Team: Aschenputtel
Challenge: Schreibaufgabe – indirekte Rede - fürs Team
Fandom: Winner - KPOP
Titel: Knall auf Fall
Inhalt: Taehyun und Mino sind beide in Winner und Taehyun hat vor einiger Zeit die Band verlassen. Demnach: all the angst!!
Anmerkung: Für die Ehre! Für den Endkampf!
Knall auf Fall
Geh ist kein Wort, dass Mino gerne hört, vor allem nicht, wenn er gerade schwer atmend in Taehyuns Bett liegt und noch ein paar Minuten lang die völlige Totenentspannung nach seinem Orgasmus genießen will.
Taehyun schaut ihn nicht mal an, als er das sagt. Er hat sich auf die Seite gedreht und die Arme um sich selbst geschlungen. Zögerlich streichelt er seinen eigenen Nacken, als habe Mino ihm wer weiß was angetan und er müsse nun die Spuren mit seinen schlampig lackierten und zerkratzten Fingernägeln beseitigen.
Viel Erfolg, denkt Mino. Er dreht sich ebenfalls auf die Seite und presst sich dicht an Taehyuns Rücken. Die Fingernägel schweben gefährlich nah vor seinem Auge.
Taehyun hat ihn eingeladen. Er hat ihn geküsst und ihn ausgezogen, ihn heimlich in sein Zimmer geführt, er hat Minos Hände umklammert und sie in seine Shorts geschoben und dabei geseufzt wie ein Junkie nach einem Schuss.
Mino hört sich selbst murmeln, dass Taehyun sich entspannen soll, doch der tut wie immer genau das Gegenteil und wird zu einem dürren, blondgefärbten Brett in Minos Armen.
Passiert doch nichts. Ist doch alles gut.
Sie treiben das Spielchen seit ein paar Monaten. Das ficken-ohne-Beziehung-Spielchen, aber die Regel, dass Mino danach nicht zum Kuscheln oder Pennen bleiben darf, ist neu.
Sie gefällt Mino nicht und er küsst Taehyuns widerspenstige Finger, streichelt seine Brust in der Hoffnung, dass er damit mogeln kann.
Er kapiert es nicht.
Klar sind sie beide frustriert, weil es mit ihrer Band nicht so läuft, wie es soll. Klar heult Mino auch mal, wenn die Ansprüche zu groß werden und der payoff zu gering, wenn all ihr Schlafmangel, ihr Training, ihr Songwriting zu nichts führen und all ihre Vorschläge vom Management abgelehnt oder "für später" notiert werden und sie dann nie wieder etwas hören.
Das ruiniert die Stimmung und Mino heult und - seit einiger Zeit - vögelt dann so lange mit Taehyun, bis die Stimmung wieder besser ist, bis er sich konzentrieren und wieder lachen kann.
Funktioniert blendend und es ist nun nicht so, als wäre es total furchtbar und anstrengend mit Taehyun zu schlafen. Im Gegenteil. Er hat noch nie mit jemandem so dermaßen gut harmoniert - zumindest auf rein körperlicher Ebene - und es könnte also alles wenn schon nicht schön, dann doch wenigstens erträglich sein.
Aber Taehyun wird mit jedem Tag stiller und weniger.
Weniger laut. Weniger greifbar.
Er benutzt kaum noch Wörter, wenn er was von Mino will, er zieht ihn nur an sich oder aus, je nachdem wie ungestört sie sind und wenn Mino ihn fragt, was denn los sei, kommt keine Antwort.
Und wenn Mino wie jetzt neben ihm liegen und sich darüber freuen will, dass es Taehyun gibt und dass er ihn gerade angefasst hat, bekommt er einen Stoß mit dem Ellbogen und Taehyun vergräbt den Kopf unter den Kissen und schluchzt, dass Mino abhauen soll.
Na klar. Weil Mino seinen weinenden Freund hier nach der Schmuserei liegen lässt, als wären sie in irgendeiner schlechten Soap.
Er umfasst Taehyun noch stärker, steckt die halbherzigen Schläge ein, die er ganze drei Sekunden lang austeilt, ehe er weinend zusammenbricht und sich die Decke in den Mund stopft.
Ihm tue alles so sehr leid, hört Mino ihn schluchzen, aber er weiß nicht, was er meint. So furchtbar ist das alles doch nicht, findet er, aber als er versucht, ihm das zuzuflüstern, seinem zitternden, wundervollen, so kaputten Freund, heult Taehyun auf und wehrt sich so heftig, dass sie beide aus dem Bett fallen.
Hau ab, hau ab, hau ab.
Taehyun bewegt sich nicht mehr und Mino sieht Sternchen, weil sein Hinterkopf aufs Laminat geknallt ist.
