Farben - Rot
Sep. 30th, 2017 06:01 pmTeam: Schneewittchen
Challenge: Farben - Rot (Blut)
Fandom: Original - Nocturne Whispers
Charaktere: Aidan Harper, Santiago Gutierrez Lopez
Für
alea *wink* =D
Die Flüssigkeit in dem Weinglas war dunkelrot, ein wenig wie eine Mischung aus Rotwein und Tomatensaft. Aidan war aber mehr an den schlanken Fingern interessiert, die es hielten. Auf eine selbstverständlich elegante Weise, die lange Routine verrieten. Länger als die meisten sich vorstellen konnten und auch Aidan war sich nicht ganz sicher, wie alt Santiago genau war. Der Vampir war niemand, der mit alten Geschichten zu viel preisgab. Nicht ohne einen Preis. Dabei hatte Aidan die vage Vermutung, dass er zu denen gehörte, die tiefere Einblicke erhalten hatten. Ohne zu wissen, wie tief und wie taktisch kalkuliert das war.
“Ich schätze, wenn ich dir sage, dass du vorsichtig sein solltest, stoße ich wie immer auf taube Ohren, nicht wahr?” Santiago sah Aidan dabei nicht an, er konzentrierte sich scheinbar hochinteressiert auf den Inhalt seines Glases, als wolle er die Blutgruppe an der Farbe erkennen. Wie so oft sprach er ruhig, beinahe desinteressiert.
“Genauso wie ich, wenn ich dich frage, was man dir jetzt schon wieder über mich erzählt hat.”
Es war ja nett, dass Santiago anscheinend um ihn besorgt war. Ob ihm etwas an seiner Person lag oder er es eher bedauern würde, sollte ihre Affäre durch seinen plötzlichen Tod beendet werden… das war etwas, worüber Aidan lieber nicht nachdachte.
Die spitzen Eckzähne blitzten auf, als Santiago grinste. Für einen Moment verwandelte sich der sonst so höfliche, immer gut gekleidete Mann in das Raubtier, das auch in jedem Vampir lauerte. “Was habe ich davon, wenn ich es dir verrate?”
Aidan zuckte mit den Schultern. “Ich nehme mir deine Warnung vielleicht zu Herzen?”
Einen Moment schwieg sein Gegenüber nachdenklich und nippte an seinem Glas. “Ich denke darüber nach. Du hast mit dem Levinas-Mädchen gesprochen?” Also kamen sie jetzt erstmal zum Semi-geschäftlichen. Aidan grinste. “Was habe ich davon, wenn ich dir das verrate?”
In der nächsten halben Stunde leerte Santiagos Glas sich immer weiter und schließlich stand er auf. Aidan beobachtete ihn dabei ganz genau, bis ihre Blicke sich trafen. Nicht immer war Santiago in der Stimmung oder hatte die Zeit, ihr Treffen an einen ruhigeren Ort zu verlegen. Für ihn war das in Ordnung, er war schließlich ähnlich. Aber heute… er könnte etwas richtige Ablenkung gut brauchen. Mit dem Vampir im Hinterkopf, der seiner Schwester an den Pelz wollte. Und im Grunde auch ihm.
Also stand er ebenfalls auf und folgte Santiago nach draußen. Der wartete kaum, bis sie außer Sichtweite des Einganges waren, bevor er plötzlich seine Jacke packte und ihn hart gegen die nächste Mauer drückte. Praktisch im selben Augenblick verwickelte er ihn in einen hungrigen Kuss. Etwas zu hungrig, wie Aidan feststellte, als er plötzlich Blut schmeckte und Santiago nun doch etwas zurückwich. Loslassen tat er ihn dabei aber nicht.
“Ich dachte, du magst kein Werwolfblut?”
“Hab mich wohl hinreißen lassen… Verzeih.” Es war selten, Santiago wirklich verlegen zu sehen und Aidan hätte ihn beinahe damit aufgezogen. Aber er zuckte nur mit den Schultern. “Hab morgen frei, das heißt, keine Kollegen, die dumme Fragen stellen können. Geht die auch nichts an, mit was für bissigen Leuten ich ins Bett gehe.” Mit den Worten schob er eine Hand in den Nacken eben dieses bissigen Mannes und küsste ihn. Von irgendwoher kam ein Knurren und er war sich nicht sicher, ob er es gewesen war oder Santiago, aber es war auch egal. Er hatte gerade besseres zu tun, als nachzudenken.
