Adventskalender: Türchen 8
Dec. 8th, 2017 06:34 amFandom: Youtuber
Challenge:
# Unerwünschte Geschenke
# „Wer meine Kekse beleidigt, darf gleich wieder gehen“
Personen/Pairing: iBlali (Viktor)/Julien Bam
Summary: Da steht ein betrunkener Weihnachtsmann vor Viktors Tür.
Wörter: ~1.400
Es ist mitten in der Nacht, als ich halb auf dem Weg ins Bett bin und es plötzlich an der Tür Sturm klingelt. Also wirklich, wortwörtlich, mitten in der Nacht: Drei Uhr sechsundzwanzig.
Ich bin gerade dabei, meine Küche aufzuräumen und dann zumindest so zu tun, als würde ich ins Bett gehen und überhaupt - what the fuck. Die Klingel erschreckt mich so sehr, dass mir direkt eine Tasse runterfällt und auf dem gefliesten Boden in gefühlt hundert Stücke zerspringt. Eine meiner Lieblingstassen.
„Alter“, murmele ich.
„Wenn das wieder aufdringliche Fans sind, ich schwöre..“
Zu meiner Erklärung: Auf der Tasse war Link drauf. Auf der einen Seite. Und Zelda auf der anderen. Sowas lässt man nicht mal eben kaputt gehen, okay?
Ich bin schneller an meiner Wohnungstür als sonst, reiße sie auf und mache mich bereit, einen Schwall und halbgarer Beleidigungen loszulassen (nicht wirklich) und wen auch immer sofort in die Flucht zu schlagen (das aber garantiert!).
Allerdings komm ich nicht dazu.
Ich erkenne ihn nicht sofort, weil er in einem riesenhaften roten Mantel und einem schlecht frisierten Nikolausbart verschwindet. Und einer Mütze mit Glöckchen an der Bommel.
„Ho ho ho!“, macht er. Die Worte dringen irgendwo aus diesem Wirrwarr an roten Stoff und Lockenbart.
„Ich bin der Weihnachtsmann und habe dir Kekse mitgebracht!“
Und ja, er benutzt seine Draußenstimme, die jetzt durch den gesamten Hausflur hallt.
Ich packe ihn an einem Weihnachtsmannkostümärmel und zerre ihn in meine Wohnung hinein.
„Ju, was machst du hier? Um diese Uhrzeit? In diesem Aufzug? Ich meine…was?“
Vorsichtshalber stecke ich noch einmal den Kopf in den Hausflur und sehe mich um. Nope. Kein Versteckte-Kamera-Team. Kein Prank.
„Hab ich doch eben gesagt“, protestiert Ju und dabei rutscht ihm die Mütze halb ins Gesicht. Empört schiebt er sie wieder hoch und als seine Augen darunter wieder zum Vorschein kommen, kann ich sehen, wie gut sie farblich zu seinem Kostüm passen.
Genau genommen fällt mir jetzt auch auf, wie er ab und an etwas schwankt und dass er eine dezente Fahne verströmt.
„Ich bin der Weihnachtsmann und bringe dir Kekse mit!“
Er hebt die Hand und präsentiert mir einen winzigen Plastikbeuteln mit etwas sehr Verkrümeltem darin, was aussieht, als ob es mal die Form von Sternen, Herzen und Weihnachtsbäumen gehabt hat.
„Nein“, berichtige ich ihn;
„Du bist hackedicht und das da sieht aus, als hättest du drauf gesessen.“
Er rümpft die Nase, die man hinter dem Bart kaum sieht;
„Ey, wer meine Kekse beleidigt, darf gleich wieder gehen!“
„Du bist bei mir zu Hause“, erwidere ich trocken.
„Ist doch egal“, fängt er an, aber dann scheint er meine Worte zu begreifen. Sein Blick fällt auf die Brösel in seiner Hand, bleibt ratlos daran hängen.
