Adventskalender: 2.Türchen
Dec. 2nd, 2017 01:17 pmChallenge: ein fehlender Adventskalender / "Warum ist plötzlich schon wieder Dezember"
Fandom: Monsta X, All In! AU (Kpop-Boyband-Musikvideo)
Titel: Zukunftspläne
Inhalt: Changkyun und Kihyun machen sich Gedanken über den Winter.
Anmerkung: Basiert auf diesem Musikvideo einer Kpop-Boyband. Kihyun links und Changkyun rechts.Und beim nächsten Mal wird es auch weihnachtlicher. Haha.
Zukunftspläne
"Ich hab gehört, dass man sich früher im Winter vierundzwanzig Tage lang etwas geschenkt hat."
"Aha?"
"Hm."
Changkyun verstummt so schnell, wie er den Mund aufgerissen hat, um irgendetwas in die Welt zu schmeißen, was sich in Kihyuns Gehirn festsetzt und ihn am Denken hindert.
"Und wo hast du das gehört?"
"Irgendwo. In der Kirche vielleicht?"
"Du gehst zur Kirche?"
Changkyun grinst bei dem blöden Witzchen, Natürlich geht er nicht in die Kirche, keiner von ihnen (Kihyun würde mit seiner Krücke nicht einmal hineingelassen), aber den Witz reißen sie natürlich trotzdem jedes Mal.
Changkyun bricht noch ein Stück von seinem verbrannten, steinharten Brötchen ab, um es Kihyun zwischen die klammen Finger zu schieben. Kihyun hat zweimal abgelehnt, doch das Knurren seines Magens hat sein "Nein, danke" übertönt und Changkyun hört ja sowieso nie auf das, was man ihm sagt.
Der Herbst ist vorgestern wie ein Streitsüchtiger zur Tür hinaus gestürmt und hat nur beißende Kälte und stahlgraue Wolken am Himmel hinterlassen. Selbst in Jooheons Gewächshaus stapft man mittlerweile von einer weißen Atemwolke in die nächste, vermischt mit dem scharfen Geruch von Zaubertränken, die zäh wie Leim in irgendwelchen Töpfchen vor sich hinblubbern.
Kihyun hat in den letzten zwei Tagen kein Geld eingenommen, was ihn nicht besonders wundert. In diesem Viertel voll zerbrochener Glasscheiben und armer Schlucker sieht niemand die Notwendigkeit geputzter oder reparierter Schuhe ein, schon gar nicht im Winter, wenn sich kaum jemand vor die Tür traut.
Normalerweise hätte Kihyun bereits vor Wochen seine Sachen gepackt und wäre zu den Kohlelagern aufgebrochen, wo er seine Tage und Nächte damit verbracht hätte, Kohlestücke nach Größe zu sortieren. Die Großen würde er in Stahlcontainer legen, um sie ins Landesinnere zu verschicken, die Kleinen würden in morschen Holzkisten gesammelt und zu Wucherpreisen in den Armenvierteln verkauft.
Die letzten drei Winter hat er dort zugebracht und aus irgendeinem Grund ist er weder während der Reise noch bei der Arbeit am Förderband draufgegangen.
Vielleicht hat Jooheon, die Hexe, Recht mit seinem Gequatsche von Schicksal und Bestimmung.
Vielleicht liegt es aber auch daran, dass Kihyun zwar nicht gut laufen kann, dafür aber prima stehlen.
Dieses Jahr hat er die große Wanderung nach Norden verpasst und er ist nicht lebensmüde genug, um alleine loszuziehn. Es gäbe eh keine Arbeit für ihn. Seit die Ressourcen knapper werden, wird restlos alles in die großen Städte geschickt und die Holzkisten werden mit Kohlestaub gefüllt und kommen halbleer bei den Wucherern an.
Die nächsten paar Monate werden schrecklich kalt.
Kihyun sollte sich langsam Gedanken darüber machen, wie er den Winter zu überleben gedenkt (wie sie alle überleben sollen), doch stattdessen tut er so, als bestehe zwischen zwanzig und minus zwei Grad kein Unterschied und er trifft sich mit Changkyun am Bach und lässt die Beine baumeln.
„Ist bestimmt nur Blödsinn“, sagt Changkyun in seine Gedanken hinein. „Wie soll man sich denn vierundzwanzig Geschenke ausdenken?“
Er schluckt den letzten Rest seines Brotes und legt sich, schmerzfrei wie immer, auf den kalten, rauen Asphalt. Steinchen und winzig kleine Glassplitter knirschen unter seinen Schultern und Kihyun beißt sich auf die Wange, damit er nicht die Hände ausstreckt, ihn wieder in die Höhe zieht und ihm die Jacke abklopft.
Gott, sie müssen hier weg.
Er kriegt sie nicht beide durch den Winter, Changkyuns Lippen sind jetzt schon blau und rissig und der nächste Kratzer, den er sich holt, wird wahrscheinlich keinen Grind mehr bilden sondern schlichtweg zufrieren.