“Solche Überfälle kennt man ja gar nicht von dir”, konnte Aidan es sich einige Zeit später nicht mehr verkneifen, zu necken, als er wieder halbwegs munter neben Santiago in dessen Bett lag, der Arm des Vampirs lag locker über seiner Hüfte. Es war abgesehen von einem gedämpften Licht in einer Ecke dunkel, er konnte aber gut erkennen, wie Santiago fast zu schnell wegsah.
“Wie gesagt… ich habe mich hinreißen lassen.”
Irgendwie war das nicht ganz das, was Aidan insgeheim hatte hören wollen, aber immerhin hatte er es hier mit einem wer-weiß-wie-altem Vampir zu tun. Dass er überhaupt regelmäßig mit ihm im Bett landete, grenzte schon an ein Wunder. Trotzdem hob er eine Hand und strich dem anderen Mann die dichten schwarzen Haare zurück, die ihm wirr ins Gesicht hingen. Dafür bekam er ein kleines Lächeln, das er bisher nur zu sehen bekommen hatte, wenn sie alleine waren. “Versprich mir, dass du vorsichtig bist.” Das klang anders als noch vorher im Club. Ehrlicher. Trotzdem fragte Aidan erstmal: “Was weißt du?”
“Nicht genug um euch zu helfen.” Santiago verzog das Gesicht. “Leider. Aber du hättest es mir sagen sollen.”
Aidan lehnte seine Stirn an Santiagos Brust. “Ich wollte nicht, dass du meinetwegen in Schwierigkeiten gerätst.”
“Wenn ein Vampir drauf und dran ist, gegen den Vertrag zu verstoßen? Willst du mich verarschen?” Es brauchte eines, dass Santiago seine sonst so sorgfältige Wortwahl vergaß.
“Eben. Drauf und dran. Noch hat er es nicht getan und vorher interessiert es keinen.” Und auch sonst gab es genug, die es gerne übersahen, wenn ein Vampir einen Werwolf um die Ecke brachte. Der Vertrag war nur eine Atempause, sonst nichts. Sie alle wussten das.
Ruckartig setzte Santiago sich auf. “Mich interessiert es.”
“Warum?” Santiago lebte von seinen Arbeiten als freier Journalist ebenso wie von dem Handel mit Informationen unter der Hand. Aidan würde zwar gerne glauben, dass sentimentalere Gründe eine Rolle spielten, aber sicher war er sich nicht. Er bekam auch keine Antwort, aber die hatte er auch nicht erwartet. Gegen die Art des Themenwechsels hatte er auch keine Einwände.
Challenge: Farben - Rot (Blut)
Fandom: Original - Nocturne Whispers
Charaktere: Aidan Harper, Santiago Gutierrez Lopez
Für
Die Flüssigkeit in dem Weinglas war dunkelrot, ein wenig wie eine Mischung aus Rotwein und Tomatensaft. Aidan war aber mehr an den schlanken Fingern interessiert, die es hielten. Auf eine selbstverständlich elegante Weise, die lange Routine verrieten. Länger als die meisten sich vorstellen konnten und auch Aidan war sich nicht ganz sicher, wie alt Santiago genau war. Der Vampir war niemand, der mit alten Geschichten zu viel preisgab. Nicht ohne einen Preis. Dabei hatte Aidan die vage Vermutung, dass er zu denen gehörte, die tiefere Einblicke erhalten hatten. Ohne zu wissen, wie tief und wie taktisch kalkuliert das war.
“Ich schätze, wenn ich dir sage, dass du vorsichtig sein solltest, stoße ich wie immer auf taube Ohren, nicht wahr?” Santiago sah Aidan dabei nicht an, er konzentrierte sich scheinbar hochinteressiert auf den Inhalt seines Glases, als wolle er die Blutgruppe an der Farbe erkennen. Wie so oft sprach er ruhig, beinahe desinteressiert.
“Genauso wie ich, wenn ich dich frage, was man dir jetzt schon wieder über mich erzählt hat.”
Es war ja nett, dass Santiago anscheinend um ihn besorgt war. Ob ihm etwas an seiner Person lag oder er es eher bedauern würde, sollte ihre Affäre durch seinen plötzlichen Tod beendet werden… das war etwas, worüber Aidan lieber nicht nachdachte.
Die spitzen Eckzähne blitzten auf, als Santiago grinste. Für einen Moment verwandelte sich der sonst so höfliche, immer gut gekleidete Mann in das Raubtier, das auch in jedem Vampir lauerte. “Was habe ich davon, wenn ich es dir verrate?”
Aidan zuckte mit den Schultern. “Ich nehme mir deine Warnung vielleicht zu Herzen?”