„Eigentlich sind das nicht meine, sondern von meiner Mutter.“
Ich hebe eine Augenbraue;
„Okay, aber abgesehen davon, warum nochmal stehst du nachts halb vier in Weihnachtsmannkluft mit platt gesessenen Plätzchen vor meiner Tür?“
Sein Blick rutscht langsam auf mich;
„Weil Weihnachten ist.“
„Es ist der achte Dezember.“
„Der Gedanke zählt.“
„Ju, was soll das?“
Versteht mich nicht falsch. Ich habe nichts gegen Besuch von ehemaligen besten Freunden, selbst nachts um halb vier nicht. Die wissen, dass mein Schlafrhythmus fucked ist - im besten Fall passt ihr eigener perfekt dazu.
Aber Julien habe ich ewig nicht gesehen, noch ewiger nicht gesprochen. Und jetzt steht er plötzlich vor mir und lallt etwas von Weihnachten und Gedanken?
Er lässt den Kopf hängen, was ich nicht deuten kann, weil das bei Besoffenen alles heißt: Angefangen bei „Ich bin müde“ bis hin zu „Ich kotz dir gleich aufs Parkett“.
„Sorry“, murmelt er.
„Ich war auf ‚ner Weihnachtsfeier bei Rewi. Und die Kekse hier“, er hält das Tütchen nochmal hoch;
„Sind nicht von meiner Mutter. Sondern von Rewe.“
„Jap, das Preisschild hat mich sowas in der Art ahnen lassen“, gebe ich unbarmherzig zurück.
Ich ziehe Ju umständlich hinter mir her – nachdem ich ihm klar gemacht habe, dass ja, er muss aus seinen Sneakern aussteigen, denn wer weiß, wo er überall reingetreten ist – und verfrachte ihn auf meine Couch.
„Halten wir also fest“, setze ich danach an;
„Du warst bei Rewi, hattest da Spaß und dachtest dir random: 'Oh, guck ich mal ganz allein bei Viktor vorbei. In einem Weihnachtsmannkostüm'.“
Er blinzelt, scheint nachzudenken und nickt dann brav.
Es ist ja schön, dass die Sache wenigstens für ihn irgendwie nach einem logischen Schluss klingt.
„Und warum?“, will ich wissen.
„Weil wir uns das letzte Mal im Februar gesehen haben oder so. Und ich war in der Nähe. Und ich brauche ein Bett.“
„Äh“, mache ich, weil mir dazu echt nichts Besseres einfällt;
„Moment, du bist hier, weil du in mein Bett willst?“
Hm ja, man hätte das auch anders formulieren können, aber egal;
„Hatte Rewi keins für dich?“
„Ich will aber deins!“, widerspricht Ju.
„Wir kommen hier echt nicht weiter.“
Ich hebe die Hände gen Himmel, als würde ich einen imaginären Gott um Gnade anflehen.
„Lass gut sein. Klar kannst du hier pennen, aber wehe, du kotzt mir irgendwo hin.“
Damit denke ich, dass sich das Thema erledigt hat, dass ich das alles unter „Ju hat seine fünf Minuten“ abhake und er morgen völlig verkatert fragt, was er eigentlich gemacht hat.
Womit ich nicht rechne, ist, dass er zehn Minuten später nach dem Zähneputzen neben mich ins Bett kriecht und anfängt, mir die Decke zu klauen.
Wenigstens trägt er den blöden Bart nicht mehr. Und keine Mütze. Im Dunkel glänzen seine silbernen Haare tatsächlich fast schon magisch im Laternenlicht, das zwischen meinen Vorhängen ins Zimmer fällt.
„Was ist mit der Couch?“, flüstere ich verwirrt.
„Nix“, wispert er zurück.
„Ich hab doch gesagt, ich will in dein Bett.“
Ich überlege kurz. Ich könnte ihn unter den Arm klemmen und ihn ins Wohnzimmer tragen. Riesig bin ich ja nicht, aber gegen mich ist der Junge ein Standgebläse und wiegt nichts und hat außerdem die Körperspannung eines Kartoffelsacks gerade. Andererseits habe ich keine Lust. Drunk!Ju kann schon ganz schön anstrengend sein.
Allerdings komme ich nicht mehr dazu, weiter darüber nachzudenken, weil er mich schon wieder ablenkt. Nämlich, indem er sich an mich schmiegt und anfängt, sich kunstvoll in sein Stück Decke einzuwickeln.
