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[personal profile] luinaldawen posting in [community profile] 120_minuten
Challenge: Geschmolzener Schnee
Fandom: Original
Charaktere: Felix (ein Mensch), Raiven (ein Alb), Toth (eine Katze)
Anmerkung: Es handelt sich hierbei um eine kleine Szene mit den Charakteren meiner Nano, die erst während Nano beschlossen hat, dass sie geschrieben werden will. Ich hoffe, man versteht es auch ohne Vorwissen. =)
Wörter: 1111


Als Felix nach Hause kam, saß Toth vor hinter der Wohnungstür und blinzelte ihn vorwurfsvoll an. Anscheinend hatte Lars sich noch mehr verspätet als er. Jedenfalls vermutete Felix das. Manchmal schien es dem Kater auch mehr ums Prinzip zu gehen, als gefüttert zu werden.
In dem Wissen, dass es Toth nicht die Bohne interessieren würde, murrte Felix: „Dein Ernst? Es ist Weihnachtsmarkt, da kommt man auch mal zu spät, um Euer Hochwohlgeboren zu füttern.“
Toth stand auf und stolzierte zur Küchentür, die wie immer geschlossen war. Davor setzte er sich wieder hin und sah Felix erwartungsvoll an. Eins war klar: Alles andere als nicht sofort gesprungen zu kommen um die zweifellos halbverhungerte Katze zu füttern, würde als tödliche Beleidigung aufgefasst werden. Sehnsüchtig sah Felix trotzdem nochmal zu seinem Zimmer, kümmerte sich aber lieber erstmal um Toth, bevor der beschloss, seinen Wünschen nachdrücklicher Nachdruck zu verleihen.
Zum Glück hatte der selbsternannte Hausherr keine Einwände gegen sein Nachtmahl, was daran liegen konnte, dass Lars erst gestern eine neue Katzenfuttermarke besorgt hatte. Felix jedenfalls verschob den Weg in sein Zimmer nochmal, um erst dem Bad einen Besuch abzustatten. Erst dann ging er in sein Zimmer, wo er von einer kalten Brise begrüßt wurde, die ihm vorher gar nicht aufgefallen war. Konnte daran liegen, dass seine Tür angelehnt gewesen war, was ihm im Nachhinein vielleicht doch hätte auffallen sollen. Der Grund, warum Toth sein Zimmer gemieden hatte, lag auf seinem Bett und hatte geschmolzenen Schnee (auch bekannt als Wasser) auf den Schreibtisch verteilt. Und auf seinen Europarechnotizen, die er aber zum Glück nicht mehr brauchte. Ein Hoch auf das digitale Zeitalter.
Inzwischen konnte Felix recht gut einschätzen, ob Raiven wach war oder wirklich schlief und diesmal war der Alb eindeutig wach. Er setzte sich aber erst auf, als Felix das Wasser eher notdürftig mit Papiertaschentüchern aufwischte. Ohne jedes Schuldbewusstsein für die Schweinerei fragte er: „Was ist 'Weihnachtsmarkt'?“
„Hallo Raiven, schön dass du dich wieder in mein Zimmer geschlichen hast“, murrte Felix und gähnte. Der letzte Glühwein war keine so gute Idee gewesen.
„Du solltest einfach dein Fenster versiegeln, wenn du nicht willst, dass ich reinkomme“, war Raivens Antwort und Felix sah zu dem Talisman, den Raiven ihm vor einiger Zeit gegeben hatte. Um zu verhindern, dass jeder von der anderen Seite einfach in sein Zimmer kommen konnte. Bisher hatte er ihn nie benutzt. Raiven war ohnehin der einzige, der herkam und gegen dessen Anwesenheit hatte er nichts.
„Hmmm... nee.“ Felix scheuchte Raiven zur Seite und setzte sich zu ihm. Prüfend nahm er seine Hand, sie war kühl, aber das war normal. Hauptsache er war nicht so eiskalt wie beim letzten Mal, als er ihn vorgefunden hatte. Raiven grinste. „Deine Sorge um mich ist immer wieder rührend.“
„Von wegen. Hab nur keinen Bock auf Frostbeulen, wenn du mich küsst.“
„Aha?“ Raiven schob seine freie Hand in Felix' Nacken. Sein Gesicht war nun ganz nahe, die grünen Augen blitzten herausfordernd. „Also? Du schuldest mir noch eine Antwort.“
„Ich schulde dir gar nichts.“ Felix küsste Raiven und wurde dafür in die Unterlippe gebissen. Ehrlich, Raiven und Toth könnten beste Freunde werden mit ihren Spielereien. Leider konnte Toth den Alb nicht leiden und behielt ihn höchstens misstrauisch im Auge.
„Du schmeckst nach Alkohol...“ Etwas, wogegen Raiven anscheinend keine Einwände hatte, denn er leckte etwas zu provozierend über die Lippe, in die er eben noch gebissen hatte. Dann aber legte er sich einfach nur wieder hin, den Kopf auf Felix' Schoß. „Weihnachtsmarkt.“
„Nervensäge. Gibt es bei euch sowas wie Weihnachten?“