Einen Moment schwieg sein Gegenüber nachdenklich und nippte an seinem Glas. “Ich denke darüber nach. Du hast mit dem Levinas-Mädchen gesprochen?” Also kamen sie jetzt erstmal zum Semi-geschäftlichen. Aidan grinste. “Was habe ich davon, wenn ich dir das verrate?”
In der nächsten halben Stunde leerte Santiagos Glas sich immer weiter und schließlich stand er auf. Aidan beobachtete ihn dabei ganz genau, bis ihre Blicke sich trafen. Nicht immer war Santiago in der Stimmung oder hatte die Zeit, ihr Treffen an einen ruhigeren Ort zu verlegen. Für ihn war das in Ordnung, er war schließlich ähnlich. Aber heute… er könnte etwas richtige Ablenkung gut brauchen. Mit dem Vampir im Hinterkopf, der seiner Schwester an den Pelz wollte. Und im Grunde auch ihm.
Also stand er ebenfalls auf und folgte Santiago nach draußen. Der wartete kaum, bis sie außer Sichtweite des Einganges waren, bevor er plötzlich seine Jacke packte und ihn hart gegen die nächste Mauer drückte. Praktisch im selben Augenblick verwickelte er ihn in einen hungrigen Kuss. Etwas zu hungrig, wie Aidan feststellte, als er plötzlich Blut schmeckte und Santiago nun doch etwas zurückwich. Loslassen tat er ihn dabei aber nicht.
“Ich dachte, du magst kein Werwolfblut?”
“Hab mich wohl hinreißen lassen… Verzeih.” Es war selten, Santiago wirklich verlegen zu sehen und Aidan hätte ihn beinahe damit aufgezogen. Aber er zuckte nur mit den Schultern. “Hab morgen frei, das heißt, keine Kollegen, die dumme Fragen stellen können. Geht die auch nichts an, mit was für bissigen Leuten ich ins Bett gehe.” Mit den Worten schob er eine Hand in den Nacken eben dieses bissigen Mannes und küsste ihn. Von irgendwoher kam ein Knurren und er war sich nicht sicher, ob er es gewesen war oder Santiago, aber es war auch egal. Er hatte gerade besseres zu tun, als nachzudenken.
“Solche Überfälle kennt man ja gar nicht von dir”, konnte Aidan es sich einige Zeit später nicht mehr verkneifen, zu necken, als er wieder halbwegs munter neben Santiago in dessen Bett lag, der Arm des Vampirs lag locker über seiner Hüfte. Es war abgesehen von einem gedämpften Licht in einer Ecke dunkel, er konnte aber gut erkennen, wie Santiago fast zu schnell wegsah.
“Wie gesagt… ich habe mich hinreißen lassen.”
Irgendwie war das nicht ganz das, was Aidan insgeheim hatte hören wollen, aber immerhin hatte er es hier mit einem wer-weiß-wie-altem Vampir zu tun. Dass er überhaupt regelmäßig mit ihm im Bett landete, grenzte schon an ein Wunder. Trotzdem hob er eine Hand und strich dem anderen Mann die dichten schwarzen Haare zurück, die ihm wirr ins Gesicht hingen. Dafür bekam er ein kleines Lächeln, das er bisher nur zu sehen bekommen hatte, wenn sie alleine waren. “Versprich mir, dass du vorsichtig bist.” Das klang anders als noch vorher im Club. Ehrlicher. Trotzdem fragte Aidan erstmal: “Was weißt du?”
“Nicht genug um euch zu helfen.” Santiago verzog das Gesicht. “Leider. Aber du hättest es mir sagen sollen.”
Aidan lehnte seine Stirn an Santiagos Brust. “Ich wollte nicht, dass du meinetwegen in Schwierigkeiten gerätst.”
“Wenn ein Vampir drauf und dran ist, gegen den Vertrag zu verstoßen? Willst du mich verarschen?” Es brauchte eines, dass Santiago seine sonst so sorgfältige Wortwahl vergaß.
“Eben. Drauf und dran. Noch hat er es nicht getan und vorher interessiert es keinen.” Und auch sonst gab es genug, die es gerne übersahen, wenn ein Vampir einen Werwolf um die Ecke brachte. Der Vertrag war nur eine Atempause, sonst nichts. Sie alle wussten das.
Ruckartig setzte Santiago sich auf. “Mich interessiert es.”
“Warum?” Santiago lebte von seinen Arbeiten als freier Journalist ebenso wie von dem Handel mit Informationen unter der Hand. Aidan würde zwar gerne glauben, dass sentimentalere Gründe eine Rolle spielten, aber sicher war er sich nicht. Er bekam auch keine Antwort, aber die hatte er auch nicht erwartet. Gegen die Art des Themenwechsels hatte er auch keine Einwände.