Und na klar könnte ich ihn jetzt wegschubsen oder von mir schieben oder so.
Aber erstens bin ich nicht Hitler und zweitens war mir Ju schon seit sehr, sehr langer Zeit nicht so nah.
„Wenn du jetzt sowas wie „frohe Weihnachten“ flötest, schlage ich dich“, kündige ich an.
„Naaa“, flüstert er mit knarziger Alkoholstimme;
„Ich werd das mega männlich machen; So einpennen, morgen sagen, dass ich mich an nichts erinnere, dass Weihnachten sowas mit Leuten macht und dann werden wir nie wieder darüber reden.“
Ich drehe mich zu ihm um und weiß genau, dass er meinen verurteilenden Blick im Dunkeln nicht sehen kann, aber ich mach's trotzdem.
„Du bist in zwischenmenschlichen Beziehungen ja immer noch voll auf der Höhe“, kommentiere ich.
„Jup. So wie du, Mr. 'ich hab mit meiner siebten Freundin Schluss gemacht und bin glücklicher Single und ja, das stimmt genau so'.“
Woah. Das war ein fucking Seitenhieb in die Weichteile. Drunk!Ju kann auch Mean!Ju sein, das hatte ich vergessen.
„Alter, jetzt reichts“, drohe ich ihm, wennauch augenzwinkernd.
„Du kommst in mein Bett und wagst es-“
„Reg dich ab, ich sag ja nur. Vielleicht solltest du dich mal umorientieren, statt immer wieder demselben Typ Frau das Herz zu brechen, du Schwerenöter.“
„Und jetzt gibt er mir auch noch Beziehungstipps, ich glaube es nicht“, sage ich dramatisch in Richtung eines imaginären Publikums.
„Ich sag ja nur. Weil heute Weihnachten ist und an Weihnachten sagt man die Wahrheit.“
„Zwei Dinge, Ju: Heute ist nicht Weihnachten und es fällt auf, wenn Zitate aus „Love Actually“ klaust.“
Er zuckt mit den Schultern.
„Is'n guter Film“, nuschelt er. Dann streckt er sich ein wenig und küsst mich auf die Schläfe.
Bitte, lasst das wirken: Er fucking küsst mich auf die fucking Schläfe.
Was zur Hölle hat der getrunken?
„Äh...“, fange ich an und klinge plötzlich sehr heiser;
„Was war das?“
„Weihnachtsgeschenk“, brummelt er.
„Wenn's unerwünscht ist, gib's mir wieder zurück.“
In der Finsternis leuchtet ein körperloses Grinsen auf. Cheshire Cat-Ju.
„Pack deinen Charmeur wieder ein und schlaf“, murmele ich.
Und ja, das tut er tatsächlich. Er wickelt sich noch einmal mehr in die Decke, als wollte er aus sich selbst Maki Sushi machen und keine zehn Sekunden später wird sein Atem gleichmäßiger.
Der Arsch.
Lässt der mich hier einfach mit so'ner Bombe liegen.
Ich wälze mich noch lange hin und her, fange an zu denken, zu viel zu denken und bekomme ausgerechnet dann einen Ohrwurm von „Santa Baby“.
Das wird eine lange Nacht.
Challenge:
# Unerwünschte Geschenke
# „Wer meine Kekse beleidigt, darf gleich wieder gehen“
Personen/Pairing: iBlali (Viktor)/Julien Bam
Summary: Da steht ein betrunkener Weihnachtsmann vor Viktors Tür.
Wörter: ~1.400
Es ist mitten in der Nacht, als ich halb auf dem Weg ins Bett bin und es plötzlich an der Tür Sturm klingelt. Also wirklich, wortwörtlich, mitten in der Nacht: Drei Uhr sechsundzwanzig.
Ich bin gerade dabei, meine Küche aufzuräumen und dann zumindest so zu tun, als würde ich ins Bett gehen und überhaupt - what the fuck. Die Klingel erschreckt mich so sehr, dass mir direkt eine Tasse runterfällt und auf dem gefliesten Boden in gefühlt hundert Stücke zerspringt. Eine meiner Lieblingstassen.
