Desire

Mar. 22nd, 2018 08:23 pm
[identity profile] leiyahime.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Challenge: "Ich will dich" vom 16.3.18
Fandom: Fesseln des Verrats
Charaktere/Pairing: Hotsuma, Shuusei
Wörter: 1216


Nur mühsam schaffte er es den Blick vom Fenster abzuwenden und sich wieder auf seine Schulaufgaben zu konzentrieren. Er wollte so schnell wie möglich fertig werden und den Rest des Tages angenehmer verbringen als mit Hausaufgaben und Zeug für die Schülervertretung. Aber das war schwer bei dem Anblick, der sich ihm im Garten bot: Sein Partner, der an diesem milden Tag im Spätsommer oberkörperfrei unter Aufsicht seines Meisters trainierte. Nach einer dicken Sommergrippe hatte Hotsuma körperlich so weit abgebaut, dass Takashiro der Meinung war, dass er es nötig hätte wieder ein paar Wochen in intensives Training zu stecken statt nur des regulären leichten Trainings um die Form zu wahren, damit er fit genug war für den Kampf. Natürlich hatte Hotsuma sich heftig beschwert, aber wenn Shuusei jetzt diesen Anblick bekam würde er ganz sicher nichts dagegen sagen.
Er wusste, dass er ziemlich allein mit seiner Meinung dastand, dass Hotsuma ein verdammt attraktiver junger Mann war, aber im Grunde war ihm das nur Recht. So hatte er quasi keine Konkurrenz. Nicht dass er eifersüchtig war; er wusste genau, dass Hotsuma außer ihm niemand anderen wahrnahm, aber sein Partner beschwerte sich oft genug über die Mädchen, die um ihn herumschwirrten.

Shuusei schüttelte den Kopf und fixierte den Blick auf die Aufgaben vor sich. Er wollte fertig werden und nicht an seinen Partner denken, egal wie schwer es ihm fiel. Er war doch in der Schule schon mit Hotsumas Anblick beim Sport gesegnet worden, da ihre Klassen zeitgleich jenes Fach hatten und beide Sportlehrer sich entschieden hatten mit den Jungs draußen zu sein. Unnötig zu erwähnen, dass das Shuuseis erfolglosester Sportunterricht war. Er lächelte leicht und zwang sich, endlich die Mathehausaufgaben fertig zu machen. Dann öffnete er seinen Laptop, um etwas seinen anderen Verpflichtungen zu widmen.

War sich Hotsuma eigentlich bewusst, wie er ihn ansah? Ja, sie waren seit einer Weile ein Paar. Aber sie ließen die ganze Beziehungssache langsam angehen. Shuusei hatte eine zu große Abneigung gegen seinen eigenen Körper, nicht nur durch die Brandnarben auf seiner Brust sondern auch durch ein gestörtes Selbstbild, das er nur langsam überwand, als dass er sich einfach so jemandem hingeben konnte auch wenn es sein eigener Partner und Seelenverwandter war. Mehr als einmal hatte er schon gespürt, wie es Hotsuma alles andere als kalt ließ, wenn sie sich miteinander beschäftigten, aber nie waren sie weitergegangen als zu küssen und ganz vorsichtig den Oberkörper des anderen zu erkunden. Und Hotsuma akzeptierte seine Grenzen und drängte ihn nicht, mehr zu tun als er wollte. Aber genau darum fragte er sich, ob Hotsuma wusste, dass seine Gegenwart auch ihn nicht kalt ließ. Wieder wanderte sein Blick zum Fenster. Ernsthaft: Hotsuma war sexy! Shuusei atmete durch und zog den Vorhang vor. So wurde er nie fertig.

Er sah erst auf, als jemand den Vorhang wieder öffnete.
„Wieso hast du die Vorhänge zu?“ fragte Hotsuma verwirrt. Immerhin war das alles andere als typisch für ihn.

„Ich wurde etwas geblendet“ erwiderte Shuusei mit einem feinen Lächeln und schrieb noch zwei Sätze, ehe er das Dokument speicherte, einen Auftrag an den Hauseigenen Drucker sendete und dann den Computer herunterfuhr. Die Ausdrucke würde er nachher abholen. Jetzt hatte er erst einmal andere Dinge im Kopf.  Er stand auf und kam auf seinen Partner zu, der jetzt wieder vollständig bekleidet war, aber ein Handtuch um die Schultern gelegt hatte, um zu verhindern, dass seine nassen Haare auf sein T-Shirt tropften.

„Wie oft soll ich dir noch sagen, dass du dir die Haare richtig abtrocknen sollst?“, fragte er und kam auf ihn zu, um ihm die Arbeit abzunehmen. „So liegst du nur ganz schnell wieder krank im Bett und musst noch länger das Sondertraining über dich ergehen lassen.“

„Du kannst das aber so viel besser als ich“, erwiderte Hotsuma mit einem schiefen Grinsen.