Scheiße.
Kihyun braucht sofort einen Plan, doch stattdessen beugt er sich ein wenig zur Seite um in Changkyuns Gesicht zu sehen.
„Mir fällt nicht mal ein Geschenk ein“, sagt er leise. „Vierundzwanzig sind zu viel.“
„Hm“, macht Changkyun. Er schließt die Augen und einen Moment lang wird Kihyun von sommerlicher Wärme durchflutet, von der Erinnerung an die Nacht im Gewächshaus, als ihr magisches Ritual in Küssen und Farben endete, in erstickender feuchter Hitze, in Changkyuns offenem Mund, in Kihyun, der zum ersten Mal in seinem Leben nicht weggelaufen ist, in seinen Fingern unter Changkyuns Hemd, in Stöhnen und Changkyuns dunklen Augen und offenem Mund, als er sich an Kihyun festklammern musste.
In dem Moment wird Kihyun klar, dass es einen ganz einfachen Grund dafür gibt, dass er geblieben ist, statt nach Norden abzuhauen, und der Grund liegt ausgestreckt auf dem eisigen Boden vor ihn und lächelt und schreit, als Kihyun die Hand ausstreckt und seine kalten Finger gegen seinen Hals presst.
Changkyun wird ihn noch ins Grab bringen.
Aber Kihyun wird dafür sorgen, dass es nicht in diesem Winter geschieht.
Fandom: Monsta X, All In! AU (Kpop-Boyband-Musikvideo)
Titel: Zukunftspläne
Inhalt: Changkyun und Kihyun machen sich Gedanken über den Winter.
Anmerkung: Basiert auf diesem Musikvideo einer Kpop-Boyband. Kihyun links und Changkyun rechts.
Zukunftspläne
"Ich hab gehört, dass man sich früher im Winter vierundzwanzig Tage lang etwas geschenkt hat."
"Aha?"
"Hm."
Changkyun verstummt so schnell, wie er den Mund aufgerissen hat, um irgendetwas in die Welt zu schmeißen, was sich in Kihyuns Gehirn festsetzt und ihn am Denken hindert.
"Und wo hast du das gehört?"
"Irgendwo. In der Kirche vielleicht?"
"Du gehst zur Kirche?"
Changkyun grinst bei dem blöden Witzchen, Natürlich geht er nicht in die Kirche, keiner von ihnen (Kihyun würde mit seiner Krücke nicht einmal hineingelassen), aber den Witz reißen sie natürlich trotzdem jedes Mal.
Changkyun bricht noch ein Stück von seinem verbrannten, steinharten Brötchen ab, um es Kihyun zwischen die klammen Finger zu schieben. Kihyun hat zweimal abgelehnt, doch das Knurren seines Magens hat sein "Nein, danke" übertönt und Changkyun hört ja sowieso nie auf das, was man ihm sagt.
Der Herbst ist vorgestern wie ein Streitsüchtiger zur Tür hinaus gestürmt und hat nur beißende Kälte und stahlgraue Wolken am Himmel hinterlassen. Selbst in Jooheons Gewächshaus stapft man mittlerweile von einer weißen Atemwolke in die nächste, vermischt mit dem scharfen Geruch von Zaubertränken, die zäh wie Leim in irgendwelchen Töpfchen vor sich hinblubbern.
Kihyun hat in den letzten zwei Tagen kein Geld eingenommen, was ihn nicht besonders wundert. In diesem Viertel voll zerbrochener Glasscheiben und armer Schlucker sieht niemand die Notwendigkeit geputzter oder reparierter Schuhe ein, schon gar nicht im Winter, wenn sich kaum jemand vor die Tür traut.
Normalerweise hätte Kihyun bereits vor Wochen seine Sachen gepackt und wäre zu den Kohlelagern aufgebrochen, wo er seine Tage und Nächte damit verbracht hätte, Kohlestücke nach Größe zu sortieren. Die Großen würde er in Stahlcontainer legen, um sie ins Landesinnere zu verschicken, die Kleinen würden in morschen Holzkisten gesammelt und zu Wucherpreisen in den Armenvierteln verkauft.
Die letzten drei Winter hat er dort zugebracht und aus irgendeinem Grund ist er weder während der Reise noch bei der Arbeit am Förderband draufgegangen.
Vielleicht hat Jooheon, die Hexe, Recht mit seinem Gequatsche von Schicksal und Bestimmung.
Vielleicht liegt es aber auch daran, dass Kihyun zwar nicht gut laufen kann, dafür aber prima stehlen.
Dieses Jahr hat er die große Wanderung nach Norden verpasst und er ist nicht lebensmüde genug, um alleine loszuziehn. Es gäbe eh keine Arbeit für ihn. Seit die Ressourcen knapper werden, wird restlos alles in die großen Städte geschickt und die Holzkisten werden mit Kohlestaub gefüllt und kommen halbleer bei den Wucherern an.