„Alter“, murmele ich.
„Wenn das wieder aufdringliche Fans sind, ich schwöre..“
Zu meiner Erklärung: Auf der Tasse war Link drauf. Auf der einen Seite. Und Zelda auf der anderen. Sowas lässt man nicht mal eben kaputt gehen, okay?
Ich bin schneller an meiner Wohnungstür als sonst, reiße sie auf und mache mich bereit, einen Schwall und halbgarer Beleidigungen loszulassen (nicht wirklich) und wen auch immer sofort in die Flucht zu schlagen (das aber garantiert!).
Allerdings komm ich nicht dazu.
Ich erkenne ihn nicht sofort, weil er in einem riesenhaften roten Mantel und einem schlecht frisierten Nikolausbart verschwindet. Und einer Mütze mit Glöckchen an der Bommel.
„Ho ho ho!“, macht er. Die Worte dringen irgendwo aus diesem Wirrwarr an roten Stoff und Lockenbart.
„Ich bin der Weihnachtsmann und habe dir Kekse mitgebracht!“
Und ja, er benutzt seine Draußenstimme, die jetzt durch den gesamten Hausflur hallt.
Ich packe ihn an einem Weihnachtsmannkostümärmel und zerre ihn in meine Wohnung hinein.
„Ju, was machst du hier? Um diese Uhrzeit? In diesem Aufzug? Ich meine…was?“
Vorsichtshalber stecke ich noch einmal den Kopf in den Hausflur und sehe mich um. Nope. Kein Versteckte-Kamera-Team. Kein Prank.
„Hab ich doch eben gesagt“, protestiert Ju und dabei rutscht ihm die Mütze halb ins Gesicht. Empört schiebt er sie wieder hoch und als seine Augen darunter wieder zum Vorschein kommen, kann ich sehen, wie gut sie farblich zu seinem Kostüm passen.
Genau genommen fällt mir jetzt auch auf, wie er ab und an etwas schwankt und dass er eine dezente Fahne verströmt.
„Ich bin der Weihnachtsmann und bringe dir Kekse mit!“
Er hebt die Hand und präsentiert mir einen winzigen Plastikbeuteln mit etwas sehr Verkrümeltem darin, was aussieht, als ob es mal die Form von Sternen, Herzen und Weihnachtsbäumen gehabt hat.
„Nein“, berichtige ich ihn;
„Du bist hackedicht und das da sieht aus, als hättest du drauf gesessen.“
Er rümpft die Nase, die man hinter dem Bart kaum sieht;
„Ey, wer meine Kekse beleidigt, darf gleich wieder gehen!“
„Du bist bei mir zu Hause“, erwidere ich trocken.
„Ist doch egal“, fängt er an, aber dann scheint er meine Worte zu begreifen. Sein Blick fällt auf die Brösel in seiner Hand, bleibt ratlos daran hängen.
„Eigentlich sind das nicht meine, sondern von meiner Mutter.“
Ich hebe eine Augenbraue;
„Okay, aber abgesehen davon, warum nochmal stehst du nachts halb vier in Weihnachtsmannkluft mit platt gesessenen Plätzchen vor meiner Tür?“
Sein Blick rutscht langsam auf mich;
„Weil Weihnachten ist.“
„Es ist der achte Dezember.“
„Der Gedanke zählt.“
„Ju, was soll das?“
Versteht mich nicht falsch. Ich habe nichts gegen Besuch von ehemaligen besten Freunden, selbst nachts um halb vier nicht. Die wissen, dass mein Schlafrhythmus fucked ist - im besten Fall passt ihr eigener perfekt dazu.
Aber Julien habe ich ewig nicht gesehen, noch ewiger nicht gesprochen. Und jetzt steht er plötzlich vor mir und lallt etwas von Weihnachten und Gedanken?
Er lässt den Kopf hängen, was ich nicht deuten kann, weil das bei Besoffenen alles heißt: Angefangen bei „Ich bin müde“ bis hin zu „Ich kotz dir gleich aufs Parkett“.
