Kluk und artsy
Feb. 21st, 2018 11:40 pmFandom: Youtuber (Berliner Cluster, RPF)
Personen: Fewjar (Jako und Felix), Frodo(apparat)
Challenge: Ein Liedtext, den man endlich versteht
Wörter: ~900
Anmerkung: Ich habe ja leider nicht mitgespammt neulich, der Prompt lachte mich aber gerade so an.
"Polemonium", das Lied, welches der Fic ihren Aufhänger gibt, existiert wirklich: http://bit.ly/1A8LaYD
und ist sehr schön und Fewjar haben sich dafür wirklich Frodos Stimme geliehen.
„Junge, wir müssen über deine Lyrics reden“, sagt Frodo.
Dies könnte der Einstieg in ein inspirierendes Gespräch sein, das man hinterher gerne Revue passieren lässt, an welches man zurückdenkt und sich später sagt 'das war ein geistreicher, guter Austausch'.
Jako lässt von diesem Gedanken sofort ab, da zu viele Faktoren dagegen sprechen: Es ist Samstag Nacht um vier, im Hintergrund popelt Felix umständlich an Beats herum, wird von Andre ausgeschimpft und Frodo ist so sternhagelvoll, dass er nicht bemerkt, dass er Jako keinerlei personal space lässt. Er sitzt ihm quasi auf dem Schoß.
„Über meine Lyrics“, gluckst Jako verwirrt und spielt mit den Fingern am Mund seiner Bierflasche herum.
„Über deine Lyrics“, wiederholt Frodo.
„Und warum man die nie versteht. Ick meine...“
Er pausiert, benetzt seine Lippen nachdenklich mit der Spitze seiner kleinen rosa Zunge und rutscht noch näher. Felix hinter ihnen dreht den Synthie leiser, damit er besser mit Andre diskutieren kann.
„Alleine Polemonium. Ich meine...what?“
Jako schürzt die Lippen und hebt eine Augenbraue. Irgendetwas tief in ihm fühlt sich ertappt, plustert sich auf, als würde es sagen 'aufs Maul?!'.
„Ich weiß nicht, was du meinst“, verteidigt er sich beleidigt.
„Der Text war gut. Du hast den Text gesungen.“
„Ja, aber Jako!“
Der Name rutscht Frodo mit zu viel Berliner Betonung aus dem Mund, macht ein bisschen Gänsehaut in Jakos Nacken. Er denkt zurück, denkt an die Room Session, an Frodo, der mit Entschlossenheit durch den Song marschiert ist, obwohl er krank war, und dabei trotzdem klang wie ein von Liebeskummer geschlagener Erzengel. (Diese Worte wird Jako niemals laut aussprechen.)
„Ich meine – und ich zitiere:
Forcing the bale's larynx
Down to its feet, cause I'm standing
On every step and every scion
Within the plant of paradox. Ich meine...what?“
Frodo räuspert sich.
„Alter“, macht Jako und stellt das Bier weg. Als würde er gleich die Fäuste ballen, als würde er sich prügeln wollen. Was so weit entfernt ist von der Realität als es irgend möglich wäre. Auf der anderen Seite wird ihm wohlig warm bei dem Gedanken, dass Frodo sich noch immer wie auf Knopfdruck an den Text erinnern kann.
„Was willst du denn? Wir sind das damals mit dir durchgegangen. Da ist kein Fehler drin.“
„Ist ja auch nicht.“ Frodo hebt betrunken den Zeigefinger. Seine Lider sehen bleischwer aus. Seine Oberschenkel, seine Hüfte, sein Arm; mit allem sitzt er eng an Jako gedrängt und beheizt ihn wie ein Radiator.
„Aber mann, Jako, wie du immer so clever klingen willst.“
„Das ist Kunst, Mann!“, hält Jako dagegen und ist plötzlich so laut, dass Andre und Felix sich irritiert umdrehen. Er lacht, weil er selbst auch nicht mehr so nüchtern ist, weil er gern mit Frodo streitet und weil er Kabbeleien wie diese vermisst hat. Sein 2014er Ich möchte er am liebsten vom Anlitz der Erde löschen und es tief, tief verscharren.
Nur hat dieses Ich so viel mehr mit Frodo unternommen als er es jetzt tut.
„Ja, ick weiß!“, hält Frodo dagegen, grinsend, heizend, mit seinen hellen, müden Augen, und er fasst Jakos Handgelenk und tut so, als müsste er ihn beruhigen.
„Polemonium heißt Jakobsleiter und du bist damals darauf abgegangen, dass wahrscheinlich keener weiß, dass damit eine Geschichte aus der Bibel gemeint ist. Jakoleiter. Höhö.“
Er grinst leise und scheint darauf zu warten, dass Flo oder Steve oder sonstwer aus einem unsichtbaren Versteck springen und „Frodon't!“ schreit um seinen Flachwitz zu bemängeln.