Die nächsten paar Monate werden schrecklich kalt.
Kihyun sollte sich langsam Gedanken darüber machen, wie er den Winter zu überleben gedenkt (wie sie alle überleben sollen), doch stattdessen tut er so, als bestehe zwischen zwanzig und minus zwei Grad kein Unterschied und er trifft sich mit Changkyun am Bach und lässt die Beine baumeln.
„Ist bestimmt nur Blödsinn“, sagt Changkyun in seine Gedanken hinein. „Wie soll man sich denn vierundzwanzig Geschenke ausdenken?“
Er schluckt den letzten Rest seines Brotes und legt sich, schmerzfrei wie immer, auf den kalten, rauen Asphalt. Steinchen und winzig kleine Glassplitter knirschen unter seinen Schultern und Kihyun beißt sich auf die Wange, damit er nicht die Hände ausstreckt, ihn wieder in die Höhe zieht und ihm die Jacke abklopft.
Gott, sie müssen hier weg.
Er kriegt sie nicht beide durch den Winter, Changkyuns Lippen sind jetzt schon blau und rissig und der nächste Kratzer, den er sich holt, wird wahrscheinlich keinen Grind mehr bilden sondern schlichtweg zufrieren.
Scheiße.
Kihyun braucht sofort einen Plan, doch stattdessen beugt er sich ein wenig zur Seite um in Changkyuns Gesicht zu sehen.
„Mir fällt nicht mal ein Geschenk ein“, sagt er leise. „Vierundzwanzig sind zu viel.“
„Hm“, macht Changkyun. Er schließt die Augen und einen Moment lang wird Kihyun von sommerlicher Wärme durchflutet, von der Erinnerung an die Nacht im Gewächshaus, als ihr magisches Ritual in Küssen und Farben endete, in erstickender feuchter Hitze, in Changkyuns offenem Mund, in Kihyun, der zum ersten Mal in seinem Leben nicht weggelaufen ist, in seinen Fingern unter Changkyuns Hemd, in Stöhnen und Changkyuns dunklen Augen und offenem Mund, als er sich an Kihyun festklammern musste.
In dem Moment wird Kihyun klar, dass es einen ganz einfachen Grund dafür gibt, dass er geblieben ist, statt nach Norden abzuhauen, und der Grund liegt ausgestreckt auf dem eisigen Boden vor ihn und lächelt und schreit, als Kihyun die Hand ausstreckt und seine kalten Finger gegen seinen Hals presst.
Changkyun wird ihn noch ins Grab bringen.
Aber Kihyun wird dafür sorgen, dass es nicht in diesem Winter geschieht.
no subject
Date: 2017-12-03 01:27 pm (UTC)Das kann ich absolut nachfühlen :) Aber ansonsten lebe ich zum Glück in einer glücklicheren Gegenwart ...
no subject
Date: 2017-12-03 03:26 pm (UTC)Ich weiß, dass ganz viele Leute gerne Weihnachtsfics schreiben, wo sich die Charaktere dann gegenseitig ganz doll bedeutungsvolle Geschenke machen, und ich frage mich regelmäßig, wie ihnen das einfällt, omgggg XDD
no subject
Date: 2017-12-03 03:33 pm (UTC)Und von echten Geschenken will ich gar nicht reden ... mein armer Mann.
no subject
Date: 2017-12-03 07:07 pm (UTC)no subject
Date: 2017-12-03 08:05 pm (UTC)Hach, ich mag das Ende, aber du weißt ja, dass man mich mit sowas immer kriegt, höhö
>> Der Herbst ist vorgestern wie ein Streitsüchtiger zur Tür hinaus gestürmt und hat nur beißende Kälte und stahlgraue Wolken am Himmel hinterlassen. <<
Und das ist einfach großartig. Besser kann man den Übergang in die kalte Jahreszeit einfach nicht beschreiben <3
no subject
Date: 2017-12-06 04:29 pm (UTC)Bis dahin: Die Armen. Aber du beschreibst ihre Welt so schön und plastisch... es fühlt sich schon ziemlich weihnachtlich an, allein weil das Setting so gut passt und sie um Himmelswillen ein kitschiges Weihnachtswunder verdient haben.
...und gaah, was ein schöner letzter Satz. ♥
no subject
Date: 2017-12-17 12:51 pm (UTC)Und ich liebe es!
Ich meine, es ist ja inzwischen hinreichend bekannt, wie sehr man mich mit traurigen, kaputten Jungs in dystopischen Settings bekommt. Und hach...hach... die armen, zerbeuelten Puschel ;__;
Nicht auszudenken, wie sehr sie damit beschäftigt sind, zu überleben und zu überlegen, wo sie wann sein werden, so dass da keine Kapazitäten sind, um über Geschenke nachzudenken...
(Solltest du mal vorhaben, ein Buch in diesem Stil zu schreiben, lass dich bitte nicht abhalten! I'd read the hell outta that!) <33333