[identity profile] tsutsumi.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Team: Rapunzel
Challenge: Crack/Humor: „Eine Eule. Weil ich dir schon immer mal einen Vogel zeigen wollte.“ (für's Team)
Fandom: Youtuber
Personen/Pairing: Julien Bam/iBlali (Viktor)
Wörter: ~1300
Anmerkung: Noch mehr Crack. Ein Date im Zoo und äh... wieder Sprüche klopfende, nervöse Jungs.

Die Sonne scheint vom Himmel wie in einem trashy Liebesfilm und das ist fast schon wieder zuviel für Julien.
Kaum, dass sie den Zoo betreten haben, wird er von zwei Kindergruppen eingekesselt und Viktor muss ihn quasi zwischen Frozen-Rucksäcken und Fidget Spinnern wieder ausbuddeln.

Dann sind da gefühlte fünf Millionen Menschen, die Fotos mit ihnen machen wollen und siebzig alte Damen, die ihnen kopfschüttelnd zusehen. So von wegen „diese jungen eitlen Leute heutzutage.“
Wenn die wüssten, dass Julien am liebsten ein junger eitler Mensch wäre, der in Ruhe auf ein Date gehen will.

„Überhaupt, ist die Idee nicht abgefuckt?“, fragt er Viktor, als sie endlich die Menschentraube losgeworden sind und am Gorillagehege stehen.
„Man zelebriert chemische Reaktionen, die im Gehirn stattfinden damit, dass man sich eingesperrte Viecher anguckt.“
Viktor, der gerade dabei ist, ein Foto mit seinem Handy zu schießen, dreht ihm langsam und ausdruckslos das Gesicht zu.
„Das war doch aber deine Idee“, sagt er.
„Ich weiß, aber trotzdem, man wird ja noch drüber nachdenken können. Der Affe da hinten holt sich übrigens gerade einen runter.“

Viktor schüttelt den Kopf und zoomt auf den wichsenden Gorilla;
„Du bist nur sauer, weil du das Haus verlassen musstest und heute kein Video drehen darfst, du Spacko.“

Eveeeentuell hat er damit einen Nerv getroffen, aber Julien würde das niemals zugeben.
Tatsächlich ist er ein bisschen nervös, weil er den heutigen Tag tatsächlich als „Urlaub“ im Teamkalender eingetragen hat und weil Vince ihm verboten hat, arbeitsbezogene Nachrichten zu schicken und Jimmy ihm verboten hat, auch nur an die Arbeit zu denken. Aber er ist bei Viktor und er weiß ganz genau, dass Viktor ebenso schlecht abschalten kann. Julien lauert geradezu darauf, dass er ihn mit dem Plotting für Skripte anspringt.
Wichsende Affen sind schon mal ein guter Anfang.

Sie ziehen weiter zu den Schimpansen, die sich nur anschreien und mit Scheiße bewerfen, zu den Raubkatzen, bei denen Viktor fast durch die Gitter von einem schlecht gelaunten Löwen angepinkelt wird und flüchten anschließend zu den Elefanten, die dösend und sehr langweilig in der Sonne stehen.

Bei den Pinguinen hat Julien schlechte Laune.

„Mach nicht so'n Gesicht“, sagt Viktor und drückt ihm sein Telefon in die Hand.
„Hier, film die, die sind süß; ich kauf dir derweil ein Eis.“

Julien schaut ihm perplex hinterher. Er lehnt sich an das Geländer vor den Pinguinen, die wirklich niedlich sind und fröhlich vor sich hinplanschen, hebt das Handy und macht eine Aufnahme von Viktor, wie er in der Ferne vor diesem quietschbunten Schöller-Eiswagen steht in seiner Emoaufmachung mit seinen Emohaaren und schwarzen Emoklamotten.
„Vielleicht hab ich ja Dating verlernt“, murmelt er gedankenlos vor sich hin.

Viktor hat ihm ein Bum-Bum-Eis gekauft. Dieses rote, garantiert ungesunde Ding, das irgendwie nach Kaugummi schmecken möchte und das ihn ganz furchtbar nostalgisch macht.
„Für dich, Justus Bumm“, kalauert Viktor grinsend und Julien schafft es nicht mal, beleidigt zu sein, weil er ob dieses Flachwitzes einfach nur erstaunt ist.

Sie stehen schweigend da, essen Eis und sehen den Pinguinen zu.
„Wusstest du, dass es schwule Pinguine gibt?“, sagt Julien nach einer Weile, den Mund voller Eis.
„Die adoptieren die Küken von toten Hetero-Pinguinen.“
„Hm“, macht Viktor und kleckert sich sein Nogger fast über die Hose.
„Wenn das deine Art ist zu sagen, dass du 'n Ehepaar ermorden und deren Baby aufziehen willst, gib mir noch 'n büsschen Bedenkzeit.“
„Pff“, macht Julien verächtlich.
„Ich wollte diesen Zoobesuch lediglich mit Fakten aus der Tierwelt unterfüttern. Ich war schließlich an der Uni und du hast nicht mal Abitur.“
„Du triffst mich“, gibt Viktor tonlos zurück, dann nimmt er Julien den Stiel seines Bum Bum weg und wickelt die blaue Plastikhülle ab, um den Kaugummi darin auszuwickeln und sich in den Mund zu stecken.
„Ich dachte, das wär mein Eis“, protestiert Julien.
„Mein Eis, mein Kaugummi!“
„Hol ihn dir doch wieder!“
Viktor feixt und der soll sich mal ja nicht zuviel auf sich einbilden.