„Aber dabei ist es doch eigentlich nur eine Blume mit einem komplizierten Namen. Du wolltest nur, dass jeder schön mit'm Wörterbuch am Text sitzen muss. Nur weil du besonders kluk und kultiviert und artsy sein möchtest.“
Jako will protestieren, doch vielleicht ist es einfach zu spät in der Nacht. Vielleicht lenkt ihn die Synthiediskussion hinter ihm zu sehr ab, die er bis eben mit einem Ohr verfolgt hat und zu der er sich eigentlich schon längst einmischen wollte („Nein, Felix, wir packen da keinen Chor drunter, wie sind doch hier nicht bei Sister Act!“), vielleicht lenkt Frodo ihn zu sehr ab und vielleicht ist ein Teil in Jako schon froh genug, dass sie nach so langer Zeit überhaupt mal wieder zusammensitzen.
Er grinst mit nur einem Mundwinkel;
„Im Gegensatz zu dir habe ich einen Ruf zu verlieren, du Knallkopf.“
Und er hebt die Hand und wuschelt Frodo durch das Haar, was weich wie scheiß Kükenflaum ist.
„Wenn du den Song mal wieder zusammen spielen willst, brauchst du's doch einfach nur sagen. Können wir doch machen.“
Er streicht sich betont lässig die Haare zurück, die in ihrem Dutt stecken und gar nicht zurückgestrichen werden müssen, weil er nun mal voll ist von Übersprungshandlungen.
Und weil Frodo natürlich Recht hat: Jako ist eitel und will immer kluk und artsy wirken.
„Können wir?“, grinst Frodo ihn müde-amüsiert an und lehnt sich noch näher. Seine Lippen sind noch immer feucht.
„Du und ich um Duett wie annodazumal?“
„Frojar Throwback“, murmelt Jako nickend.
Dann lehnt er sich zurück und eine warme Welle betrunkenen Übermutes überschwemmt ihn, so dass er an Frodos Shirt zupft, als wollte er damit etwas andeuten.
„Sag doch einfach, wenn du meine Wenigkeit mal wieder mehr sehen willst. Polemonium musstest du dafür doch echt nicht opfern.“
„Nö“, gibt Frodo schulternzuckend zurück. Er beugt sich vor, nimmt Jakos Bier vom Tisch und nimmt einen tiefen, langen Zug daraus.
„Der Text ist trotzdem übertrieben.“
Dann verschüttet er das Bier über sein Shirt, weil Jako ihn in die Seite boxt.
Personen: Fewjar (Jako und Felix), Frodo(apparat)
Challenge: Ein Liedtext, den man endlich versteht
Wörter: ~900
Anmerkung: Ich habe ja leider nicht mitgespammt neulich, der Prompt lachte mich aber gerade so an.
"Polemonium", das Lied, welches der Fic ihren Aufhänger gibt, existiert wirklich: http://bit.ly/1A8LaYD
und ist sehr schön und Fewjar haben sich dafür wirklich Frodos Stimme geliehen.
„Junge, wir müssen über deine Lyrics reden“, sagt Frodo.
Dies könnte der Einstieg in ein inspirierendes Gespräch sein, das man hinterher gerne Revue passieren lässt, an welches man zurückdenkt und sich später sagt 'das war ein geistreicher, guter Austausch'.
Jako lässt von diesem Gedanken sofort ab, da zu viele Faktoren dagegen sprechen: Es ist Samstag Nacht um vier, im Hintergrund popelt Felix umständlich an Beats herum, wird von Andre ausgeschimpft und Frodo ist so sternhagelvoll, dass er nicht bemerkt, dass er Jako keinerlei personal space lässt. Er sitzt ihm quasi auf dem Schoß.
„Über meine Lyrics“, gluckst Jako verwirrt und spielt mit den Fingern am Mund seiner Bierflasche herum.
„Über deine Lyrics“, wiederholt Frodo.
„Und warum man die nie versteht. Ick meine...“
Er pausiert, benetzt seine Lippen nachdenklich mit der Spitze seiner kleinen rosa Zunge und rutscht noch näher. Felix hinter ihnen dreht den Synthie leiser, damit er besser mit Andre diskutieren kann.
„Alleine Polemonium. Ich meine...what?“
Jako schürzt die Lippen und hebt eine Augenbraue. Irgendetwas tief in ihm fühlt sich ertappt, plustert sich auf, als würde es sagen 'aufs Maul?!'.
„Ich weiß nicht, was du meinst“, verteidigt er sich beleidigt.
„Der Text war gut. Du hast den Text gesungen.“
„Ja, aber Jako!“
Der Name rutscht Frodo mit zu viel Berliner Betonung aus dem Mund, macht ein bisschen Gänsehaut in Jakos Nacken. Er denkt zurück, denkt an die Room Session, an Frodo, der mit Entschlossenheit durch den Song marschiert ist, obwohl er krank war, und dabei trotzdem klang wie ein von Liebeskummer geschlagener Erzengel. (Diese Worte wird Jako niemals laut aussprechen.)