Er will ihn fragen, was das soll. Nein, eigentlich will er ihn anschreien, weil das doch nicht Taehyuns Art ist, weil er doch nicht nur weint und weil er Mino gefälligst nicht wehtun soll und -
Dann fällt ihm schlagartig auf, dass er sich nicht daran erinnern kann, wann Taehyun das letzte Mal richtig herzlich gelacht oder auch nur zufrieden gegrinst hat.
Mino bleibt liegen, genau so wie Taehyun. Er hört ihn wimmern, dass Mino verschwinden soll, eine Bitte und ein Flehen zwischen allen Worten, aber er rührt sich nicht und irgendwann hört Taehyun auf zu sprechen und schmiegt sich verheult und atemlos näher an.
Sag was, fordert Mino sich selbst auf. Doch ihm fällt nichts ein, was man angesicht von so viel Elend sagen könnte. Er kann nur außen etwas machen. Er kann Taehyun streicheln und dafür sorgen, dass ihm heiß wird und der Atem stockt und ihn in den Arm nehmen und ihm vielleicht sogar ganz heimlich einen Kuss aufdrücken, den keiner sehen darf und der zumindest Mino zum Kichern bringt.
Doch gegen das Stumpfe in Taehyuns Augen ist er machtlos.
Lass mich rein, will er rufen. Lass mich rein, ich will dir helfen. Aber er weiß nicht einmal, ob seine Worte überhaupt ankommen würden, oder ob sie in Taehyuns Leere ungehört verhallen.
Am Ende geht Mino tatsächlich. Nicht an dem Abend, natürlich und auch nicht in den drei Wochen danach, aber Taehyun schiebt ihn immer weiter und immer heftiger von sich, bis Mino sich irgendwann davor fürchtet, dass Taehyun sich wehtun könnte, wenn Mino keinen Platz macht.
Er macht Platz und Taehyun stürzt an ihm vorbei und aus ihrer aller Leben hinaus, als hätte er nur darauf gewartet. Er verlässt die Band, er zieht aus, er sagt ihnen nicht, wo er jetzt wohnt und löscht all ihre Nummern.
Mino versucht, nicht zu heulen.
Vielleicht hätten sie mehr reden müssen.
Challenge: Schreibaufgabe – indirekte Rede - fürs Team
Fandom: Winner - KPOP
Titel: Knall auf Fall
Inhalt: Taehyun und Mino sind beide in Winner und Taehyun hat vor einiger Zeit die Band verlassen. Demnach: all the angst!!
Anmerkung: Für die Ehre! Für den Endkampf!
Knall auf Fall
Geh ist kein Wort, dass Mino gerne hört, vor allem nicht, wenn er gerade schwer atmend in Taehyuns Bett liegt und noch ein paar Minuten lang die völlige Totenentspannung nach seinem Orgasmus genießen will.
Taehyun schaut ihn nicht mal an, als er das sagt. Er hat sich auf die Seite gedreht und die Arme um sich selbst geschlungen. Zögerlich streichelt er seinen eigenen Nacken, als habe Mino ihm wer weiß was angetan und er müsse nun die Spuren mit seinen schlampig lackierten und zerkratzten Fingernägeln beseitigen.
Viel Erfolg, denkt Mino. Er dreht sich ebenfalls auf die Seite und presst sich dicht an Taehyuns Rücken. Die Fingernägel schweben gefährlich nah vor seinem Auge.
Taehyun hat ihn eingeladen. Er hat ihn geküsst und ihn ausgezogen, ihn heimlich in sein Zimmer geführt, er hat Minos Hände umklammert und sie in seine Shorts geschoben und dabei geseufzt wie ein Junkie nach einem Schuss.
Mino hört sich selbst murmeln, dass Taehyun sich entspannen soll, doch der tut wie immer genau das Gegenteil und wird zu einem dürren, blondgefärbten Brett in Minos Armen.
Passiert doch nichts. Ist doch alles gut.
Sie treiben das Spielchen seit ein paar Monaten. Das ficken-ohne-Beziehung-Spielchen, aber die Regel, dass Mino danach nicht zum Kuscheln oder Pennen bleiben darf, ist neu.
Sie gefällt Mino nicht und er küsst Taehyuns widerspenstige Finger, streichelt seine Brust in der Hoffnung, dass er damit mogeln kann.
Er kapiert es nicht.
Klar sind sie beide frustriert, weil es mit ihrer Band nicht so läuft, wie es soll. Klar heult Mino auch mal, wenn die Ansprüche zu groß werden und der payoff zu gering, wenn all ihr Schlafmangel, ihr Training, ihr Songwriting zu nichts führen und all ihre Vorschläge vom Management abgelehnt oder "für später" notiert werden und sie dann nie wieder etwas hören.