„Sorry“, murmelt er.
„Ich war auf ‚ner Weihnachtsfeier bei Rewi. Und die Kekse hier“, er hält das Tütchen nochmal hoch;
„Sind nicht von meiner Mutter. Sondern von Rewe.“
„Jap, das Preisschild hat mich sowas in der Art ahnen lassen“, gebe ich unbarmherzig zurück.
Ich ziehe Ju umständlich hinter mir her – nachdem ich ihm klar gemacht habe, dass ja, er muss aus seinen Sneakern aussteigen, denn wer weiß, wo er überall reingetreten ist – und verfrachte ihn auf meine Couch.
„Halten wir also fest“, setze ich danach an;
„Du warst bei Rewi, hattest da Spaß und dachtest dir random: 'Oh, guck ich mal ganz allein bei Viktor vorbei. In einem Weihnachtsmannkostüm'.“
Er blinzelt, scheint nachzudenken und nickt dann brav.
Es ist ja schön, dass die Sache wenigstens für ihn irgendwie nach einem logischen Schluss klingt.
„Und warum?“, will ich wissen.
„Weil wir uns das letzte Mal im Februar gesehen haben oder so. Und ich war in der Nähe. Und ich brauche ein Bett.“
„Äh“, mache ich, weil mir dazu echt nichts Besseres einfällt;
„Moment, du bist hier, weil du in mein Bett willst?“
Hm ja, man hätte das auch anders formulieren können, aber egal;
„Hatte Rewi keins für dich?“
„Ich will aber deins!“, widerspricht Ju.
„Wir kommen hier echt nicht weiter.“
Ich hebe die Hände gen Himmel, als würde ich einen imaginären Gott um Gnade anflehen.
„Lass gut sein. Klar kannst du hier pennen, aber wehe, du kotzt mir irgendwo hin.“
Damit denke ich, dass sich das Thema erledigt hat, dass ich das alles unter „Ju hat seine fünf Minuten“ abhake und er morgen völlig verkatert fragt, was er eigentlich gemacht hat.
Womit ich nicht rechne, ist, dass er zehn Minuten später nach dem Zähneputzen neben mich ins Bett kriecht und anfängt, mir die Decke zu klauen.
Wenigstens trägt er den blöden Bart nicht mehr. Und keine Mütze. Im Dunkel glänzen seine silbernen Haare tatsächlich fast schon magisch im Laternenlicht, das zwischen meinen Vorhängen ins Zimmer fällt.
„Was ist mit der Couch?“, flüstere ich verwirrt.
„Nix“, wispert er zurück.
„Ich hab doch gesagt, ich will in dein Bett.“
Ich überlege kurz. Ich könnte ihn unter den Arm klemmen und ihn ins Wohnzimmer tragen. Riesig bin ich ja nicht, aber gegen mich ist der Junge ein Standgebläse und wiegt nichts und hat außerdem die Körperspannung eines Kartoffelsacks gerade. Andererseits habe ich keine Lust. Drunk!Ju kann schon ganz schön anstrengend sein.
Allerdings komme ich nicht mehr dazu, weiter darüber nachzudenken, weil er mich schon wieder ablenkt. Nämlich, indem er sich an mich schmiegt und anfängt, sich kunstvoll in sein Stück Decke einzuwickeln.
Und na klar könnte ich ihn jetzt wegschubsen oder von mir schieben oder so.
Aber erstens bin ich nicht Hitler und zweitens war mir Ju schon seit sehr, sehr langer Zeit nicht so nah.
„Wenn du jetzt sowas wie „frohe Weihnachten“ flötest, schlage ich dich“, kündige ich an.
„Naaa“, flüstert er mit knarziger Alkoholstimme;
„Ich werd das mega männlich machen; So einpennen, morgen sagen, dass ich mich an nichts erinnere, dass Weihnachten sowas mit Leuten macht und dann werden wir nie wieder darüber reden.“
Ich drehe mich zu ihm um und weiß genau, dass er meinen verurteilenden Blick im Dunkeln nicht sehen kann, aber ich mach's trotzdem.