Julien pinnt ihn gegen das Geländer und küsst ihn so tief, bis er sich den Kaugummi erkämpft hat. Oh shit, diese Dinger schmecken nicht weniger künstlich seit seiner Kindheit. Außerdem ist der Kaugummi durchsetzt von Schokoladenresten.
Julien spuckt ihn auf den Gehweg und Viktor lacht, lacht, lacht bis er ganz heiser klingt.


„Guck mal“, ruft er später, als sie am umzäunten Gehege von etwas stehen, was Hedwig aus Harry Potter sein könnte.
„Eine Eule. Weil ich dir schon immer mal einen Vogel zeigen wollte.“
Um Gottes Willen.
„Boah ey, Alter, als ob du das gerade wirklich gebracht hast“, nuschelt Julien in seine Hände hinein. Das ist kein Facepalm, was er macht, das ist schon Face-Tropische Insel.

„Ich versuche nur, Stimmung zu machen.“

Viktor winkt der Schneeeule zu, die ihn irritiert anblinzelt und dann demonstrativ ihren Kopf um 180 Grad von ihm wegdreht.

„Im Gegensatz zu dir, du Miesepeter.“

Komisch, dieses Wort wirkt nicht wie etwas, das in Viktors Sprachschatz zu vermuten wäre.

„Was soll'n das heißen?“

„Das heißt, dass du, seitdem wir hier sind, dauernd nur schlecht gelaunte Kommentare von dir gibst.“

„Ich habe dir vorhin einen interessanten Fakt über schwule Pinguine erzählt!“

„Ja okay, die schwulen Pinguine waren nice“, räumt Viktor ein und kickt eine Kastanie über den Schotterweg.

„Aber ansonsten? Alter, du wirkst, als wäre es Folter, wenn man dich mal nach draußen schleppt. Ist das wirklich so schlimm, wenn wir mal was anderes machen als Videos oder Sex?“
Er stockt und hebt einen Zeigefinger auf seine entzückende und steife Art;
„Woah. Das klingt nach seltsamen Videos. Du weißt, was ich meine.“

Julien rollt mit den Augen.
„Du weißt, ich bin ein Workaholic. Nur, weil du besser abschalten kannst, muss das nichts heißen“, gibt er zu bedenken.

Viktor schaut ihn lange an, bevor er den Blick senkt und durch die Nase lacht.
„Weißt du was, Ju? Du hast Recht. Ich hab mich heute wahrscheinlich zum Affen gemacht.“

Julien legt fragend den Kopf schief.

„Ich meine“, setzt sein Freund zur Erklärung an und da dreht ihm sogar Hedwig wieder den Kopf zu;
„Ich war so beschäftigt damit, heute möglichst date-mäßig zu machen, dass wir gar nicht wirklich wie wir waren, oder?“
Er fährt sich verlegen über die Nase und streicht sich durch die Haare.
„Ich meine, Eisessen? Really?“

„Das war keine schlechte Idee“, beschwichtigt Julien ihn.
„Ich hatte ewig kein Bum-Bum mehr.“

„That's what she said!“

„Halt die Klappe, ich versuch hier gerade was zu sagen!“

„Sorry!“

„Was ich meine, ist...“
Julien fasst sich an die Nasenwurzel, was ihm manchmal beim Denken hilft, oder zumindest nur dabei, nach den richtigen Worten zu suchen.
„Ich mach gerne Dinge mit dir. Und zwar alle Dinge. Ich arbeite halt aber auch gerne mit dir und deswegen kriege ich den Modus oft nicht gewechselt. Aber ich... ich bin gerne mit dir allein unterwegs. Sorry, wenn ich nicht bei der Sache bin.“

„Das sagst du genau zu dem Richtigen“, grinst Viktor ihn an.
Und ja, stimmt schon, der King of Was hast du gerade gesagt, ich hab eben nicht zugehört sollte mal ganz still sein.

Er sieht Julien grinsend an und macht dieses Ding, bei dem er sich auf die Unterlippe beißt und die Julien normalerweise in einer ganz anderen Situationen sieht und äh, worüber haben sie nochmal geredet? Mann, die Sonne ist ganz schön heiß.

Dann legt er einen Arm um Julien, küsst ihn auf die Schläfe und wispert ihm ins Ohr;
„Du hattest du 'ne Idee vorhin bei dem Affen, ich hab's dir angesehen.“
„Du doch auch“, flüstert Julien zurück.
„Leg los!“
„Nein, du zuerst! Und zu Hause bauen wir ein Skript dazu!“
„Deal!“

Hedwig guckt ihnen ziemlich verständnislos nach. Aber wen juckt das schon, die hat schließlich keine Ahnung vom Videodrehen.

Date: 2017-09-30 03:20 pm (UTC)
From: [identity profile] akira-san13.livejournal.com
XXXXXXXXD
Das ist kein Facepalm, was er macht, das ist schon Face-Tropische Insel.

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