Das ruiniert die Stimmung und Mino heult und - seit einiger Zeit - vögelt dann so lange mit Taehyun, bis die Stimmung wieder besser ist, bis er sich konzentrieren und wieder lachen kann.
Funktioniert blendend und es ist nun nicht so, als wäre es total furchtbar und anstrengend mit Taehyun zu schlafen. Im Gegenteil. Er hat noch nie mit jemandem so dermaßen gut harmoniert - zumindest auf rein körperlicher Ebene - und es könnte also alles wenn schon nicht schön, dann doch wenigstens erträglich sein.
Aber Taehyun wird mit jedem Tag stiller und weniger.
Weniger laut. Weniger greifbar.
Er benutzt kaum noch Wörter, wenn er was von Mino will, er zieht ihn nur an sich oder aus, je nachdem wie ungestört sie sind und wenn Mino ihn fragt, was denn los sei, kommt keine Antwort.
Und wenn Mino wie jetzt neben ihm liegen und sich darüber freuen will, dass es Taehyun gibt und dass er ihn gerade angefasst hat, bekommt er einen Stoß mit dem Ellbogen und Taehyun vergräbt den Kopf unter den Kissen und schluchzt, dass Mino abhauen soll.
Na klar. Weil Mino seinen weinenden Freund hier nach der Schmuserei liegen lässt, als wären sie in irgendeiner schlechten Soap.
Er umfasst Taehyun noch stärker, steckt die halbherzigen Schläge ein, die er ganze drei Sekunden lang austeilt, ehe er weinend zusammenbricht und sich die Decke in den Mund stopft.
Ihm tue alles so sehr leid, hört Mino ihn schluchzen, aber er weiß nicht, was er meint. So furchtbar ist das alles doch nicht, findet er, aber als er versucht, ihm das zuzuflüstern, seinem zitternden, wundervollen, so kaputten Freund, heult Taehyun auf und wehrt sich so heftig, dass sie beide aus dem Bett fallen.
Hau ab, hau ab, hau ab.
Taehyun bewegt sich nicht mehr und Mino sieht Sternchen, weil sein Hinterkopf aufs Laminat geknallt ist.
Er will ihn fragen, was das soll. Nein, eigentlich will er ihn anschreien, weil das doch nicht Taehyuns Art ist, weil er doch nicht nur weint und weil er Mino gefälligst nicht wehtun soll und -
Dann fällt ihm schlagartig auf, dass er sich nicht daran erinnern kann, wann Taehyun das letzte Mal richtig herzlich gelacht oder auch nur zufrieden gegrinst hat.
Mino bleibt liegen, genau so wie Taehyun. Er hört ihn wimmern, dass Mino verschwinden soll, eine Bitte und ein Flehen zwischen allen Worten, aber er rührt sich nicht und irgendwann hört Taehyun auf zu sprechen und schmiegt sich verheult und atemlos näher an.
Sag was, fordert Mino sich selbst auf. Doch ihm fällt nichts ein, was man angesicht von so viel Elend sagen könnte. Er kann nur außen etwas machen. Er kann Taehyun streicheln und dafür sorgen, dass ihm heiß wird und der Atem stockt und ihn in den Arm nehmen und ihm vielleicht sogar ganz heimlich einen Kuss aufdrücken, den keiner sehen darf und der zumindest Mino zum Kichern bringt.
Doch gegen das Stumpfe in Taehyuns Augen ist er machtlos.
Lass mich rein, will er rufen. Lass mich rein, ich will dir helfen. Aber er weiß nicht einmal, ob seine Worte überhaupt ankommen würden, oder ob sie in Taehyuns Leere ungehört verhallen.
Am Ende geht Mino tatsächlich. Nicht an dem Abend, natürlich und auch nicht in den drei Wochen danach, aber Taehyun schiebt ihn immer weiter und immer heftiger von sich, bis Mino sich irgendwann davor fürchtet, dass Taehyun sich wehtun könnte, wenn Mino keinen Platz macht.
Er macht Platz und Taehyun stürzt an ihm vorbei und aus ihrer aller Leben hinaus, als hätte er nur darauf gewartet. Er verlässt die Band, er zieht aus, er sagt ihnen nicht, wo er jetzt wohnt und löscht all ihre Nummern.
Mino versucht, nicht zu heulen.
Vielleicht hätten sie mehr reden müssen.
no subject
Date: 2017-09-28 10:23 pm (UTC)"und wird zu einem dürren, blondgefärbten Brett in Minos Armen" und "Er macht Platz und Taehyun stürzt an ihm vorbei und aus ihrer aller Leben hinaus, als hätte er nur darauf gewartet." Sehr schön! :)