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Challenge: “Ich lass das jetzt so…”
Fandom: Original - Hinter dem Spiegel
Charaktere: Felix, Raiven, Toth
Anmerkung: Hier gibts noch keine Glühwürmchen, aber die folgen morgen im nächsten Teil. Versprochen!


Felix starrte missmutig auf seinen Laptop. Irgendwie passte das alles vorne und hinten nicht. Oder hinten und vorne. Egal wie rum. Es klang einfach bescheuert. Aber er wusste auch nicht mehr, wie er das verständlicher machen sollte. Vielleicht hatte er auch einfach schon zu viel Zeit mit der Hausarbeit verbracht. Mit dem Gedanken sah er auf die Uhr und stellte erschrocken fest, dass genau das wohl zutraf. Seit der letzten Pause waren mal eben vier Stunden vergangen. Was bedeutete, dass er inzwischen den ganzen Tag dransaß. Kein Wunder, dass sein Hirn sich anfühlte, wie durch den Fleischwolf gedreht. Matsch.
Neben dem Laptop und halb auf dem Bürgerlichen Gesetzbuch lag Toth und schnarchte. Oder was auch immer das Katzenäquivalent davon war. Eine Mischung aus Schnarchen und Schnurren. Nur eine Katze konnte in so einer Position schlafen. Das BGB war schließlich kein bequemes Kissen, sondern ein ziemlich dicker Schinken. Aber auf jeden Fall langweilig genug um als Gute-Nacht-Lektüre zu gelten.
Wieder ging Felix’ Blick zum Laptop. Er musste den Mist in drei Tagen abgeben… und morgen gings zu Lena, damit die es gegenlas. Eigetlich sollte er daher noch etwas weitermachen. Aber… “Ich lass das jetzt so”, murmelte er an niemand bestimmten gewandt und war umso überraschter, dass er trotzdem eine Antwort bekam: “Das wurd auch mal Zeit.”
Felix fuhr so heftig zusammen, dass Raiven ausnahmsweise mal nicht lachte, sondern wirklich schuldbewusst wirkte, als er zu ihm kam und sich auf den Schreibtisch setzte. Toth fauchte beleidigt, rührte sich aber nicht. Die Beziehung zwischen Katze und Alb war immer noch eine ziemlich merkwürdige, aber Felix hatte langsam das Gefühl, dass Toths Abneigung eher aus Prinzip war.
“Wann… wie… Alter, warum schleichst du dich immer so rein!”, brach es aus Felix heraus und er gab Raiven einen Knuff in die Seite.
“Als du auf Klo warst”, erklärte Raiven, jetzt wieder vollkommen unbeeindruckt. “Saß auf dem Sofa, aber du hast gar nichts mitgekriegt, als du wieder reingekommen bist. Und ich wollte dich nicht stören. Dann wirst du immer so eingeschnappt.” Er grinste und Felix kannte dieses Glitzern in den viel zu grünen Augen. Raiven hatte mit dem Gedanken gespielt, ihn zu stören. Vermutlich sollte er es ihm hoch anrechnen, dass er es dann doch nicht getan hatte. Dazu war er aber zu müde.
“Und was willst du diesmal hier?”, fragte Felix müde und speicherte das Dokument ab, bevor er den Laptop ausschaltete.
“Wissen, ob du etwas Zeit hast. Ich möchte dir was zeigen.” Raiven hatte wieder diese gruselige Stille. Er regte sich nicht, keinen Millimeter. Beobachtete ihn genau. Die Situation verunsicherte ihn jetzt doch. Klar, er hatte wohl noch nie einen Studenten kurz vor einer Deadline erlebt. Das war für niemanden ein Vergnügen.
Felix seufzte. Etwas rauskommen schadete wohl nicht. Trotzdem fragte er erstmal: “Und was?”
“Überraschung.” Anscheinend fühlte Raiven sich wieder in etwas sicherem Terrain, aber trotzdem war er wachsam. Das halb verschmitzte Grinsen war die einzige Regung in seinem ganzen Körper. In Momenten wie diesem wurde Felix wirklich klar, wie unterschiedlich sie waren. Und wie merkwürdig ihre Freundschaft. Oder was auch immer es war.
Noch einmal seufzte Felix, nickte dann aber. “Von mir aus… ich brauche eh frische Luft. Müssen wir zu dir oder bleiben wir bei mir?” Er hatte zwar wenig Lust, in die Parallelwelt zu wechseln, in der Raiven lebte, aber Raiven wirkte nicht so, als hätte er da wieder irgendwelchen Ärger. Hoffentlich blieb es auch so.
“Wir gehen nur in den Park.”
Park? Jetzt war Felix’ Interesse wirklich geweckt. Bisher war ihm da nie etwas aufgefallen, was einen halb nächtlichen Ausflug rechtfertigte. “Ich bin gespannt.” Irgendwoher kam ein Lächeln, das Raiven merklich entspannte. Toth blinzelte ihn an, als hätte er den Verstand verloren und gähnte.

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