„Du bist in zwischenmenschlichen Beziehungen ja immer noch voll auf der Höhe“, kommentiere ich.
„Jup. So wie du, Mr. 'ich hab mit meiner siebten Freundin Schluss gemacht und bin glücklicher Single und ja, das stimmt genau so'.“
Woah. Das war ein fucking Seitenhieb in die Weichteile. Drunk!Ju kann auch Mean!Ju sein, das hatte ich vergessen.
„Alter, jetzt reichts“, drohe ich ihm, wennauch augenzwinkernd.
„Du kommst in mein Bett und wagst es-“
„Reg dich ab, ich sag ja nur. Vielleicht solltest du dich mal umorientieren, statt immer wieder demselben Typ Frau das Herz zu brechen, du Schwerenöter.“
„Und jetzt gibt er mir auch noch Beziehungstipps, ich glaube es nicht“, sage ich dramatisch in Richtung eines imaginären Publikums.
„Ich sag ja nur. Weil heute Weihnachten ist und an Weihnachten sagt man die Wahrheit.“
„Zwei Dinge, Ju: Heute ist nicht Weihnachten und es fällt auf, wenn Zitate aus „Love Actually“ klaust.“
Er zuckt mit den Schultern.
„Is'n guter Film“, nuschelt er. Dann streckt er sich ein wenig und küsst mich auf die Schläfe.
Bitte, lasst das wirken: Er fucking küsst mich auf die fucking Schläfe.
Was zur Hölle hat der getrunken?
„Äh...“, fange ich an und klinge plötzlich sehr heiser;
„Was war das?“
„Weihnachtsgeschenk“, brummelt er.
„Wenn's unerwünscht ist, gib's mir wieder zurück.“
In der Finsternis leuchtet ein körperloses Grinsen auf. Cheshire Cat-Ju.
„Pack deinen Charmeur wieder ein und schlaf“, murmele ich.
Und ja, das tut er tatsächlich. Er wickelt sich noch einmal mehr in die Decke, als wollte er aus sich selbst Maki Sushi machen und keine zehn Sekunden später wird sein Atem gleichmäßiger.
Der Arsch.
Lässt der mich hier einfach mit so'ner Bombe liegen.
Ich wälze mich noch lange hin und her, fange an zu denken, zu viel zu denken und bekomme ausgerechnet dann einen Ohrwurm von „Santa Baby“.
Das wird eine lange Nacht.
no subject
Date: 2017-12-08 06:41 am (UTC)waaaahhh ... muß zur Arbeit ...
no subject
Date: 2017-12-08 05:37 pm (UTC)no subject
Date: 2017-12-08 03:04 pm (UTC)Gott, ich liebe deine Dialoge und die Gradwanderung aus Alltagsszene und völligem Wahnsinn. Und überhaupt: Awwwww! ♥
no subject
Date: 2017-12-08 05:38 pm (UTC)Und vielen Dank, ich sucke normalerweise in Dialogen, aber bei den beiden geht es so viel leichter *_*
no subject
Date: 2017-12-10 12:11 pm (UTC)„Weihnachtsgeschenk“, brummelt er.
„Wenn's unerwünscht ist, gib's mir wieder zurück.“
Ju, what the fuck, schreibt der sich Drehbücher für solche Aktionen, OMGh PERFEKT, ich bin genau so baff wie Viktor HAHAHHA das war GROSSARTIG.
Ich bin verzaubert davon, dass Ju ihm in klaren Worten sagt, dass sie beide voll unglückliche Singles sind ABER SICH NUR BETRUNKEN ZU IHM HINTRAUT WEIL OHHHJEEEH COMMITMENT AYEEEH :)))
Viktor soll sich mal schöööön Gedanken machen und dann brauchen sie ein Dezember-Weihnachts-Kuschelfrühstück, sorry, so lautet das Gesetz. :)))))
no subject
Date: 2017-12-17 12:13 pm (UTC)Ich habe immer noch sehr viele Gefühle für die beiden, das stimmt. xD Aber sie stellen sich halt auch an wie letzten Vollhorste, und wenn man dann noch Weihnachten dazupackt, wird das alles so schön bittersüß. =)