„Ich meine – und ich zitiere:
Forcing the bale's larynx
Down to its feet, cause I'm standing
On every step and every scion
Within the plant of paradox. Ich meine...what?“
Frodo räuspert sich.
„Alter“, macht Jako und stellt das Bier weg. Als würde er gleich die Fäuste ballen, als würde er sich prügeln wollen. Was so weit entfernt ist von der Realität als es irgend möglich wäre. Auf der anderen Seite wird ihm wohlig warm bei dem Gedanken, dass Frodo sich noch immer wie auf Knopfdruck an den Text erinnern kann.
„Was willst du denn? Wir sind das damals mit dir durchgegangen. Da ist kein Fehler drin.“
„Ist ja auch nicht.“ Frodo hebt betrunken den Zeigefinger. Seine Lider sehen bleischwer aus. Seine Oberschenkel, seine Hüfte, sein Arm; mit allem sitzt er eng an Jako gedrängt und beheizt ihn wie ein Radiator.
„Aber mann, Jako, wie du immer so clever klingen willst.“
„Das ist Kunst, Mann!“, hält Jako dagegen und ist plötzlich so laut, dass Andre und Felix sich irritiert umdrehen. Er lacht, weil er selbst auch nicht mehr so nüchtern ist, weil er gern mit Frodo streitet und weil er Kabbeleien wie diese vermisst hat. Sein 2014er Ich möchte er am liebsten vom Anlitz der Erde löschen und es tief, tief verscharren.
Nur hat dieses Ich so viel mehr mit Frodo unternommen als er es jetzt tut.
„Ja, ick weiß!“, hält Frodo dagegen, grinsend, heizend, mit seinen hellen, müden Augen, und er fasst Jakos Handgelenk und tut so, als müsste er ihn beruhigen.
„Polemonium heißt Jakobsleiter und du bist damals darauf abgegangen, dass wahrscheinlich keener weiß, dass damit eine Geschichte aus der Bibel gemeint ist. Jakoleiter. Höhö.“
Er grinst leise und scheint darauf zu warten, dass Flo oder Steve oder sonstwer aus einem unsichtbaren Versteck springen und „Frodon't!“ schreit um seinen Flachwitz zu bemängeln.
„Aber dabei ist es doch eigentlich nur eine Blume mit einem komplizierten Namen. Du wolltest nur, dass jeder schön mit'm Wörterbuch am Text sitzen muss. Nur weil du besonders kluk und kultiviert und artsy sein möchtest.“
Jako will protestieren, doch vielleicht ist es einfach zu spät in der Nacht. Vielleicht lenkt ihn die Synthiediskussion hinter ihm zu sehr ab, die er bis eben mit einem Ohr verfolgt hat und zu der er sich eigentlich schon längst einmischen wollte („Nein, Felix, wir packen da keinen Chor drunter, wie sind doch hier nicht bei Sister Act!“), vielleicht lenkt Frodo ihn zu sehr ab und vielleicht ist ein Teil in Jako schon froh genug, dass sie nach so langer Zeit überhaupt mal wieder zusammensitzen.
Er grinst mit nur einem Mundwinkel;
„Im Gegensatz zu dir habe ich einen Ruf zu verlieren, du Knallkopf.“
Und er hebt die Hand und wuschelt Frodo durch das Haar, was weich wie scheiß Kükenflaum ist.
„Wenn du den Song mal wieder zusammen spielen willst, brauchst du's doch einfach nur sagen. Können wir doch machen.“
Er streicht sich betont lässig die Haare zurück, die in ihrem Dutt stecken und gar nicht zurückgestrichen werden müssen, weil er nun mal voll ist von Übersprungshandlungen.
Und weil Frodo natürlich Recht hat: Jako ist eitel und will immer kluk und artsy wirken.
„Können wir?“, grinst Frodo ihn müde-amüsiert an und lehnt sich noch näher. Seine Lippen sind noch immer feucht.
„Du und ich um Duett wie annodazumal?“
„Frojar Throwback“, murmelt Jako nickend.
Dann lehnt er sich zurück und eine warme Welle betrunkenen Übermutes überschwemmt ihn, so dass er an Frodos Shirt zupft, als wollte er damit etwas andeuten.
„Sag doch einfach, wenn du meine Wenigkeit mal wieder mehr sehen willst. Polemonium musstest du dafür doch echt nicht opfern.“
„Nö“, gibt Frodo schulternzuckend zurück. Er beugt sich vor, nimmt Jakos Bier vom Tisch und nimmt einen tiefen, langen Zug daraus.
„Der Text ist trotzdem übertrieben.“
Dann verschüttet er das Bier über sein Shirt, weil Jako ihn in die Seite boxt.
no subject
Date: 2018-02-25 11:38 am (UTC)no subject
Date: 2018-02-25 07:34 pm (UTC)Vielen lieben Dank =)
Naa, ich denke, man muss sie nicht kennen. Zumindest hoffe ich, dass sich das meiste in dem Scribble auch so erschlossen hat.