! Bei mir darfst du alles fühlen was du willst.“
„Was?“ Shuusei konnte ihn in der momentanen Situation nicht ansehen, aber er schien überrascht.
„Shuusei… Es ist vielleicht ein scheiß Zeitpunkt dir das zu sagen aber… ich liebe dich… Und ich möchte nicht, dass du dich noch weiter von mir entfernst. Ich möchte nicht, dass du mich rausschmeißt, wenn dir etwas zu viel wird, so wie jetzt, sondern an deiner Seite sein und dich wieder runterholen. Darf ich das?“ Sein Griff um seinen Partner lockerte sich und er sah Shuusei an, der erstarrt war. „Shuusei?“
„Du… Liebst mich? Ich… dachte in diesem Leben willst du mich nur als Freund?“
Hotsuma sah ihn an und streichelte ihm über die Wange. „Was… bringt dich auf die Idee?“
Shuusei zuckte mit den Schultern. „Du hast dir nie was anmerken lassen… auch nicht als ich mit Risa zusammen gekommen bist… Ich dachte, wenn dir was an mir liegt, würdest du wenigstens etwas reagieren…“
„Ich bin vor Eifersucht fast wahnsinnig geworden!“, gab Hotsuma zu. „Aber ich wollte dir nichts kaputt machen. Du schienst glücklich.“
„Was ist Glück?“ fragte Shuusei.
„Das kann ich nicht erklären… Aber vielleicht findest du deine Definition davon ja, wenn du mich wieder mehr in deiner Nähe sein lässt?“ fragte er und lächelte leicht.
Shuusei zögerte, doch dann nickte er. „Ein Versuch ist es wert.“ Sein Gesichtsausdruck entspannte sich und er suchte sich einen Platz in Hotsumas Armen und schloss die Augen.
Hotsuma lächelte und ließ zu, dass sein Partner einschlief und bei ihm neue Kraft tankte. Genauso musste es sein. Vielleicht ging es jetzt doch in die richtige Richtung. Jedenfalls interpretierte er Shuuseis Verhalten so, dass mehr absolut in Ordnung und erwünscht war. Langsam.