Shuusei schüttelte nur den Kopf, während er sorgfältig mit dem Handtuch durch Hotsumas Haare wuschelte, um sie trockener zu kriegen. Sehr schnell spürte er auch, wie sein Partner die Hände auf seine Hüfte legte und ihn noch näher zu sich zog.

Er lächelte und küsste Hotsuma ohne mit seiner eigentlichen Aufgabe aufzuhören.

„Hmm ganz schön anhänglich heute“, murmelte Hotsuma, als er nach einer Weile wieder etwas Abstand einnahm. Es klang nicht so, als sei das eine Beschwerde.

„Weißt du…“ Shuusei überlegte, wie er das am besten formuliert bekam. „Wenn man den ganzen Tag dem Anblick eines attraktiven Menschen ausgesetzt ist, wie er sich bewegt, dann lässt das einen nicht kalt.“

„Was für einen attraktiven Menschen?“ Hotsuma zog etwas die Augenbrauen zusammen. „Hast du wen anderen gefunden?“

Shuusei sah seinen Partner  kurz verwirrt an. „Idiot… Ich rede von dir! Erst vorhin beim Sport und jetzt auch noch beim Training…“

„Du… findest mich attraktiv?“

Das beantwortetet die Frage, die er sich vorhin gestellt hatte.  „Schaust du manchmal in den Spiegel? Da siehst du die Antwort!“ Inzwischen war er der Meinung, Hotsumas Haare waren trocken genug und er ließ das Handtuch achtlos zu Boden fallen. Ums Aufräumen konnten sie sich später immer noch kümmern.

„Ich weiß zwar nicht, was du da siehst, aber ich nehme es mal einfach hin.“ Hotsuma lehnte seine Stirn an seine und lächelte. „Jedenfalls finde ich dich auch wesentlich sexier als du dich selbst.“

Shuusei schloss die Augen, sagte aber nichts. Er fand sich wirklich nicht sexy, aber ihm wurde auch immer wieder vor Augen geführt, dass er mit der Meinung allein war. Ohne die Augen zu öffnen suchten seine Lippen wieder nach denen Hotsumas und er verwickelte ihn in einen neuerlichen Kuss, langsam und voller Zuneigung. Dabei glitt eine Hand Hotsumas Rücken hinunter und hielt erst an, als sie auf seinem Hinterteil lag und einmal schön zupackte.

Er spürte, wie Hotsumas Atem kurz stockte. Es war das erste Mal, dass er so weit ging und er merkte, wie diese Handlung ihn brrührte. „Ich liebe dich!“, murmelte er gegen die Lippen seines Partners.

„Ich dich auch… Aber, Shuusei…“ Hotsuma löste sich wieder von ihm und sah ihn zögerlich an.

„Ich will dich“, unterbrach er seinen Partner sofort, ehe er irgendwelche Bedenken äußern konnte und rollte seine Hüften gegen Hotsumas. „Fass mich an.“

Hotsumas Augen weiteten sich, doch zögerlich glitten seine Hände etwas höher. „Bist du sicher?“

Shuusei nickte. „Ich will dich ganz. Ich hab genug, dich immer nur anzustarren. Und ich vertraue dir.“

Hotsuma lächelte und durch diese Worte ermutigt begann er, langsam Shuuseis Hemd aufzuknöpfen, jeden Augenblick genießend. Bis zum Abendessen war es noch über eine Stunde hin, das würde ja wohl reichen, sich weiter voran zu wagen.

„Wenn dir etwas unangenehm ist, sag es“, bat er aber trotzdem, während seine Finger vorsichtig erkundend über die vernarbte Haut von Shuuseis Brust strichen, nicht mehr erfüllt von Schmerz und tiefer Reue sondern um zu sehen, wie Shuusei drauf reagierte in der Hoffnung, dass ihm die Berührungen gefielen.

Und das taten sie. Shuusei lächelte ermutigend und streichelte Hotsumas Wange, ehe er ihn erneut tief küsste. Es tat gut, Hotsuma so nahe zu sein und je mehr er Hotsumas Finger auf seiner nackten Haut spürte umso mehr wollte er von dieser Nähe spüren. Es dauerte auch nicht mehr lange, bis sie ihre Aktivitäten aufs Bett verlegten und dort weiter machten, den Körper des anderen aufs Genaueste zu erkunden, ohne zu hetzen nur getrieben von den tiefen Gefühlen, die sie verbanden und dem Wunsch, dass der andere sich gut fühlte.

Profile

120_minuten: (Default)
Die Uhr läuft ... jetzt!

Most Popular Tags

January 2026

M T W T F S S
   1 234
567891011
12131415 161718
19202122232425
262728293031 

Style Credit

Powered by Dreamwidth Studios