„Das könnte ich dir sagen, wenn du mir erklärst, was das ist.“
Damit hatte Raiven wohl Recht. „Ein Fest, das wir in zwei Wochen feiern. Angeblich ist da der Sohn Gottes geboren. Jeder mit etwas Verstand weiß heute, dass das Bullshit ist. Aber man macht sich vorher riesigen Stress mit Geschenken die kaum einem gefallen, trifft dann seine Familie, die man nach spätestens einer Stunde auf den Mond schießen will und ist tut dann so, als hätte man ein tolles Weihnachtsfest gehabt.“ Klang er negativ? Möglich. Aber nachdem letztes Jahr sein Vater und seine Tante fast angefangen hätten, sich mit Pudding zu bewerfen, durfte er das sein. „Der Weihnachtsmarkt läuft normalerweise in den knapp vier Wochen vorher. Die Innenstädte sind voll mit Buden wo nutzloser Kram verkauft wird und Leuten, die es trotzdem kaufen. Außerdem gibt’s Glühwein. Meist Rotwein, manchmal Weißwein mit komischen Gewürzen, was erst nach dem dritten Glas schmeckt.“ Er grinste und Raiven lachte. „Und wie viel hattest du?“
„Mehr als genug.“ Vor allem, mehr als gerade gut für ihn war. Entweder würde er gleich etwas sehr dummes tun oder einfach einschlafen. Erstmal aber begann er durch Raivens feinen Haare zu streicheln, was diesem ein Lächeln entlockte. Ein wenig erinnerte er Felix gerade an eine zufriedene Katze.
„Bringst du mir nächstes Mal was mit?“
Einen Moment lang wusste Felix nicht, was er von der Frage halten sollte. Dann zuckte er mit den Schultern. „Kann ich machen. Ich wusste gar nicht, dass du Alkohol trinkst.“
„Nicht so oft. Aber das will ich mal probieren. Sowas haben wir nämlich nicht. Weihnachten übrigens auch nicht. Jedenfalls... nicht sowas wie ihr. Bei uns feiern wir Mittwinter. Den kürzesten Tag des Jahres. Früher wars wohl ne ziemlich düstere Angelegenheit, jetzt ist es ähnlich wie bei euch. Familie, Stress... am nächsten Tag Geschenke, wenn die Sonne wieder aufgeht.“
„Und kein Glühwein?“
„Heißer gewürzter Met. Jedenfalls bei den Alben. Manchmal auch heißer Cidre, aber den mag ich nicht.“ Raiven grinste breit. „Aber nach der dritten Tasse ist das egal.“
„Hmmm... was schenkt ihr euch denn so?“ Sollte er Raiven etwas kaufen? Wollte er das überhaupt? Der musterte ihn nun aufmerksamer, bevor er langsam die Schultern hob. „Alles mögliche. Und je nachdem, wer schenkt. Großeltern und Eltern sind bei uns eher praktisch veranlagt. Freunde und Geschwister... nicht.“ Er wandte den Blick ab. „Dieses Jahr kann ich sowieso nicht dort sein.“
Weil er einen riesigen Sack an Problemen mit sich herumschleppte. Probleme, die Felix noch nicht so recht durchschaute, aber in die er irgendwie hineingeraten war. Mit einem Mal wirkte der Alb noch zerbrechlicher als sonst. Die Augen wässrig. Etwas, was so vollkommen untypisch für Raiven war, dass Felix im ersten Moment gar nicht wusste, wie er damit umgehen sollte. „Mittwinter müsste doch kurz vor unserem Weihnachtsfest sein... dann bin ich noch hier.“
Er zog sein Handy aus der Tasche seines Hoodies und öffnete den Kalender, um sicherzugehen. Auch Raiven setzte sich wieder auf und deutete auf den Einundzwanzigsten. „Da ist Mittwinter.“
„Ich fahre erst am 23. heim. Von daher...“ Er sah Raiven an, der wieder lächelte. „Ich würde mich freuen.“

Date: 2017-12-10 09:10 am (UTC)
From: [identity profile] leiyahime.livejournal.com
So jetzt hier nochma richtig!
AWWWWWWWWWW!!!! I like!! Ich mag sie sooo sehr!!! Alle drei!

Wie kann man es nur wagen auf den Weihnachtsmart zu gehen wenn man dabei die Fütterungszeit der Katze verpasst! Und dann ist noch der komische Alb da. Natürlich ist Herr Toth da angepisst!!

Aber es ist süß, wie die zwei miteinander umgehen!! >.<
Und ich liebe es wie unbegeistert Felix über Weihnachten und Glühwein redet (und trotzdem schon genug intus hat!!!

Und natürlich gibt's bei den Alben ähniche Rituale xD Da können sie ja Mittwinter feiern und der arme Raiven ist da nicht ganz allein.

Tut felix eigentlich noch was dummes danach oder pennt er ein? XD

Date: 2017-12-10 09:14 am (UTC)
der_jemand: (Default)
From: [personal profile] der_jemand
Awww. <3
Für die volles Verständnis reicht es natürlich nicht, aber definitiv für ein von Herzen kommendes Awwww!
Und Toth ist eine super Katze. ♥

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